Peggy Weber-McDowell

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Peggy Weber-McDowell (* 18. März 1927 in der Stadt Salzburg;[1]29. Dezember 2022 ebenda[2][3]), geboren als Leopoldine Weber, war eine österreichisch-amerikanische Geschäftsfrau und Mäzenin des Salzburger Kulturlebens.

Leben

Leopoldine Weber entstammte jener Familie, die im „Schatz-Durchhaus“ die Dampf-Wachszieherei und Lebzelterei Franz Weber führte („Als Kind nannte man mich die ‚Kerzen-Poldi’“), einen der ältesten (nämlich im Jahr 1582 gegründeten) Salzburger Familienbetriebe.

Leopoldine Weber erhielt eine umfassende Ausbildung – sie studierte neben Englisch, Französisch und Italienisch auch Klavier und Musikgeschichte am Mozarteum und arbeitete als Modepraktikantin in Paris.

Mitte der 1950er-Jahre wurde ein amerikanischer Kaufhausmogul auf die handgemachten Kerzen der Webers aufmerksam und lud Leopoldine nach Amerika ein – Startschuss einer großen Karriere.[1] In den USA änderte Leopoldine den für Amerikaner schier unaussprechlichen Vornamen „Leopoldine“ in „Peggy“ und heiratete Jack McDowell. Sie lernte weitere einflussreiche Geschäftsleute kennen – darunter die Coca-Cola-Erben –, die sie beim Aufbau ihres Kerzenimperiums unterstützten.[1] Im Jahr 1960 gründete sie in Little Rock, Arkansas, das Kerzenerzeugungsunternehmen „Emperor Art Creations“. Ihr Marketing-Konzept beinhaltete, Kerzen mit „Sex and Glamour“ zu verkaufen.[1] Die Liebe zu ihrer Heimat bewahrte sich Weber-McDowell auch in ihrer Wahlheimat: Immer wieder zierten Salzburg-Motive die Kerzen ihrer Firma und trugen so zur Popularität der Mozartstadt beim amerikanischen Publikum bei. „Wir kamen gleich hinter ‚The Sound of Music‘“, zeigte sich Weber-McDowell selbstbewusst.

Weber-McDowell flog regelmäßig zwischen Atlanta, Georgia, wo sie mit ihrem Mann lebte, und ihrer alten Heimat Salzburg hin und her.[1] Die Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt zeigte Weber-McDowell auch im alljährlichen Besuch (über 90 Jahre![2]) der Salzburger Festspiele und in einem großzügigen Mäzenatentum. In den Genuss ihrer Großzügigkeit kamen besonders der Verein der Freunde der Salzburger Festspiele und die Internationale Stiftung Mozarteum. Sie finanzierte unter anderem die englischsprachigen Festspielprogrammhefte,[1] und ihre kräftige finanzielle Unterstützung ermöglichte auch den Kauf von Mozart-Autographen; 25.000 Euro flossen der Stiftung für den Ankauf der Skizzen zu Mozarts Oper „Figaros Hochzeit“ zu.

Peggy Weber-McDowell verstarb während eines Salzburg-Besuchs im Alter von 95 Jahren.[3]

Auszeichnung

In Würdigung ihrer Verdienste um die Stadt Salzburg erhielt Peggy Weber-McDowell am 10. August 2007 aus den Händen von Salzburgs Bürgermeister Dr. Heinz Schaden das Salzburger Stadtsiegel in Gold.

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 ORF Salzburg, 3. März 2019
  2. 2,0 2,1 Parten, insbesondere die des Vorstandes der Freunde der Salzburger Festspiele, in den Salzburger Nachrichten vom 7. Jänner 2023, S. 21;
  3. 3,0 3,1 Obituary Peggy McDowell