Haus St. Katharina: Unterschied zwischen den Versionen
K (+ {{Bildkat}}) |
K (Textersetzung - „Kategorie:historische Gebäude“ durch „Kategorie:historisches Gebäude“) |
||
| Zeile 45: | Zeile 45: | ||
[[Kategorie:Neumarkt am Wallersee]] | [[Kategorie:Neumarkt am Wallersee]] | ||
[[Kategorie:Architektur]] | [[Kategorie:Architektur]] | ||
| − | [[Kategorie: | + | [[Kategorie:historisches Gebäude]] |
Version vom 22. Oktober 2018, 13:21 Uhr
Das Haus St. Katharina ist ein Haus der Begegnung in der Flachgauer Stadt Neumarkt am Wallersee.
Geschichte
Das Haus steht auf einer Parzelle neben der Stadtpfarrkirche zum heiligen Nikolaus, die bis 1845 unverbaut war. Denn sie liegt unmittelbar neben dem Schanzhäusl und Schwanzwall, die als Verteidigungsanlagen um die Kirche errichtet waren.
Den Marktbrand im Jahr 1879 überlebte das Haus ebenso wie den Großbrand der Kirche 1887. Doch am 22. Juli 1888 brannte auch dieses Gebäude. Georg Eisl, Kommandant der Feuerwehr] von 1887 bis 1900, kaufte die Brandruine, baute das Haus neu auf und wohnte mit seiner Familie zwölf Jahre lang darin.
Unter den weiteren Besitzern waren dann auch zwei Ehrenbürger der damaligen Marktgemeinde. Der Bürgermeister, Weinhändler und Käsereibesitzer Martin Sinnhuber lebte im 20. Jahrhundert in diesem Haus. Medizinalrat Dr. Eugen Konrad war 30 Jahre lang Sprengelarzt in Neumarkt, hatte in diesem Gebäude auch seine Arztpraxis und wohnte darin. Er wurde 1954 zum Ehrenbürger der Marktgemeinde ernannt.
Von 1965 bis 1992 diente das Haus Nr. 6 an der Kirchenstraße als provisorischer Pfarrhof und als Wohnung für Geistl. Rat Pfarrer Matthias Schwab. Nachdem er krankheitsbedingt ins Seniorenwohnheim St. Nikolaus − ebenso wie seine Haushälterin Margarethe Haggenmüller − übersiedelt war, verfiel das Gebäude.
Neue Belebung
Nach längerer Zeit wurde die Frage diskutiert, wie man das leer stehende Haus sanieren und nutzen könnte. Da es Teil eines markanten Ensembles ist, wollte man schon bei der Planung darauf achten, dass der Charakter des Gebäudes erhalten bleibt. Der Pfarrkirchenrat befasste sich erstmals am 19. Februar 2010 mit diesen Fragen.
Nachdem mit der Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee ein Mietvertrag ausgehandelt worden war und diese mit einer Mietvorauszahlung ein Drittel der Baukosten übernommen hatte, brachten die Stadtpfarre Neumarkt am Wallersee und die Erzdiözese Salzburg die beiden anderen Drittel auf. Im Sommer 2013 begannen die Sanierungsarbeiten und am 28. September 2014 konnte das Gebäude von Stadtpfarrer Dr. Michael Max gesegnet werden.
Dem Neumarkter Architekten DI Martin Schönberger gelang es, eine architektonische Besonderheit des Hauses, die "preußischen Kappendecken", wieder ins rechte Licht zu rücken. Preußische Kappendecken sind Segmentgewölbe auf Eisentraversen. Diese findet man im Haus St. Katharina in allen drei Stockwerken.
Von den alten, bis zu 70 Zentimeter dicken Mauern ließ der Architekt an einer Stelle etwas sichtbar bleiben, ebenso die Stahlträger der Kappengewölbe, die sandgestrahlt und farblich betont wurden.
Bei der Sanierung kamen überwiegend Neumarkter Betriebe zum Zug. Es wurden ökologische Baumaterialien verwendet, wie beispielsweise Vollwärmeschutz-Hanfdämmplatten von zwölf Zentimetern, aus einem nachwachsenden Rohstoff. Das Haus ist mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, die mit Fernwärme betrieben wird.
Eröffnung des Hauses
Am Sonntag, den 28. September 2014, wurde das Gebäude im Rahmen des Erntedankfestes gesegnet.
Kosten
Die Gesamtinvestition betrug € 540.000,--
Nutzung
Im Haus St. Katharina wird die Regionalstelle der Caritas Salzburg untergebracht. Es gibt eine Teeküche für alle Nutzer des Hauses. Zwei Räume werden von der Stadtgemeinde für Vereine angemietet.
Bilder
Haus St. Katharina – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quelle
- Doppelpunkt, die Flachgauer Rundschau, Ausgabe Oktober 2014