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| | '''Heinrich Freiherr von Crumpipen''' (* [[1738]], † [[1811]] Stuttgart [Deutschland]) war ein belgisch-österreichischer Staatsmann und Diplomat; im Jahr 1803 war er Besitznahmskommissär des neuen Salzburger Landesherrn [[Ferdinand III.|Kurfürst Ferdinand]] für Salzburg, Passau und Berchtesgaden; damit fiel ihm für einige Monate die Rolle eines Leiters der Salzburger Regierungsgeschäfte und der Neuorganisation der obersten Stellen der drei Länder zu. <ref>Dazu und zum Folgenden ausführlich: Peter Putzer: Kursalzburg. Ein Beitrag zur territorialen Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte gegen Ende des alten Reiches. Jur. Habilitationsschrift (masch.). Salzburg 1969. Erwähnung ''von Crumpipens'' auf S. 135 (ff), 139, 195 bis 197. </ref> | | '''Heinrich Freiherr von Crumpipen''' (* [[1738]], † [[1811]] Stuttgart [Deutschland]) war ein belgisch-österreichischer Staatsmann und Diplomat; im Jahr 1803 war er Besitznahmskommissär des neuen Salzburger Landesherrn [[Ferdinand III.|Kurfürst Ferdinand]] für Salzburg, Passau und Berchtesgaden; damit fiel ihm für einige Monate die Rolle eines Leiters der Salzburger Regierungsgeschäfte und der Neuorganisation der obersten Stellen der drei Länder zu. <ref>Dazu und zum Folgenden ausführlich: Peter Putzer: Kursalzburg. Ein Beitrag zur territorialen Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte gegen Ende des alten Reiches. Jur. Habilitationsschrift (masch.). Salzburg 1969. Erwähnung ''von Crumpipens'' auf S. 135 (ff), 139, 195 bis 197. </ref> |
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| − | ==Crumpipen und die Organisierung des Salzburger Kurfürstentums== | + | ==Crumpipen und die Organisierung des Salzburger [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentums]]== |
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| | Bevor noch der Reichstag zu Regensburg die Säkularisation der geistlichen Reichsfürstentümer beschlossen hatte, hatten österreichische Truppen in Ferdinands Namen die diesem nach dem bevorstehenden Reichsdeputationshauptschluss zufallenden Entschädigungsländer Salzburg, Berchtesgaden, Passau und Eichstätt besetzt. | | Bevor noch der Reichstag zu Regensburg die Säkularisation der geistlichen Reichsfürstentümer beschlossen hatte, hatten österreichische Truppen in Ferdinands Namen die diesem nach dem bevorstehenden Reichsdeputationshauptschluss zufallenden Entschädigungsländer Salzburg, Berchtesgaden, Passau und Eichstätt besetzt. |
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| | Er bekleidete von 1769 bis 1787 das Amt des Staats- und Kriegsrates der österreichischen Niederlande, der auch dem Staatsrat des Generalstatthalters der österreichischen Niederlande angehörte. – In diesem Amt war er seinem Vater Henri de Crumpipen gefolgt. Auch sein Bruder Joseph Ambroise de Crumpipen gehörte als Kanzler von Brabant zu den führenden Staatsmännern der damaligen österreichischen Niederlande. <ref>http://bibliotheque.livrel.eu/belgique_autr/bel_aut_fr.pdf Hasquin, Hervé (Hrsg.): La Belgique autrichienne 1713-1794 , Les Pays-Bas méridionaux sous les Habsbourg d'Autriche. Bruxelles, Crédit Communal, 1987. S. 94, 100, 424 ua. </ref> | | Er bekleidete von 1769 bis 1787 das Amt des Staats- und Kriegsrates der österreichischen Niederlande, der auch dem Staatsrat des Generalstatthalters der österreichischen Niederlande angehörte. – In diesem Amt war er seinem Vater Henri de Crumpipen gefolgt. Auch sein Bruder Joseph Ambroise de Crumpipen gehörte als Kanzler von Brabant zu den führenden Staatsmännern der damaligen österreichischen Niederlande. <ref>http://bibliotheque.livrel.eu/belgique_autr/bel_aut_fr.pdf Hasquin, Hervé (Hrsg.): La Belgique autrichienne 1713-1794 , Les Pays-Bas méridionaux sous les Habsbourg d'Autriche. Bruxelles, Crédit Communal, 1987. S. 94, 100, 424 ua. </ref> |
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| − | Henri de Crumpipen war 1790 bis 1793 auch Präsident des geheimen Rates der österreichischen Niederlande. Wegen der unbedingten Treue, die er dem Herrscherhaus durch 36 Jahre in wichtigen Ämtern, insbesondere auch in dessen Konflikt mit den Ständen erwiesen hatte, bei der Bevölkerung recht verhasst und wurde schließlich, als Zeichen des herrscherlichen Entgegenkommens, abberufen.<ref>http://www.archive.org/stream/erzherzogcarlvo00zeisgoog/erzherzogcarlvo00zeisgoog_djvu.txt Heinrich Ritter von Zeissberg: Erzherzog Carl von Oesterreich. 1. Band, 1. Hälfte. Wilhelm Braumüller, Wien und Leipzig 1895. S. 35, 108.</ref> | + | Henri de Crumpipen war 1790 bis 1793 auch Präsident des geheimen Rates der österreichischen Niederlande. Wegen der unbedingten Treue, die er dem Herrscherhaus durch 36 Jahre in wichtigen Ämtern, insbesondere auch in dessen Konflikt mit den Ständen erwiesen hatte, war er bei der Bevölkerung verhasst und wurde schließlich, als Zeichen des herrscherlichen Entgegenkommens, aus diesem Amt abberufen.<ref>http://www.archive.org/stream/erzherzogcarlvo00zeisgoog/erzherzogcarlvo00zeisgoog_djvu.txt Heinrich Ritter von Zeissberg: Erzherzog Carl von Oesterreich. 1. Band, 1. Hälfte. Wilhelm Braumüller, Wien und Leipzig 1895. S. 35, 108.</ref> |
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| | Als im Jahr 1794 die österreichischen Niederlande vom revolutionären Frankreich überrannt wurden und für das Haus Habsburg endgültig verloren waren, ging Crumpipen außer Landes und fand sich schließlich in Wien wieder. Über die Anerkennung geleisteter treuer Dienste durch das Herrscherhaus sind bittere Worte aus seiner Feder erhalten.<ref>[http://books.google.at/books?id=U30MdDaYxwEC&pg=PA101&lpg=PA101&dq=%22de+Crumpipen%22 L'hospitalité au XVIIIe siècle Von Alain Montandon, Christian Cajus Lorenz Hirschfeld, Université de Clermont-Ferrand II. Centre de recherches sur les littératures modernes et contemporaines S. 101] </ref> | | Als im Jahr 1794 die österreichischen Niederlande vom revolutionären Frankreich überrannt wurden und für das Haus Habsburg endgültig verloren waren, ging Crumpipen außer Landes und fand sich schließlich in Wien wieder. Über die Anerkennung geleisteter treuer Dienste durch das Herrscherhaus sind bittere Worte aus seiner Feder erhalten.<ref>[http://books.google.at/books?id=U30MdDaYxwEC&pg=PA101&lpg=PA101&dq=%22de+Crumpipen%22 L'hospitalité au XVIIIe siècle Von Alain Montandon, Christian Cajus Lorenz Hirschfeld, Université de Clermont-Ferrand II. Centre de recherches sur les littératures modernes et contemporaines S. 101] </ref> |