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| | Die Fläche beträgt 7.156,03 km² (das sind 8,5 % der Fläche Österreichs) mit einer über 174 km langen Grenze zu benachbarten Staaten, die es zum allergrößten mit der Bundesrepublik Deutschland ([[Bayern]]) und zu einem kleinen Teil mit Italien ([[Südtirol]]) im [[Oberpinzgau]] teilt. Im Norden und Nordosten grenzt Salzburg an [[Oberösterreich]], im Osten an die [[Steiermark]], im Süden an [[Kärnten]] und [[Osttirol]] und im Westen an [[Nordtirol]]. | | Die Fläche beträgt 7.156,03 km² (das sind 8,5 % der Fläche Österreichs) mit einer über 174 km langen Grenze zu benachbarten Staaten, die es zum allergrößten mit der Bundesrepublik Deutschland ([[Bayern]]) und zu einem kleinen Teil mit Italien ([[Südtirol]]) im [[Oberpinzgau]] teilt. Im Norden und Nordosten grenzt Salzburg an [[Oberösterreich]], im Osten an die [[Steiermark]], im Süden an [[Kärnten]] und [[Osttirol]] und im Westen an [[Nordtirol]]. |
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| − | Im Bundesland leben (Anfang 2009) 530.359 Einwohner (das sind 6,3 % der österreichischen Bevölkerung), was einer Bevölkerungsdichte von 72 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. | + | Im Bundesland leben (Anfang 2009) 530.359 Einwohner (das sind 6,3 % der österreichischen Bevölkerung), was einer Bevölkerungsdichte von 72 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. In der [[Salzburg|Landeshauptstadt Salzburg]] leben (Anfang 2009) 149.108 Einwohner; sie ist damit die viertgrößte Stadt Österreichs. |
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| − | In der [[Salzburg|Landeshauptstadt Salzburg]] leben (Anfang 2009) 149.108 Einwohner; sie ist damit die viertgrößte Stadt Österreichs. | + | Anthropogeografisch<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Humangeographie Wikipedia Deutschland Humangeographie]</ref> besteht das Bundesland Salzburg aus mehreren Einheiten. Diese werden ihrerseits durch Flussengen (z. B. [[Pass Lueg]]/[[Salzachöfen]]) oder Gebirge getrennt, diese Einheiten wiederum finden ihren Grenzen in flachen Talwasserscheiden (zum Bespiel nördlich von [[Zell am See]]). |
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| | + | ==Geologie== |
| | + | Bei der Gliederung des Landes lässt sich ein deutlicher Gegensatz zwischen dem größeren geologischen Teil, dem alpinen und dem kleineren, dem [[Alpenvorland]] feststellen. Das Alpenvorland lässt sich einfach als ''Moränenlandschaft''<ref> das von [[Gletscher]]n transportierte Material, Näheres siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Mor%C3%A4ne Wikipedia Deutschland Moräne]</ref> beschreiben. Es besteht im Norden aus der [[Flyschzone]] und gegen Süden aus den [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]]. |
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| | + | Innerhalb der Nördlichen Kalkalpen werden in Salzburg zwischen den [[Salzburger Kalkalpen]] und den [[Kalkhochalpen]] unterschieden. Das [[Fritztal]] im Osten, der [[Dientner Sattel]] und das [[Glemmtal]] bilden dann die nördliche Grenze der [[Grauwackenzone]], auch ''Schieferzone'' oder ''Salzburger Grasberge'' genannt. Südlich dieser geologischen Zone grenzt das [[Salzachtal]] die Grauwackenzone von den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] ab. Die Hohen Tauern, Teil der [[Ostalpen]] verlaufen nach Südosten bis zum [[Katschberg]], im Nordosten bis zum [[Murtörl]], wo die [[Niedere Tauern|Niederen Tauern]] beginnen. Östlich des Katschberges liegt das [[Lungauer Nockgebiet]], Teil der [[Gurktaler Alpen]]. |
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| | + | Während im nördlichen Alpenvorland Moränenböden vorherrschen (Braunerden, Hochmoore), ändert sich der Boden in den nördlichen Kalkalpen zu Kalkschwarzerde (Rendzina) an steilen Hängen und Kalksteinbraunerde in Mulden und flacherem Gelände. In Hochlagen auf Plateaus der Kalkhochalpen findet man hochalpine Kalkschuttfluren. |
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| | + | Die Grauwackenzone und die [[Zentralalpen]] werden von brauen podsoligen Böden und Podsolen<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Podsol Wikipedia Deutschland Podsol]</ref> beherrscht. |
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| | + | Im Salzachtal ab [[Golling]] ins [[Salzburger Becken]] finden sich Kalkschotterfluren. Entlang der [[Saalach]] und [[Salzach]] in ihren Unterläufen begleiten Alluvialflächen<ref>Geologischer Fachbegriff für "angeschwemmt" und bezieht sich sehr oft auf angeschwemmtes Land</ref>. Im oberen Salzachtal, der [[Zeller Furche]] und im [[Radstädter Becken]] herrschen Wiesenmoore und Schilfböden vor. |
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| | + | == Geschichte == |
| | + | : ''Hauptartikel: [[Geschichte des Landes]]'' |
| | + | [[Bild:Stift_nonnberg_1.jpg|thumb|300px|Das [[Stift Nonnberg]]]]Die Geschichte der Besiedlung Salzburgs reicht bis in die vorgeschichtliche Zeit. Von den [[Kelten]] stammt der älteste Name der Stadt: [[Iuvavum]]. Unter den Römern war Iuvavum ein Verwaltungsbezirk innerhalb der Provinz 'Noricum'. Seit dem [[6. Jahrhundert]] gehörte das Gebiet des Landes Salzburg, noch ohne den [[Lungau]], zum Herzogtum Baiern. Die Gründung des [[Erzstift St. Peter|Erzstifts St. Peter]] [[696]] und des [[Stift Nonnberg|Benediktiner Frauenklosters auf dem Nonnberg]] [[713]] bildete für den [[Rupert von Worms|hl. Rupert]], den Landespatron von Salzburg, die Grundlage für ein Bistum ([[739]]), das [[798]] zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] erhoben wurde. Dieses umfasste nahezu den gesamten altbayerischen Raum (Teile links der [[Salzach]]), auch als "[[Rupertiwinkl]]" bezeichnet, sowie das [[Innviertel]]). |
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| | + | Erzbischof [[Eberhard II. von Regensburg]], einem entschiedenen Parteigänger der Staufer, gelang es [[1200]] bis [[1246]], aus Grafschaften, Gerichtsbezirken und Vogteien ein geschlossenes erzbischöfliches Herrschaftsgebiet aufzubauen. Mit der Anerkennung der Grenzen durch den Bayernherzog im Jahre [[1275]] begann die letzte Phase der Ablösung Salzburgs vom Herzogtum Baiern. [[1328]] wurde Salzburg durch die Erlassung einer eigenen Landesordnung zum weitgehend selbständigen Staat innerhalb des "Heiligen Römischen Reiches". |
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| | + | Das Fürsterzbistum erhielt auch eine große strategische Bedeutung als "Staat" zwischen Bayern und den Habsburgischen Landen. Der geschickten Diplomatie vieler [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe]] ist es zu verdanken, dass Salzburg im Laufe der Jahrhunderte kaum von Kriegen oder Plünderungen heimgesucht wurde. Auch zählten etliche Fürsterzbischöfe zu engen Beratern deutscher Kaiser. |
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| | + | Den Reichtum des Fürsterzbistum bildeten vor allem zwei Rohstoffe im Land: das [[Salzbergbau|Salz]] und der damit zusammenhängende [[Salzachschifffahrt|Salzhandel]], sowie der [[Goldbergbau|Goldabbau]] im [[Gasteiner Tal]] und im Zillertal, das bis [[1803]] zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] Salzburg gehörte. Die Abbaumengen waren damals die größten in ganz Mitteleuropa. |
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| | + | [[1462]] und [[1525]]/[[1526|26]] kam es zu [[Vor und nach den Bauernkriegen (Überblick)|Bauernaufständen]]. In diese Zeit fällt auch die Legendenbildung vom "[[Salzburger Stierwascher]]". |
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| | + | Unter Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] erlebte Salzburg eines seiner dunkelsten geschichtlichen Kapitel: [[1731]]/[[1732|32]] die Landesverweisung von rund 20.000 Protestanten ("[[Protestantenvertreibung|Salzburger Exulanten]]"). |
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| | + | [[1803]] kam das Fürstentum als säkularisiertes Kurfürstentum an den Großherzog [[Ferdinand III.]] von Toskana, [[1805]] (der in der [[Alte Residenz|alten Residenz]] einen Flügel für einige Jahre bewohnte, heute Teil der [[Universität Salzburg]] - der [[Toskanatrakt]]) mit Berchtesgaden zu Österreich. [[1810]] wurde Salzburg Bayern zugesprochen und schließlich [[1816]] (nach dem Wiener Kongress) wurde es ohne [[Berchtesgaden]] und den [[Rupertiwinkl]] endgültig Teil von Österreich, [[1849]] wurde es [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|kaiserliches Kronland]], [[1920]] nach der Neugestaltung von Österreich zu einem Bundesland. |
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| | + | Das kirchliche [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] selbst wurde [[1807]] auf das Gebiet des Landes Salzburg und das östliche Nordtirol beschränkt und in diesem Umfang [[1818]] und [[1825]] neu organisiert. |
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| | == Verwaltungsgliederung == | | == Verwaltungsgliederung == |
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| | * [[Zell am See]], 9.967 EW (Stand 31. Dez. 2005) | | * [[Zell am See]], 9.967 EW (Stand 31. Dez. 2005) |
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| − | == Geschichte ==
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| − | : ''Hauptartikel: [[Geschichte des Landes]]''
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| − | [[Bild:Stift_nonnberg_1.jpg|thumb|300px|Das [[Stift Nonnberg]]]]Die Geschichte der Besiedlung Salzburgs reicht bis in die vorgeschichtliche Zeit. Von den [[Kelten]] stammt der älteste Name der Stadt: [[Iuvavum]]. Unter den Römern war Iuvavum ein Verwaltungsbezirk innerhalb der Provinz 'Noricum'. Seit dem [[6. Jahrhundert]] gehörte das Gebiet des Landes Salzburg, noch ohne den [[Lungau]], zum Herzogtum Baiern. Die Gründung des [[Erzstift St. Peter|Erzstifts St. Peter]] [[696]] und des [[Stift Nonnberg|Benediktiner Frauenklosters auf dem Nonnberg]] [[713]] bildete für den [[Rupert von Worms|hl. Rupert]], den Landespatron von Salzburg, die Grundlage für ein Bistum ([[739]]), das [[798]] zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] erhoben wurde. Dieses umfasste nahezu den gesamten altbayerischen Raum (Teile links der [[Salzach]]), auch als "[[Rupertiwinkl]]" bezeichnet, sowie das [[Innviertel]]).
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| − | Erzbischof [[Eberhard II. von Regensburg]], einem entschiedenen Parteigänger der Staufer, gelang es [[1200]] bis [[1246]], aus Grafschaften, Gerichtsbezirken und Vogteien ein geschlossenes erzbischöfliches Herrschaftsgebiet aufzubauen. Mit der Anerkennung der Grenzen durch den Bayernherzog im Jahre [[1275]] begann die letzte Phase der Ablösung Salzburgs vom Herzogtum Baiern. [[1328]] wurde Salzburg durch die Erlassung einer eigenen Landesordnung zum weitgehend selbständigen Staat innerhalb des "Heiligen Römischen Reiches".
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| − | Das Fürsterzbistum erhielt auch eine große strategische Bedeutung als "Staat" zwischen Bayern und den Habsburgischen Landen. Der geschickten Diplomatie vieler [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe]] ist es zu verdanken, dass Salzburg im Laufe der Jahrhunderte kaum von Kriegen oder Plünderungen heimgesucht wurde. Auch zählten etliche Fürsterzbischöfe zu engen Beratern deutscher Kaiser.
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| − | Den Reichtum des Fürsterzbistum bildeten vor allem zwei Rohstoffe im Land: das [[Salzbergbau|Salz]] und der damit zusammenhängende [[Salzachschifffahrt|Salzhandel]], sowie der [[Goldbergbau|Goldabbau]] im [[Gasteiner Tal]] und im Zillertal, das bis [[1803]] zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] Salzburg gehörte. Die Abbaumengen waren damals die größten in ganz Mitteleuropa.
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| − | [[1462]] und [[1525]]/[[1526|26]] kam es zu [[Vor und nach den Bauernkriegen (Überblick)|Bauernaufständen]]. In diese Zeit fällt auch die Legendenbildung vom "[[Salzburger Stierwascher]]".
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| − | Unter Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] erlebte Salzburg eines seiner dunkelsten geschichtlichen Kapitel: [[1731]]/[[1732|32]] die Landesverweisung von rund 20.000 Protestanten ("[[Protestantenvertreibung|Salzburger Exulanten]]").
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| − | [[1803]] kam das Fürstentum als säkularisiertes Kurfürstentum an den Großherzog [[Ferdinand III.]] von Toskana, [[1805]] (der in der [[Alte Residenz|alten Residenz]] einen Flügel für einige Jahre bewohnte, heute Teil der [[Universität Salzburg]] - der [[Toskanatrakt]]) mit Berchtesgaden zu Österreich. [[1810]] wurde Salzburg Bayern zugesprochen und schließlich [[1816]] (nach dem Wiener Kongress) wurde es ohne [[Berchtesgaden]] und den [[Rupertiwinkl]] endgültig Teil von Österreich, [[1849]] wurde es [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|kaiserliches Kronland]], [[1920]] nach der Neugestaltung von Österreich zu einem Bundesland.
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| − | Das kirchliche [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] selbst wurde [[1807]] auf das Gebiet des Landes Salzburg und das östliche Nordtirol beschränkt und in diesem Umfang [[1818]] und [[1825]] neu organisiert.
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| | == Politik == | | == Politik == |
| | [[Bild:Gabi_burgstaller.jpg|thumb|200px|Gabriele Burgstaller im [[Oktober]] [[2006]]]]Die Politik im [[Salzburg (Bundesland)|Salzburger]] Land wurde nach Kriegsende lange von der [[Österreichische Volkspartei|ÖVP]] dominiert, die von [[1945]] bis [[2004]] alle [[Landeshauptmann|Salzburger Landeshauptleute]] stellte. Erst bei den Wahlen zum [[Salzburger Landtag]] am [[7. März]] [[2004]] gelang es der Spitzenkandidatin der [[Sozialdemokratische Partei Österreichs|SPÖ]] [[Gabi Burgstaller]], eine Mehrheit für sich zu erreichen und damit eine Abwahl von [[Franz Schausberger]]. Fr. Burgstaller ist seit [[2004]] Landeshauptfrau von Salzburg. | | [[Bild:Gabi_burgstaller.jpg|thumb|200px|Gabriele Burgstaller im [[Oktober]] [[2006]]]]Die Politik im [[Salzburg (Bundesland)|Salzburger]] Land wurde nach Kriegsende lange von der [[Österreichische Volkspartei|ÖVP]] dominiert, die von [[1945]] bis [[2004]] alle [[Landeshauptmann|Salzburger Landeshauptleute]] stellte. Erst bei den Wahlen zum [[Salzburger Landtag]] am [[7. März]] [[2004]] gelang es der Spitzenkandidatin der [[Sozialdemokratische Partei Österreichs|SPÖ]] [[Gabi Burgstaller]], eine Mehrheit für sich zu erreichen und damit eine Abwahl von [[Franz Schausberger]]. Fr. Burgstaller ist seit [[2004]] Landeshauptfrau von Salzburg. |
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| | * [[Friedrich Welz]], Kunsthändler und Verleger | | * [[Friedrich Welz]], Kunsthändler und Verleger |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
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| | * [[Josef Brettenthaler]] '''Salzburg Synchronik''', Verlag Alfred Winter, Salzburg 2005 | | * [[Josef Brettenthaler]] '''Salzburg Synchronik''', Verlag Alfred Winter, Salzburg 2005 |
| | * [http://de.wikipedia.org/wiki/Salzburg_%28Bundesland%29 Bundesland Salzburg] in der deutschsprachigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite wikipedia] | | * [http://de.wikipedia.org/wiki/Salzburg_%28Bundesland%29 Bundesland Salzburg] in der deutschsprachigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite wikipedia] |
| | + | * ''Salzburg und seine Landschaften'', Erich Seefeldner, 1961, [[Verlag "Das Bergland-Buch"]] |
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