Moritz Faber der Jüngere: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Moritz Faber''' der Jüngere (* [[17. März | '''Moritz Faber''' der Jüngere (* [[17. März]]<ref>Nach anderen Quellen: 1'''4'''. März ([http://www.biographien.ac.at/oebl_1/279.pdf], [http://www.gen-gen.ch/FABER/Moritz/10892?fnc=lg&lg=en&CheckCookie=1]</ref> [[1837]] in Wien; † [[19. Februar]] [[1921]] in [[Bad Ischl]], [[Oberösterreich]]) war Brauereibesitzer, Industrieller und Politiker in [[Wien]]. | ||
== Leben == | == Leben == | ||
=== Brauereibesitzer === | === Brauereibesitzer === | ||
Moritz Faber (der Jüngere) begann seine Laufbahn im Jahre [[1857]] in | Moritz Faber (der Jüngere) begann seine Laufbahn im Jahre [[1857]] in Brauerei "Löwenthal und Faber"<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gem&datum=18671008&seite=11&zoom=33&query=%22Faber%22%2B%22brauerei%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/Gemeinde-Zeitung, 8. Oktober 1867]</ref>, später dann "Liesinger Brauerei",<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=lvb&datum=18720523&query=%22L%c3%b6wenthal+und+Faber%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], Linzer Volksblatt, Ausgabe vom 23. Mai 1872</ref>, die eigentlich Theodor Löwenthal (* 1798, † 11. März 1878)<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mop&datum=18780312&query=%22L%c3%b6wenthal%22&ref=anno-search&seite=5 anno.onb.ac.at/Morgen-Post, 12. März 1878]</ref> und seinem Mitbesitzer [[Moritz Faber der Ältere|Moritz Faber der Ältere]] (* 1798, † 14. August 1875)<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18750818&query=%22moritz%22+%22faber%22+%22westbahnstra%c3%9fe%22&ref=anno-search&seite=3 anno.onb.ac.at/Salzburger Zeitung, 18. August 1875]</ref> gehörte. | ||
Moritz Faber | Moritz Faber heiratete Marie Löwenthal, die einzige Tochter des Mitbesitzers.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwb&datum=18780316&query=%22L%c3%b6wenthal%22+%22Faber%22+%22br%c3%a4uer%22&ref=anno-search&seite=3 anno.onb.ac.at/(Neuigkeits) Welt Blatt, 16. März 1878]</ref> | ||
[[1872]] wandelten | [[1872]] wandelten sein Vater und er die bestens eingeführte Brauerei mit einem Produktionsvolumen von etwa 300 000 Eimern Bier jährlich in die "Liesinger Actien-Brauerei"<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18720518&query=%22L%c3%b6wenthal%22+%22Faber%22+%22br%c3%a4uer%22&seite=7 anno.onb.ac.at/Salzburger Zeitung, 18. Mai 1872]</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18720523&query=%22L%c3%b6wenthal%22+%22Faber%22+%22br%c3%a4uer%22&seite=6 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 23. Mai 1872]</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=lbt&datum=18720523&query=%22L%c3%b6wenthal%22+%22Faber%22+%22br%c3%a4uer%22&seite=4 anno.onb.ac.at/Laibacher Tagblatt, 23. Mai 1872]</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gem&datum=18720523&query=%22L%c3%b6wenthal%22+%22Faber%22+%22br%c3%a4uer%22&seite=25 anno.onb.ac.at/Gemeinde-Zeitung, 23. Mai 1872]</ref> um. Erst nach dem Tod des Vaters und seines Schwiegervaters war er Hauptaktionär, somit Besitzer der gesamten Brauerei. Moritz Faber wurde Präsident der Aktiengesellschaft. | ||
Unter Moritz Faber | Unter Moritz Faber entwickelte sich die Brauerei zu einem Großunternehmen. Bier wurde bis in die Türkei, nach Syrien und Ägypten exportiert. [[1898]] wurde ein Spitzenwert von 400 000 hl Bier produziert und man war damit immerhin mehr als halb so groß wie die Schwechater Brauerei. | ||
In St. Petersburg gründete er die Brauerei "Vienna" und [[1900]] zusammen mit dem Industriellen Alfred Vacanon die Brauereien in Samara (Baltika-Brauerei) und Baku (Schiguli-Brauerei) in Russland, deren Nachfolge-Unternehmen heute noch bestehen. | In St. Petersburg gründete er die Brauerei "Vienna" und [[1900]] zusammen mit dem Industriellen Alfred Vacanon die Brauereien in Samara (Baltika-Brauerei) und Baku (Schiguli-Brauerei) in Russland, deren Nachfolge-Unternehmen heute noch bestehen. | ||
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=== Industrieller === | === Industrieller === | ||
Moritz Faber war auch ein Pionier der künstlichen Kälteerzeugung und der Pasteurisation. Er war Gründer der Wiener Krystall-Eis-Fabrik, | Moritz Faber war auch ein Pionier der künstlichen Kälteerzeugung und der Pasteurisation. Er war Gründer der Wiener Krystall-Eis-Fabrik, k.u.k. Hof-Eisfabrik und der Gesellschaft für Dampfwäscherei. | ||
Faber war auch Kurator der Ersten Österreichischen Sparkasse und Vizepräsident der Österreichischen Kreditanstalt. | Faber war auch Kurator der Ersten Österreichischen Sparkasse und Vizepräsident der Österreichischen Kreditanstalt. | ||
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=== Bautätigkeiten === | === Bautätigkeiten === | ||
Anfang der [[1880er]]-Jahre entstand durch Moritz Faber dem Jüngeren die Villa Faber im nahen [[Gosau]] (Oberösterreich), ein großzügiges Landhaus im typischen [[Salzkammergut]]-Stil, welches die Familie ab [[1883]] zur [[Sommerfrische]] bewohnte. | |||
Anfang der [[1880er]] Jahre entstand durch Moritz Faber | |||
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] und dem Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie war es um das Vermögen der Familie Faber schlecht bestellt, sodass Moritz Faber 1919 an Verkauf seiner Sommervilla in Gosau denken musste. | Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] und dem Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie war es um das Vermögen der Familie Faber schlecht bestellt, sodass Moritz Faber 1919 an Verkauf seiner Sommervilla in Gosau denken musste. | ||
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== Mäzene == | == Mäzene == | ||
Moritz Faber (der Ältere) und Moritz Faber (der Jüngere) waren sozial gesinnt. Während der Sommerfrische in Gosau lud die Familie Faber die Bevölkerung zum „Fabertag“ ein. Jeder Bürger erhielt auf | Moritz Faber (der Ältere) und Moritz Faber (der Jüngere) waren sozial gesinnt. Während der Sommerfrische in Gosau lud die Familie Faber die Bevölkerung zum „Fabertag“ ein. Jeder Bürger erhielt auf ihre Kosten eine kräftige Jause und jedes Schulkind ein Häferl. Selbst der damalige Kaiser [[Franz Joseph I.]] war während seiner Aufenthalte in Bad Ischl mehrmals Fabers Gast zur Jagd. | ||
Die Stadtgemeinde Salzburg erhielt [[1888]] von Moritz Faber's Erben an der [[Franz-Josef-Straße]] zwei Grundstücke zum Geschenk<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18880726&query=%22faber%22&seite=2 anno.onb.ac.at/Salzburger Chronik, 26. Juli 1888]</ref> | Die [[Stadtgemeinde Salzburg]] erhielt [[1888]] von Moritz Faber's Erben an der [[Franz-Josef-Straße]] zwei Grundstücke zum Geschenk,<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18880726&query=%22faber%22&seite=2 anno.onb.ac.at/Salzburger Chronik, 26. Juli 1888]</ref> auf denen später die sogenannten [[Heller-Häuser]] errichtet wurden. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18880502&query=%22faber%22&seite=3 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 2. Mai 1888]</ref> | ||
== Ehrungen == | == Ehrungen == | ||
Nach Moritz Faber (dem Jüngeren) sind benannt: | Nach Moritz Faber (dem Jüngeren) sind benannt: | ||
* in [[Salzburg]] die | * in [[Salzburg]] die [[Faberstraße]] im Stadtteil [[Neustadt]]<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18730213&query=%22Moritz%22+%22Faber%22&ref=anno-search&seite=2 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 13. Februar 1873, Gemeinderat 11.Feb.1873, Beschluss, Benennung "Faberstraße" zwischen Schrannenplatz und Auersperggasse]</ref> | ||
* in Wien die | * in Wien die Fabergasse. | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||
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[[Kategorie: | [[Kategorie:Person]] | ||
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[[Kategorie: | [[Kategorie:Unternehmer (Geschichte)]] | ||
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[[Kategorie:Wien]] | |||