Wilder-Mann-Brunnen: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Wilde Mann Plastik mit Wappen der Stadt Salzburg am Wilde-Mann-Brunnen.jpg|thumb|Wilde Mann Plastik mit dem [[Wappen der Stadt Salzburg]]]] | [[Datei:Wilde Mann Plastik mit Wappen der Stadt Salzburg am Wilde-Mann-Brunnen.jpg|thumb|Wilde Mann Plastik mit dem [[Wappen der Stadt Salzburg]]]] | ||
| − | Der '''Wilde-Mann-Brunnen''' ist der frühere Salzburger '''Fischmarkt-Brunnen''' aus dem Jahre [[1620]]. Die Brunnenanlage mit Brunnenfigur, fließendem Wasser und Fischkaltern diente der Abhaltung des [[Salzburger Fischmarkt]]es. Der Brunnen ist zurzeit auf dem [[Max-Reinhardt-Platz]] in der Salzburger [[Altstadt]] aufgestellt. | + | Der '''Wilde-Mann-Brunnen''' ist der frühere Salzburger '''Fischmarkt-Brunnen''' aus dem Jahre [[1620]], der zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg]] zählt. |
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Version vom 24. Mai 2016, 08:23 Uhr
Der Wilde-Mann-Brunnen ist der frühere Salzburger Fischmarkt-Brunnen aus dem Jahre 1620, der zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg zählt.
Allgemeines
Die Brunnenanlage mit Brunnenfigur, fließendem Wasser und Fischkaltern diente der Abhaltung des Salzburger Fischmarktes. Der Brunnen ist zurzeit auf dem Max-Reinhardt-Platz in der Salzburger Altstadt aufgestellt.
Geschichte
Der erste nachweisbare Salzburger Fischmarkt wurde am Löchlplatz, heute Hagenauerplatz, abgehalten. Für das Fischputzen hatte man 1548 einen hölzernen Brunnen für fließendes Wasser errichtet, mit dem auch die Fischkalter gespeist wurden. Fürsterzbischof Wolf Dietrich ließ ihn 1599 durch einen Röhrenbrunnen ersetzen, der mit Fischbecken umgeben war und später mit einer Maria-Immaculata-Statue geziert wurde. Die quadratische Anlage aus Untersberger Marmor wurde 1873 abgetragen. Lediglich die barocke Marienstatue mit fünfsternigem Strahlenkranz, vermutlich um 1700 geschaffen[1], ist erhalten geblieben und steht jetzt im Garten[2] des Herz-Jesu-Heims [3] in der Riedenburg.
Als Anfang des 17. Jahrhunderts der Löchlplatz für die Abhaltung des Fischmarktes zu klein wurde, verlegte die Stadtgemeinde von Salzburg[4] den Fischmarkt an den Gries, dem heutigen Ferdinand-Hanusch-Platz, vor die Alte Thürnitz, wobei der Brunnen mit den alten Fischbecken am Löchlplatz verblieb. Die neuen Fischkalter mit einem dazugehörigen Brunnen entwarf vermutlich Santino Solari, die Ausführung oblag dem Steinmetzmeister Martin Pfenninger aus Himmelreich. Dieser schuf 1620 das quadratische Marmorbecken, in dessen Mitte eine Marmorsäule steht, aus deren Basis vier Speier fließendes Wasser sprudeln lassen. Weitere Wasserspeier sind an den Beckenwänden vorhanden und lassen das Wasser in tiefer liegende Flachbecken rinnen. Auf der Säule steht eine Brunnenfigur, ein furchteinflößender Wappenhüter, der in seiner Rechten drohend eine an einen Dreizack erinnernde lange Keule hält, mit seiner Linken stolz das Recht der Stadt über den Fischmarkt ausdrückende Salzburger Stadtwappen.[5]
1872 wurde der Fischmarkt vorübergehend wieder auf den Hagenauerplatz, wo noch der Fischmarktbrunnen aus dem Jahre 1599 stand, abgehalten, während der Wilde-Mann-Brunnen vor der alten Hofreitschule, gleich neben dem heutigen Bühnenhaus des ehemaligen kleinen Festspielhauses, aufgebaut wurde. 1937 versetzte man ihn abermals, er steht seither am Rand des Furtwänglerparks.[6].
Brunnenfigur
Die Brunnenfigur stellt einen „Wilden Mann“ dar,[7] einen Wappenhüter des Salzburger Stadtwappens. Diese aus Kupferblech getriebene Plastik stammt aus dem Jahr 1620. Von November 2011 bis Mai 2012 wurde sie in der Werkstatt der Metallrestauratorin Elisabeth Krebs in Wien um 100.000 Euro restauriert. 35.000 Euro zahlte das Bundesdenkmalamt, 65.000 Euro die Stadt Salzburg. Das mehrmalige Umsetzen der Plastik im Laufe der Zeit hatten Spuren hinterlassen: viele Blätter des ‚Kleides‘ des Wilden Mannes waren abgebrochen, ein ‚Fuß‘ war zur Fixierung am Steinsockel flachgedrückt gewesen und drei ‚Zehen‘ fehlten ihm überhaupt. Bei den Restaurierungsarbeiten wurde die überraschende Entdeckung gemacht, dass der Wilde Mann einst bunt bemalt gewesen sein muss.
Quellen
- Dorn, Herbert: Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen. In: Spurensuche in Salzburg. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten, hg. vom SMCA, Salzburg 1996, ISBN 3-901014-49-7, S. 7–12.
- Eltz-Hoffmann, Lieselotte: Salzburger Brunnen, Schriftenreihe Stadtverein Salzburg, 1979
- Kutschera Barbara: Brunnen in Salzburg, Verlag Salzburger Druckerei, Salzburg 1980
- Bundesdenkmalamt
Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974
- "Salzburger Nachrichten", 11. Mai 2012
Fußnoten
- ↑ Heinz Schuler: Mozarts Salzburger Freunde und Bekannte. Biographien und Kommentare, Wilhelmshaven 1998, S. 34.
- ↑ dieser Garten basiert auf dem sogenannten Wolfegg-Garten, den Domherr Wolfegg anlegen ließ und 1789 – 1817 besaß. Vergl.: Moÿ, Johannes, Graf von: Der Domherr Wolfegg und sein Tuskulum. In: Barock in Salzburg, Festschrift für Hans Sedlmayr, hg. von Johannes Graf von Moÿ, Pustet, Salzburg 1977, S. 119 – 143, hier: S. 126 und 140.
- ↑ Dorn, Herbert: Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen. In: Spurensuche in Salzburg, Salzburg 1996, S. 7.
- ↑ unter Bürgermeister (1611 – 1636) Kaspar Hahn († 1636)
- ↑ Herbert Dorn: Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen. In: Spurensuche in Salzburg, Salzburg 1996, S. 8f
- ↑ Quelle Buch Salzburger Fotografien 1880 – 1918
- ↑ nach diesem Brunnen ist das Gasthaus zum wilden Mann benannt