Ernst Kronreif: Unterschied zwischen den Versionen
K →KTM: Salmson ist die einzig richtige Bezeichnung ergaben Recherchen |
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 4: | Zeile 4: | ||
==Leben== | ==Leben== | ||
Ernst Kronreif wuchs bei seiner Tante im Gasthof Hohlwegwirt in Taxach bei Hallein auf. Nach der Pflichtschule erlernte er das Mechaniker- und Kraftfahrzeuggewerbe im Halleiner Familienbetrieb Fichtner. | Ernst Kronreif wuchs bei seiner Tante Maria Hartmann, genannt Loli, im Gasthof Hohlwegwirt in Taxach bei Hallein auf. Nach der Pflichtschule erlernte er das Mechaniker- und Kraftfahrzeuggewerbe im Halleiner Familienbetrieb Fichtner. Es folgte der Abschluss der Lehre und Gesellenprüfung im Jänner [[1938]]. Dann war Kronreif beim [[Gartenau]]er [[Zementwerk Leube GmbH|Zementwerk der Gebrüder Leube]] als Schmiedhelfer und Schlosser beschäftigt. | ||
Die Einberufung zur deutschen Wehrmacht führte ihn zu Fronteinsätzen in Frankreich, Skandinavien und Griechenland. Im April [[1945]] kehrte er als Leutnant unversehrt nach Hallein zurück. Unter Lebensgefahr entschärfte er die von der SS errichtete Panzersperre auf der [[Salzachtal Bundesstraße]] und konnte so eine ernsthafte Beschädigung des Gasthauses Hohlwegwirt verhindern. Die Stahlbetonbrücke über die [[Königseeache]] konnte er aber nicht mehr retten. Diese wurde tatsächlich gesprengt. | |||
Nach Kriegende übernahm er gemeinsam mit seiner Ehefrau Ida und seiner Tante die Führung des Gasthauses, | Nach Kriegende übernahm er gemeinsam mit seiner Ehefrau Ida und seiner Tante Loli die Führung des Gasthauses, das in den folgenden Jahren ständig ausgebaut und modernisiert wurde. Seine große Begeisterung galt jedoch dem Motorsport. | ||
In Hallein sorgte Ernst Kronreif als Obmann der Kraftfahrer-Ortsgruppe des [[ARBÖ]] Hallein, die am [[11. März]] [[1951]] wieder aus der Taufe gehoben wurde, für neuen Schwung. Im selben Jahr startete er beim [[1. Mai Rennen]] in der Kategorie ''Automobile-, Sport- und Tourenwagen'' mit seinem Eigenbau '' | In Hallein sorgte Ernst Kronreif als Obmann der Kraftfahrer-Ortsgruppe des [[ARBÖ]] Hallein, die am [[11. März]] [[1951]] wieder aus der Taufe gehoben wurde, für neuen Schwung. Im selben Jahr startete er beim [[1. Mai Rennen]] in der Kategorie ''Automobile-, Sport- und Tourenwagen'' mit seinem Eigenbau ''Salmson 1098''. | ||
Seine große Freude waren seine Gattin Ida und die Kinder Richarda und Ernst. Seine Schaffenskraft wurde durch lange heimtückische Krankheit immer mehr geschwächt. | Seine große Freude waren seine Gattin Ida und die Kinder Richarda und Ernst. Seine Schaffenskraft wurde durch lange heimtückische Krankheit immer mehr geschwächt. Die letzte Zeit gepflegt von seiner Tante Loli in deren Haus in Grödig, dem heutigen Gemeindeamt, erlag Ernst Kronreif am 24. Mai 1960 in Grödig seinem Krebsleiden. | ||
====KTM==== | ====Kronreif und KTM==== | ||
Aus seiner Leidenschaft für Motorsport ergab sich auch seine eigentliche Berufung und Bestimmung. Die Mitbegründung der [[KTM]] Werke | Aus seiner Leidenschaft für Motorsport ergab sich auch seine eigentliche Berufung und Bestimmung. Die Mitbegründung der [[KTM]] Werke. | ||
"Rutsch rüber" sagte [[Ernst Kussin]] zu dem auf einem Tisch in der Wartehalle des [[Salzburger Hauptbahnhof]] liegenden Ernst Kronreif seinerzeit nach dem Krieg. Dieser wartete auf das einzige Verkehrsmittel, das in die Nähe von Hallein-Taxach fuhr, die [[Rote Elektrische]]. Ernst Kussin, der ebenfalls in Hallein wohnte, kannte „den Moser“ und der war wiederum mit [[Hans Trunkenpolz]] bekannt. Trunkenpolz und Moser hatten nämlich eine Firma mit dem Namen „KTM“ in Mattighofen. | |||
Ernst Kronreif wohnte bei seiner Tante beim Hohlwegwirt in Taxach und bastelte gerade an seinem Monoposto-Rennwagen "Salmson", mit der er [[Motorrad-Skijöring]]s fahren wollte. Trunkenpolz wollte Motorräder bauen und hatte kein Geld. Kronreif hatte Ideen und - seine Tante - das Geld. So kam es dann [[1954]] zur Gründung der Firma „KTM“ - "KTM-Motorfahrzeugbau KG, Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen ". Vorher bedeutete KTM "Kraftfahrzeuge, Trunkenpolz, Mattighofen". | |||
Der Gesellschaftsvertrag mit seinem Partner [[Hans Trunkenpolz]] wurde im April [[1954]] geschlossen. Ab diesem Zeitpunkt stand neben der Familie die Entwicklungsarbeit, der Vertrieb und das Renngeschäft für KTM im Zentrum seines Interesses. | |||
Zu den herausragenden Leistungen des KTM Teams der ersten Stunde gehörte unter anderem die Nonstop-Fahrt Paris - Wien der 125 cm² KTM Maschinen am [[30. September]] 1954. Für die Strecke von 1278 km benötigten die drei Fahrer Hans Trunkenpol, [[Albert Brenter]] und [[Paul Schwarz]] 18,16 Stunden reine Fahrzeit, was immerhin einen Schnitt von beinahe 70 km/h bedeutete. Die gesamte Fahrzeit inkl. Pausen und Fahrerwechsel betrug 21:41 Stunden und somit war das Team von KTM mit dem "Motorrad" schneller als damals der "Arlberg-Express-Zug" auf selber Strecke! | |||
==Kronreif und technische Entwicklungen== | |||
Stellvertretend für seinen Pioniergeist seien folgende Entwicklungen aufgezählt: | |||
* Umbau eines Klein-LKW mit Ford V8 Motor zu einem achtsitzigen PKW mit Holzrahmenkonstruktion | |||
* Umgestaltung eines Monoposto-Rennwagens "Salmson" zu einem zweisitzigen Rennsportwagen | |||
* Bau eines Rennsportwagens mit Mittelmotor (BMW 750 cm²) auf VW Basis | |||
==Gedenkveranstaltung== | ==Gedenkveranstaltung== | ||