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| − | '''Josef Klaus''' (* [[15. August]] [[1910]] in Mauthen, [[Kärnten]]; † [[25. Juli]] [[2001]] in Wien) war Jurist, Rechtsanwalt, [[ÖVP]]-Politiker, Vizebürgermeister von [[Hallein]], [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]]er [[Landeshauptmann]] und österreichischer Bundeskanzler. | + | '''Josef Klaus''' (* [[15. August]] [[1910]] in Mauthen, [[Kärnten]]; † [[25. Juli]] [[2001]] in Wien) war Rechtsanwalt, [[ÖVP]]-Politiker, Vizebürgermeister von [[Hallein]], [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]]er [[Landeshauptmann]] und österreichischer Bundeskanzler. |
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| | == Leben == | | == Leben == |
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| − | Josef Klaus wurde am [[15. August]] des Jahres [[1910]] in Mauthen in [[Kärnten|Oberkärnten]] geboren. Sein Vater war dort Bäckermeister, seine Mutter, die vier Kinder alleine aufgezogen hatte, lehrte Klaus die Liebe zu Büchern und zur Natur. | + | Josef Klaus wurde am [[15. August]] [[1910]] in Mauthen in [[Kärnten|Oberkärnten]] geboren. Sein Vater war dort Bäckermeister. Seine Mutter musste nachdem der Vater 1914 bis 1920 im Krieg und in Gefangenschaft war und zwei Jahre später starb – vier Kinder – alleine aufziehen. Sie lehrte Klaus die Liebe zu Büchern und zur Natur. |
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| − | Nach dem Besuch des Gymnasiums in Klagenfurt studierte Klaus in Wien Jus. Nach der Promotion wurde er Sekretär von Josef Staud, dem damaligen Vorsitzenden der ständestaatlichen Einheitsgewerkschaft. Klaus wechselte dann in die ebenfalls gleichgeschaltete Arbeiterkammer. | + | Nach dem Besuch des Gymnasiums in Klagenfurt studierte Klaus in Wien Jus. Nach der Promotion wurde er Sekretär von Josef Staud, dem damaligen Vorsitzenden der ständestaatlichen Einheitsgewerkschaft. Klaus wechselte dann in die (ebenfalls durch ständestaatliche Regime gleichgeschaltete) Arbeiterkammer. |
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| − | Nach dem Krieg, in dem Klaus als Soldat aktiv in Kanzleien arbeitete und gegen Schluss des Krieges jedoch als kämpfender Soldat in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten war, eröffnete er seine eigene Rechtsanwaltskanzlei.
| + | Seiner im Jahr [[1936]] geschlossenen Ehe mit der Halleiner Kaufmannstochter Erna geb. Seywald entsprossen insgesamt fünf Kinder. |
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| | + | Im Krieg war Klaus als Soldat im Kanzleidienst eingesetzt, gegen Ende des Krieges geriet er jedoch als kämpfender Soldat in amerikanische Kriegsgefangenschaft. |
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| | + | Nach seiner Freilassung trat er noch 1945 in eine Salzburger Rechtsanwaltskanzlei ein und eröffnete 1948 seine eigene Rechtsanwaltskanzlei. |
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| | ==Politische Laufbahn== | | ==Politische Laufbahn== |
| | ===Vizebürgermeister von Hallein=== | | ===Vizebürgermeister von Hallein=== |
| − | Im Jahre [[1949]] wurde Klaus Vizebürgermeister von [[Hallein]], wo seine Ehefrau, die er im Jahre [[1936]] geheiratet hatte, beheimatet war.
| + | 1948 wurde Josef Klaus Bezirksobmann der [[ÖVP]] im [[Tennengau]]. |
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| | + | Nach den für die ÖVP erfolgreichen Gemeinderatswahlen vom 30. Oktober 1949 wurde er Vizebürgermeister von [[Hallein]] – dies aber nur für weniger als einen Monat: |
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| | ===Landeshauptmann von Salzburg=== | | ===Landeshauptmann von Salzburg=== |
| − | Noch im selben Jahr, und zwar am [[1. Dezember]], wurde er im Alter von 39 Jahren zum [[Landeshauptmann]] von Salzburg gewählt (kaum vorhergesehen, zumal er nicht der Spitzenkandidat der Landtagswahlen gewesen war).
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| − | Josef Klaus setzte in Salzburg gegen große Widerstände durch, dass nicht nur die vielen nach dem Krieg in Baracken lebenden Menschen in richtige Wohnungen übersiedeln konnten, sondern zugleich auch ein Festspielhaus als Investition in die Hochkultur gebaut wurde. | + | Am 9. Oktober 1949 hatte die ÖVP bei Nationalrats- und Landtagswahlen die absolute Mandatsmehrheit verloren, sodass „neue Männer“ gesucht wurden. Der Salzburger Wirtschaftsbund-Obmann [[Michael Haslinger]] empfahl den noch weitgehend unbekannten Klaus, den er als tüchtigen Anwalt in einem Zivilrechtsprozeß kennengelernt und der in Hallein einen erfolgreichen Wahlkampf geführt hatte. |
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| | + | Am [[1. Dezember]] [[1949]] wurde Klaus im Alter von 39 Jahren zum [[Landeshauptmann]] von Salzburg gewählt. |
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| | + | ====Amtsantritt==== |
| | + | In seiner Antrittsrede beleuchtete Klaus das skeptische Verhältnis seiner Generation zur Politik nach den zurückliegenden Umbrüchen und Enttäuschungen und skizzierte die Grundsätze seiner künftigen Regierungspolitik. |
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| | + | * Als große Aufgaben nannte er an erster Stelle die Verwaltungsreform. |
| | + | * Er gab ein Bekenntnis zur Objektivität bei der Postenbesetzung im öffentlichen Dienst ab: Bei der Besetzung von Dienstposten sollten künftig nur Dienstalter, Dienstbeschreibung, fachliche und charakterliche Eignung entscheiden, die Nichtzugehörigkeit zu einer Partei dürfe keinen Hinderungsgrund bilden. Dies relativierte er allerdings wie folgt: Als „Realisten und Demokraten“ würde man allerdings jeder politischen Gruppe zugestehen, „subsidiär ihre Wählerzahl geltend zu machen, wenn sie einen fachlich geeigneten Bewerber vorzuschlagen vermag“. |
| | + | * In der gegenseitigen Aneiferung und Erziehung zu Sparsamkeit, Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit sehe er die nächstliegende und wahrhaft nationale Aufgabe in Österreich und im Land Salzburg. |
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| | + | In der Geschäftseinteilung der [[Salzburger Landesregierung|Landesregierung]] sicherte sich Klaus insbesondere das Ressort eines Finanzreferenten. |
| | + | ====Leistungen==== |
| | + | Josef Klaus setzte in Salzburg gegen große Widerstände durch, dass nicht nur die vielen nach dem Krieg in Baracken lebenden Menschen in richtige Wohnungen übersiedeln konnten, sondern zugleich auch das [[Großes Festspielhaus|Große Festspielhaus]] als Investition in die Hochkultur gebaut wurde. |
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| | + | Klaus’ Amtszeit war begleitet von einem Aufschwung in allen Zweigen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens. |
| | + | * Besonders förderte Klaus den Fremdenverkehr und den Bau und Ausbau von Fremdenverkehrseinrichtungen: |
| | + | ** Errichtung von Seilbahnen auf den Stubnerkogel, auf das Zwölferhorn, zur Eisriesenwelt, in Saalbach, Zell am See; |
| | + | ** Ausbau der Großglocknerstraße, des Flughafens, des Autobusverkehrs, der Gerlosstraße |
| | + | ** Bau des neuen Festspielhauses |
| | + | ** Schaffung des Fremdenverkehrsförderungsfondsgesetzes |
| | + | * Weitere Infrastrukturmaßnahmen betrafen die Elektrizitätsversorgung: |
| | + | ** Ausbau der Salzachstufe mit dem Kraftwerk Schwarzach, Neu- bzw. Ausbau des Murfallwerkes, des Rotgüldensee- und des Bärenwerkes, |
| | + | ** Bau der Umspannwerke Hagenau, Angertal, Mauterndorf, |
| | + | ** Ausbau des Leitungsnetzes für die Stromversorgung, zB die Elektrifizierung des Tauernpasses. |
| | + | * Auf dem Gebiet des Straßenbaus: |
| | + | ** Ausbau der Autobahn bis zur Landesgrenze, |
| | + | * Bundesstraßen in Gastein, Mittelpinzgau, Höllbichl, im Salzkammergut, |
| | + | ** eine Reihe von Landesstraßen. |
| | + | * Gründung oder Erhaltung industriellet oder gewerblicher Betriebe: |
| | + | ** Erhaltung der Saline Hallein, |
| | + | ** Förderung des Ausbaus der Mitterberger Glashütte |
| | + | ** Schaffung des Kleingewerbekredites |
| | + | * Auf dem Hochbausektor: |
| | + | ** Errichtung des Amtsgebäudes Hallein, des Invalidenamts und des Gesundheitsamts |
| | + | ** Wiederaufbau des Salzburger Domes |
| | + | * Ausbau des Salzburger Schulwesens: |
| | + | ** Errichtung zahlreicher Schulen, zB Errichtung und Ausbau der Hotelfachschule Kleßheim |
| | + | ** Einführung des neuen Schultyps des Werkschulheimes Felbertal |
| | + | ** Schaffung des Pädagogischen Instituts und der Grundlagen für die Wiedererrichtung der [[Universität Salzburg]] |
| | + | ** Errichtung von 7.000 neuen Wohnungen aufgrund des 1950 im [[Salzburger Landtag]] beschlossene Wohnbauförderungsfondsgesetzes. |
| | + | ** Ausbau der Neubausiedlung [[Taxham]] in der Stadt Salzburg mit (nach Fertigstellung 1500 bis 1600 Wohnungen. |
| | + | * Ausbau der Landesanstalten, wie Spitäler, Heilstätten, Jugend- und Altersheime. |
| | + | * Förderung der Errichtung und Ausbau kultureller Institutionen wie Akademie [[Mozarteum]], [[Haus der Natur]], Residenzgalerie. |
| | + | * Schutz der Natur, zum Beispiel der Krimmler Wasserfalle. |
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| | + | Im Dienste dieser Aufbaupolitik standen auch etliche landesgesetzliche Maßnahmen, wie zB |
| | + | *das Wohnbauförderungsfondsgesetz (LGBI. 29/1950) und das Wohnungsanforderungsgesetz (LGBI. 59/1950) |
| | + | * das Bautenbegünstigungsgesetz 1953 (Gesetz über die zeitweilige Begünstigung von der Grundsteuer für Neu-, Um- und Einbauten, [[Salzburger Landesgesetzblatt|LGBl]]. Nr. 5/1953) und das Salzburger Bauerleichterungsgesetz 1959 ([[Salzburger Landesgesetzblatt|LGBl]]. Nr. 100/1959) |
| | + | das Salzburger Raumordnungsgesetz, [[Salzburger Landesgesetzblatt|LGBl]]. Nr. 19/1956) – das erste Raumordnungsgesetz eines östereichischen Bundeslandes |
| | + | die Salzburger Landesbauordnung ([[Salzburger Landesgesetzblatt|LGBl]]. Nr. 42/1952) |
| | + | * das Salzburger Naturschutzgesetz ([[Salzburger Landesgesetzblatt|LGBl]]. Nr. 45/1957 und 86/1977) |
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| | ===Finanzminister und Bundeskanzler=== | | ===Finanzminister und Bundeskanzler=== |
| | [[1961]] holte Bundeskanzler Alfons Gorbach den als Reformer geltenden Landeshauptmann als Finanzminister in sein Regierungsteam. Klaus setzte eine harte Sparpolitik bei allen Bundesausgaben um. Sein Motto, welches er im Laufe der Zeiten oft zitierte, war: ''"Man kann nur ausgeben, was man einnimmt."'' | | [[1961]] holte Bundeskanzler Alfons Gorbach den als Reformer geltenden Landeshauptmann als Finanzminister in sein Regierungsteam. Klaus setzte eine harte Sparpolitik bei allen Bundesausgaben um. Sein Motto, welches er im Laufe der Zeiten oft zitierte, war: ''"Man kann nur ausgeben, was man einnimmt."'' |
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| | == Privates == | | == Privates == |
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| − | Im Jahre [[1936]] heiratete Josef Klaus seine Ehegattin Erna aus Hallein. Klaus war die gesamten sechs Kriegsjahre von [[1939]] bis [[1945]] als Soldat tätig, allerdings als Akademiker in Kanzleien und nicht als kämpfender Soldat. Erst unmittelbar vor Kriegsende musste Klaus in den Kampf und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
| + | Klaus war die gesamten sechs Kriegsjahre von [[1939]] bis [[1945]] als Soldat tätig, allerdings als Akademiker in Kanzleien und nicht als kämpfender Soldat. Erst unmittelbar vor Kriegsende musste Klaus in den Kampf und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. |
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| − | Josef Klaus lebte nach seiner Hochzeit in [[Hallein]]-[[Taxach]] in der so genannten ''Klaus Villa''. Diese bewohnte er während seiner Zeit als Halleiner Vizebürgermeister und Salzburger Landeshauptmann. Später, als er in die Bundespolitik einstieg, wechselte er seinen Wohnsitz in die Bundeshauptstadt Wien. | + | Josef Klaus lebte nach seiner Heirat ([[1936]]) mit seiner Ehegattin Erna in [[Hallein]]-[[Taxach]] in der so genannten ''Klaus-Villa''. Diese bewohnte er während seiner Zeit als Halleiner Vizebürgermeister und Salzburger Landeshauptmann. Später, als er in die Bundespolitik einstieg, wechselte er seinen Wohnsitz in die Bundeshauptstadt Wien. |
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| | == Werke == | | == Werke == |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| | + | * ''Weinzierl Erika, Steinkellner Friedrich'': Landespolitik seit 1949. Struktur – Träger – Ergebnisse. In: '' [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]/[[Hans Spatzenegger|Spatzenegger, Hans]] '' (Hrsg.): Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, Band 2, Teil 2, Neuzeit und Zeitgeschichte; [[Verlag Anton Pustet]] Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-2 |
| | * aeiou-Österreich Lexikon<br> | | * aeiou-Österreich Lexikon<br> |
| | * Wiener Zeitung<br> | | * Wiener Zeitung<br> |
| − | * [http://www.ceiberweiber.at/ceiberweiber_alte_seite/wahl/klaus.htm Bericht von der Buchpräsentation Beatrice Weinmanns] | + | * [http://www.ceiberweiber.at/ceiberweiber_alte_seite/wahl/klaus.htm Bericht von der Buchpräsentation ''Beatrice Weinmann''s] |
| | * Andere Internetseiten | | * Andere Internetseiten |
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