Saunickelschmiere: Unterschied zwischen den Versionen

K Textersetzung - „St. Gilgen“ durch „Sankt Gilgen“
K Textersetzung - „Sankt Gilgen“ durch „St. Gilgen“
Zeile 10: Zeile 10:
In der heutigen Zeit ist man bemüht, die alten Naturheilmethoden wieder neu zu beleben. Die Heilkräfte der Natur sollen wieder wirksam gemacht werden. Durch die Aktivierung bei therapeutischen Anordnungen und Maßnahmen soll durch den innersten Wunsch des Menschen die geistig-seelische Wandlung neu erzielt werden.
In der heutigen Zeit ist man bemüht, die alten Naturheilmethoden wieder neu zu beleben. Die Heilkräfte der Natur sollen wieder wirksam gemacht werden. Durch die Aktivierung bei therapeutischen Anordnungen und Maßnahmen soll durch den innersten Wunsch des Menschen die geistig-seelische Wandlung neu erzielt werden.


Die Bauern, Jäger und Holzfäller von [[St. Wolfgang]] kennen die Wunderkraft dieser "Saunickelschmiere". Sie behandeln die oft klaffenden, mit wildem Fleisch wuchernden Wunden mit dieser heilenden Salbe. Wie die Salbe hergestellt wird und wo diese Pflanze, aus der diese Wunderschmiere gewonnen wird, wächst bzw. aussieht, wissen nur mehr wenige, wie die "Hanslbauern Rosi" in [[Ried (Sankt Gilgen)|Ried bei St. Wolfgang]].  
Die Bauern, Jäger und Holzfäller von [[St. Wolfgang]] kennen die Wunderkraft dieser "Saunickelschmiere". Sie behandeln die oft klaffenden, mit wildem Fleisch wuchernden Wunden mit dieser heilenden Salbe. Wie die Salbe hergestellt wird und wo diese Pflanze, aus der diese Wunderschmiere gewonnen wird, wächst bzw. aussieht, wissen nur mehr wenige, wie die "Hanslbauern Rosi" in [[Ried (St. Gilgen)|Ried bei St. Wolfgang]].  


Die Sanikel wächst an schattigen Bachuferplätzen, etwa entlang des [[Dittelbach]]es in der [[Auerriesen]], blüht weißlich-gelb und zartrosa und wird im Mai mit den Blüten geerntet. Die Wurzeln wurden nach gründlicher Reinigung mit einem bestimmten Anteil Blüten versetzt und stundenlang in frisch ausgelassenem Schweinefett ausgekocht. Das eigentlich Heilende sind die Wurzeln, die einen hohen Gehalt von Saponinen aufweisen. Medizinische Eigenschaften sind: wundheilend, reinigend und narbenbildend. In Hildegards Schriften lesen wir: "Die Sanikel wirkt gegen Magenschmerzen, Erkrankungen der Eingeweide, und des Darmtraktes besonders wirksam bei inneren Verletzungen". Auch die Kräuterbuchautoren des [[16. Jahrhundert|16.]] und [[17. Jahrhundert]]s kannten die Sanikel bestens. Selbe priesen die außerordentliche Heilkraft dieses Wundheilmittels. "Hie haben wir abermals der rechten und berühmten Wundkreutter eins, welches nit allein heilet und zusammen hefft, sondern auch innwendig und außwendig alle wunden seubert und reinigt." "Wer Sanikel hat, braucht keinen Chirurgen", dieses alte Sprichwort hat auch für unsere Bauern Gültigkeit.
Die Sanikel wächst an schattigen Bachuferplätzen, etwa entlang des [[Dittelbach]]es in der [[Auerriesen]], blüht weißlich-gelb und zartrosa und wird im Mai mit den Blüten geerntet. Die Wurzeln wurden nach gründlicher Reinigung mit einem bestimmten Anteil Blüten versetzt und stundenlang in frisch ausgelassenem Schweinefett ausgekocht. Das eigentlich Heilende sind die Wurzeln, die einen hohen Gehalt von Saponinen aufweisen. Medizinische Eigenschaften sind: wundheilend, reinigend und narbenbildend. In Hildegards Schriften lesen wir: "Die Sanikel wirkt gegen Magenschmerzen, Erkrankungen der Eingeweide, und des Darmtraktes besonders wirksam bei inneren Verletzungen". Auch die Kräuterbuchautoren des [[16. Jahrhundert|16.]] und [[17. Jahrhundert]]s kannten die Sanikel bestens. Selbe priesen die außerordentliche Heilkraft dieses Wundheilmittels. "Hie haben wir abermals der rechten und berühmten Wundkreutter eins, welches nit allein heilet und zusammen hefft, sondern auch innwendig und außwendig alle wunden seubert und reinigt." "Wer Sanikel hat, braucht keinen Chirurgen", dieses alte Sprichwort hat auch für unsere Bauern Gültigkeit.