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| | : es ist mE unschlüssig, wieso das Lager III namensgebend gewesen sein soll; => das Lemma ist mE irreführend | | : es ist mE unschlüssig, wieso das Lager III namensgebend gewesen sein soll; => das Lemma ist mE irreführend |
| | : korrigiere auf Kriegsgefangenenlager Grödig oder [[Lager Grödig]] | | : korrigiere auf Kriegsgefangenenlager Grödig oder [[Lager Grödig]] |
| − | [[Benutzer:Xxlstier|Xxlstier]] ([[Benutzer Diskussion:Xxlstier|Diskussion]]) 16:47, 3. Apr. 2020 (UTC) | + | :[[Benutzer:Xxlstier|Xxlstier]] ([[Benutzer Diskussion:Xxlstier|Diskussion]]) 16:47, 3. Apr. 2020 (UTC) |
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| | :: Das Lager Niederalm war im Ersten Weltkrieg in drei Teile geteilt: in das Lager I, II und III. In den Lagerteilen I und II waren Kriegsgefangene, im Lager III Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina. Der Russenfriedhof war außerhalb des Lager Niederalms. Dopsch nennt in seiner Beschreibung (siehe Quelle) keine anderen Lagernamen. Auf einer Tafel vor Ort wird es "K.u.K. Kriegsgefangenenlager Grödig" genannt. Dieses [https://www.google.com/search?q=Lager+Niederalm&client=firefox-b-d&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=DrjIQTbaJjHXEM%253A%252Cu9RxzH8xWTXtHM%252C_&vet=1&usg=AI4_-kS0N5lTZ0lWiiv_lNstG8-Zfahn2g&sa=X&ved=2ahUKEwiqo4Ce3szoAhVnl4sKHRDXBBQQ9QEwBHoECAoQBw#imgrc=DrjIQTbaJjHXEM: Bild] zeigt das Lager. Eines der drei Teile dürfte sich im Bereich südlich des Gois-Hügels in Richtung St. Leonhard befunden haben, wird aber in Dopsch und anderen Quellen nicht explizit anders genannt. | | :: Das Lager Niederalm war im Ersten Weltkrieg in drei Teile geteilt: in das Lager I, II und III. In den Lagerteilen I und II waren Kriegsgefangene, im Lager III Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina. Der Russenfriedhof war außerhalb des Lager Niederalms. Dopsch nennt in seiner Beschreibung (siehe Quelle) keine anderen Lagernamen. Auf einer Tafel vor Ort wird es "K.u.K. Kriegsgefangenenlager Grödig" genannt. Dieses [https://www.google.com/search?q=Lager+Niederalm&client=firefox-b-d&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=DrjIQTbaJjHXEM%253A%252Cu9RxzH8xWTXtHM%252C_&vet=1&usg=AI4_-kS0N5lTZ0lWiiv_lNstG8-Zfahn2g&sa=X&ved=2ahUKEwiqo4Ce3szoAhVnl4sKHRDXBBQQ9QEwBHoECAoQBw#imgrc=DrjIQTbaJjHXEM: Bild] zeigt das Lager. Eines der drei Teile dürfte sich im Bereich südlich des Gois-Hügels in Richtung St. Leonhard befunden haben, wird aber in Dopsch und anderen Quellen nicht explizit anders genannt. |
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| − | :::: Wie aus dem Lagerplan ersichtlich (ein Modell davon steht übrigens im Wehrgeschichtlichen Museum in der Schwarzenbergkaserne Walserfeld), befand sich
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| − | :::* das Lager I (also das "K.u.K. Kriegsgefangenenlager") im heutigen Grödiger Ortsteil Neue Heimat, Bereich Oberfeldstraße-Göllstraße-Neue-Heimat-Straße (dort befindet sich noch heute die so genannte "Lagerstraße"),
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| − | :::* das Lager II im Grödiger Ortsteil St. Leonard, westlich des Almkanals bis zur Waldstraße,
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| − | :::* das Lager III im heutigen (Anif-)Niederalmer Ortsteil Neu-Anif. Das Siedlungsgebiet entspricht dem Lagergebiet!
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| − | :::* Der Lagerfriedhof liegt im Südwesten von Lager III, westlich des Friedhofweges aber im Gemeindegebiet von Grödig!
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| | :: Es gäbe jetzt die Möglichkeit, dass wir uns gescheiter als Univ.-Prof. Dopsch fühlen und den Artikel in "K.u.K. Kriegsgefangenenlager Grödig" umbenennen, was aber mit der Gesamtgeschichte des Lager wiederum nicht stimmen würde. Wir könnten es in "Russenlager Grödig" umbenennen, was wiederum nicht stimmen würde, weil nicht nur russischen Kriegsgefangene dort waren. Oder wir könnten es in "Lager Grödig" umbenennen, wie es die Wissenschaftlerin der Uni Salzburg Jasmine Dum-Tragut in ihrer Forschungsarbeit über die "vergessenen ''Armenier''" es nennt. | | :: Es gäbe jetzt die Möglichkeit, dass wir uns gescheiter als Univ.-Prof. Dopsch fühlen und den Artikel in "K.u.K. Kriegsgefangenenlager Grödig" umbenennen, was aber mit der Gesamtgeschichte des Lager wiederum nicht stimmen würde. Wir könnten es in "Russenlager Grödig" umbenennen, was wiederum nicht stimmen würde, weil nicht nur russischen Kriegsgefangene dort waren. Oder wir könnten es in "Lager Grödig" umbenennen, wie es die Wissenschaftlerin der Uni Salzburg Jasmine Dum-Tragut in ihrer Forschungsarbeit über die "vergessenen ''Armenier''" es nennt. |
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| | :: Mit Suche "Lager Niederalm" fand ich in der Suche in ANNO unter den Ausgaben Salzburg 20 Treffer, unter "Lager Grödig" 43 Treffen. Der Großteil des Lagers aber dürfte sich in Niederalm befunden haben, das damals bereits zu Anif gehörte. | | :: Mit Suche "Lager Niederalm" fand ich in der Suche in ANNO unter den Ausgaben Salzburg 20 Treffer, unter "Lager Grödig" 43 Treffen. Der Großteil des Lagers aber dürfte sich in Niederalm befunden haben, das damals bereits zu Anif gehörte. |
| − | | + | :: In Anif-Niederalm (also im heutigen Neu-Anif) befand sich nur das Lager III, das gewiss nach dem Krieg das größte war, da dort eben Flüchtlinge untergebracht waren, die nicht mehr heimkehren konnten oder wollten. |
| − | :::: In Anif-Niederalm (also im heutigen Neu-Anif) befand sich nur das Lager III, das gewiss nach dem Krieg das größte war, da dort eben Flüchtlinge untergebracht waren, die nicht mehr heimkehren konnten oder wollten.
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| | ::Unsinnig sähe ich es jedenfalls jetzt für jedes der Teillager einen eigenen Artikel anzulegen, wo wir doch im Gesamten kaum Informationen haben. --[[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter Krackowizer]] ([[Benutzer Diskussion:Peter Krackowizer|Diskussion]]) 17:26, 3. Apr. 2020 (UTC) | | ::Unsinnig sähe ich es jedenfalls jetzt für jedes der Teillager einen eigenen Artikel anzulegen, wo wir doch im Gesamten kaum Informationen haben. --[[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter Krackowizer]] ([[Benutzer Diskussion:Peter Krackowizer|Diskussion]]) 17:26, 3. Apr. 2020 (UTC) |
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| − | ::: Lokalaugenschein beim [[Lagerfriedhof Grödig]] am 18.05.2015 mit Fotos der Informationstafeln vor Ort; => "Kriegsgefangenenlager Grödig"; Lager I und Lager II waren Kriegsgefangenenlager; Lager III war ein Kriegsgefangenen- und Flüchtlingslager. Der Großteil der Fläche(n) liegt in Grödig. Die Gemeindegrenze zwischen Grödig und Anif hat sich mit Sicherheit nicht geändert. Die Zugehörigkeit von Niederalm zu Anif ist irrelevant, sowie die Bezeichnung als "Lager Niederalm" mE irreführend ist. Jedoch findet sich in ANNO der Begriff "Flüchtlingslager Niederalm". Das war jedoch nicht die Hauptbestimmung des Lagers Grödig. [[Benutzer:Xxlstier|Xxlstier]] ([[Benutzer Diskussion:Xxlstier|Diskussion]]) 18:58, 3. Apr. 2020 (UTC) | + | ::: Lokalaugenschein beim [[Lagerfriedhof Grödig]] am 18.05.2015 mit Fotos der Informationstafeln vor Ort; => "Kriegsgefangenenlager Grödig"; Lager I und Lager II waren Kriegsgefangenenlager; Lager III war ein Kriegsgefangenen- und Flüchtlingslager. Der Großteil der Fläche(n) liegt in Grödig. Die Gemeindegrenze zwischen Grödig und Anif hat sich mit Sicherheit nicht geändert. Die Zugehörigkeit von Niederalm zu Anif ist irrelevant, sowie die Bezeichnung als "Lager Niederalm" mE irreführend ist. Jedoch findet sich in ANNO der Begriff "Flüchtlingslager Niederalm". Das war jedoch nicht die Hauptbestimmung des Lagers Grödig. [[Benutzer:Xxlstier|Xxlstier]] :::([[Benutzer Diskussion:Xxlstier|Diskussion]]) 18:58, 3. Apr. 2020 (UTC) |
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| − | Ich zitiere die Gedenktafel:
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| − | ''Zur bleibenden Erinnerung an die 17.000 hier zur letzten irdischen Ruhe bestatteten Kriegsgefangenen und Flüchtlinge des I. Weltkrieges''
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| − | ''Am 2. Jänner 1915 begann der Bau des Lagers I. Es erstreckte sich östlich von Grödig linker Hand der Niederalmerstraße'' (laut Lagerplan ist dies die heutige Neue-Heimat-Straße!) ''bis zum kleinen Goishügel. Schon am 3. März des selben Jahres erfolgte der Bau des Lagers II nordwestlich des Almkanals zwischen Grödig und Drachenloch. Als letztes Lager folgte östlich im Anschluss von Lager I die letzte Ausbaustufe dieses bis zu 40.000 Insassen umfassenden Kriegsgefangenen- und Flüchtlingslagers'' (gemeint ist das Gesamtlager, also Lager I+II+III!)'', das Lager III. Das K.u.K. Kriegsgefangenenlager Grödig'' (laut Lagerplan also das Lager I!) ''war der Militärverwaltung unterstellt und hatte zudem noch zwei Wachbataillone als Besatzung. Die ersten Gefangenentransporte - es waren mehr als 2.000 Russen - setzten bereits mit 28. April 1915 ein. Schließlich lebten in dieser "Lagerkleinstadt" bald um die 40.000 Personen aus aller Herren Länder. Die meisten kamen aus dem Osten und vom Balkan, aber auch Italiener waren unter den Kriegsgefangenen.'' | + | ::::Ich zitiere die Gedenktafel: |
| − | ''Der "Russenfriedhof" wurde schon im Jahre 1915 für Bestattungen benötigt. Epidemien, die mehrmals im Lager ausbrachen, waren der Grund für zahlreiche Massenbeerdigungen.'' | + | ::::''Zur bleibenden Erinnerung an die 17.000 hier zur letzten irdischen Ruhe bestatteten Kriegsgefangenen und Flüchtlinge des I. Weltkrieges'' |
| − | ''In den Jahren 1939 bis 1945 haben insgesamt 72 weitere Bestattungen stattgefunden: 13 Jugoslawen, 14 Franzosen, 1 Amerikaner und 4 Russen.'' | + | ::::''Am 2. Jänner 1915 begann der Bau des Lagers I. Es erstreckte sich östlich von Grödig linker Hand der Niederalmerstraße'' (laut Lagerplan ist dies die heutige Neue-Heimat-Straße!) ''bis zum kleinen Goishügel. Schon am 3. März des selben Jahres erfolgte der Bau des Lagers II nordwestlich des Almkanals zwischen Grödig und Drachenloch. Als letztes Lager folgte östlich im Anschluss von Lager I die letzte Ausbaustufe dieses bis zu 40.000 Insassen umfassenden Kriegsgefangenen- und Flüchtlingslagers'' (gemeint ist das Gesamtlager, also Lager I+II+III!)'', das Lager III. Das K.u.K. Kriegsgefangenenlager Grödig'' (laut Lagerplan also das Lager I!) ::::''war der Militärverwaltung unterstellt und hatte zudem noch zwei Wachbataillone als Besatzung. Die ersten Gefangenentransporte - es waren mehr als 2.000 Russen - setzten bereits mit 28. April 1915 ein. Schließlich lebten in dieser "Lagerkleinstadt" bald um die 40.000 Personen aus aller Herren Länder. Die meisten kamen aus dem Osten und vom Balkan, aber auch Italiener waren unter den Kriegsgefangenen.'' |
| | + | ::::''Der "Russenfriedhof" wurde schon im Jahre 1915 für Bestattungen benötigt. Epidemien, die mehrmals im Lager ausbrachen, waren der Grund für zahlreiche Massenbeerdigungen.'' |
| | + | ::::''In den Jahren 1939 bis 1945 haben insgesamt 72 weitere Bestattungen stattgefunden: 13 Jugoslawen, 14 Franzosen, 1 Amerikaner und 4 Russen.'' |
| | + | ::::''Ehre ihren Angedenken!'' |
| | + | ::::[[Benutzer:Xxlstier|Xxlstier]] 14:57, 6. Apr. 2020 |
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| − | ''Ehre ihren Angedenken!''
| + | ::::: Wie aus dem Lagerplan ersichtlich (ein Modell davon steht übrigens im Wehrgeschichtlichen Museum in der Schwarzenbergkaserne Walserfeld), befand sich |
| | + | :::::* das Lager I (also das "K.u.K. Kriegsgefangenenlager") im heutigen Grödiger Ortsteil Neue Heimat, Bereich Oberfeldstraße-Göllstraße-Neue-Heimat-Straße (dort befindet sich noch heute die so genannte "Lagerstraße"), |
| | + | :::::* das Lager II im Grödiger Ortsteil St. Leonard, westlich des Almkanals bis zur Waldstraße, |
| | + | :::::* das Lager III im heutigen (Anif-)Niederalmer Ortsteil Neu-Anif. Das Siedlungsgebiet entspricht dem Lagergebiet! |
| | + | :::::* Der Lagerfriedhof liegt im Südwesten von Lager III, westlich des Friedhofweges aber im Gemeindegebiet von Grödig! |
| | + | ::::: [[Benutzer:T schaible|T schaible]] 6. April 2020, 23:20 Uhr |
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| | == Gemeindegebiet == | | == Gemeindegebiet == |