Göllstock: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Bild:Hoher Göll1.jpg|thumb|Hoher Göll mit Eckerfirst, vom [[Roßfeld]]]] | [[Bild:Hoher Göll1.jpg|thumb|Hoher Göll mit Eckerfirst, vom [[Roßfeld]]]] | ||
[[Datei:Hoher Göll DSC 0024.JPG|thumb| | [[Datei:Hoher Göll DSC 0024.JPG|thumb|Göllstock Ansicht von Ettenberg bei [[Marktschellenberg]]]] | ||
[[Datei: | [[Datei:Göllstock, Aufn. v. Helisky.jpg|thumb|Göllstock von Osten]] | ||
[[Datei:Kleiner Göll.JPG|thumb|Kleiner Göll, Ansicht von Gasteig]] | [[Datei:Kleiner Göll.JPG|thumb|Kleiner Göll, Ansicht von Gasteig]] | ||
[[Datei:Ausblick von Gasteig zum Hinteres Freieck.jpg|thumb|Ausblick von Gasteig zum Hinteres Freieck]] | [[Datei:Ausblick von Gasteig zum Hinteres Freieck.jpg|thumb|Ausblick von Gasteig zum Hinteres Freieck]] | ||
[[Datei:Ausblick vom Schwarzerberg auf Hoher Göll und Roßfeld.jpg|thumb|Ausblick vom [[Schwarzer Berg]] auf der Göllstock und [[Roßfeld]]]] | [[Datei:Ausblick vom Schwarzerberg auf Hoher Göll und Roßfeld.jpg|thumb|Ausblick vom [[Schwarzer Berg]] auf der Göllstock und [[Roßfeld]]]] | ||
[[Datei:Südkulisse von Urstein, Kamerastandort neue Justizanstalt.jpg|thumb| | [[Datei:Südkulisse von Urstein, Kamerastandort neue Justizanstalt.jpg|thumb|Göllstock von [[Urstein]] aus gesehen]] | ||
Das ''' | Das '''Göllstock''', auch ''Göllstock'' bezeichnet, ist ein Kalkgebirgsstock im Westen des [[Tennengau]]s. | ||
== Lage == | == Lage == | ||
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== Charakteristik und Geographie == | == Charakteristik und Geographie == | ||
Das | Das Göllstock erstreckt sich auf einer Länge von etwa sechs Kilometer zwischen dem [[Eckersattel]] am [[Roßfeld]] und dem Bluntautal bei Golling. In der Gebirgskette erheben sich durchwegs Gipfel von beträchtlicher Höhe: [[Rauchfang]] (2 245 [[m ü. A.]]), [[Hoher Göll]] (2 523 m ü. A.), [[Großer Archenkopf]] (2 391 m ü. A.), [[Grünwandkopf]] (2 384 m ü. A.), [[Hinteres Freieck]] (2 307 m ü. A.), [[Gruberhorn (Göllstock)|Gruberhorn]] (2 237 m ü. A.), [[Vorderes Freieck]] (2 151 m ü. A.), [[Schönbachkopf]] (1 870 m ü. A.), [[Kleiner Göll]] (1 753 m ü. A.) sowie die schroffe Felsnase des [[Bärenstuhl]]s (1 720 m ü. A.), der den Gebirgszug im Südosten beschließt und auf seinem Gipfel das [[Gollinger Heimkehrerkreuz]] trägt. | ||
Gegen Nordwesten entsendet das Gebirge den scharfgezackten ''Mannlgrat'' mit dem [[Kehlstein]] (1 837 m ü. A.), auf dessen Höhe das berühmt-berüchtigte [[Kehlsteinhaus]] thront. Einen weiteren Seitenkamm bildet das Gebirge im [[Brettriedel]] (2 344 m ü. A.) und [[Hohes Brett|Hohen Brett]] (2 341 m ü. A.), das sich südwestlich bis zum [[Torrener Joch]] mit dem [[Carl von Stahl-Haus]] erstreckt. Im westlichen Teil bildet das Gebirge ein kleines Karstplateau mit dem Namen ''Alpeltal''. | Gegen Nordwesten entsendet das Gebirge den scharfgezackten ''Mannlgrat'' mit dem [[Kehlstein]] (1 837 m ü. A.), auf dessen Höhe das berühmt-berüchtigte [[Kehlsteinhaus]] thront. Einen weiteren Seitenkamm bildet das Gebirge im [[Brettriedel]] (2 344 m ü. A.) und [[Hohes Brett|Hohen Brett]] (2 341 m ü. A.), das sich südwestlich bis zum [[Torrener Joch]] mit dem [[Carl von Stahl-Haus]] erstreckt. Im westlichen Teil bildet das Gebirge ein kleines Karstplateau mit dem Namen ''Alpeltal''. | ||
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Der Göllstock besteht aus [[Dachsteinkalk]]. Die Entstehungsgeschichte des Göllstocks gleicht im wesentlichen jener der übrigen Gebirge in den Nördlichen Kalkalpen (vgl. [[Hagengebirge]]). Ganz deutlich sind die Verwerfungslinien und Schichten des Gebirgsauffaltungsprozesses im Bereich der Göll-Ostwand erkennbar. Die Exposition des Massivs insgesamt lässt auf ein ehemaliges Korallenriff mit starker Brandung schließen. Im korrosionsfähigen Riffkalk kommt es bisweilen zu Plateau- und Karbildungen, wie etwa im ''Alpeltal'', am ''Gamskar'' oder im ''Wilden Freithof''. Insbesondere im nordöstlichen Gebirgsteil sorgt die schattenexponierte Lage für die Bildung perennierender Firn- und Eisfelder von allerdings nur geringer Ausdehnung. Des weiteren existiert am ''Gruberhorn'' ein extensives Höhlensystem (Gruberhornhöhle). | Der Göllstock besteht aus [[Dachsteinkalk]]. Die Entstehungsgeschichte des Göllstocks gleicht im wesentlichen jener der übrigen Gebirge in den Nördlichen Kalkalpen (vgl. [[Hagengebirge]]). Ganz deutlich sind die Verwerfungslinien und Schichten des Gebirgsauffaltungsprozesses im Bereich der Göll-Ostwand erkennbar. Die Exposition des Massivs insgesamt lässt auf ein ehemaliges Korallenriff mit starker Brandung schließen. Im korrosionsfähigen Riffkalk kommt es bisweilen zu Plateau- und Karbildungen, wie etwa im ''Alpeltal'', am ''Gamskar'' oder im ''Wilden Freithof''. Insbesondere im nordöstlichen Gebirgsteil sorgt die schattenexponierte Lage für die Bildung perennierender Firn- und Eisfelder von allerdings nur geringer Ausdehnung. Des weiteren existiert am ''Gruberhorn'' ein extensives Höhlensystem (Gruberhornhöhle). | ||
In diesem | In diesem Göllstock treten auch Karstphänomene auf. Die Entwässerung erfolgt durch unterirdische Abflüsse, die hauptsächlich in den [[Gollinger Wasserfall]] führen. | ||
== Tier- und Pflanzenwelt == | == Tier- und Pflanzenwelt == | ||
Das | Das Göllstock weist vor allen Dingen in dessen entlegeneren Teilen einen reichen Fundus an Naturerscheinungen auf. Zu den häufigsten Vertretern der alpinen Tierwelt zählen Gamswild, <nowiki>Alpen</nowiki>[[Murmeltier|murmeltier]], [[Rotwild]], [[Auerhuhn]], [[Birkhuhn]], [[Schneehuhn]], [[Alpendohle]], verschiedene Greifvogelarten usw. Im Göllstock befinden sich auch Brutplätze des [[Steinadler]]s, und auch [[Steinbock|Steinböcke]] wechseln gelegentlich vom benachbarten Hagengebirge in das Gebiet des Göllstocks. Im Nahbereich der Jochalpen begegnet der Wanderer während der warmen Jahreszeit nicht selten [[ Kreuzotter]]n. | ||
Auch an Pflanzen finden wir hier nahezu alle Vertreter der Nördlichen Kalkalpen vor: an Coniferen namentlich [[Weißtanne]], [[Rottanne]], [[Legföhre]], [[Lärche]], [[Föhre]]; allein das Vorkommen der [[Zirbelkiefer]] ist höchst selten. An Laubgehölzen finden sich am häufigsten [[Rotbuche]] und [[Bergahorn]], in höheren Regionen [[Grünerle]] und [[Zwergbirke]], aber auch die [[Ulme]] wird des öfteren angetroffen. Auf offenen Almflächen und Bergwiesen begegnen wir einem Reichtum an Vertretern phanerogamer Arten. | Auch an Pflanzen finden wir hier nahezu alle Vertreter der Nördlichen Kalkalpen vor: an Coniferen namentlich [[Weißtanne]], [[Rottanne]], [[Legföhre]], [[Lärche]], [[Föhre]]; allein das Vorkommen der [[Zirbelkiefer]] ist höchst selten. An Laubgehölzen finden sich am häufigsten [[Rotbuche]] und [[Bergahorn]], in höheren Regionen [[Grünerle]] und [[Zwergbirke]], aber auch die [[Ulme]] wird des öfteren angetroffen. Auf offenen Almflächen und Bergwiesen begegnen wir einem Reichtum an Vertretern phanerogamer Arten. | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Obwohl die [[Kelten]] das Gebiet rings um den [[Dürrnberg]] schon sehr früh besiedelten, ist die eigentliche Erschließungsgeschichte des | Obwohl die [[Kelten]] das Gebiet rings um den [[Dürrnberg]] schon sehr früh besiedelten, ist die eigentliche Erschließungsgeschichte des Göllstocks dürftig genug belegt. Als erster Tourist erreichte der Mönch [[Valentin Stanig]] am [[4. September]] [[1800]] den Gipfel über den Eckerfirst. In der Folge wird der Berg im Windschatten des aufkommenden [[Alpinismus]] das Ziel verschiedener alpinistischer Unternehmungen. Die erste belegbare Überschreitung des Göll-Ostgrates erfolgte im Jahre [[1868]] durch den berühmten Alpinisten [[Hermann von Barth]]. | ||
Die erste Skibegehung machten [[1904]] [[Georg Weiß]] und Kameraden. | Die erste Skibegehung machten [[1904]] [[Georg Weiß]] und Kameraden. | ||