KZ-Nebenlager Uttendorf-Weißsee: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Krieg war längst verloren. Dennoch mussten im eisigen Winter 1945 24 879 Zwangsarbeiter in Stadt und Land Salzburg für den "Endsieg" schuften. Unter anderem in mehreren Nebenlagern des KZ Dachau. Solche gab es in [[St. Gilgen]] (25 Personen), in [[Pabenschwandt]] (Gemeinde [[Plainfeld]], zirka neun Personen) oder in [[Hallein]]. In Hallein waren in Baracken auf dem Gelände des Steinbruchs der Gebrüder Deisl bis zu 90 Menschen untergebracht. | Der Krieg war längst verloren. Dennoch mussten im eisigen Winter 1945 24 879 Zwangsarbeiter in Stadt und Land Salzburg für den "Endsieg" schuften. Unter anderem in mehreren Nebenlagern des [[Konzentrationslager Dachau|KZ Dachau]]. Solche gab es in [[St. Gilgen]] (25 Personen), in [[Pabenschwandt]] (Gemeinde [[Plainfeld]], zirka neun Personen) oder in [[Hallein]]. In Hallein waren in Baracken auf dem Gelände des Steinbruchs der Gebrüder Deisl bis zu 90 Menschen untergebracht. | ||
Das größte Nebenlager von Dachau befand sich in Uttendorf, im Gebiet des Weißsees. Die Gefangenen waren wie in Kaprun im Kraftwerksbau eingesetzt. Dem "Arbeitskommando Weißsee" waren 450 Arbeiter zugeteilt. Parallel zur [[Tauernkraftwerke Kaprun|Großbaustelle in Kaprun]] (6 300 Zwangsarbeiter im Zeitraum 1939 bis 1945), wurde in Uttendorf eines der besonders dunklen Kapitel in diesem Land geschrieben. | Das größte Nebenlager von Dachau befand sich in Uttendorf, im Gebiet des Weißsees. Die Gefangenen waren wie in Kaprun im Kraftwerksbau eingesetzt. Dem "Arbeitskommando Weißsee" waren 450 Arbeiter zugeteilt. Parallel zur [[Tauernkraftwerke Kaprun|Großbaustelle in Kaprun]] (6 300 Zwangsarbeiter im Zeitraum 1939 bis 1945), wurde in Uttendorf eines der besonders dunklen Kapitel in diesem Land geschrieben. | ||
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Zum Teil wurden Zwangs arbeiter auch in der Rudolfshütte untergebracht. Slupetzky: "''Die Hitlerjugend und andere NS-Organisationen nutzten die Hütte weiterhin für Alpinkurse. Auch Zivilisten konnten hier übernachten. Zu den prominentesten Gästen gehörten Luis Trenker und Heinrich Harrer. Der bereitete sich hier auf seine Himalayareise vor, die mit der Flucht nach Tibet endete.''" | Zum Teil wurden Zwangs arbeiter auch in der Rudolfshütte untergebracht. Slupetzky: "''Die Hitlerjugend und andere NS-Organisationen nutzten die Hütte weiterhin für Alpinkurse. Auch Zivilisten konnten hier übernachten. Zu den prominentesten Gästen gehörten Luis Trenker und Heinrich Harrer. Der bereitete sich hier auf seine Himalayareise vor, die mit der Flucht nach Tibet endete.''" | ||
Bei den aus dem KZ Dachau stammenden Arbeitern habe es sich überwiegend um Franzosen und Belgier gehandelt, aber auch um Polen und politische Häftlinge aus Österreich. Bewacht hätten die 450 Arbeiter, "abweichend von der sonst üblichen Praxis", sowohl Mitglieder der SS als auch Wehrmachtsangehörige. "''Die Arbeiter wurden in Gruppen von zehn bis 15 Mann aufgeteilt und einem bewaffneten deutschen Vorarbeiter unterstellt, der dafür zuständig war, dass die Arbeiten zügig voran gingen.''" | Bei den aus dem [[Konzentrationslager Dachau|KZ Dachau]] stammenden Arbeitern habe es sich überwiegend um Franzosen und Belgier gehandelt, aber auch um Polen und politische Häftlinge aus Österreich. Bewacht hätten die 450 Arbeiter, "abweichend von der sonst üblichen Praxis", sowohl Mitglieder der SS als auch Wehrmachtsangehörige. "''Die Arbeiter wurden in Gruppen von zehn bis 15 Mann aufgeteilt und einem bewaffneten deutschen Vorarbeiter unterstellt, der dafür zuständig war, dass die Arbeiten zügig voran gingen.''" | ||
Die Geschichte der Kraftwerksbauten im Uttendorfer [[Stubachtal]] reicht bis in die Zeit des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] zurück. 1913/14 fiel der Startschuss für den Bau der [[Stausee Tauernmoossee|Tauernmoossperre]]. Die Kraftwerksgruppe sollte so rasch wie möglich realisiert werden. Ziel war es, mit Wasserenergie aus dem Stu-bachtal die Bahnstrecke Salzburg-Wörgl zu elektrifizieren. Zwischen 1926 und 1929 wurde der Bau durch die Österreichischen Bundesbahnen vorangetrieben. 1938 änderten sich die Besitzverhältnisse. Die ÖBB wurden in die Reichsbahn eingegliedert. Auch die neuen Herren forcierten den Ausbau der Kraftswerksanlagen. | Die Geschichte der Kraftwerksbauten im Uttendorfer [[Stubachtal]] reicht bis in die Zeit des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] zurück. 1913/14 fiel der Startschuss für den Bau der [[Stausee Tauernmoossee|Tauernmoossperre]]. Die Kraftwerksgruppe sollte so rasch wie möglich realisiert werden. Ziel war es, mit Wasserenergie aus dem Stu-bachtal die Bahnstrecke Salzburg-Wörgl zu elektrifizieren. Zwischen 1926 und 1929 wurde der Bau durch die Österreichischen Bundesbahnen vorangetrieben. 1938 änderten sich die Besitzverhältnisse. Die ÖBB wurden in die Reichsbahn eingegliedert. Auch die neuen Herren forcierten den Ausbau der Kraftswerksanlagen. | ||