| Zeile 7: |
Zeile 7: |
| | Die Thürnitz - das Wort ist Slawisch und bedeutet schwer zugänglicher, abgeschiedener Ort - wurde auf Grund ihrer Lage auch ''Grieskaserne'', ''Fleischmarktkaserne'' oder auch ''Lodron'sche Kaserne'' genannt. | | Die Thürnitz - das Wort ist Slawisch und bedeutet schwer zugänglicher, abgeschiedener Ort - wurde auf Grund ihrer Lage auch ''Grieskaserne'', ''Fleischmarktkaserne'' oder auch ''Lodron'sche Kaserne'' genannt. |
| | | | |
| − | Die Kaserne samt dem [[Fleischtor|Torbogen]] und der [[Sternbastei]] wurde [[1654]] unter Fürsterzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein|Guidobald Graf Thun]] fertiggestellt. | + | Die Kaserne samt dem [[Fleischtor|Torbogen]] und der [[Sternbastei]] wurde [[1654]] kurz nach dem Tod Paris Lodrons unter Fürsterzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein|Guidobald Graf Thun]] ganz fertiggestellt. |
| | | | |
| | Die Thürnitz war ''216 Schritte lang und 10 Schritte breit'', also etwa 150 Meter lang und 7 Meter breit (1 Schritt ist etwa 0,7 Meter). Sie hatte zwei Stockwerke, einen innen gelegenen Gang mit Schießscharten zur Salzach und besaß etwa in der Mitte über dem [[Fleischtor]] ein drittes Stockwerk oder einen breiteren Aufbau (einem Turm ähnlich) mit spitzem Satteldach, damit aus der erhöhten Position der Durchgang in der Mitte gesichert werden konnte. | | Die Thürnitz war ''216 Schritte lang und 10 Schritte breit'', also etwa 150 Meter lang und 7 Meter breit (1 Schritt ist etwa 0,7 Meter). Sie hatte zwei Stockwerke, einen innen gelegenen Gang mit Schießscharten zur Salzach und besaß etwa in der Mitte über dem [[Fleischtor]] ein drittes Stockwerk oder einen breiteren Aufbau (einem Turm ähnlich) mit spitzem Satteldach, damit aus der erhöhten Position der Durchgang in der Mitte gesichert werden konnte. |
| | | | |
| − | Über dem Eingang zur Thürnitz war ein [[Wappen der Fürsterzbischöfe|Wappen]] angebracht mit der lateinischen Inschrift: ''"Urbis Custodiae et Civium Paci - Archiepiscopus Paris ex Com. Lodroni - F(ecit) Anno M D C XXXX I "'' - Übersetzung: Der Stadt zum Schutz und den Bürgern zum Frieden - Erzbischof Paris aus dem Geschlecht der Lodron - errichtet im Jahr 1641. | + | Über dem Eingang zur Thürnitz war ein [[Wappen der Fürsterzbischöfe|Wappen]] angebracht mit der lateinischen Inschrift: ''"Urbis Custodiae et Civium Paci - Archiepiscopus Paris ex Com. Lodroni - F(ecit) Anno M D C XXXX I "'' - Übersetzung: Der Stadt zum Schutz und den Bürgern zum Frieden - Erzbischof Paris aus dem Geschlecht der Lodron - errichtet im Jahr 1641. Die Thürnitz war für etwa 200 Soldaten samt deren Familien als Unterkunft bestimmt. |
| | | | |
| − | Die Thürnitz war für etwa 200 Soldaten samt deren Familien als Unterkunft konzipiert.
| + | [[1695]] bis [[1697]] wurde am [[Mirabellplatz]] eine zweite Kaserne, die [[Neue Thürnitz|neue Thürnitz]] errichtet, wodurch sich die Bezeichnung „Alte Thürnitz“ für die Kaserne am Gries einbürgerte. |
| | | | |
| − | [[1695]] bis [[1697]] wurde am [[Mirabellplatz]] eine zweite Kaserne, die [[Neue Thürnitz|neue Thürnitz]] errichtet, wodurch sich dann die Bezeichnung „Alte Thürnitz“ für die Kaserne am Gries einbürgerte. | + | [[1862]]/63 wurden die Alte Thürnitz mit dem mittigen Fleischertor im Rahmen der "Stadterneuerung" und der [[Salzachregulierung]] abgerissen, weil die Verteidigungsmauern für die [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]] damals angeblich den Eindruck der Beengtheit vermittelt hätten. Es wurde den Bürgern vorgespielt, sie wären Gefangene hinter den eigenen Mauern. Zudem wurde - wenig sachlich - argumentiert, dass das Bauwerk den Luftaustausch von der Frischluftschneise der [[Salzach]] in die Altstadt hinein behindern würde. In Wirklichkeit lieferte die Kaserne mit ihren dicken Mauern billiges und direkt vor Ort nutzbares Material zur Beschlachtung der Salzachböschung. |
| | | | |
| − | [[1862]]/63 wurden das Fleischtor und die umgebende Alte Thürnitz im Rahmen der Stadterweiterung und der [[Salzachregulierung]] abgerissen, weil die Verteidigungsmauern für die [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]] damals angeblich den Eindruck der Beengtheit vermittelt hätten. Es wurde den Bürgern vorgespielt, sie wären Gefangene hinter den eigenen Mauern. Zudem wurde - wenig sachlich - argumentiert, dass das Bauwerk den Luftaustausch von der Frischluftschneise der [[Salzach]] in die Altstadt hinein behindern würde. In Wirklichkeit lieferte die Kaserne mit ihren dicken Mauern billiges und direkt vor Ort nutzbares Material zur Beschlachtung der Salzachböschung.
| + | Vor der Alten Thürnitz befand sich bis ins späte 18. Jahrhundert auch der [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#P|Pranger]], ebenfalls stand dort eine rot gestrichene Plattform für Züchtigungen. [[1873]] kam das Gelände in den Besitz der [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt Salzburg]]. |
| − | | |
| − | Vor der Alten Thürnitz befand sich bis ins späte 18. Jahrhundert auch der [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#P|Pranger]], ebenfalls stand dort das Narrenhaus, eine rot gestrichene Plattform für Züchtigungen. [[1873]] kam das Gelände in den Besitz der [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt Salzburg]]. | |
| | | | |
| | === Alte Ansichten von 1710 (nach der gleichen Vorlage ausgearbeitet) === | | === Alte Ansichten von 1710 (nach der gleichen Vorlage ausgearbeitet) === |