Albert Burgschwaiger: Unterschied zwischen den Versionen
Remora (Diskussion | Beiträge) Die Seite wurde neu angelegt |
Remora (Diskussion | Beiträge) K typo, linkfix |
||
| Zeile 11: | Zeile 11: | ||
* von [[1874]] bis 1896 Oberlehrer der Volksschule Bischofshofen. | * von [[1874]] bis 1896 Oberlehrer der Volksschule Bischofshofen. | ||
Im Jahr [[1896]] trat er in den Ruhestand. Die Gemeinde Bischofshofen würdigte seine Verdienste durch Verleihung ihrer [[Ehrenbürger der Stadt Bischofshofen|Ehrenbürgerschaft]]. Die Abschiedsfeier ist Gegenstand des folgenden Berichts: | Im Jahr [[1896]] trat er in den Ruhestand. Die Gemeinde [[Bischofshofen]] würdigte seine Verdienste durch Verleihung ihrer [[Ehrenbürger der Stadt Bischofshofen|Ehrenbürgerschaft]]. Die Abschiedsfeier ist Gegenstand des folgenden Berichts: | ||
: Ein Markstein am Lebenswege eines Mannes war es, der heute Abends in Böcklinger's schön dekorirten Räumen gefeiert wurde, und Alles was in Bischofshofen und Umgebung, [[St. Johann im Pongau|St. Johann]], [[Werfen]], [[Radstadt]], ja sogar Salzburg bekannt und befreundet war, fand sich ein, um Herrn Schuldirektor Albert Burgschweiger, dem es galt, – das Scheiden aus seinem Wirkungskreise, sowie aus Bischofshofen, noch schwerer zu machen. Es galt dem Abschiede eines Mannes, der unentwegt durch 42 Jahre als Lehrer wirkte, der sicher die Hälfte der Einwohner Bischofshofens zu seinen Schülern zählte, der mit echt deutscher Gesinnung immer auf der Seite des Fortschritts stand. Lange vor der gesagten Stunde schon waren alle Räume überfüllt und noch immer kamen neue Zeugen der Anhänglichkeit an den Scheidenden, so daß dichtgedrängt die Menge stand und saß, als Herr Bahnamtsvorstand und Obmann des Ortsschulvereines Bischofshofen Ed. Bernhold durch ein Glockenzeichen sich Aufmerksamkeit erbat und die Feier mit einer Ansprache eröffnete. | : Ein Markstein am Lebenswege eines Mannes war es, der heute Abends in Böcklinger's schön dekorirten Räumen gefeiert wurde, und Alles was in Bischofshofen und Umgebung, [[St. Johann im Pongau|St. Johann]], [[Werfen]], [[Radstadt]], ja sogar Salzburg bekannt und befreundet war, fand sich ein, um Herrn Schuldirektor Albert Burgschweiger, dem es galt, – das Scheiden aus seinem Wirkungskreise, sowie aus Bischofshofen, noch schwerer zu machen. Es galt dem Abschiede eines Mannes, der unentwegt durch 42 Jahre als Lehrer wirkte, der sicher die Hälfte der Einwohner Bischofshofens zu seinen Schülern zählte, der mit echt deutscher Gesinnung immer auf der Seite des Fortschritts stand. Lange vor der gesagten Stunde schon waren alle Räume überfüllt und noch immer kamen neue Zeugen der Anhänglichkeit an den Scheidenden, so daß dichtgedrängt die Menge stand und saß, als Herr Bahnamtsvorstand und Obmann des Ortsschulvereines Bischofshofen Ed. Bernhold durch ein Glockenzeichen sich Aufmerksamkeit erbat und die Feier mit einer Ansprache eröffnete. | ||
: Wem es vergönnt war, schon wiederholt Herrn E. Bernhold bei verschiedenen Anlässen reden zu hören, wußte, daß da Worte fallen werden, die vom Herzen kommen und zum Herzen gehen, die alle Regungen des ^Innern erzittern machen und die verdienen, als Ausdrücke wahrer, edler Freundschaft festgehalten zu werden. Und so war es auch diesmal wieder der Fall. Der ganze Lebensweg des Valetanten mit all seinen Freuden und Leiden wurde Schritt für Schritt vorgeführt und wem es noch unbekannt war, was die Worte: "Macht der Rede" bedeuten, konnte nun Zeuge sein, als der Redner den Schluß in ein Hoch auf den Gefeierten ausklingen ließ. Das war e i n begeisterter Ruf aus hundert Kehlen, wie aus Einer. So mächtig und elementar kam er zum Ausbruch, daß Herr Albert Burgschweiger, überwältigt von seinen Gefühlen, nicht gleich Worte des Dankes fand. War aber diese Rührung nach geraumer Weile besänftigt und Herr Burgschweiger wieder Herr seiner Sprache, so war die Erwiderung auf die Worte des Herrn Vorredners eine ebenso herzliche als vielseitige. | : Wem es vergönnt war, schon wiederholt Herrn E. Bernhold bei verschiedenen Anlässen reden zu hören, wußte, daß da Worte fallen werden, die vom Herzen kommen und zum Herzen gehen, die alle Regungen des ^Innern erzittern machen und die verdienen, als Ausdrücke wahrer, edler Freundschaft festgehalten zu werden. Und so war es auch diesmal wieder der Fall. Der ganze Lebensweg des Valetanten mit all seinen Freuden und Leiden wurde Schritt für Schritt vorgeführt und wem es noch unbekannt war, was die Worte: "Macht der Rede" bedeuten, konnte nun Zeuge sein, als der Redner den Schluß in ein Hoch auf den Gefeierten ausklingen ließ. Das war e i n begeisterter Ruf aus hundert Kehlen, wie aus Einer. So mächtig und elementar kam er zum Ausbruch, daß Herr Albert Burgschweiger, überwältigt von seinen Gefühlen, nicht gleich Worte des Dankes fand. War aber diese Rührung nach geraumer Weile besänftigt und Herr Burgschweiger wieder Herr seiner Sprache, so war die Erwiderung auf die Worte des Herrn Vorredners eine ebenso herzliche als vielseitige. | ||
| Zeile 19: | Zeile 19: | ||
: Es sprachen nun noch Herr Mitmesser Namens der Filiale Bischofshofen der [[Reich#k._k.|k. k.]] [[Salzburger Landwirtschaftsgesellschaft|Landwirthschafts-Gesellschaft]], sowie Herr Wicker, Namens der Sektion Bischofsbofen des österr. Touristenklubs (Sektion Bischofshofen) und alle diese Reden gaben Zeugniß von der Werthschätzung, die der Scheidende in allen diesen Kreisen genoß. | : Es sprachen nun noch Herr Mitmesser Namens der Filiale Bischofshofen der [[Reich#k._k.|k. k.]] [[Salzburger Landwirtschaftsgesellschaft|Landwirthschafts-Gesellschaft]], sowie Herr Wicker, Namens der Sektion Bischofsbofen des österr. Touristenklubs (Sektion Bischofshofen) und alle diese Reden gaben Zeugniß von der Werthschätzung, die der Scheidende in allen diesen Kreisen genoß. | ||
: Herr Inspektor Müller, Vorstand der k. k. Bahnerhaltungs-Sektion Salzburg, gedachte in einer humorvollen Rede jener Zeit vor 10 Jahren, wo Herr Burgschwaiger die silberne Hochzeit feierte, und entwickelte staunenswerthe Resultate mit der Zahl 5, die er zur Erprobung Verheirateten besonders warm ans Herz legte. | : Herr Inspektor Müller, Vorstand der k. k. Bahnerhaltungs-Sektion Salzburg, gedachte in einer humorvollen Rede jener Zeit vor 10 Jahren, wo Herr Burgschwaiger die silberne Hochzeit feierte, und entwickelte staunenswerthe Resultate mit der Zahl 5, die er zur Erprobung Verheirateten besonders warm ans Herz legte. | ||
: Zahlreiche Telegramme und Glückwunschschreiben an den Valetanten kamen nun zur Verlesung und aus allen athmete der Hauch treuer Freundschaft. Verehrung und Liebe für den Scheidenden. Viel zur Verherrlichung des Festabends | : Zahlreiche Telegramme und Glückwunschschreiben an den Valetanten kamen nun zur Verlesung und aus allen athmete der Hauch treuer Freundschaft. Verehrung und Liebe für den Scheidenden. Viel zur Verherrlichung des Festabends trug bei, daß es unter großer Mühe und persönlicher Aufopferung Herrn Lehrer Moltner gelungen war, eine kleine Gesangskapelle zusammenzustellen, die abwechselnd mit der Bischofshofener Bürgermusik den heiteren Theil des Abends besorgte. Möge dieser Anfang zu einem Gesangsverein in Bischofshofen zu einem gedeihlichen Ende gelangen und nicht wieder im Sande verlaufen, es wäre schade um die guten Vorzeichen. So floß eine Stunde nach der andern rasch dahin und tief in der Nacht war es schon, als hie und da ein Gast sich verabschiedete, und so mehr Raum wurde. | ||
: Der schön verlaufene Abend möge Herrn Schuldirektor Burgschwaiger immer als Zeichen der innigen Verehrung in treuer Erinnerung bleiben und möge es ihm vergönnt sein, recht lange den wohlverdienten Ruhestand zu genießen, er sei aber auch überzeugt, daß er längst schon in jenen Regionen, wo kein Hauch mehr weht und der Markstein der Schöpfung steht, (sagt Schiller so treffend) weilen wird, und immer noch wird er hier in dankbarer treuer Erinnerung fortleben. X." | : Der schön verlaufene Abend möge Herrn Schuldirektor Burgschwaiger immer als Zeichen der innigen Verehrung in treuer Erinnerung bleiben und möge es ihm vergönnt sein, recht lange den wohlverdienten Ruhestand zu genießen, er sei aber auch überzeugt, daß er längst schon in jenen Regionen, wo kein Hauch mehr weht und der Markstein der Schöpfung steht, (sagt Schiller so treffend) weilen wird, und immer noch wird er hier in dankbarer treuer Erinnerung fortleben. X." | ||