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Brief vom 7. November 1822 von Francesco Castelli an [[Franziska Kobler]]; Briefumschlag "Madmoiselle Mad.lle Françoise [Fanny] de Kobler, Salzburg" aus "Podvin", handschriftlich "von Brod", No. 22; Reste von rotem Lacksiegel, Ankunftsstempel Salzburg 07. 11. 1822. – Briefbogen, "No. 22":<br />  
 
Brief vom 7. November 1822 von Francesco Castelli an [[Franziska Kobler]]; Briefumschlag "Madmoiselle Mad.lle Françoise [Fanny] de Kobler, Salzburg" aus "Podvin", handschriftlich "von Brod", No. 22; Reste von rotem Lacksiegel, Ankunftsstempel Salzburg 07. 11. 1822. – Briefbogen, "No. 22":<br />  
 
''Theuerste Fany. So eben komme ich von einer Hochzeit, meine Rolle war diesmahl wichtig, ich war Beystand jetzt stell[s]t du dich vor wie mir zu Muthe ist, die schöne Braut war dir sehr ähnlich wodurch meine Einbildungskraft'' XXX ''Luftschlößer gehabt hat. Wie glücklich würden wir beide wenn nur die Hälfte meiner eingebildeten Glückseligkeiten zur Erfüllung gebracht würden.'' XXX ''Es sind nun bald zwei Jahre daß wir getrennt leben und unsere Verhältniße haben sich nicht um das mindeste gebeßert XXX da ich täglich stummer bleibe. Im Monate Jänner künftigen Jahres wird die berühmte Lotterie über die Grein[?]schaft Ernsdorf gezogen. Diesmahl'' XXX '', und nie wieder, da würden wohl alle Bedenklichkeiten ein Ende haben. Indeßen glücklich kann ich seyn, aber leider immer nur im Traum. Der Unfall meiner Amalia war ein wenig ungeschickt, der Dienstboth hätte wohl verdient'' XXX ''zu werden. Ich brauche dir nichts Einkünftlig zu'' XXX ''du sollst jetzt sorgen, ich später. Lebe wohl, grüße deine Aeltern. Brod den 4ten XXX 822. Dein dich ewig liebender Castelli.'' - "Amalia" Castelli/ Kobler ist über ein Jahr alt.
 
''Theuerste Fany. So eben komme ich von einer Hochzeit, meine Rolle war diesmahl wichtig, ich war Beystand jetzt stell[s]t du dich vor wie mir zu Muthe ist, die schöne Braut war dir sehr ähnlich wodurch meine Einbildungskraft'' XXX ''Luftschlößer gehabt hat. Wie glücklich würden wir beide wenn nur die Hälfte meiner eingebildeten Glückseligkeiten zur Erfüllung gebracht würden.'' XXX ''Es sind nun bald zwei Jahre daß wir getrennt leben und unsere Verhältniße haben sich nicht um das mindeste gebeßert XXX da ich täglich stummer bleibe. Im Monate Jänner künftigen Jahres wird die berühmte Lotterie über die Grein[?]schaft Ernsdorf gezogen. Diesmahl'' XXX '', und nie wieder, da würden wohl alle Bedenklichkeiten ein Ende haben. Indeßen glücklich kann ich seyn, aber leider immer nur im Traum. Der Unfall meiner Amalia war ein wenig ungeschickt, der Dienstboth hätte wohl verdient'' XXX ''zu werden. Ich brauche dir nichts Einkünftlig zu'' XXX ''du sollst jetzt sorgen, ich später. Lebe wohl, grüße deine Aeltern. Brod den 4ten XXX 822. Dein dich ewig liebender Castelli.'' - "Amalia" Castelli/ Kobler ist über ein Jahr alt.
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== 1825 ==
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==== Brief vom 8. bis 10. April 1825 von unbekannter Schreiberin an Franz Xaver Spängler ====
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Brief von "Toni" an [[Franz Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen, gefaltet als Brief: ''An // Wohlgeboren Herrn Franz Xaver // '' [unterstrichen:] ''Spangler // in // '' [unterstrichen:] ''Salzburg.''; kleines gebrochenes, rotes Lacksiegel; auf der Adressenseite verschiedene Notizen von anderer Hand: ''1825 // '' XX […] ''erwähnt Beantw'' […]; kleiner Zettel beiliegend; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
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''Hall den 8 t[en] bis 10 April'' [unterstrichen:] ''1825. // Theuerster Freund! // Ich darf Ihnen wohl nicht mehr sagen, wie viele Freude mir Ihre theure Zuschrift nach welcher ich sehnlichst harrte, gewährte. Sie sind ja ohnehin längst davon überzeugt, ich lese Ihre Briefe immer zwey, oder dreymal, den[n] daß erstemahl überfliegt sie mein Auge nur; dann lese ich sie erst bedachtsam. Also auch bey Ihnen zeigt sich schon das Frühjahr? Das ist auch mir sehr lieb, so habe ich Hoffnung, mich bald eines Blümchen von Ihnen erfreuen zu können, bey uns liegt nur in Bergen noch Schnee, übrigens fängt alles schon zu grünen an, in Gärten wird schon überall angebaut, – ja es blühen schon kleine Blümchen. Ich danke Ihnen lieber Freund! für die Beruhigung, die Sie mir geben, in Hinsicht Ihrer vielen Arbeiten, es ward mir nicht ohne Grund bange, o nein, - den[n] ich erinnre mich, noch sehr gut, wie Sie bey meinen dort seyn, als Sie einmal so Blaß außehen, aber in diesen Zeitpunkt sagten, das Sie so viele Arbeit hätten, und so ward mir, im stillen öfters schon bange für Ihre Gesundheit, doch Sie gaben mir die Versicherung, für Ihre Gesundheit zu sorgen, und so bin ich beruhigt, es ist wahr in gesel[l]schaft wäre es freylich angenehmer spazieren zu gehen, doch wenn selbes nicht seyn kann, so erheitert es schon das Gemüth, wenn man sich in der freyen Natur herum sieht. // ''
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''Ich, lieber Xaver [!] genieße der freyen Luft genug, denn wir haben einen Garten und da giebt es immer zu thun genug, ohne sich dabey zu überarbeiten.'' […] Bitte, herzliche Grüße auszurichten; diese Korrespondenz ist nur Ersatz für freundlichen Umgang; Sehnsucht nach dem lieblichen Farbenspiel der Blumen. / Sie schreiben sich gegenseitig Briefe mit Rätsel, "Logogripf" [?], die es zu lösen gilt. [… nur überflogen] / […] ''Leben Sie recht wohl schreiben Sie mir bald, seyen Sie herzlich gegrüßt von // Ihrer // Sie wa[h]rhaft liebenden Freundin Toni. // '' [zwei Spalten nebeneinander:] links ein Gedicht mit eingebauten Rätseln / Zahlen, "Logogrypf"; rechts: Bitte die Schwester zu grüßen, bald den Brief zu beantworten. ''Verzeihen Sie mir meine schlechte Schrift, denn ich schrieb wirklich in großer Eille [!], den[n] ich bin heute Köchin, und da mußte ich immer davon laufen, und danach wol[l]te ich ihn in heute noch auf geben.'' /
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[beiliegender Zettel:] ''Lieber Freund! // Die wenigen Zeillen gehören noch zum LogoXX, aber als ich den Brief schließen wol[l]te, sah ich die XX noch fehlen und so schrieb ich sie noch auf di[e]sen Zettel. Leben Sie wohl. / Jetzt rathet schnell, und sprechet frey, Wer es nicht kann, räth 3.4.3., Und wem es nicht gefallen kann, Spricht 3.4.5. und 5 wann [?].''
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== 1826 ==
 
== 1826 ==