Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt: Unterschied zwischen den Versionen

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== Geschichte ==
 
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Der Ursprung der Wallfahrt ist heute nicht mehr historisch belegbar. Pater Virgil Waß trug für seine ''Werfenwenger Wallfahrtsgeschichte'' von [[1916]] lediglich mehrere Legenden zusammen. Fest steht aber, dass die Kirche am [[8. September]] [[1509]] geweiht wurde. Die dreischiffige spätgotische Hallenkirche musste aufgrund einer Senkung [[1565]] neu gewölbt werden. Der Turm aus dem Jahr [[1627]] beginnt unten in quadratischer Form, um oberhalb des dritten Stocks in ein Oktogon mit spitzem Dach überzugehen. Der Hochaltar stammt von [[1763]] und enthält ein [[1510]] geschniztztes Gnadenbild: Die stehende Mutter Gottes mit Kind am Arm wird von sechs barocken Engeln umgeben. Die Orgel aus dem Jahr [[1770]] wurde von [[Johann Rochus Egedacher]], dem Sohn des Orgelbauers [[Johann Christoph Egedacher]], gebaut. Der Tabernakel stammt von [[Josef Gold]] aus dem Jahr [[1915]].  
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Der Ursprung der [[Wallfahrt]] ist heute nicht mehr historisch belegbar. Pater Virgil Waß trug für seine ''Werfenwenger Wallfahrtsgeschichte'' von [[1916]] lediglich mehrere Legenden zusammen. Fest steht aber, dass die Kirche am [[8. September]] [[1509]] geweiht wurde. Das Gnadenbild der Wallfahrt, eine Muttergottes mit Kind ([[16. Jahrhundert]]) steht auf dem barocken Hochaltar der Kirche. Im Vorraum der Kirche hängen einige historische Votivbilder.
  
Die Wallfahrt erfuhr ihren größten Aufschwung in Zeiten von Not, Elend oder Bedrohung. Zum Beispiel in den Jahren [[1635]] oder [[1710]], als die schwarze Pest das Tal heimsuchte, zur Zeit der Viehseuche von [[1742]] oder [[1809]], als in der Nähe am [[Pass Lueg]] die Gefechte der [[Befreiungskrieg 1809|Napoleonischen Kriege]] tobten.
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Die dreischiffige [[Gotik|spätgotische]] Hallenkirche musste aufgrund einer Senkung [[1565]] neu gewölbt werden.
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Der Turm aus dem Jahr [[1627]] beginnt unten in quadratischer Form, um oberhalb des dritten Stocks in ein Oktogon mit spitzem Dach überzugehen. Der Hochaltar stammt von [[1763]] und enthält ein [[1510]] geschnitzes Gnadenbild: Die stehende Mutter Gottes mit Kind am Arm wird von sechs [[barock]]en Engeln umgeben. Die Orgel aus dem Jahr [[1770]] wurde von [[Johann Rochus Egedacher]], dem Sohn des Orgelbauers [[Johann Christoph Egedacher]], gebaut. Der Tabernakel stammt von [[Josef Gold]] aus dem Jahr [[1915]].
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Die Wallfahrt erfuhr ihren größten Aufschwung in Zeiten von Not, Elend oder Bedrohung. Zum Beispiel in den Jahren [[1635]] oder [[1710]], als die schwarze [[Pest]] das Tal heimsuchte, zur Zeit der Viehseuche von [[1742]] oder [[1809]], als in der Nähe am [[Pass Lueg]] die Gefechte der [[Befreiungskrieg 1809|Napoleonischen Kriege]] tobten.
  
 
Die Kirche wurde nach ihrer Gründung von [[Pfarrwerfen]] aus betreut. Am [[3. Juli]] [[1744]] wurde das Vikariat Werfenweng gegründet. Erst [[1830]] erhielt das Vikariat einen eigenen Friedhof. Schließlich wurde Werfenweng am [[1. Juli]] [[1891]] zur Pfarre erhoben. Erster Pfarrer war der vorherige Vikar Simeon Hutzinger.  
 
Die Kirche wurde nach ihrer Gründung von [[Pfarrwerfen]] aus betreut. Am [[3. Juli]] [[1744]] wurde das Vikariat Werfenweng gegründet. Erst [[1830]] erhielt das Vikariat einen eigenen Friedhof. Schließlich wurde Werfenweng am [[1. Juli]] [[1891]] zur Pfarre erhoben. Erster Pfarrer war der vorherige Vikar Simeon Hutzinger.  
Wallfahrt Werfenweng
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Wallfahrt Werfenweng.
 
 
  
Etwa 50 Meter östlich der Kirche Maria Geburt in Werfenweng steht ein drei Meter hoher aus Tuffstein erbauter Bildstock, die so genannte „Ursprungskapelle“. Er birgt ein hölzernes Relief aus dem 20. Jahrhundert, das die Ursprungslegenden darstellt.
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== Ursprungskapelle ==
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Etwa 50 Meter östlich der Kirche steht ein drei Meter hoher aus Tuffstein erbauter Bildstock, die so genannte „Ursprungskapelle“. Sie birgt ein hölzernes Relief aus dem [[20. Jahrhundert]], das die Ursprungslegenden darstellt.
  
Östlich des Bildstocks entspringt eine Quelle, die seit dem 16. Jahrhundert zahlreiche Wallfahrer anzog. Gleich drei Legenden über den Ursprung der Wallfahrt sind überliefert. Die bekannteste berichtet, wie die Gottesmutter die Windeln ihres Sohnes Jesus an der Quelle wusch und dabei von Hirten beobachtet wurde. Die Quelle galt daraufhin als wundertätig und wurde meist bei Augenleiden angewandt. Das Gnadenbild der Wallfahrt, eine Muttergottes mit Kind (16. Jh.) steht auf dem barocken Hochaltar der Kirche. Im Vorraum der Kirche hängen einige historische Votivbilder. In jüngster Zeit wurde ein neuer Brunnen aus Stein mit einer Madonnenfigur auf einer Säule errichtet. Er spendet Trinkwasser aus dem lokalen Leitungsnetz. Die unterirdische „Augenwasserl“-Quelle befindet sich direkt darunter und ist über eine Stiege zu erreichen.
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Östlich des Bildstocks entspringt eine Quelle, die seit dem 16. Jahrhundert zahlreiche Wallfahrer anzog.  
  
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Gleich drei Legenden über den Ursprung der Wallfahrt sind überliefert. Die bekannteste berichtet, wie die Gottesmutter die Windeln ihres Sohnes Jesus an der Quelle wusch und dabei von Hirten beobachtet wurde. Die Quelle galt daraufhin als wundertätig und wurde meist bei Augenleiden angewandt.
  
Johannes Neuhardt: Wallfahrten im Erzbistum Salzburg, München 1982
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In jüngster Zeit wurde ein neuer Brunnen aus Stein mit einer Madonnenfigur auf einer Säule errichtet. Er spendet Trinkwasser aus dem lokalen Leitungsnetz. Die unterirdische „Augenwasserl“-Quelle befindet sich direkt darunter und ist über eine Stiege zu erreichen.
  
 
== Quellen ==
 
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* [http://www.werfenweng.gv.at/pfarre/wp-content/uploads/2011/04/20090908-Festvortrag-Mag-Kerschbaum.pdf Festvortrag zum 500-Jahr-Jubiläum]
 
* [http://www.werfenweng.gv.at/pfarre/wp-content/uploads/2011/04/20090908-Festvortrag-Mag-Kerschbaum.pdf Festvortrag zum 500-Jahr-Jubiläum]
 
* [http://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Johann_Rochus_Egedacher AustriaWiki Eintrag zu Johann Egedacher]
 
* [http://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Johann_Rochus_Egedacher AustriaWiki Eintrag zu Johann Egedacher]
* Johannes Neuhardt: Wallfahrten im Erzbistum Salzburg, München 1982 (Abschnitt Eintrag über die Ursprungskapelle)  
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* [[Johannes Neuhardt]]: ''Wallfahrten im Erzbistum Salzburg'', München 1982 (Abschnitt Eintrag über die Ursprungskapelle)  
  
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Version vom 10. Juli 2017, 15:43 Uhr

Wallfahrtskirche Maria Geburt, Werfenweng

Die Pfarr- und ehemalige Wallfahrtskirche Mariä Geburt steht am Ortsende von Werfenweng etwas erhöht über dem Pongauer Ort.

Geschichte

Der Ursprung der Wallfahrt ist heute nicht mehr historisch belegbar. Pater Virgil Waß trug für seine Werfenwenger Wallfahrtsgeschichte von 1916 lediglich mehrere Legenden zusammen. Fest steht aber, dass die Kirche am 8. September 1509 geweiht wurde. Das Gnadenbild der Wallfahrt, eine Muttergottes mit Kind (16. Jahrhundert) steht auf dem barocken Hochaltar der Kirche. Im Vorraum der Kirche hängen einige historische Votivbilder.

Die dreischiffige spätgotische Hallenkirche musste aufgrund einer Senkung 1565 neu gewölbt werden.

Der Turm aus dem Jahr 1627 beginnt unten in quadratischer Form, um oberhalb des dritten Stocks in ein Oktogon mit spitzem Dach überzugehen. Der Hochaltar stammt von 1763 und enthält ein 1510 geschnitzes Gnadenbild: Die stehende Mutter Gottes mit Kind am Arm wird von sechs barocken Engeln umgeben. Die Orgel aus dem Jahr 1770 wurde von Johann Rochus Egedacher, dem Sohn des Orgelbauers Johann Christoph Egedacher, gebaut. Der Tabernakel stammt von Josef Gold aus dem Jahr 1915.

Die Wallfahrt erfuhr ihren größten Aufschwung in Zeiten von Not, Elend oder Bedrohung. Zum Beispiel in den Jahren 1635 oder 1710, als die schwarze Pest das Tal heimsuchte, zur Zeit der Viehseuche von 1742 oder 1809, als in der Nähe am Pass Lueg die Gefechte der Napoleonischen Kriege tobten.

Die Kirche wurde nach ihrer Gründung von Pfarrwerfen aus betreut. Am 3. Juli 1744 wurde das Vikariat Werfenweng gegründet. Erst 1830 erhielt das Vikariat einen eigenen Friedhof. Schließlich wurde Werfenweng am 1. Juli 1891 zur Pfarre erhoben. Erster Pfarrer war der vorherige Vikar Simeon Hutzinger. Wallfahrt Werfenweng.

Ursprungskapelle

Etwa 50 Meter östlich der Kirche steht ein drei Meter hoher aus Tuffstein erbauter Bildstock, die so genannte „Ursprungskapelle“. Sie birgt ein hölzernes Relief aus dem 20. Jahrhundert, das die Ursprungslegenden darstellt.

Quelle

Östlich des Bildstocks entspringt eine Quelle, die seit dem 16. Jahrhundert zahlreiche Wallfahrer anzog.

Gleich drei Legenden über den Ursprung der Wallfahrt sind überliefert. Die bekannteste berichtet, wie die Gottesmutter die Windeln ihres Sohnes Jesus an der Quelle wusch und dabei von Hirten beobachtet wurde. Die Quelle galt daraufhin als wundertätig und wurde meist bei Augenleiden angewandt.

In jüngster Zeit wurde ein neuer Brunnen aus Stein mit einer Madonnenfigur auf einer Säule errichtet. Er spendet Trinkwasser aus dem lokalen Leitungsnetz. Die unterirdische „Augenwasserl“-Quelle befindet sich direkt darunter und ist über eine Stiege zu erreichen.

Quellen