Altstadt von Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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=== Salzburger Dom === | === Salzburger Dom === | ||
Das zentrale kirchliche Gebäude der Stadt Salzburg ist der den Heiligen [[Rupert von Worms|Rupert]] und [[Virgil]] geweihte | : ''Hauptartikel: [[Salzburger Dom]]'' | ||
Das zentrale kirchliche Gebäude der Stadt Salzburg ist der den Heiligen [[Rupert von Worms|Rupert]] und [[Virgil]] geweihte Salzburger Dom. Der älteste Vorgängerbau des heutigen Domes wurde von [[767]] bis [[774]] unter Bischof Virgil errichtet, der mit seinen drei Kirchenschiffen einer der größten Kirchenbauten des [[8. Jahrhundert]]s war. Er wurde [[1139 ]]mit zwei hohen Kirchtürmen versehen. [[1167]] brannte der Dom ab. Darauf wurde der noch stattlichere Konradinische Dom errichtet, die damals größte Basilika nördlich der Alpen. Als der Dom bei einem Brand [[1598]] schwer beschädigt wurde, ließ Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] ihn abreißen um einen noch größeren zu bauen. Sein Nachfolger [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] entfernte aber die fertiggestellten ersten Fundamente und begann mit einem kleineren Dombauwerk. Dieser Dombau (von Dombaumeister [[Santino Solari]] geplant) konnte [[1628]] unter [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]] eingeweiht werden. | |||
Die geschlossene Marmorfassade des Hauptfassade mit ihren beiderseitigen achteckigen Kirchtürmen und den vier Marmorfiguren bei den Eingängen blickt zum allseits umschlossenen Domplatz. | Die geschlossene Marmorfassade des Hauptfassade mit ihren beiderseitigen achteckigen Kirchtürmen und den vier Marmorfiguren bei den Eingängen blickt zum allseits umschlossenen Domplatz. | ||
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=== Kirche St. Peter === | === Kirche St. Peter === | ||
: ''Hauptartikel: [[Erzstift St. Peter]]'' | |||
Die erste Klosterkirche von St. Peter wurde um [[696]] errichtet, als [[Rupert von Worms|Rupert]] (Hruodpert) die dortige wohl seit der Spätantike weiterlebende romanische Klostergemeinschaft erneuerte. Die heutige Kirche geht im Kern auf einen Bau zurück, der [[1125]] - [[1143]] erbaut wurde. Der mächtige Kirchturm, der um 1400 romanisierend erhöht wurde, stammt im Kern aus dem [[9. Jahrhundert]]. | |||
Im Geist der Renaissance wurde die Kirche [[1605]]/[[1606|06]] umgestaltet, [[1619]]/[[1620|20]] eingewölbt und [[1622]] mit einer schlanken Vierungskuppel versehen. Der unverwechselbare barocke Zwiebelturm wurde unter Abt [[Beda Seeauer]] [[1756]] errichtet. Die beiden Hochaltäre sind wesentlich von [[Martin Johann Schmidt]] (Kremser Schmidt) gestaltet. Das Innere der Kirche ist [[1760]]/[[1766|66]] mit reicher Rokokoausstattung (Rocaillestuck und Deckenbilder) geschmückt. Die alte romanische Baustruktur bleibt dabei gut erkennbar. | Im Geist der Renaissance wurde die Kirche [[1605]]/[[1606|06]] umgestaltet, [[1619]]/[[1620|20]] eingewölbt und [[1622]] mit einer schlanken Vierungskuppel versehen. Der unverwechselbare barocke Zwiebelturm wurde unter Abt [[Beda Seeauer]] [[1756]] errichtet. Die beiden Hochaltäre sind wesentlich von [[Martin Johann Schmidt]] (Kremser Schmidt) gestaltet. Das Innere der Kirche ist [[1760]]/[[1766|66]] mit reicher Rokokoausstattung (Rocaillestuck und Deckenbilder) geschmückt. Die alte romanische Baustruktur bleibt dabei gut erkennbar. | ||
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=== Kirche St. Michael === | === Kirche St. Michael === | ||
: ''Hauptartikel: [[Kirche St. Michael]]'' | |||
Die Kirche zu Ehren des Erzengels Michael ist die älteste Pfarrkirche der Stadt Salzburg. Ihre Ursprünge reichen in die Zeit der Karolinger zurück. Die Kirche wurde neben der bayrischen Pfalz, dem herzoglichen Verwaltungssitz der Agilofinger, und dem ältesten Gerichtssitz der Stadt, damals allgemein [[Schranne]] genannt, errichtet. Noch vor [[800]] ist hier "an der Pforte" die älteste Kirche St. Michael nachgewiesen, die von Anbeginn eine Filialkirche von St. Peter war. Bis ins [[12. Jahrhundert]] war die Michaelskirche zugleich kaiserliche Pfalzkapelle und Pfarrkirche der Bürgerschaft. | |||
So besaß sie folgerichtig zwei Zugänge und zwei Stockwerke. Der obere Stock war für den Kaiser und sein Gefolge und besaß seinen Zugang von der Pfalz, das untere Stockwerk war für die Bürger. Nach Verlegung des alten Marktplatzes und bald auch des Gerichtssitzes lag das Kirchlein nicht mehr im Mittelpunkt des Bürgerlebens. Auch löste die Marienkirche (heute Franziskanerkirche) und später der Dom die Michaelskirche als Pfarrkirche ab. [[1767]] - [[1778]] wurde diese Kirche im Auftrag von Abt [[Beda Seeauer]] erneut umgebaut und dem Zeitgeschmack entsprechend neu ausgestaltet. Der heutige Marmorhochaltar mit dem Bildnis des Heiligen Michael wurde [[1770]] verändert. | So besaß sie folgerichtig zwei Zugänge und zwei Stockwerke. Der obere Stock war für den Kaiser und sein Gefolge und besaß seinen Zugang von der Pfalz, das untere Stockwerk war für die Bürger. Nach Verlegung des alten Marktplatzes und bald auch des Gerichtssitzes lag das Kirchlein nicht mehr im Mittelpunkt des Bürgerlebens. Auch löste die Marienkirche (heute Franziskanerkirche) und später der Dom die Michaelskirche als Pfarrkirche ab. [[1767]] - [[1778]] wurde diese Kirche im Auftrag von Abt [[Beda Seeauer]] erneut umgebaut und dem Zeitgeschmack entsprechend neu ausgestaltet. Der heutige Marmorhochaltar mit dem Bildnis des Heiligen Michael wurde [[1770]] verändert. | ||
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=== Klosterkirche Nonnberg Mariae Himmelfahrt === | === Klosterkirche Nonnberg Mariae Himmelfahrt === | ||
Um [[715]] gründete Hruodpert ([[Rupert von Worms|Rupert]]) am [[Nonnberg]] das | : ''Hauptartikel: [[Stift Nonnberg]]'' | ||
Um [[715]] gründete Hruodpert ([[Rupert von Worms|Rupert]]) am [[Nonnberg]] das Benediktinenstift Nonnberg (heute das weltweit älteste christliche Frauenkloster mit ununterbrochener Tradition), Ruperts Nichte [[Erentrudis]] war die erste Äbtissin. Um [[1006]] brannte die erste Klosterkirche ab. Eine neue Klosterkirche wurde mit maßgeblicher Unterstützung durch Heinrich I. [[1009]] vollendet. Aus romanischer Zeit sind der mächtige Kirchturm, Portalteile und unter dem Nonnenchor das „Paradies“ mit seinen Fresken (um [[1140]]) erhalten. | |||
Nach dem Brand [[1423]] wurde die Kirche ab [[1464]] spätgotisch wiedererrichtet. Das gotische Kirchenschiff besitzt filialengeschmückte Kirchenfenster, wobei das gotische "Claner-Fenster" hinter dem Altar besondere Bedeutung besitzt. Es wurde vom Salzburger Bürger und späteren Bürgermeister [[Augustin Claner]] [[1473]] gestiftet und von [[Hemmel von Andlau]] geschaffen. | Nach dem Brand [[1423]] wurde die Kirche ab [[1464]] spätgotisch wiedererrichtet. Das gotische Kirchenschiff besitzt filialengeschmückte Kirchenfenster, wobei das gotische "Claner-Fenster" hinter dem Altar besondere Bedeutung besitzt. Es wurde vom Salzburger Bürger und späteren Bürgermeister [[Augustin Claner]] [[1473]] gestiftet und von [[Hemmel von Andlau]] geschaffen. | ||
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=== Bürgerspitalskirche St. Blasius === | === Bürgerspitalskirche St. Blasius === | ||
: ''Hauptartikel: [[Bürgerspitalskirche St. Blasius]]'' | |||
[[Bild:Blasius_2.jpg|thumb|300px|[[Bürgerspitalskirche St. Blasius]]]] | [[Bild:Blasius_2.jpg|thumb|300px|[[Bürgerspitalskirche St. Blasius]]]] | ||
Schon die Admonter Mönche bauten hier auf ihrem Grund eine erste Kapelle die ihrem Schutzpatron, dem Heiligen Blasius geweiht war. Erzbischof [[Konrad III. von Leibnitz]] ließ nach erfolgtem Grundtausch mit den Mönchen hier [[1327]] ein Spital für kranke, alte und sieche Bürger der Stadt errichtet, wo zumindest eine Grundversorgung und eine Betreuung sichergestellt werden sollte. [[1330]] wurde für das neue Spital der in Grundzügen bis heute erhaltene dreischiffige Kirchenbau mit seinem Kreuzrippengewölbe geschaffen. Später wurde das Spital in den [[Mönchsberg]] hinein erweitert, wobei vor den neu geschaffenen Zellen Laubenbögen nach außen führen, die erhalten sind (nochmals wurde dann [[1570]] mit dem Pfründnerhaus das Spital erweitert). | Schon die Admonter Mönche bauten hier auf ihrem Grund eine erste Kapelle die ihrem Schutzpatron, dem Heiligen Blasius geweiht war. Erzbischof [[Konrad III. von Leibnitz]] ließ nach erfolgtem Grundtausch mit den Mönchen hier [[1327]] ein Spital für kranke, alte und sieche Bürger der Stadt errichtet, wo zumindest eine Grundversorgung und eine Betreuung sichergestellt werden sollte. [[1330]] wurde für das neue Spital der in Grundzügen bis heute erhaltene dreischiffige Kirchenbau mit seinem Kreuzrippengewölbe geschaffen. Später wurde das Spital in den [[Mönchsberg]] hinein erweitert, wobei vor den neu geschaffenen Zellen Laubenbögen nach außen führen, die erhalten sind (nochmals wurde dann [[1570]] mit dem Pfründnerhaus das Spital erweitert). | ||
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[[1410]] – [[1428]] wurde in die Kirche eine Empore eingebaut, wobei die Emporenbrüstung als durchbrochenes Maßwerk gestaltet ist. Das neue obere Geschoß diente nun als Betchor für die Pfründner, wodurch die Kirche zur Doppelkirche wurde, die zwei gegenüberliegenden Eingängen einerseits für Bürger und anderseits für Pfründner besaß. Der Altar war nun in der Mitte das Langhauses angeordnet. In der Barockzeit besaß die Kirche sogar neun Altäre, bis Erzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] einen Großteil der Altäre wieder entfernen ließ. Die Nischenarchitektur an der Ostfassade ist neugotischen Ursprungs. Die Glasfenster im Osten wurden [[1947]] von [[Albert Birkle]] geschaffen. Der ehemalige Betchor der Pfründner ist heute von der Kirche getrennt und als „Gotischer Saal“ bekannt. Er wird als Konzertsaal vielfältig genutzt. | [[1410]] – [[1428]] wurde in die Kirche eine Empore eingebaut, wobei die Emporenbrüstung als durchbrochenes Maßwerk gestaltet ist. Das neue obere Geschoß diente nun als Betchor für die Pfründner, wodurch die Kirche zur Doppelkirche wurde, die zwei gegenüberliegenden Eingängen einerseits für Bürger und anderseits für Pfründner besaß. Der Altar war nun in der Mitte das Langhauses angeordnet. In der Barockzeit besaß die Kirche sogar neun Altäre, bis Erzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] einen Großteil der Altäre wieder entfernen ließ. Die Nischenarchitektur an der Ostfassade ist neugotischen Ursprungs. Die Glasfenster im Osten wurden [[1947]] von [[Albert Birkle]] geschaffen. Der ehemalige Betchor der Pfründner ist heute von der Kirche getrennt und als „Gotischer Saal“ bekannt. Er wird als Konzertsaal vielfältig genutzt. | ||
=== Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau=== | |||
: ''Hauptartikel: [[Franziskanerkirche]]'' | |||
Die erste Kirche ist vermutlich älter als der Dombau des Heiligen [[Virgil]]. Sie war dabei ursprünglich Tauf- und Synodalkirche der Stadt. Zwischen [[1130]] und [[1583]] war sie zudem Klosterkirche der [[Petersfrauen]]. [[1189]] – [[1635]] ist sie Pfarrkirche der Stadt (vorher war dies die Michaelskirche, nachher der Dom). Eine neue Weihe der Kirche im Jahr [[1223]] lässt auf einen damals eben fertig gestellten Neubau schließen, die heutige Kirche dürfte im Langhausbereich aber bereits ins [[12. Jahrhundert]] zurückreichen. | Die erste Kirche ist vermutlich älter als der Dombau des Heiligen [[Virgil]]. Sie war dabei ursprünglich Tauf- und Synodalkirche der Stadt. Zwischen [[1130]] und [[1583]] war sie zudem Klosterkirche der [[Petersfrauen]]. [[1189]] – [[1635]] ist sie Pfarrkirche der Stadt (vorher war dies die Michaelskirche, nachher der Dom). Eine neue Weihe der Kirche im Jahr [[1223]] lässt auf einen damals eben fertig gestellten Neubau schließen, die heutige Kirche dürfte im Langhausbereich aber bereits ins [[12. Jahrhundert]] zurückreichen. | ||
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=== Kollegienkirche (Universitätskirche) === | === Kollegienkirche (Universitätskirche) === | ||
: ''Hauptartikel: [[Kollegienkirche]]'' | |||
[[Bild:Universitaetskirche_2.jpg|thumb|300px|Die [[Kollegienkirche]] vom [[Kapuzinerberg]] aus gesehen.]]Erzbischof [[Johann Ernst von Thun]], der „Stifter“ setzte gegen manche Widerstände den lang geplanten Kirchenbau um. | [[Bild:Universitaetskirche_2.jpg|thumb|300px|Die [[Kollegienkirche]] vom [[Kapuzinerberg]] aus gesehen.]]Erzbischof [[Johann Ernst von Thun]], der „Stifter“ setzte gegen manche Widerstände den lang geplanten Kirchenbau um. | ||
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=== Kajetanerkirche St. Maximilian === | === Kajetanerkirche St. Maximilian === | ||
Als kirchlicher Ort ist die heutige | : ''Hauptartikel: [[Kajetanerkirche]]'' | ||
Als kirchlicher Ort ist die heutige Kajetanerkirche mit ihrem angeschlossenen Spital der Barmherzigen Brüder, nächst dem alten Stadttor (Inneres Nonntalertor, Inneres Erentrudistor) gelegen, sehr alt. Urkundlich stand hier schon [[1150]] eine Kirche und ein Spital. Hier befand sich aber auch das Raplbad, in dem der Arzt Bombastus Theophrastus von Hohenheim, genannt [[Paracelsus]] wirkte. Im Jahr [[1684]] erfolgte durch Erzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] die Stiftung eines Priesterseminars unter Leitung der Theatiner (allgemein nach ihrem Gründer Kajetaner genannt). | |||
Von [[1685]] bis [[1697]] wurde hier unter Leitung des Italieners Giovanni Gaspare Zugalli die neue Kirche und das vorgesehene Priesterseminar erbaut. Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun]], der ab [[1687]] regierte, war kein Freund des „Wälschen Barock“ und der Theatiner, weshalb Zugalli lange um die Endabrechnung streiten musste. Das Priesterseminar wurde dann an der Seite der Dreifaltigkeitskirche unter neuer Leitung errichtet. | Von [[1685]] bis [[1697]] wurde hier unter Leitung des Italieners Giovanni Gaspare Zugalli die neue Kirche und das vorgesehene Priesterseminar erbaut. Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun]], der ab [[1687]] regierte, war kein Freund des „Wälschen Barock“ und der Theatiner, weshalb Zugalli lange um die Endabrechnung streiten musste. Das Priesterseminar wurde dann an der Seite der Dreifaltigkeitskirche unter neuer Leitung errichtet. | ||
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=== Ursulinenkirche St. Markus === | === Ursulinenkirche St. Markus === | ||
[[Bild:Markuskirche 1.JPG|thumb|300px|Die | : ''Hauptartikel: [[Ursulinenkirche St. Markus]]'' | ||
[[Bild:Markuskirche 1.JPG|thumb|300px|Die Markuskirche in der [[Altstadt]]]]Dem Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun]] waren als Landesfürsten soziale Aufgaben stets wichtig. So berief er [[1695]] zur besseren Bildung der weiblichen Jugend die [[Kongregation der Ursulinen]] nach Salzburg, die zuerst außerhalb der Stadt im heutigen [[Schloss Arenberg]] untergebracht wurde, bald aber stadtnahe zum Klausentor hin übersiedelte. | |||
[[1699]] wurde hier daher der Grundstein für das Ursulinenkloster und die angeschlossene [[Ursulienkirche|Kirche St. Markus]] gelegt. Der herausragende Baumeister Johann [[Fischer von Erlach]] übernahm die Leitung des Baus. Die Kirche wurde [[1705]] vollendet, das angeschlossene Klostergebäude danach [[1713]] bis [[1726]] errichtet. Auf dem schmalen Raum zwischen der hohen Felswand des Mönchsbergs und der Festungsmauer zur Salzach hin errichtete der Architekt ein Kirchengebäude mit harmonisch schwingenden Linien und barocker Lebendigkeit. Die Türme sind den schmalen Raum nutzend seitlich zurückgesetzt. Der Vorbau der Kirche besitzt Kapitelle im ionischen Stil mit einem aufgesetzten Dreieckgiebel, der von der Figur des Heiligen Markus umrahmt von den Heiligen Augustinus und Ursula bekrönt wird. Diese Figuren wurden vermutlich von [[Bernhard Michael Mandl]] geschaffen. Das Innere ist kreuzförmig gestaltet, die Querarme sind dabei sehr kurz. Die Gewölbemalereien wurden [[1756]] von Christoph Anton Mayr ergänzt. | [[1699]] wurde hier daher der Grundstein für das Ursulinenkloster und die angeschlossene [[Ursulienkirche|Kirche St. Markus]] gelegt. Der herausragende Baumeister Johann [[Fischer von Erlach]] übernahm die Leitung des Baus. Die Kirche wurde [[1705]] vollendet, das angeschlossene Klostergebäude danach [[1713]] bis [[1726]] errichtet. Auf dem schmalen Raum zwischen der hohen Felswand des Mönchsbergs und der Festungsmauer zur Salzach hin errichtete der Architekt ein Kirchengebäude mit harmonisch schwingenden Linien und barocker Lebendigkeit. Die Türme sind den schmalen Raum nutzend seitlich zurückgesetzt. Der Vorbau der Kirche besitzt Kapitelle im ionischen Stil mit einem aufgesetzten Dreieckgiebel, der von der Figur des Heiligen Markus umrahmt von den Heiligen Augustinus und Ursula bekrönt wird. Diese Figuren wurden vermutlich von [[Bernhard Michael Mandl]] geschaffen. Das Innere ist kreuzförmig gestaltet, die Querarme sind dabei sehr kurz. Die Gewölbemalereien wurden [[1756]] von Christoph Anton Mayr ergänzt. | ||
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=== Alte Salzburger Residenz === | === Alte Salzburger Residenz === | ||
: ''Hauptartikel: [[Alte Residenz]]'' | |||
Die Alte Residenz ist die historische fürsterzbischöfliche Palastanlage. Sie liegt zwischen dem heutigen [[Residenzplatz ]]und der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse und ist zuerst um [[1120]] urkundlich nachgewiesen. Neubauten erfolgten vor allem im [[15. Jahrhundert|15.]] und [[16. Jahrhundert]], vor allem unter Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]]. | |||
Der Trakt gegen den [[Alter Markt|Alten Markt]] wurde unter [[Markus Sittikus von Hohenehms|Markus Sittikus]] errichtet, jener um den Haupthof wurde unter [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]] fertiggestellt, unter [[Guidobald Graf von Thun]] erhöht und unter [[Franz Anton Harrach|Franz Anton Graf von Harrach]] neu fassadiert. Zwischen [[1915]] und [[1918 ]]war die Residenz Wohnsitz von Mitgliedern des Kaiserhauses ([[Ferdinand III.]]) und deren Verwandten der Linie Habsburg-Toskana. Auch [[Karoline Auguste von Bayern|Carolina Augusta]] wohnte hier. | Der Trakt gegen den [[Alter Markt|Alten Markt]] wurde unter [[Markus Sittikus von Hohenehms|Markus Sittikus]] errichtet, jener um den Haupthof wurde unter [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]] fertiggestellt, unter [[Guidobald Graf von Thun]] erhöht und unter [[Franz Anton Harrach|Franz Anton Graf von Harrach]] neu fassadiert. Zwischen [[1915]] und [[1918 ]]war die Residenz Wohnsitz von Mitgliedern des Kaiserhauses ([[Ferdinand III.]]) und deren Verwandten der Linie Habsburg-Toskana. Auch [[Karoline Auguste von Bayern|Carolina Augusta]] wohnte hier. | ||
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=== Neue Salzburger Residenz === | === Neue Salzburger Residenz === | ||
: ''Hauptartikel: [[Neue Residenz]]'' | |||
Die Neue Residenz errichtete [[Wolf Dietrich von Raitenau]]. Schon [[1588]] hatte der Fürst mit der Demolierung der dortigen Bürger- und Domherrenhäuser begonnen. Anfangs diente er die Neue Residenz wohl als Wohnsitz für die Brüder des Erzbischofs und als repräsentative Herberge für fremde Fürsten. Schon Vielleicht war dieses Gebäude auch als spätere ständige Unterkunft des Erzbischofs gedacht. Erzbischof Colloredo ließ [[1786]] das dortige Zeughaus räumen und großteils zu Verwaltungsräumen umbauen. | |||
Im 2. Stock befinden sich die Prunkräume mit Spiegelgewölben und reichem bunten Stuckdekor. Der Saal der Tugenden (antecamera) ist ein Rechtecksaal mit Stuckkassettendecke und allegorischen Figuren, wobei die drei theologischen Tugenden im Mittelpunkt stehen. Im Gloriensaal findet sich an der Decke die Darstellung der Gloriole mit Engelschören. Im Ständesaal sind dort Darstellungen des aufopfernden Verhaltens: (Horatius Cocles verteidigt die Tiberbrücke, Gaius Mucius Scaevola legt seine Hand ins Feuer, Opfertod des Marcus Curtius). Der Feldherrensaal mit dem Wappen Wolf Dietrichs auf Goldmosaikgrund zeigt halbfigürliche Darstellungen von Karl dem Großen und anderen Herrschern. | Im 2. Stock befinden sich die Prunkräume mit Spiegelgewölben und reichem bunten Stuckdekor. Der Saal der Tugenden (antecamera) ist ein Rechtecksaal mit Stuckkassettendecke und allegorischen Figuren, wobei die drei theologischen Tugenden im Mittelpunkt stehen. Im Gloriensaal findet sich an der Decke die Darstellung der Gloriole mit Engelschören. Im Ständesaal sind dort Darstellungen des aufopfernden Verhaltens: (Horatius Cocles verteidigt die Tiberbrücke, Gaius Mucius Scaevola legt seine Hand ins Feuer, Opfertod des Marcus Curtius). Der Feldherrensaal mit dem Wappen Wolf Dietrichs auf Goldmosaikgrund zeigt halbfigürliche Darstellungen von Karl dem Großen und anderen Herrschern. | ||
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=== Alte Universität mit Saecellum und Großer Aula=== | === Alte Universität mit Saecellum und Großer Aula=== | ||
Der äußerlich schlichte Bau der | : ''Hauptartikel: [[Universität Salzburg]]'' | ||
Der äußerlich schlichte Bau der Alten Universität wurde [[1618]] begonnen, als [[Markus Sittikus von Hohenems]] den Vorläufer der Universität, das erste Salzburger Gymnasium gründete. Damals entstand auch die dem Heiligen Borromäus geweihte Kapelle des ''Saecellum''. | |||
Der [[1627]] begann unter der Leitung [[Santino Solari]]s der Ausbau des Gebäudes für die [[1623]] begründete neue Benediktineruniversität. Nach [[1630]] wurde der Nordflügel mit der ''Großen Aula'' erbaut, [[1652]] bis [[1655]] der Bau des Südflügels. Der Hof besitzt Arkadengänge mit Kreuzgradgewölben, die Obergeschoßarkaden im Südtrakt wurden dabei erst [[1981]] freigelegt. Im Erdgeschoß sind die Gänge als Rundbogenarkaden ausgeführt. | Der [[1627]] begann unter der Leitung [[Santino Solari]]s der Ausbau des Gebäudes für die [[1623]] begründete neue Benediktineruniversität. Nach [[1630]] wurde der Nordflügel mit der ''Großen Aula'' erbaut, [[1652]] bis [[1655]] der Bau des Südflügels. Der Hof besitzt Arkadengänge mit Kreuzgradgewölben, die Obergeschoßarkaden im Südtrakt wurden dabei erst [[1981]] freigelegt. Im Erdgeschoß sind die Gänge als Rundbogenarkaden ausgeführt. | ||
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=== Rathaus === | === Rathaus === | ||
: ''Hauptartikel: [[Salzburger Rathaus]]'' | |||
Das [[Rathaus]] ist heute ein viergeschossiger Bau mit Rokokofassade und einem stadtbildprägenden charakteristischem kleinen Turm. Es wurde im [[14. Jahrhundert]] als Wohnhaus des Patriziergeschlechtes des Keuzl (''Keutzlturm'') genutzt und wird [[1407]] von der Stadtgemeinde erworben und dann unter Erzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] [[1616]] - [[1618]] vollständig umgebaut. Die heutige Rokokofassade wurde [[1772]] hergestellt. Das kleine sechseckige Glockentürmchen mit seiner mehrteiligen Haube enthält alte Glocken von [[Hans Ralb]] ([[14. Jahrhundert]]) und [[Christoph Sesselschreiber]] ([[1519]]). Bemerkenswert ist die alte Turmuhr mit ihrem langen im Turminneren schwingenden Pendel. Das große mechanische Werk ist das vermutlich älteste erhaltene Uhrwerk im Land Salzburg. | Das [[Rathaus]] ist heute ein viergeschossiger Bau mit Rokokofassade und einem stadtbildprägenden charakteristischem kleinen Turm. Es wurde im [[14. Jahrhundert]] als Wohnhaus des Patriziergeschlechtes des Keuzl (''Keutzlturm'') genutzt und wird [[1407]] von der Stadtgemeinde erworben und dann unter Erzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] [[1616]] - [[1618]] vollständig umgebaut. Die heutige Rokokofassade wurde [[1772]] hergestellt. Das kleine sechseckige Glockentürmchen mit seiner mehrteiligen Haube enthält alte Glocken von [[Hans Ralb]] ([[14. Jahrhundert]]) und [[Christoph Sesselschreiber]] ([[1519]]). Bemerkenswert ist die alte Turmuhr mit ihrem langen im Turminneren schwingenden Pendel. Das große mechanische Werk ist das vermutlich älteste erhaltene Uhrwerk im Land Salzburg. | ||
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=== Hofmarstall (Festspielhaus), Felsenreitschule und Marstallschwemme === | === Hofmarstall (Festspielhaus), Felsenreitschule und Marstallschwemme === | ||
: ''Hauptartikel: [[Hofmarstall]]'' | |||
'''Der Hofmarstall''' wurde in der Anlage mit seiner langgestreckten Front zur Hofstallgasse von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] errichtet. [[1662]] wurde dieser Bau erweitert und die Winterreitschule eingerichtet. Ein weiterer Ausbau erfolgte unter Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun]]. Die Sommerreitschule und die Fassade der nördliche Schmalseite zum Karajanplatz und zur Marstallschwemme hin wurde nach Plänen von Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]] [[1693]]/[[1694|94]] gestaltet. Der dortige marmorne Torbogen zeigt auf Postamenten sitzende allegorische Frauenfiguren (Europa und Asien darstellend), mit Einhörnern, den Wappentieren Erzbischof Thuns. | '''Der Hofmarstall''' wurde in der Anlage mit seiner langgestreckten Front zur Hofstallgasse von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] errichtet. [[1662]] wurde dieser Bau erweitert und die Winterreitschule eingerichtet. Ein weiterer Ausbau erfolgte unter Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun]]. Die Sommerreitschule und die Fassade der nördliche Schmalseite zum Karajanplatz und zur Marstallschwemme hin wurde nach Plänen von Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]] [[1693]]/[[1694|94]] gestaltet. Der dortige marmorne Torbogen zeigt auf Postamenten sitzende allegorische Frauenfiguren (Europa und Asien darstellend), mit Einhörnern, den Wappentieren Erzbischof Thuns. | ||
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=== Sigmundstor (früher "Neutor" genannt) === | === Sigmundstor (früher "Neutor" genannt) === | ||
: ''Hauptartikel: [[Sigmundstor]]'' | |||
Hofkriegsrat [[Guidobald Franz Freiherr von Hegi]] trat [[1676]] an den Erzbischof [[Max Gandolf Graf Kuenburg]] heran und schlug vor den [[Mönchsberg]] an der schmalsten Stelle zu durchtrennen. Der Durchstich sollte durch dem Verkauf von Quadern und durch Robot selbst finanzieren. Dadurch sollte ein erhöhtes Steueraufkommen ermöglicht werden, die Absiedlung feuergefährlicher Betriebe möglich werden, neuer Wohnraum geschaffen, die nicht zuletzt eine einfache Verteidigung der [[Riedenburg]] sichergestellt und die Verteidigung von Stadt und [[Festung Hohensalzburg|Festung]] verbessert werden. | Hofkriegsrat [[Guidobald Franz Freiherr von Hegi]] trat [[1676]] an den Erzbischof [[Max Gandolf Graf Kuenburg]] heran und schlug vor den [[Mönchsberg]] an der schmalsten Stelle zu durchtrennen. Der Durchstich sollte durch dem Verkauf von Quadern und durch Robot selbst finanzieren. Dadurch sollte ein erhöhtes Steueraufkommen ermöglicht werden, die Absiedlung feuergefährlicher Betriebe möglich werden, neuer Wohnraum geschaffen, die nicht zuletzt eine einfache Verteidigung der [[Riedenburg]] sichergestellt und die Verteidigung von Stadt und [[Festung Hohensalzburg|Festung]] verbessert werden. | ||
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Bis ins spätere [[19. Jahrhundert]] war das [[Sigmundstor]] von einem Zwinger geschützt, der mit einem Steckentor (d.h. mit Palisaden) geschlossen werden konnte. | Bis ins spätere [[19. Jahrhundert]] war das [[Sigmundstor]] von einem Zwinger geschützt, der mit einem Steckentor (d.h. mit Palisaden) geschlossen werden konnte. | ||
=== Sigmund-Haffner-Gasse === | === Sigmund-Haffner-Gasse === | ||