Sgraffito am Thalhammer-Haus von Karl Reisenbichler: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Sgraffito von Karl Reisenbichler''' befindet sich am historischen [[Hauptmautamt]] an der Ecke [[Rathausplatz (Stadt Salzburg)|Rathausplatz]] 2 - [[Sigmund-Haffner-Gasse]] 2 in der [[Salzburg]]er [[Altstadt]]. | Das '''Sgraffito von Karl Reisenbichler''' befindet sich am historischen [[Hauptmautamt]] an der Ecke [[Rathausplatz (Stadt Salzburg)|Rathausplatz]] 2 - [[Sigmund-Haffner-Gasse]] 2 in der [[Salzburg]]er [[Altstadt]]. | ||
== Entstehung == | |||
Für seinen großen Auftrag zur "''Außenbemalung des [[Textilhaus Thalhammer|Kaufhauses Thalhammer]] am Rathausplatz''" und um die "''Gestaltung des monumentalen Bildschmuckes der Außenarchitektur einzuleiten''", zog sich der Künstler für einige Wochen in den [[Lungau]] zurück, um Skizzen einzelner handwerklicher Arbeiten (Bewegung des Menschen, aber auch der Pflanzen und Tierwelt, Schafschur, Web-, Walkszenen, Färberei, Frächterei) für das ca 100 m² große Kunstwerk vorzubereiten. Im August [[1927]] erregten die Arbeiten aufgrund der zu befürchtenden Verkehrsstörungen in der "räumlichen Enge der [[Altstadt]]" großes Aufsehen. "Das Für und Wider erreichte derartige Anteilnahme, daß selbst die Polizei daran teilnahm." | |||
In elf Sgraffito-Darstellungen wird die Tucherzeugung von der Schafschur bis zur fertigen Kleiderverarbeitung zum Ausdruck gebracht. Ein Spruchband mit Texten des Künstlers verbindet die einzelnen Schmuckbilder des Frieses am [[Rathausplatz (Stadt Salzburg)]]. | |||
# "Die Wolle die man hier gewinnt und an dem Rad zu Garne spinnt die wird allhier zu Tuch gemacht. | |||
# und ferner nach der Walch gebracht, es folgt Farb und Scher hierauf | |||
# Womit es fertig zum Verkauf, der Frächter führt es über Land | |||
# Der Kaufherr prüft mit kund’ger Hand | |||
# Zur Auswahl liegt das Tuch bereit | |||
# Und jeder wählet hier sein Kleid" | |||
signiert am unteren Rand der vorletzten Bildszene Karl Reisenbichler 1927 | |||
Gerade die genaue Detailfreudigkeit des Künstlers in den einzelnen Szenerien beeindruckt bis heute. Die in Neo-Sgraffito-Technik eingekratzte Erbauungsgeschichte des Thalhammer-Hauses beginnt in der [[Sigmund-Haffner-Gasse]] 2 "''Dies Haus ursprünglich Landschadenhaus, später k&k Polizeidirektion war im Besitz: um 1421 Bernhard Hohenfelder;''" und endet [[1896]] mit [[Maria Wegscheider]] (geb. [[Rudolf Biebl|Biebl]]), die in diesem Bürgerhaus ein Verkaufsgewölbe für Textilien errichtete. In diesem Hause lebte und starb auch der große Barockkomponist [[Heinrich Ignaz Franz Biber]] (* 1644, † 1704) von [[1690]] bis zu seinem Tode um [[1704]] mit seiner kinderreichen Familie (11 Kinder). | |||
Am [[20. September]] [[1927]], wird dem Akademischen Maler Karl Reisenbichler "''Lob, Dank und Anerkennung für die Erstellung der Fresken am Hause des Herrn [[Franz Thalhammer]]''" durch den Geschäftsführer, Schriftleiter des [[Salzburger Stadtverein]]es, Herrn [[Sepp Zulehner]], ausgesprochen. | |||
== Das Sgraffito == | == Das Sgraffito == | ||
Im ersten Stock zeigt das Eckgebäude | Im ersten Stock zeigt das Eckgebäude das Sgraffito in Einzelbildern die Herstellung und Verarbeitung des Tuchesvon der Schafschur bis zum Anfertigen eines Kleides. | ||
* ''Sigmund-Haffner-Gasse 2'' | * ''Sigmund-Haffner-Gasse 2'' | ||