Alfred Berghammer

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hofrat Dr. Alfred Berghammer ist Jurist. Er war Leiter der Personalabteilung des Landes Salzburg, bis ihm ab dem Jahr 2001 bis zur Pensionierung im Jahr 2009 die Leitung der Abteilung II der Salzburger Landesregierung (Bildung, Familie, Gesellschaft) oblag.

Persönliches

Anläßlich seiner Pensionierung im Jahr 2009 unternahm er im Jahr 2009 eine 90tätige Pilgerreise zu Fuß nach Santiago de Compostela in Spanien, die er größtenteils alleine zurücklegte. Aus seinen Tagebuchaufzeichnungen verfasste er das Buch Reise-Tagebuch eines Pilgers, das im Verlag Anton Pustet erschienen ist.

Er ist auch Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, in dem er seit 2004 als leitender Komtur des Ordens für Salzburg tätig ist.

Wenn das Christsein zum Job wird

Artikel am 10.04.2012 | salzburg | (SN).

Neustart. Er war Salzburgs jüngster Hofrat und Landespersonalchef: Jetzt ist Alfred Berghammer Grabesritter, Wegwart – und vielbeschäftigter Opa.

Alfred Berghammers neues Leben begann mit einer Zäsur. Kaum war er in Pension, brach er zu einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg auf, obwohl damals, im März 2009, noch überall Schnee lag. Aber nach seiner Überzeugung musste das so sein. Der neue Lebensabschnitt sollte sofort mit einem „eindrücklichen Akzent“ beginnen. Vor diesem Akzent hatte er Jahrzehnte im Landesdienst verbracht. Mit 33 Jahren wurde er Leiter der Personal-Unterabteilung des Landes, mit 35 Abteilungsleiter und jüngster Hofrat. Nach 19 Jahren als Personalchef leitete er zuletzt die für Schulen zuständige Abteilung beim Land.

Auch nach Pensionierung und Pilgerreise ging ihm die Arbeit nicht aus. Denn Berghammer ist, wie er selbst sagt, „überzeugter Christ“. Und das will er „in die Gesellschaft einbringen“, was wiederum mit reichlich Arbeit verbunden ist, zumal, wenn man einem Orden vorsteht. Berghammer ist Leitender Komtur der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Als solcher organisiert er Hilfsaktionen im Heiligen Land: Einmal werden neue Stühle für eine Schule gekauft, ein andermal verarmte Familien unterstützt oder arabisch- christliche Kindergärtnerinnen nach Salzburg eingeladen. Er plant das Jahresprogramm der Komturei Salzburg sowie Pilger- und Studienreisen für die Ordensmitglieder. Öffentlich in Erscheinung tritt der Orden vor allem bei besonderen kirchlichen Anlässen im Dom. Auf zehn bis zwanzig ehrenamtliche Arbeitsstunden pro Woche komme er schon, sagt Berghammer. „Das ist fast wie ein Teilzeitjob.“

Wenn er heuer nach acht Jahren als Komtur ausscheidet, weil die Statuten eine neuerliche Wahl nicht zulassen, dürfte ihm trotzdem nicht langweilig werden. Im Gegenteil: „Ich habe noch viele andere Dinge, die mich in Anspruch nehmen. Ich bin dankbar für den Freiraum, den ich bekommen werde.“ So ist der 63-Jährige Vorsitzender im Pfarrkirchenrat der Pfarre St. Martin in Salzburg-Liefering. Als Wegwart beim Alpenverein richtet er Wanderwege her. Beim Katholischen Bildungswerk ist er Referent für den Jakobsweg, beim Salzburger Bildungswerk Leiter des Arbeitskreises Se niorenbildung. Neben dem Glauben ist es vor allem die Familie, der er sich widmet. Um die Zerbrechlichkeit des Familienglücks weiß Berghammer aus eigener Erfahrung – der vierfache Vater verlor 2005 einen 31-jährigen Sohn.

Heute beschäftigten ihn vor allem seine zwölf Enkelkinder. „Ich bemühe mich, jeder Familie einen halben Tag in der Woche zu widmen.“ Familie, Liebe, das „Ausrichten auf den anderen“: Das sind die „Werte“, von denen Berghammer gern spricht, weil er sich davon überzeugt zeigt, dass just diese „Werte“ zu sehr in den Hintergrund rücken. „Das christliche Gedankengut wird häufig nicht mehr gelebt. Es ist viel an Herzensbildung verloren gegangen. Der Fokus liegt heute zu oft auf den eigenen Interessen. Das ist ein Übel für die Gesellschaft.“ Auch wenn er auf Politik und Verwaltung angesprochen wird, sieht er wenig Positives, aber viel Stillstand, Reformstau, Klientelpolitik. „Ich leide immer noch darunter, wie die Dinge jetzt laufen.“ Was einem da helfen könne, sei das Weitwandern, das Pilgern. „Da bleiben diese Dinge sehr weit zurück.“ Gerade der Jakobsweg biete sich nicht nur ein Mal an. „Man möchte ihn immer wieder gehen.“

Weblink

Quellen