Kobler-Spängler-Briefe von 1882: Unterschied zwischen den Versionen
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==== Brief vom 18. März 1882 von Fanni Spängler an Franz | ==== Brief vom 18. März 1882 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
18. März | Brief vom 18. März 1882 von Fanni / [[Franziska Spängler]], Pottenstein, an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Salzburg; ohne Umschlag; [?] = fragliche Lesung:<br /> | ||
''Mein liebster Franz! Keine Liebe ersezt dem Kinde die Liebe der Mutter, denn Niemand kann so selbstlos lieben, wie die Mutter ihr Kind liebt bis zum lezten Athemzuge. - Wenn aber die Versicherung treuer, inniger Liebe, die ich für dich empfinde, und die mich bis zum Schluße meines irdischen Daseins erfüllen wird, dir in diesen traurigen Tagen tröstlich erscheint, so nimm diese Versicherung hin und gleichzeitig das Versprechen, daß es mein erstes Streben sein soll, meinen Kindern auch eine so gut, pflichtgetreue Mutter zu sein, wie die liebe Hingeschiedene es ihren Kindern war. Ihr Beispiel will ich stets vor Augen behalten, dann wird es mit Gottes Segen auch uns gegönnt sein, am Ende unseres Lebens auf so gute, rechtschaffene Kinder zurückblicken zu können, wie unsere unvergeßliche Mutter es konnte. Ferner bitte ich dich innig, wenn je wieder Heftigkeit oder Übellaune sich meiner bemächtigen sollten, mich an die sanfte, heitere Gemütsruhe zu erinnern, die deine Mutter besaß, du wirst sehen, daß ich mich bemühen werde, auch hierin ihr ähnlich zu werden. – Je herber der Verlust eines theuren Familiengliedes die Zurückbleibenden trifft, desto inniger schlinge sich das Band der Zusammengehörigkeit um die trauernd Zurückbleibenden, gegenseitige Liebe beruhigt am besten den gemeinsamen Schmerz. Wol habe ich gestern im Geiste an deiner Seite geweilt und von Minute zu Minute mir vorgestellt, wie bitter der Abschied von der irdischen Hülle der Heimgegangenen Euch sein wird, doch habe ich diese Stunde ruhiger verlebt, als ich mir vorgestellt hatte. Adelheid war bei den Kindern und so machte sich die kindliche Sorglosigkeit und Lust geltend, so daß unwillkürlich auch meine traurigen Gedanken etwas abgelenkt wurden. Gestern wohnte ich mit Franzi der hl: Messe des würdigen Dechants bei, heute besuchte ich um 6 ½ Uhr ebenfalls die hl. Messe, beidemale gedachte ich der guten Mutter und deiner in innigem Gebete. Heute kamen schon von vielen Seiten Beileidsbriefe und Karten, v. a. auch eine Karte mit einigen Worten von Hr. Präsidenten Schwaiger und ein sehr lieber gemütvoller Brief des Anton Sebbler [?]. Ich gestatte mir, die einlangenden Briefe zu öffnen, wenn sie auch an dich adressiert sind. – Ich freue mich schon unendlich, dich wieder bei mir zu haben, komm mir gesund wieder, und möge es mir gelingen, dich ein wenig zu erheitern und zu zerstreuen. Auch die Kinder freuen sich recht auf dich und fragen oft, wann denn der Vater kommt. – An Otto und Luise meine besten Grüße, und ich danke ihnen für alle die Freundlichkeit, die sie dir bezeigen, und bitte sie, mir auch ferner ihre geschwisterliche Liebe zu schenken. Allen Bekannten und Lieben viele Grüße. Luise möge bald wieder ganz wol sein. Es küßt dich innig deine treue Fanni.'' | |||
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