Änderungen

keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 43: Zeile 43:  
* Glimpfenbrunnen, (Zieh-)Brunnen in der Sebastiangasse, ([[St.-Sebastians-Kirche]])
 
* Glimpfenbrunnen, (Zieh-)Brunnen in der Sebastiangasse, ([[St.-Sebastians-Kirche]])
 
* (Zieh-)Brunnen im Unteren Brückenviertel, ([[Steingasse]]) → heute: [[Engelwirtsbrunnen]].
 
* (Zieh-)Brunnen im Unteren Brückenviertel, ([[Steingasse]]) → heute: [[Engelwirtsbrunnen]].
 +
 +
: Festung Hohensalzburg
 +
Die [[Festung Hohensalzburg]], deren Bauanfänge wohl in der zweiten Hälfte des [[11. Jahrhundert]]s liegen, war von Anfang an so geplant, dass sie sich autark versorgen konnte. Ein ausgeklügeltes Dach- und Dachrinnensystem sammelte das auch früher reichlich vorhandene [[Salzburger Schnürlregen|Regenwasser]] in einer oder mehreren ''Zisternen''. Diese reichten für die Versorgung der Festung stets aus.
 +
* [[Keutschach-Zisterne (Festung Hohensalzburg)|Keutschach-Zisterne]]
 +
* eine weitere Zisterne Leonhard Keutschachs (nicht mehr bestehend)
 +
* [[Matthäus-Lang-Zisterne]]
    
Diese alten Brunnenanlagen bestehen von Ausnahmen abgesehen nicht mehr. Viele Brunnen wurden im Laufe der Zeit aufgegeben, zugeschüttet, versetzt oder durch neue ersetzt. Im [[12. Jahrhundert]] entstehen zusätzlich zu Zisternen erste einfache Rohrleitungen.
 
Diese alten Brunnenanlagen bestehen von Ausnahmen abgesehen nicht mehr. Viele Brunnen wurden im Laufe der Zeit aufgegeben, zugeschüttet, versetzt oder durch neue ersetzt. Im [[12. Jahrhundert]] entstehen zusätzlich zu Zisternen erste einfache Rohrleitungen.
Zeile 48: Zeile 54:  
Nach dem Mittelalter war die Stadt so groß geworden, dass meist als kleinen "Brunnstuben" überdachte Hausbrunnen mit ihren  alleine den ''allgemeinen Bedarf'' nicht mehr ganz decken konnten. Vor allem aber wuchsen die zuerst äußerst bescheidenen hygienischen Ansprüche nach den vielen Seuchen. Deshalb wurden schrittweise große Brunnstuben (öffentliche stets gedeckte Brunnen), von denen Salzburg bald sieben aufweisen konnte, errichtet. Diese ersten öffentlichen Brunnen wurden dem Baustil ihrer Zeit öfter auch entsprechend künstlerisch gestaltet. Das [[Erzbischöfliches Brunnhaus|erzbischöfliche Brunnhaus]] und das [[städtische Brunnhaus am Gries]] waren naturgemäß selbst keine Brunnstuben, sie lieferten aber Wasser für Brunnstuben.
 
Nach dem Mittelalter war die Stadt so groß geworden, dass meist als kleinen "Brunnstuben" überdachte Hausbrunnen mit ihren  alleine den ''allgemeinen Bedarf'' nicht mehr ganz decken konnten. Vor allem aber wuchsen die zuerst äußerst bescheidenen hygienischen Ansprüche nach den vielen Seuchen. Deshalb wurden schrittweise große Brunnstuben (öffentliche stets gedeckte Brunnen), von denen Salzburg bald sieben aufweisen konnte, errichtet. Diese ersten öffentlichen Brunnen wurden dem Baustil ihrer Zeit öfter auch entsprechend künstlerisch gestaltet. Das [[Erzbischöfliches Brunnhaus|erzbischöfliche Brunnhaus]] und das [[städtische Brunnhaus am Gries]] waren naturgemäß selbst keine Brunnstuben, sie lieferten aber Wasser für Brunnstuben.
   −
=== Festung Hohensalzburg ===  
+
=== Erste Hausanschlüsse der Neuzeit mit Wasserzins ===
Die [[Festung Hohensalzburg]], deren Bauanfänge wohl in der zweiten Hälfte des [[11. Jahrhundert]]s liegen, war von Anfang an so geplant, dass sie sich autark versorgen konnte. Ein ausgeklügeltes Dach- und Dachrinnensystem sammelte das auch früher reichlich vorhandene [[Salzburger Schnürlregen|Regenwasser]] in einer oder mehreren ''Zisternen''. Diese reichten für die Versorgung der Festung stets aus.
+
[[1520]] wurde das erste Bürgerhaus mit fließendem Brunnenwasser versorgt. Erst nach dem [[1631]] mehrere [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]] um Erlaubnis ansuchten, Brunnhauswasser in ihr Haus leiten zu dürfen, beschloss der [[Salzburger Stadtrat]] eine Wasserordnung. Die Anschlussgebühr betrug 100 [[Gulden]], ein auch für damalige Zeiten recht beachtlicher Betrag, sowie einen jährlichen Wasserzins von fünf Gulden. Als Maßeinheit galt der ''Steften'', der den Durchmesser des Wasserrohres angab. Durch ein einen Steften starkes Rohr flossen ständig sechs ''Wiener Maß'', das sind 8,491 Liter Wasser pro Minute.
* [[Keutschach-Zisterne (Festung Hohensalzburg)|Keutschach-Zisterne]]
  −
* eine weitere Zisterne Leonhard Keutschachs (nicht mehr bestehend)
  −
* [[Matthäus-Lang-Zisterne]]
      
=== Almkanal und Almbrunnleitungen ===
 
=== Almkanal und Almbrunnleitungen ===
Zeile 67: Zeile 70:  
[[1485]]/88 wurde die [[Gersbergwasserleitung ]] vom [[Gersberg]], einem Vorberg des [[Gaisberg]]s, bis zum [[Florianibrunnen]] am [[Alter Markt|Alten Markt]] gelegt. In über 2&nbsp;000 [[Lärche]]<nowiki>nröhren</nowiki> leitete man das Wasser aus [[Parsch]] nördlich am [[Kapuzinerberg]] entlang in die Stadt. [[1639]] wurden in der [[Linzer Gasse]] und in Parsch Brunnstuben im Verlauf der Gersbergleitung hinzugefügt.
 
[[1485]]/88 wurde die [[Gersbergwasserleitung ]] vom [[Gersberg]], einem Vorberg des [[Gaisberg]]s, bis zum [[Florianibrunnen]] am [[Alter Markt|Alten Markt]] gelegt. In über 2&nbsp;000 [[Lärche]]<nowiki>nröhren</nowiki> leitete man das Wasser aus [[Parsch]] nördlich am [[Kapuzinerberg]] entlang in die Stadt. [[1639]] wurden in der [[Linzer Gasse]] und in Parsch Brunnstuben im Verlauf der Gersbergleitung hinzugefügt.
   −
=== Wasserzins ===
  −
[[1520]] wurde das erste Bürgerhaus mit fließendem Brunnenwasser versorgt. Erst nach dem [[1631]] mehrere [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]] um Erlaubnis ansuchten, Brunnhauswasser in ihr Haus leiten zu dürfen, beschloss der [[Salzburger Stadtrat]] eine Wasserordnung. Die Anschlussgebühr betrug 100 [[Gulden]], ein auch für damalige Zeiten recht beachtlicher Betrag, sowie einen jährlichen Wasserzins von fünf Gulden. Als Maßeinheit galt der ''Steften'', der den Durchmesser des Wasserrohres angab. Durch ein einen Steften starkes Rohr flossen ständig sechs ''Wiener Maß'', das sind 8,491 Liter Wasser pro Minute.
      
=== Städtisches Brunnhaus ===
 
=== Städtisches Brunnhaus ===
Zeile 84: Zeile 85:  
[[1649]] wurde am Gaisberg eine Quelle gefasst, dessen Wasser zum städtischen Ziegelstadel geleitet wurde. Es folgten weitere Quellfassungen [[1714]] und [[1806]] am [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] und Gersberg. Die ''Mirabellleitung'' vom [[Neuhauser Berg]] und vom unteren [[Judenbergalm|Judenberg]] führte zum [[Linzertor]], wo sie sich in eine Leitung zum [[Mirabellgarten]] und eine zum [[Schloss Mirabell]] teilte. Diese aus Holz bestehende Leitung bestand bis [[1919]].
 
[[1649]] wurde am Gaisberg eine Quelle gefasst, dessen Wasser zum städtischen Ziegelstadel geleitet wurde. Es folgten weitere Quellfassungen [[1714]] und [[1806]] am [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] und Gersberg. Die ''Mirabellleitung'' vom [[Neuhauser Berg]] und vom unteren [[Judenbergalm|Judenberg]] führte zum [[Linzertor]], wo sie sich in eine Leitung zum [[Mirabellgarten]] und eine zum [[Schloss Mirabell]] teilte. Diese aus Holz bestehende Leitung bestand bis [[1919]].
   −
=== Ludwig Grenier ===
+
== Leitungsnetz um 1800 (Ludwig Grenier) ==
 
Als Salzburg [[1810]] Teil des [[Königreich Bayern|Königreichs Bayern]] wurde, präsentierten sich nach den Kriegswirren und der vielfachen militärischen Besetzung der Stadt Gebäude und Infrastruktur desolat und alles andere als zufrieden stellend, so auch das System der Wasserversorgung. In den Rinnen und Abflüssen häuften sich Schmutz und Unrat, Brunnrohre waren verfault und undicht. Die Stadtverwaltung besaß zumindest Aufzeichnungen zur Berechnung des Wasserzinses. Unterlagen für die ärarischen<ref>materielle und immaterielle Vermögen eines Staates oder einer Körperschaft, ein heute üblicherer Begriff hierfür ist Fiskus.</ref> Leitungen fehlten wie auch generell Wasserleitungspläne, Aufzeichnungen über Brunnen und dergleichen.  
 
Als Salzburg [[1810]] Teil des [[Königreich Bayern|Königreichs Bayern]] wurde, präsentierten sich nach den Kriegswirren und der vielfachen militärischen Besetzung der Stadt Gebäude und Infrastruktur desolat und alles andere als zufrieden stellend, so auch das System der Wasserversorgung. In den Rinnen und Abflüssen häuften sich Schmutz und Unrat, Brunnrohre waren verfault und undicht. Die Stadtverwaltung besaß zumindest Aufzeichnungen zur Berechnung des Wasserzinses. Unterlagen für die ärarischen<ref>materielle und immaterielle Vermögen eines Staates oder einer Körperschaft, ein heute üblicherer Begriff hierfür ist Fiskus.</ref> Leitungen fehlten wie auch generell Wasserleitungspläne, Aufzeichnungen über Brunnen und dergleichen.  
   Zeile 91: Zeile 92:  
Diese erste systematische Erhebung und die planliche Darstellung brachte auch die Tatsache ans Tageslicht, das es in der Stadt Salzburg mehr Hausanschlüsse gab als dafür Wasserentnahmeberechtigungen zugeteilt waren und der Wasserzins dafür entrichtet wurde. Im Zuge der politischen Wirren und dem wirtschaftlichen Niedergang war die Lösung finanzieller Fragen offenbar weniger wichtig.  
 
Diese erste systematische Erhebung und die planliche Darstellung brachte auch die Tatsache ans Tageslicht, das es in der Stadt Salzburg mehr Hausanschlüsse gab als dafür Wasserentnahmeberechtigungen zugeteilt waren und der Wasserzins dafür entrichtet wurde. Im Zuge der politischen Wirren und dem wirtschaftlichen Niedergang war die Lösung finanzieller Fragen offenbar weniger wichtig.  
   −
=== Wasserleitung von Fürstenbrunn nach Salzburg ===
+
=== 1866: Wasserleitung von Fürstenbrunn nach Salzburg ===
 
[[1866]] trat der [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] der Stadt Salzburg an den Besitzer der Fürstenbrunner Quelle, den König [[Ludwig II. von Bayern]], mit Bitte um Überlassung von 90 österreichischen Kubikfuß Wasser in der Minute, das entspricht 47,4 Liter pro Sekunde oder rund 1,5 Millionen Kubikmeter im Jahr, heran. Mit Entschließung vom [[13. März]] 1866 bewilligte der König als Schenkung die erbetene Wassermenge der Stadt Salzburg auf immerwährende Zeiten.  
 
[[1866]] trat der [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] der Stadt Salzburg an den Besitzer der Fürstenbrunner Quelle, den König [[Ludwig II. von Bayern]], mit Bitte um Überlassung von 90 österreichischen Kubikfuß Wasser in der Minute, das entspricht 47,4 Liter pro Sekunde oder rund 1,5 Millionen Kubikmeter im Jahr, heran. Mit Entschließung vom [[13. März]] 1866 bewilligte der König als Schenkung die erbetene Wassermenge der Stadt Salzburg auf immerwährende Zeiten.  
  
16.179

Bearbeitungen