Frédéric Chopin
Frédéric Chopin, geb.1.März 1810 in Zelazowa Wola, Polen gest.17.Oktober 1849 in Paris
Nach seinem zweiten Wien-Aufenthalt (1830/31) der für Chopin künstlerisch unergiebig war - was auch auf die geänderte politische Lage zurückzuführen war - beschloss er nach Paris aufzubrechen der Stadt seiner Sehnsucht. Nach immer wiederkehrenden Problemen einen Reisepaß zu erhalten, berichtete er voller Erleichterung in einem Brief an seine Angehörigen in Polen von Wien, datiert: Juli 1831, Samstag:
"...Endlich habe ich den Reisepaß. Mit der Montag-Abreise wird's jedoch nichts; erst Mittwoch geht's nach Salzburg und von dort nach München."
So traf Chopin in einer größeren Reisegesellschaft mit mehreren Kutschen im Juli 1831 in Salzburg ein.
Außer dieser kurzen Mitteilung im oben genannten Brief an seine Angehörigen in Polen sind uns leider kein anderer Brief und auch nicht die Reiseaufzeichnungen Chopins über seinen Salzburg-Aufenthalt erhalten geblieben. Es ist vor allem Ferdynand Hoesick und Norbert Alfons Kumelski seinen Freund aus Litauen zu danken das wir einen Eindruck über Chopins Aufenthalt in Salzburg besitzen.
Schon zu Beginn fand die Reisegruppe an der "altehrwürdigen Stadt Salzburg" Gefallen, einer Stadt, "die durch die italienische Struktur der Häuser gefällig und durch die vielen Kirchen und durch die übrigen bemerkenswerten Gebäude prächtig ist". Für den vier Tage lang dauernten Aufenthalt Chopins in Salzburg wurde von Kumelski ein umfangreiches Besichtungsprogramm zusammengestellt, die Kollegienkirche, Franziskanerkirche, die Sebastianskirche mit Friedhof, die Festung und der Dom, die Michael-Haydn-Gedächtnisstätte und natürlich als Höhepunkt des großen Mozart Verehrers Chopin, das Mozart Geburtshaus in der Getreidegasse.
Einen besonderen Eindruck auf Chopin machte auch das Glockenspiel im Turm der Neuen Residenz. Den gerade als die Reisegesellschaft am Residenzplatz eintraf, begrüßte das Glockenspiel Chopin, indem es die sechste Abendstunde ankündigte. Diese Begrüßung der Stadt berührte Chopin sehr und zugleich war er auch über die Modernität des Musikstils erstaunt - wie er in seinen leider nicht erhaltenen Reiseaufzeichnungen festhielt - da er der Auffassung war, diese Melodie stammte aus der Geburtstunde der Uhr im Jahre 1702.
Als man Ihm erklärte das dies ein Duett aus der im Jahre 1825 in Paris uraufgeführten Oper "Maurer und Schlosser" des französischen Komponisten Daniel Fransois Auber ist, glaubte er zunächst nicht an dessen Urheberschaft, korrigierte sich aber dann in seinen Reiseaufzeichnungen mit den Zeilen:
"Alls wir jedoch einige Tage später auf den Turm stiegen, um die Zusammensetzung der Glockenspielmaschinerie kennen zulernen, erhielt Auber sein Urheberrecht zurück. Wir erfuhren nämlich vom Aufseher des Uhrwerks, dass die Maschine jeden Monat auf ein anderes Musikstück zeitgenössischer Kompositionen eingerichtet wird."