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| − | '''Karoline Auguste von Bayern''' (auch: Karolina Augusta) (* [[8. Februar]] [[1792]] in Mannheim, Deutschland, † [[9. Februar]] [[1873]] in Salzburg) war eine geborene Prinzessin von Pfalz-Birkenfeld. Sie heiratete in zweiter Ehe den österreichischen Kaiser Franz I. | + | '''Karoline Auguste von Bayern''' (auch: Karolina Augusta) (* [[8. Februar]] [[1792]] in Mannheim, Deutschland, † [[9. Februar]] [[1873]] in Salzburg) war eine geborene Prinzessin von Pfalz-Birkenfeld. Sie heiratete in zweiter Ehe den österreichischen [[Kaiser Franz II./I.]]. |
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| | ==Familie== | | ==Familie== |
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| | Die erste Ehe war eine Zwangsehe. Und zwar mit dem evangelischen Kronprinzen Wilhelm von Württemburg musste die damals erst 16-jährige Karolina Augusta auf Wunsch des noch regierenden französischen Kaisers Napoléon am [[8. April]] [[1808]] schließen. Aber nach dem Ende der Herrschaft von Napoleon wurde diese Ehe, die nie vollzogen wurde, im August [[1814]] zunächst von König Friedrich für ungültig erklärt, zwei Jahre später, am [[12. Jänner]] [[1816]] offiziell von Papst Pius VII. aufgelöst. | | Die erste Ehe war eine Zwangsehe. Und zwar mit dem evangelischen Kronprinzen Wilhelm von Württemburg musste die damals erst 16-jährige Karolina Augusta auf Wunsch des noch regierenden französischen Kaisers Napoléon am [[8. April]] [[1808]] schließen. Aber nach dem Ende der Herrschaft von Napoleon wurde diese Ehe, die nie vollzogen wurde, im August [[1814]] zunächst von König Friedrich für ungültig erklärt, zwei Jahre später, am [[12. Jänner]] [[1816]] offiziell von Papst Pius VII. aufgelöst. |
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| − | ====Zweite Ehe mit Kaiser Franz I. von Österreich==== | + | ====Zweite Ehe mit Kaiser Franz II./I. von Österreich==== |
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| − | Infolge der päpstlichen Annullierung konnte Karoline den bereits dreimal verwitweten und doppelt so alten Kaiser Franz I. von Österreich heiraten. Die Trauung fand am 29. Oktober 1816 in der Hofkapelle der Münchener Residenz ''per procurationem'' statt – der Bräutigam wurde durch ihren Bruder [[Ludwig I. von Bayern|Ludwig]] vertreten. Sodann reiste Karoline nach Schönbrunn, wo sie von ihrem Gatten und der gesamten Familie willkommen geheißen wurde. Am [[10. November]] [[1816]] fand in Wien die Hochzeit mit dem Kaiser statt. Dem Neubeginn ein Zeichen setzend nannte sich die Kaiserin von nun an ''Karolina Augusta''. Nur innerhalb ihrer bayerischen Familie behielt sie den Namen Charlotte bei. | + | Infolge der päpstlichen Annullierung konnte Karoline den bereits dreimal verwitweten und doppelt so alten Kaiser Franz II./I. von Österreich heiraten. Die Trauung fand am 29. Oktober 1816 in der Hofkapelle der Münchener Residenz ''per procurationem'' statt – der Bräutigam wurde durch ihren Bruder [[Ludwig I. von Bayern|Ludwig]] vertreten. Sodann reiste Karoline nach Schönbrunn, wo sie von ihrem Gatten und der gesamten Familie willkommen geheißen wurde. Am [[10. November]] [[1816]] fand in Wien die Hochzeit mit dem Kaiser statt. Dem Neubeginn ein Zeichen setzend nannte sich die Kaiserin von nun an ''Karolina Augusta''. Nur innerhalb ihrer bayerischen Familie behielt sie den Namen Charlotte bei. |
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| | Die glückliche Ehe blieb kinderlos. Liebevoll nannte der sonst sehr zurückhaltende und nicht sehr gesprächige Kaiser seine Gattin "liebes Weib", "häusliche Perle" oder "Engel des Hauses". Auch Karolina liebte ihren Mann, der von schwächlicher Gesundheit war und oft erkrankte. Dabei ging sie ganz in der Pflege für ihn auf. So schrieb die Kaiserin im Jahr [[1821]] an den älteren Bruder, Kronprinz Ludwig von Bayern: "''Mein Kaiser lebt für seine Völker; ich für ihn; so ist unser Verhältnis, so wird es bleiben. Er freut sich meiner Liebe und Hingebung; ich bin selig, wenn ich bemerke, daß er sich dadurch glücklich fühlt, und ich bemerke es oft''"<ref>Zitat n. Rath 1993, S. 28</ref>. | | Die glückliche Ehe blieb kinderlos. Liebevoll nannte der sonst sehr zurückhaltende und nicht sehr gesprächige Kaiser seine Gattin "liebes Weib", "häusliche Perle" oder "Engel des Hauses". Auch Karolina liebte ihren Mann, der von schwächlicher Gesundheit war und oft erkrankte. Dabei ging sie ganz in der Pflege für ihn auf. So schrieb die Kaiserin im Jahr [[1821]] an den älteren Bruder, Kronprinz Ludwig von Bayern: "''Mein Kaiser lebt für seine Völker; ich für ihn; so ist unser Verhältnis, so wird es bleiben. Er freut sich meiner Liebe und Hingebung; ich bin selig, wenn ich bemerke, daß er sich dadurch glücklich fühlt, und ich bemerke es oft''"<ref>Zitat n. Rath 1993, S. 28</ref>. |
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| | * Dederichs, C.: Von der Bewahranstalt zum Kindergarten. Ein Beitrag zur Geschichte des Kindergartenwesens im Lande Salzburg, Salzburg 1962, 31 ff.; | | * Dederichs, C.: Von der Bewahranstalt zum Kindergarten. Ein Beitrag zur Geschichte des Kindergartenwesens im Lande Salzburg, Salzburg 1962, 31 ff.; |
| | * [[Friederike Zaisberger|Zaisberger, F.]]: Kaiserin Caroline Auguste und Salzburg, in: Salzburger Museumsblätter, 46 1985, 26 ff.; | | * [[Friederike Zaisberger|Zaisberger, F.]]: Kaiserin Caroline Auguste und Salzburg, in: Salzburger Museumsblätter, 46 1985, 26 ff.; |
| − | * Hauser, S. E.: Charlotte (Caroline) Auguste von Pfalz-Birkenfeld-Zweibrücken, königliche Prinzessin von Bayern. Herkunft und Jugend der vierten Gemahlin Kaiser Franz I. von Österreich. Studien zu ihrer Biographie, Wien 1988 (unveröffentl. Diplomarbeit); | + | * Hauser, S. E.: Charlotte (Caroline) Auguste von Pfalz-Birkenfeld-Zweibrücken, königliche Prinzessin von Bayern. Herkunft und Jugend der vierten Gemahlin Kaiser Franz II./I. von Österreich. Studien zu ihrer Biographie, Wien 1988 (unveröffentl. Diplomarbeit); |
| | * Rath, E.: Kaiserin Caroline Augustas Wirken in Salzburg. Ein Beitrag zur Sozialgeschichte Salzburgs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Salzburg 1988 (Diss.); | | * Rath, E.: Kaiserin Caroline Augustas Wirken in Salzburg. Ein Beitrag zur Sozialgeschichte Salzburgs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Salzburg 1988 (Diss.); |
| | * Hamann, B. (Hrsg.): Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon, Wien 1988, 231; | | * Hamann, B. (Hrsg.): Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon, Wien 1988, 231; |
| − | * Hauser, S. E.: Caroline Auguste von Bayern, die vierte Gemahlin Kaiser Franz I. von Österreich, Wien 1991 (Diss.); | + | * Hauser, S. E.: Caroline Auguste von Bayern, die vierte Gemahlin Kaiser Franz II./I. von Österreich, Wien 1991 (Diss.); |
| | * Rath, E.: Caroline Auguste (1792-1872). Kaiserliche Wohltäterin in Salzburg, in: Salzburger Museum Carolino Augusteum (Hrsg.): Caroline Auguste (1792-1873). Namenträgerin des Salzburger Museums. Kaiserliche Wohltäterin in Salzburg, Salzburg 1993, 15 ff.; | | * Rath, E.: Caroline Auguste (1792-1872). Kaiserliche Wohltäterin in Salzburg, in: Salzburger Museum Carolino Augusteum (Hrsg.): Caroline Auguste (1792-1873). Namenträgerin des Salzburger Museums. Kaiserliche Wohltäterin in Salzburg, Salzburg 1993, 15 ff.; |
| | * Elias, O.-H.: Charlotte Auguste (Caroline), in: Lorenz, S./Mertens, D./Press, V. (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon, Stuttgart/Berlin/Köln 1997, 306 ff.; | | * Elias, O.-H.: Charlotte Auguste (Caroline), in: Lorenz, S./Mertens, D./Press, V. (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon, Stuttgart/Berlin/Köln 1997, 306 ff.; |