Thalgauberg (Gemeinde)
Die eigenständige Gemeinde Thalgauberg bestand vom Jahr 1900 bis zum Jahr 1935 und wurde nach ihrer Auflösung in die Gemeinde Thalgau einverleibt.
Gebiet
Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Thalgauberg ist mit dem Bereich der heutigen Katastalgemeinde Thalgauberg weitgehend identisch. Die Größe beträgt 18,20 km² und stellt damit die größte Katastalgemeine im Gebiet der Marktgemeinde Thalgau dar. Zum Vergleich: Egg 12,02 km², Enzersberg 12,58 km², Thalgau 5,38 km².
Geschichte
Der Bereich des Thalgauberges dürfte wegen seiner sonnigen Lage und der für die Landwirtschaft günstigen Geländeform schon sehr lange besiedelt sein. Daneben war der Waldreichtum ebenfalls stets von wirtschaftlicher Bedeutung. Bereits vor der Gründung der Gemeinde Thalgauberg wurde im Jahr 1809 ist das Rieget (Gebiet) Thalgauberg als eigenes Siedlungsgebiet ausgewiesen. Dies ergibt sich aus einem Landwehr-Einsatzbefehl vom 6. Mai 1809, demzufolge das "Thalgauberger Riegath" 10 Mann für Schanzarbeiten in Salzburg zu stellen hatte.
Im Zeitraum von 1900 bis 1935 waren in der Gemeinde Thalgauberg neun Bürgermeister tätig. Die Gemeindesitzungen der Gemeinde Thalgauberg fanden im Gasthaus Mooshäusl statt. Die Gemeindekanzlei befand sich aber im Ortszentrum von Thalgau (Haus Nr. 57 von Martin Kicher, später Wohnhaus der Familie Hierner), damit sie für die Bürger gut erreichbar war.
Als bekannt wurde, dass der Gemeinde Thalgauberg ihre Eigenständigkeit zu verlieren drohte, versuchte die Gemeindevertretung von Thalgauberg durch Petitionen an den damaligen Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl die Auflösung abzuwenden. Es wurde auch in der Bevölkerung des Thalgauberges eine Abstimmung über die Eigenständigkeit abgehalten, die eine 100%ige Zustimmung ergab. Beides erwies sich als erfolglos. Als letzter Gemeindesekretär der Gemeinde Thalgauberg fungierte Johann Hierner. Er wurde von der Gemeinde Thalgau übernommen.
In der Gemeindechronik von Thalgau ist angeführt, dass die Gemeinde Thalgauberg im Jahr 1933 für die Verwaltung die erste Schreibmaschine angeschafft hatte.
Extraschau in der 25. Thalgauer Bildungswoche im Jahr 2016 zum Thema "Auflösung der ehemaligen Salzburger Bergbauerngemeinde Thalgauberg"
Anläßlich der vor 80 Jahren erfolgten Auflösung der Gemeinde Thalgauberg wird im Rahmen der Bildungswoche eine Extraschau "Und ewig singen die Wälder" geboten, die auch auf das damalige karge Dasein der Thalgauberger Bevölkerung Bezug nimmt.
Bildergalerie
Quelle
- Thalgauer Heimatbuch
- "Thalgau in alten Ansichten und Chroniken" von Bernhard Iglhauser