Nußdorferhaus: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Häuser an der rechten Seite der Getreidegasse stammen aus dem [[13. Jahrhundert]]. So auch das heute noch bestehende [[Hausnummern|Haus Nr.]] 25. | Die Häuser an der rechten Seite der Getreidegasse stammen aus dem [[13. Jahrhundert]]. So auch das heute noch bestehende [[Hausnummern|Haus Nr.]] 25. | ||
[[1372]] war das [[Ministeriale]]ngeschlecht der Nußdorfer im Besitz des Hauses. Aus diesem Geschlecht sind mehrere Besitzer nachgewiesen. So ist urkundlich ein ''Ditmar Nußdorfer'' [[1391]] nachgewiesen. Ab diesen Zeitpunkt wird das Gebäude 'Nußdorfer Hof' genannt. [[1500]] ist David Nußdorfer, Erblandmarschall des [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]], Besitzer, der mehrere bauliche Veränderungen durchführen lässt. | [[1372]] war das [[Ministeriale]]ngeschlecht der [[Nußdorfer (Adelsgeschlecht)|Nußdorfer]] im Besitz des Hauses. Aus diesem Geschlecht sind mehrere Besitzer nachgewiesen. So ist urkundlich ein ''Ditmar Nußdorfer'' [[1391]] nachgewiesen. Ab diesen Zeitpunkt wird das Gebäude 'Nußdorfer Hof' genannt. [[1500]] ist David Nußdorfer, Erblandmarschall des [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]], Besitzer, der mehrere bauliche Veränderungen durchführen lässt. | ||
Hanns Strobl, ein [[Stadtrat|Ratsmitglied]] [[1524]]–[[1525]], wohnte [[1549]] darin, [[1608]] Helias Pallinger, Verwalter der Nußdorfer, mit seiner Frau und [[1623]] seine Erben. Dann kam Hanns | Hanns Strobl, ein [[Salzburger Stadtrat|Ratsmitglied]] [[1524]]–[[1525]], wohnte [[1549]] darin, [[1608]] Helias Pallinger, Verwalter der Nußdorfer, mit seiner Frau und [[1623]] seine Erben. Dann kam Hanns Christoph von Nußdorf zu Prining und Ridling auf Englburg und Hofstaring in den Besitz des Hauses. [[1630]] verkaufte er es an den Kaufmann Laurenz Schwab. Damit endet die Besitzerreihe der Nußdorfer. | ||
[[1713]] wird das Haus von der [[Benediktineruniversität]] genutzt, die dort ein Institut für Studenten einrichtet und auch einige Professoren unterbringt. [[Rektoren der Benediktineruniversität Salzburg|Rektor]] [[Cölestin Mayr]] kauft [[1731]] das Haus. [[1737]] entsteht unter [[Fürsterzbischof]] [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] nach großen Umbauten das | [[1713]] wird das Haus von der [[Benediktineruniversität]] genutzt, die dort ein Institut für Studenten einrichtet und auch einige Professoren unterbringt. [[Rektoren der Benediktineruniversität Salzburg|Rektor]] [[Cölestin Mayr]] kauft [[1731]] das Haus. [[1737]] entsteht unter [[Fürsterzbischof]] [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] nach großen Umbauten das ''Collegium St. Josephi et Caroli''. Doch schon drei Jahre später wird es wieder geschlossen. | ||
Arme Studenten | Arme Studenten wurden in der hier eingerichteten ''domus pauperum'' ("Haus der Armen") gegen Ende des [[18. Jahrhundert]]s einmal täglich verköstigt. 1801 befand sich im Haus eine Sattlerwerkstatt. | ||
Am [[24. Oktober]] [[1810]] | Am [[24. Oktober]] [[1810]] wurde die Benediktineruniversität von Bayern aufgehoben. Bis dahin gehörte das Gebäude dem Universitätsfonds, danach dem neu errichteten [[Lyzeum Salzburg|Lyzeum]]. Bei einer Versteigerung im Jahr [[1835]] erhielt der [[Republik Österreich#Die Verwendung von k. (u.) k.|k. k.]] Stadt- und [[Landesrat|Landrat]] [[Franz Schraml]] den Zuschlag, [[1852]] war der Geldwechsler Ignaz Steininger der Besitzer. [[1884]] wurde Johann Kindlinger Eigentümer, [[1898]] ging das Haus an die Witwe Elise Kindlinger über und [[1913]] an die Töchter Johanna Hagn und Maria Bittner. Bis [[1914]] blieb das Gebäude im Besitz der Familie Kindlinger, die darin ein Textilgeschäft führte. | ||
Im | Im dritten Drittel des [[19. Jahrhundert]]s zog eine Weinstube in das Gebäude ein; bis [[1923]] war hier auch eine Frühstücksstube angesiedelt. [[1916]] teilten sich Maria Bittner und [[Julius Haagn]] das Eigentum am Haus. [[1938]] befand es sich zur Hälfte in jüdischem Besitz; je ein Viertel gehörte Rudolf und Karl Askona. Die [[Gestapo]] beschlagnahmte das Haus und das Vermögen. Nach dem Ende des [[Zweiten Weltkrieg]]s wurde es restituiert. | ||
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== Delikatessengeschäft == | == Delikatessengeschäft == | ||
Im Jahre 1857 gründete im linksseitigen Gewölbe (gegen die Getreidegasse) Franz Florinek eine Krämerei | Im Jahre [[1857]] gründete im linksseitigen Gewölbe (gegen die Getreidegasse) Franz Florinek eine Krämerei und Delikatessenhandlung, und [[1866]] eröffneten im rechtsseitigen Gewölbe Johann Kindlinger und Carl Molitor ein Schnittwarengeschäft. [[1873]] war unter Franz Keller die Weinstube mit einer Delikatessen- und Südfrüchtehandlung verbunden. Nach dessen Tod im Jahr [[1899]] übernahm die Witwe Karoline Keller das Geschäft, das sie [[1904]] ihrem Schwiegersohn Karl Lackner übergab. Sechs Jahre später ging das Unternehmen in den Besitz von Anton Handler über; kurz darauf trat Conrad Ludwig als Teilhaber ein. [[1919]] trat Handler aus der Firma aus, [[1923]] starb Ludwig. Dessen Witwe Luise Ludwig war bis [[1927]] Besitzerin. Danach führte Karl Friedrich Pachmayer das angesehene Kaufmannsgeschäft, das im Jahr [[1932]] sein 75-jähriges Bestehen feierte. | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||
* [[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]]: ''75 Jahre - Kaufmann Karl Friedrich Pachmayer'' [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19320705&query=%22Eder%22&seite=7 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 5. Juli 1932, Seite 7 | * [[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]]: ''75 Jahre - Kaufmann Karl Friedrich Pachmayer'' [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19320705&query=%22Eder%22&seite=7 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 5. Juli 1932, Seite 7 | ||
* [[Die Getreidegasse (Buch 1)]], Seite 188f | * [[Die Getreidegasse (Buch 1)]], Seite 188f | ||
[[Kategorie:Stadt Salzburg]] | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] | ||