| − | Nannerl trat zusammen mit ihrem Bruder Wolfgang Amadeus bei den zahlreichen Reisen durch Europa als kindliche Pianistin in Konzerten auf. Ihre Begabung zur Komposition wurde auch von ihrem Bruder Wolfgang unterstützt. Allerdings gelang es ihr zeitlebens nie, aus dem Schatten des übermächtigen Bruder heraus zu treten. Mit zwölf Jahren, 1764, war Maria Anna Mozart "''eine der geschicktesten Spilerinnen in Europa''", eine gefragte Pianistin an zahlreichen Fürstenhöfen, wie es in Quellen heißt. Zeitlebens war sie eine begabte Musikerin und Musiklehrerin. Welches Pensum sie dabei erfüllte, zeigen ihre "Tagordnungen", die 1998 von [[Geneviève Geffray]], Leiterin der [[Bibliotheca Mozartiana]], veröffentlicht wurden. "''Die Nannerl accompagniert wie ein ieder Capellmeister''", hieß es 1778. Auch ihr Ehemann, der Pfleger von Sankt Gilgen, ermöglichte ihr eine gewisse musikalische Tätigkeit, er richtete ihr ein Klavierzimmer ein und versorgte sie finanziell ausreichend.<ref name="SL">Quelle Presseaussendung [[Salzburger Landeskorrespondenz]], 28. Oktober 2014</ref>. | + | Nannerl trat zusammen mit ihrem Bruder Wolfgang Amadeus bei den zahlreichen Reisen durch Europa als kindliche Pianistin in Konzerten auf. Ihre Begabung zur Komposition wurde auch von ihrem Bruder Wolfgang unterstützt. Allerdings gelang es ihr zeitlebens nie, aus dem Schatten des übermächtigen Bruder heraus zu treten. Mit zwölf Jahren, 1764, war Maria Anna Mozart "''eine der geschicktesten Spilerinnen in Europa''", eine gefragte Pianistin an zahlreichen Fürstenhöfen, wie es in Quellen heißt. Zeitlebens war sie eine begabte Musikerin und Musiklehrerin. Welches Pensum sie dabei erfüllte, zeigen ihre "Tagordnungen", die 1998 von [[Geneviève Geffray]], Leiterin der [[Bibliotheca Mozartiana]], veröffentlicht wurden. "''Die Nannerl accompagniert wie ein ieder Capellmeister''", hieß es 1778. Auch ihr Ehemann, der Pfleger von St. Gilgen, ermöglichte ihr eine gewisse musikalische Tätigkeit, er richtete ihr ein Klavierzimmer ein und versorgte sie finanziell ausreichend.<ref name="SL">Quelle Presseaussendung [[Salzburger Landeskorrespondenz]], 28. Oktober 2014</ref>. |
| − | Nannerl hätte gerne Franz Armand d`Ippold geheiratet, einen Erzieher der Edelknaben am fürstbischöflichen Hof. Doch der Vater verweigerte seine Zustimmung. Vielmehr fädelte er eine Eheschließung mit dem 15 Jahre älteren [[Reichsfreiherrn Johann Baptist Berchtold zu Sonnenburg]] (* [[1736]], † [[1801]]), [[Pfleger]] des [[Bezirksgericht Sankt Gilgen|Bezirksgerichts Sankt Gilgen]], ein, die am [[23. August]] [[1784]]<ref>Quelle [http://www.zeno.org/Musik/M/Tenschert,+Roland/Mozart.+Ein+K%C3%BCnstlerleben+in+Bildern+und+Dokumenten/Auf+neuen+Wegen/Hochzeitsgratulation+Mozarts+an+Schwester+Nannerl www.zeno.org]</ref> stattfand. Anschließend wurde im [[Hotel Gasthof zur Post Sankt Gilgen]] gefeiert. | + | Nannerl hätte gerne Franz Armand d`Ippold geheiratet, einen Erzieher der Edelknaben am fürstbischöflichen Hof. Doch der Vater verweigerte seine Zustimmung. Vielmehr fädelte er eine Eheschließung mit dem 15 Jahre älteren [[Reichsfreiherrn Johann Baptist Berchtold zu Sonnenburg]] (* [[1736]], † [[1801]]), [[Pfleger]] des [[Bezirksgericht St. Gilgen|Bezirksgerichts St. Gilgen]], ein, die am [[23. August]] [[1784]]<ref>Quelle [http://www.zeno.org/Musik/M/Tenschert,+Roland/Mozart.+Ein+K%C3%BCnstlerleben+in+Bildern+und+Dokumenten/Auf+neuen+Wegen/Hochzeitsgratulation+Mozarts+an+Schwester+Nannerl www.zeno.org]</ref> stattfand. Anschließend wurde im [[Hotel Gasthof zur Post St. Gilgen]] gefeiert. |
| − | Nannerl lebte mit ihrem Ehemann in [[Sankt Gilgen]] im Geburtshaus ihrer Mutter [[Anna Maria Walburga Pertl]]. Ihr Mann brachte fünf Kinder aus zwei Ehen ein, und sie gebar ihm drei Kinder: | + | Nannerl lebte mit ihrem Ehemann in [[St. Gilgen]] im Geburtshaus ihrer Mutter [[Anna Maria Walburga Pertl]]. Ihr Mann brachte fünf Kinder aus zwei Ehen ein, und sie gebar ihm drei Kinder: |
| | Nach dem Tod ihres Gatten 1801 kehrte sie nach Salzburg zurück und unterrichtete Klavier. Ihre letzten fünf Lebensjahre war sie blind. Nannerl verstarb am 29. Oktober 1829 in der [[Sigmund-Haffner-Gasse]] im [[Steinhauserhaus]] in Salzburg an Altersschwäche. Sie ist am [[Petersfriedhof]] in der Kommunengruft (Aufgang [[Katakomben]]) begraben. | | Nach dem Tod ihres Gatten 1801 kehrte sie nach Salzburg zurück und unterrichtete Klavier. Ihre letzten fünf Lebensjahre war sie blind. Nannerl verstarb am 29. Oktober 1829 in der [[Sigmund-Haffner-Gasse]] im [[Steinhauserhaus]] in Salzburg an Altersschwäche. Sie ist am [[Petersfriedhof]] in der Kommunengruft (Aufgang [[Katakomben]]) begraben. |
| − | Heute kann man im [[Mozarthaus]] in Sankt Gilgen, dem ehemaligen Bezirksgerichtsgebäude den Lebensweg Nannerls in einer Ausstellung erleben. | + | Heute kann man im [[Mozarthaus]] in St. Gilgen, dem ehemaligen Bezirksgerichtsgebäude den Lebensweg Nannerls in einer Ausstellung erleben. |