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Spängler studierte Rechtswissenschaften in Graz ab Oktober 1858 bis 1860, in Wien ab 1860, wo er im Juni 1862 die erste juristische Staatsprüfung mit Auszeichnung ablegte. Danach war er mehrfach am [[Salzburger Landesgericht]] tätig und legte das erste und zweite Rigorosum (Dr. jur.) in Innsbruck im Februar und Mai 1863 ab. Die Richteramtsprüfung war in Wien im Februar 1865; ab April 1870 war er am Bezirksgericht in Mödling, ab November 1874 am Landesgericht in Wien.
 
Spängler studierte Rechtswissenschaften in Graz ab Oktober 1858 bis 1860, in Wien ab 1860, wo er im Juni 1862 die erste juristische Staatsprüfung mit Auszeichnung ablegte. Danach war er mehrfach am [[Salzburger Landesgericht]] tätig und legte das erste und zweite Rigorosum (Dr. jur.) in Innsbruck im Februar und Mai 1863 ab. Die Richteramtsprüfung war in Wien im Februar 1865; ab April 1870 war er am Bezirksgericht in Mödling, ab November 1874 am Landesgericht in Wien.
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Im November 1880 wurde er Bezirksrichter in Pottenstein ([[Niederösterreich]])<ref>Seine dort geborene Tochter Johanna Spängler (*1882, † 1973) heiratete den Bürgerschuldirektor und Schulrat Rupert Holzapfel in Krems (* 1868, † 1940), die älteste Schwester Franzi Spängler (* 1877, † 1962) war u. a. Musiklehrerin in Salzburg, Toni Spängler (* 1879, † 1918) heiratete Rudolf von Widerhofer (* 1876, † 1940), Rosl Spängler (* 1880, † 1967) heiratete den Wiener akademischen Maler Oswald Grill (* 1878, † 1964), Franz Spängler (* 1883, † 1964) wurde Rechtsanwalt in Kremsmünster, der jüngste war Otto Spängler (* 1886, † 1918) in Wien.</ref> und seit April 1887 war er am Kreisgericht in Krems; im April 1904 wurde er dort zum Oberlandesgerichtsrat ernannt<ref>1892 hatte er ein jährliches Gehalt von 2.200 [[Gulden]], im September 1898 von 3.000 Gulden. Zum Vergleich: 1886 wurde das (steuerliche) Vermögen der verstorbenen Großmutter seiner Frau, Fanny Kobler, in Salzburg auf insgesamt 35.000 Gulden geschätzt.</ref> Im März 1902 bemühte er sich um die Stelle des Vizepräsidenten beim Landesgericht in Salzburg, bekam sie aber nicht. Mit der Pensionierung erhielt er im November den „Orden der Eisernen Krone“.
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Im November 1880 wurde er Bezirksrichter in Pottenstein ([[Niederösterreich]])<ref>Seine dort geborene Tochter Johanna Spängler (*1882; † 1973) heiratete den Bürgerschuldirektor und Schulrat Rupert Holzapfel in Krems (* 1868; † 1940), die älteste Schwester Franzi Spängler (* 1877; † 1962) war u. a. Musiklehrerin in Salzburg, Toni Spängler (* 1879; † 1918) heiratete Rudolf von Widerhofer (* 1876; † 1940), Rosl Spängler (* 1880; † 1967) heiratete den Wiener akademischen Maler Oswald Grill (* 1878; † 1964), Franz Spängler (* 1883; † 1964) wurde Rechtsanwalt in Kremsmünster, der jüngste war Otto Spängler (* 1886; † 1918) in Wien.</ref> und seit April 1887 war er am Kreisgericht in Krems; im April 1904 wurde er dort zum Oberlandesgerichtsrat ernannt<ref>1892 hatte er ein jährliches Gehalt von 2.200 [[Gulden]], im September 1898 von 3.000 Gulden. Zum Vergleich: 1886 wurde das (steuerliche) Vermögen der verstorbenen Großmutter seiner Frau, Fanny Kobler, in Salzburg auf insgesamt 35.000 Gulden geschätzt.</ref> Im März 1902 bemühte er sich um die Stelle des Vizepräsidenten beim Landesgericht in Salzburg, bekam sie aber nicht. Mit der Pensionierung erhielt er im November den „Orden der Eisernen Krone“.
    
== Familie und Kinder, Ferien in Salzburg ==
 
== Familie und Kinder, Ferien in Salzburg ==
Franz Spängler heiratete am [[8. April]] [[1872]] im [[Salzburger Dom]] [[Franziska Schlegel|Franziska Maria Amalia Schlegel]] (Fanni; * 1. Juni 1848 in Salzburg; † 21. März 1905 in Krems an der Donau), die Tochter von Stadtarzt Dr. med. [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811, † 1881) und die geliebte Enkelin von [[Franziska Kobler]] (* 1796, † 1886)<ref>Trauungsschein 1872; Trauzeugen waren Alois Spängler, „Privater“, und (der Bruder) Dr. Otto Spängler, „Gemeinderat“. Fanni Schlegel wohnte damals „Marktplatz Nr. 10, 2. Stock“ [heute [[Alter Markt]] Nr. 10].</ref>. Zahlreiche Briefe („Kobler-Spängler-Briefe“<ref>Im Besitz der Familie; O. Holzapfel, Freiburg i. Br.; z. T. übertragen, neu geordnet und referierend aufgelistet.</ref>) belegen das enge Verhältnis der Familienmitglieder untereinander, besonders mit der Mutter Anthonia Spängler, geb. [[Lürzer von Zechenthal]] (* 1803, † 1882), deren Mann [[Franz Xaver Gregor Spängler]] bereits 1854 starb, mit dem jüngeren Bruder [[Otto Spängler]] (* 1841, † 1919) und mit der „Großmutter“ Fanny Kobler, der „Höllbräuin“, welche die junge Familie auch finanziell unterstützte.
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Franz Spängler heiratete am [[8. April]] [[1872]] im [[Salzburger Dom]] [[Franziska Schlegel|Franziska Maria Amalia Schlegel]] (Fanni; * 1. Juni 1848 in Salzburg; † 21. März 1905 in Krems an der Donau), die Tochter von Stadtarzt Dr. med. [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881) und die geliebte Enkelin von [[Franziska Kobler]] (* 1796; † 1886)<ref>Trauungsschein 1872; Trauzeugen waren Alois Spängler, „Privater“, und (der Bruder) Dr. Otto Spängler, „Gemeinderat“. Fanni Schlegel wohnte damals „Marktplatz Nr. 10, 2. Stock“ [heute [[Alter Markt]] Nr. 10].</ref>. Zahlreiche Briefe („Kobler-Spängler-Briefe“<ref>Im Besitz der Familie; O. Holzapfel, Freiburg i. Br.; z. T. übertragen, neu geordnet und referierend aufgelistet.</ref>) belegen das enge Verhältnis der Familienmitglieder untereinander, besonders mit der Mutter Anthonia Spängler, geb. [[Lürzer von Zechenthal]] (* 1803; † 1882), deren Mann [[Franz Xaver Gregor Spängler]] bereits 1854 starb, mit dem jüngeren Bruder [[Otto Spängler]] (* 1841; † 1919) und mit der „Großmutter“ Fanny Kobler, der „Höllbräuin“, welche die junge Familie auch finanziell unterstützte.
    
Nach dem Wegzug aus Salzburg waren Mutter und Kinder regelmäßig in den Ferien zu Besuch in Salzburg und berichteten in Briefen dem Vater davon<ref>Sie wohnten dann bei der Großmutter im [[Höllbräu]]<nowiki>haus</nowiki> in der [[Judengasse]], heute [[Radisson Altstadthotel]], Adresse z. B. „Fanni Spängler, bei Fanny Kobler, in der Hölle, Salzburg“.</ref>. Man geht mit den Kindern „ins Bad nach [[Mülln]]“, Kaffee und Schokolade trinken zu [[Café Tomaselli|Tomaselli]], 1885 gibt es für die Kinder Schwimmunterricht in [[Leopoldskroner Weiher#Schwimmschule|Leopoldskron]] und dort machen sie die „Freiprobe“, das Freischwimmen.
 
Nach dem Wegzug aus Salzburg waren Mutter und Kinder regelmäßig in den Ferien zu Besuch in Salzburg und berichteten in Briefen dem Vater davon<ref>Sie wohnten dann bei der Großmutter im [[Höllbräu]]<nowiki>haus</nowiki> in der [[Judengasse]], heute [[Radisson Altstadthotel]], Adresse z. B. „Fanni Spängler, bei Fanny Kobler, in der Hölle, Salzburg“.</ref>. Man geht mit den Kindern „ins Bad nach [[Mülln]]“, Kaffee und Schokolade trinken zu [[Café Tomaselli|Tomaselli]], 1885 gibt es für die Kinder Schwimmunterricht in [[Leopoldskroner Weiher#Schwimmschule|Leopoldskron]] und dort machen sie die „Freiprobe“, das Freischwimmen.
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Aus den vielen erhaltenen Papieren – Franz Spängler scheint in dieser Hinsicht ein penibler „Sammler“ gewesen zu sein – interessieren hier besonders drei Tagebücher aus den frühen Jahren in Salzburg. Sie berichten (um nur einen Eindruck zu vermitteln) 1860 u. a. vom Neujahrsfest „in angenehmer Gesellschaft bei den Plachetka mit Punsch“, wiederum vom „Punsch mit Ernst Lürzer“, von der Aufhebung der „Landesregierung von Salzburg... nur mehr ein Landeshauptmann (sei) zugleich Bezirksvorsteher... Aber warum?, nach welchem Prinzip? Die Zeit wird es lehren...“ Endlich seien die Fesseln der Festung gesprengt „Gottlob! ...Entwicklung in Salzburg (ist) möglich.“ Fasching wird häufig mit „Gutenberg“ [Guttenberg] gefeiert. Man tanzt und „Papa Duregger“ ([[Johann Alois Duregger]]) teilt seine „Pläne hinsichtlich seiner 2 Mädchen“ mit: „Keiner der Herren, wie sie im Saale sind, [wird) eines seiner Mädchen bekommen“ [Otto Spängler heiratete dennoch Louise Duregger!]. Am 19. Juli 1865 ist „Kaiserball verherrlicht durch die Anwesenheit des Kaisers, des Königs v. Preußen, Großherzogs von Hessen, Erzh[erzogs]... nebst Ministern, Generalen, u. Hofchargen...“ Am 29. Juni stirbt Fanny Plachetka... Am 14. September ist „Gaisbergparthie mit Weinwurm u Leopoldine Spängler“.
 
Aus den vielen erhaltenen Papieren – Franz Spängler scheint in dieser Hinsicht ein penibler „Sammler“ gewesen zu sein – interessieren hier besonders drei Tagebücher aus den frühen Jahren in Salzburg. Sie berichten (um nur einen Eindruck zu vermitteln) 1860 u. a. vom Neujahrsfest „in angenehmer Gesellschaft bei den Plachetka mit Punsch“, wiederum vom „Punsch mit Ernst Lürzer“, von der Aufhebung der „Landesregierung von Salzburg... nur mehr ein Landeshauptmann (sei) zugleich Bezirksvorsteher... Aber warum?, nach welchem Prinzip? Die Zeit wird es lehren...“ Endlich seien die Fesseln der Festung gesprengt „Gottlob! ...Entwicklung in Salzburg (ist) möglich.“ Fasching wird häufig mit „Gutenberg“ [Guttenberg] gefeiert. Man tanzt und „Papa Duregger“ ([[Johann Alois Duregger]]) teilt seine „Pläne hinsichtlich seiner 2 Mädchen“ mit: „Keiner der Herren, wie sie im Saale sind, [wird) eines seiner Mädchen bekommen“ [Otto Spängler heiratete dennoch Louise Duregger!]. Am 19. Juli 1865 ist „Kaiserball verherrlicht durch die Anwesenheit des Kaisers, des Königs v. Preußen, Großherzogs von Hessen, Erzh[erzogs]... nebst Ministern, Generalen, u. Hofchargen...“ Am 29. Juni stirbt Fanny Plachetka... Am 14. September ist „Gaisbergparthie mit Weinwurm u Leopoldine Spängler“.
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Franz Spängler sammelte offenbar auch Partezettel und Sterbebildchen, die ihm zugeschickt wurden, u. a. für Eduard Spängler (* 839, † 1883), ein entfernter Cousin, für Friedrich [[Zeller]] (* 1838, † 1862) und Carl von Lanser (* 1805, † 1869), für Andreas Sauter (* 1802, † 1872) und Josefine Sauter, geb. Lürzer von Zehendthal (* 1800, † 1872), für [[Heinrich Ritter von Mertens]] (* 1810, † 1872); Camilla Mertens, die Tochter des Bürgermeisters, war eine Freundin seiner Frau Fanni, geb. Schlegel). Dazu kommen u.a. die Familien Angermayer, Bauernfeind [Paurnfeind], Gattermayer, Harrer, Kaserer, Lorinser, Schlögelhofer usw. Hier tauchen die Namen aus der Salzburger Gesellschaft auf, die ihm (und seiner Mutter, seiner späteren Frau und deren Großmutter) offenbar wichtig sind.
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Franz Spängler sammelte offenbar auch Partezettel und Sterbebildchen, die ihm zugeschickt wurden, u. a. für Eduard Spängler (* 839; † 1883), ein entfernter Cousin, für Friedrich [[Zeller]] (* 1838; † 1862) und Carl von Lanser (* 1805; † 1869), für Andreas Sauter (* 1802; † 1872) und Josefine Sauter, geb. Lürzer von Zehendthal (* 1800; † 1872), für [[Heinrich Ritter von Mertens]] (* 1810; † 1872); Camilla Mertens, die Tochter des Bürgermeisters, war eine Freundin seiner Frau Fanni, geb. Schlegel). Dazu kommen u.a. die Familien Angermayer, Bauernfeind [Paurnfeind], Gattermayer, Harrer, Kaserer, Lorinser, Schlögelhofer usw. Hier tauchen die Namen aus der Salzburger Gesellschaft auf, die ihm (und seiner Mutter, seiner späteren Frau und deren Großmutter) offenbar wichtig sind.
    
Besondere Beachtung verdient wieder der Briefwechsel. Briefe von und an seine Frau, z. B. wenn diese mit den Kindern in Salzburg war, sind nummeriert und fast „aktenmäßig“ mit Vermerk über Beantwortung u. ä. versehen. Die Briefe der Großmutter Fanny Kobler wurden gebündelt und aufgehoben. „Durchgeordnet“ war das alles nicht bzw. auf Briefmarken u. ä. eher ausgeschlachtet worden. Aber diese Briefe, oft mit beigelegten Akten und Notizen, geben Einblicke in Alltag und Leben jener Zeit (z. B. oben zu den Ferien in Salzburg). Aus Graz schrieb Franz Spängler 1859 und 1860 dem Bruder Otto vielfach auf Französisch; Schulkenntnisse wurden angewandt. Er lebte 1859 als Student von einem Monatsgeld von 42 Gulden; das Zimmer kostete 6 Gulden, sein Essen 8 Gulden, ein Spazierstock 1,5 Gulden. Die Mutter wurde brieflich gesietzt und angeschrieben mit „An die wohlgeborne gnädige Frau Antonia Spaengler geb. v. Lürzer zu Salzburg“.
 
Besondere Beachtung verdient wieder der Briefwechsel. Briefe von und an seine Frau, z. B. wenn diese mit den Kindern in Salzburg war, sind nummeriert und fast „aktenmäßig“ mit Vermerk über Beantwortung u. ä. versehen. Die Briefe der Großmutter Fanny Kobler wurden gebündelt und aufgehoben. „Durchgeordnet“ war das alles nicht bzw. auf Briefmarken u. ä. eher ausgeschlachtet worden. Aber diese Briefe, oft mit beigelegten Akten und Notizen, geben Einblicke in Alltag und Leben jener Zeit (z. B. oben zu den Ferien in Salzburg). Aus Graz schrieb Franz Spängler 1859 und 1860 dem Bruder Otto vielfach auf Französisch; Schulkenntnisse wurden angewandt. Er lebte 1859 als Student von einem Monatsgeld von 42 Gulden; das Zimmer kostete 6 Gulden, sein Essen 8 Gulden, ein Spazierstock 1,5 Gulden. Die Mutter wurde brieflich gesietzt und angeschrieben mit „An die wohlgeborne gnädige Frau Antonia Spaengler geb. v. Lürzer zu Salzburg“.