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| | Als der Fürsterzbischof Max Gandolf sah, dass auch viele Kinder seines Landes wegen solcher Grausamkeit heimlich Hab und Gut verließen und über die Grenze flüchteten, bot er ihnen, auch denen, die schon den Ausweisungsbefehl hatten, "Gnade" an, jedoch forderte er als Bedingung, dass sie wieder katholisch werden müssten. | | Als der Fürsterzbischof Max Gandolf sah, dass auch viele Kinder seines Landes wegen solcher Grausamkeit heimlich Hab und Gut verließen und über die Grenze flüchteten, bot er ihnen, auch denen, die schon den Ausweisungsbefehl hatten, "Gnade" an, jedoch forderte er als Bedingung, dass sie wieder katholisch werden müssten. |
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| − | Joseph Schaitberger selbst war jedoch noch in Salzburg, als der Fürsterzbischof dieses Angebot machte. Sofort machte er sich zu seinen evangelischen Glaubensbrüdern auf und stärkte sie im Glauben. Nur die wenigsten wurden schwach im Glauben oder verleugneten ihren Glauben. Die meisten, die ihren wahren protestantischen Glauben nicht leugneten und den Eid nicht ablegten, verließen das Land. Viele jedoch wurden auch - entgegen aller rechtlicher Bestimmungen all ihrer Gütern und auch der Kinder beraubt und wurden über die Grenze geschafft, so auch Joseph Schaitberger. | + | Joseph Schaitberger selbst war jedoch noch in Salzburg, als der Fürsterzbischof dieses Angebot machte. Sofort machte er sich zu seinen evangelischen Glaubensbrüdern auf und stärkte sie im Glauben. Die meisten, die ihren wahren protestantischen Glauben nicht leugneten und den Eid nicht ablegten, verließen heimlich das Land umd der gewaltsamen Ausweisung zuvorzukommen. Viele jedoch wurden auch - entgegen aller rechtlicher Bestimmungen all ihrer Gütern und auch der Kinder beraubt und wurden über die Grenze geschafft, so auch Joseph Schaitberger. |
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| | Zu dieser Zeit mussten ungefähr 70 protestantische Familien vom Dürrnberg und von [[Berchtesgaden]] das Land verlassen. Allen Kindern unter 14 Jahren jedoch wurden - entgegen den Bestimmungen im Westfälischen Frieden - die Eltern entrissen, da sie im katholischen Glauben erzogen werden sollten. Auch das Ehepaar Schaitberger durfte die beiden Töchter Magdalene und Anna nicht mitnehmen. Aus dem Jahr [[1701]] ist ein Schreiben von Joseph Schaitberger erhalten, in welchem er von Nürnberg aus seine Kinder bittet, auf jeden Fall dem evangelischen Glauben treu zu bleiben. Die meisten aus Salzburg vertriebenen Protestanten konnten letztendlich als Knappen im sächsischen Erzgebirge neue Arbeit und eine neue Heimat finden. | | Zu dieser Zeit mussten ungefähr 70 protestantische Familien vom Dürrnberg und von [[Berchtesgaden]] das Land verlassen. Allen Kindern unter 14 Jahren jedoch wurden - entgegen den Bestimmungen im Westfälischen Frieden - die Eltern entrissen, da sie im katholischen Glauben erzogen werden sollten. Auch das Ehepaar Schaitberger durfte die beiden Töchter Magdalene und Anna nicht mitnehmen. Aus dem Jahr [[1701]] ist ein Schreiben von Joseph Schaitberger erhalten, in welchem er von Nürnberg aus seine Kinder bittet, auf jeden Fall dem evangelischen Glauben treu zu bleiben. Die meisten aus Salzburg vertriebenen Protestanten konnten letztendlich als Knappen im sächsischen Erzgebirge neue Arbeit und eine neue Heimat finden. |
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| | == Die Familie Schaitbergers == | | == Die Familie Schaitbergers == |
| − | Im Frühjahr 1685 wurde Schaitberger zunächst wegen seiner ketzerischen Ansichten eine Zeitlang verhaftet. Schließlich verkaufte er am [[1. April]] [[1685]] (?). Am [[19. April]] [[1685]] wurden ihm und seiner Frau die Kinder abgenommen. Nur wenige Tage darauf verlässt er mit seiner Frau die Heimat. Bereits zu Pfingsten war er in Nürnberg, wo er zunächst mit Hilfsarbeiten das Leben fristete. | + | Im Frühjahr 1685 wurde Schaitberger zunächst wegen seiner "ketzerischen" Ansichten eine Zeitlang verhaftet. Am [[19. April]] [[1685]] wurden ihm und seiner Frau die Kinder abgenommen. Nur wenige Tage darauf verließ er mit seiner Frau die Heimat. Bereits zu Pfingsten war er in Nürnberg, wo er zunächst mit Hilfsarbeiten das Leben fristete. |
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| − | Magdalena Schaitberger (geb. Kämmel, aus [[Berchtesgaden]]), die Ehefrau Joseph Schaitbergers, nahm die Vertreibung aus Salzburg und der Verlust ihrer Töchter jedoch ziemlich her. Bereits ein Jahr nach der Vertreibung aus Salzburg starb sie (Anfang [[1687]]).
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| | + | Magdalena Schaitberger (geb. Kämmel, aus [[Berchtesgaden]]), die Ehefrau Joseph Schaitbergers traf die Vertreibung aus Salzburg und der Verlust ihrer Töchter noch härter. Bereits ein Jahr nach der Vertreibung aus Salzburg starb sie Anfang [[1687]]. |
| | Fünf Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau Magdalena geb. Kämmel heiratete Joseph Schaitberger ein zweites Mal. Die zweite Ehefrau war eine Emigrantin aus Berchtesgaden, Katharina Brockenberger, die er im Jahre [[1692]] ehelichte. | | Fünf Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau Magdalena geb. Kämmel heiratete Joseph Schaitberger ein zweites Mal. Die zweite Ehefrau war eine Emigrantin aus Berchtesgaden, Katharina Brockenberger, die er im Jahre [[1692]] ehelichte. |
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| − | Es existieren auch Hinweise, dass Magdalene geb. Schaitberger, die Tochter von Joseph Schaitberger, als Erwachsene mit ihrem Ehemann auch von Salzburg nach Nürnberg gefolgt war und dort offensichtlich ein Kind gebar. | + | Es gibt Hinweise, dass die Tochter von Joseph Schaitberger, Magdalene geb. Schaitberger, als Erwachsene samt ihrem Ehemann von Salzburg nach Nürnberg ausreiste und dort offensichtlich ein Kind gebar. |
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| | == Namensvarianten == | | == Namensvarianten == |