Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Krimml): Unterschied zwischen den Versionen
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[[File:Pfarrkirche Krimml - frescos 06.jpg|thumb|Fresken in der Pfarrkirche Krimml.]] | [[File:Pfarrkirche Krimml - frescos 06.jpg|thumb|Fresken in der Pfarrkirche Krimml.]] | ||
Die '''Pfarrkirche zum hl. Jakobus den Älteren''' der [[Pfarre Krimml]] in [[Oberkrimml]] in der [[Oberpinzgau]]er Gemeinde [[Krimml]] ist dem | |||
Die '''Pfarrkirche zum hl. Jakobus den Älteren''' der [[Pfarre Krimml]] in [[Oberkrimml]] in der [[Oberpinzgau]]er Gemeinde [[Krimml]] ist dem hl. Jakobus dem Älteren geweiht. Die Kirche und der Friedhof gehören zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Krimml|denkmalgeschützten Objekten]] in der Gemeinde. | |||
== Patrozinium == | == Patrozinium == | ||
* [[25. Juli]] | * [[25. Juli]] | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Aus dem [[Mittelalter]] sind, mit Ausnahme der Pfarrkirche, nur wenige Spuren erhalten. Diese ist allerdings eine der ältesten im Pinzgau. Das [[Zisterzienserkloster Raitenhaslach]] erhielt [[1244]] durch eine Schenkung Eberhard II. eine [[Hube]] bei der „Kirchen in der Khrumbe“ – dies ist die erste Erwähnung der Pfarrkirche Krimml. Die Bedeutung des Tauernverkehrs zeigt sich etwa darin, dass die zum Kloster Raitenhaslach gehörenden Güter jährlich eine Abgabe an Wallisch-Wein ([[Wein]] aus [[Italien]]) zu leisten hatten.<ref>Quelle geschichtlicher Teil im Artikel „Krimml“</ref> | |||
Für die Pfarrkirche spendierte der böhmische Bergwerksbesitzer [[Anton Richter]] | Die heutige Kirche wurde [[1891]] zur Pfarrkirche erhoben. Sie war aus einem gotischen Vorgängerbau hervorgegangen, der [[1835]] baulich verändert wurde. Das Kircheninnere wurde [[1957]] restauriert, dabei wurden Fresken freigelegt. Das Kirchenäußere wurde [[1960]] restauriert. | ||
Für die Pfarrkirche spendierte der böhmische Bergwerksbesitzer [[Anton Richter]] um [[1900]] einen Luster mit sechs Tulpen und zwölf Kerzen; die Samtspaliere mit Baldachin in Rot, der prächtige Maialtar und das [[Heiliges Grab|Heilige Grab]] wurden ebenfalls von Richter finanziert. | |||
== Architektur == | == Architektur == | ||
Das Kircheninnere zeigt im Turmerdgeschoß ein Sternrippengewölbe auf runden Konsolen, dann eine vierstufige Treppe zum tiefer gelegenen spitzbogigen Westportal mit einem mehrfach gekehlten Gewände. Das einschiffige vierjochige Langhaus hat ein Netzrippengewölbe auf zweiseitig zugespitzten Wanddiensten | Das Kircheninnere zeigt im Turmerdgeschoß ein Sternrippengewölbe auf runden Konsolen, dann eine vierstufige Treppe zum tiefer gelegenen spitzbogigen Westportal mit einem mehrfach gekehlten Gewände. Das einschiffige, vierjochige Langhaus hat ein Netzrippengewölbe auf zweiseitig zugespitzten Wanddiensten; die Rippen wurden [[1835]] abgeschlagen. Im ersten Joch gibt es rechteckige und darüber spitzbogige Fenster, sonst nur rechteckige Fenster; die Glasmalereien mit der Darstellung von eucharistischen Themen entstanden [[1912]]. Die hölzerne Westempore hat zwei Geschoße. Der Triumphbogen ist rundbogig und abgefast. Der etwas nach Süden verschobene und stark eingezogene Chor hat einen geraden Schluss; das Kreuzgewölbe ist verunklärt. Im Chorschluss befindet sich ein spitzbogiges Fenster und an der Südwand ein rundbogiges Glasfenster mit der Darstellung der Heiligen Helena und Martin aus [[1927]]. Nördlich am Chor steht der zweigeschoßige Sakristeianbau. | ||
Südlich am Chor | Südlich am Chor befindet sich die angebaute Totenkapelle aus [[1750]] mit einem zeitgleichen Altar, dessen Altarblatt Mariä Himmelfahrt zeigt. | ||
Die Wandmalereien zeigen am Triumphbogen das Jüngste Gericht aus der Mitte des [[17. Jahrhundert]]s | Die Wandmalereien zeigen am Triumphbogen das Jüngste Gericht aus der Mitte des [[17. Jahrhundert]]s; im zweiten Joch der Nordwand Gottvater und die Heiligen Cristianus, Nikolaus, Maria Magdalena und Ursula, die Vierzehn Nothelfer sowie Maria mit Kind aus [[1652]]. Eine Inschrift nennt die Stifter Christian Unterberger und Nikolaus Pinter. | ||
== Innenausstattung == | == Innenausstattung == | ||
Der linke Seitenaltar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde 1957 restauriert. Er zeigt das Altarblatt Kreuzigung mit Maria und Johannes und das Oberbild hl. Antonius. Der rechte Seitenaltar aus [[1835]] zeigt das Altarblatt | Der Hochaltar aus der Mitte des [[18. Jahrhundert]]s wurde [[1820]] überarbeitet. Er trägt die Figur einer stehenden Madonna mit Kind um [[1480]] und zeigt das Oberbild der hl. Ursula, seitlich die Konsolfiguren der Heiligen Jakobus des Älteren und Jakobus des Jüngeren aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. | ||
Der linke Seitenaltar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde [[1957]] restauriert. Er zeigt das Altarblatt Kreuzigung mit Maria und Johannes und das Oberbild des hl. Antonius. Der rechte Seitenaltar aus [[1835]] zeigt das Altarblatt der Heiligen Rochus und Sebastian und das Oberbild des hl. Christophorus. | |||
Es gibt eine hölzerne Pietà aus dem [[19. Jahrhundert]]. Die Kanzel um [[1720]] zeigt | Es gibt eine hölzerne Pietà aus dem [[19. Jahrhundert]]. Die Kanzel um [[1720]] zeigt Holzreliefs der Kirchenväter sowie das Bild Christus als Guter Hirte. Zudem gibt es Konsolfiguren der Heiligen Johannes Nepomuk und Johannes des Täufers, dazu heilige Bischöfe ohne Attribute und einen stehenden Schmerzensmann. Das Hängekruzifix schuf Helmut Zobl [[1974]]. Die Westempore zeigt Bilder Christi und der Zwölf Apostel, Davids und der hl. Cäcilia aus [[1675]]. | ||
Das Juwel der Kirche ist wohl die [[Gotik|gotische]] Madonna von [[1480]], die in der [[Barock]]zeit mit einer Hacke | Das Juwel der Kirche ist wohl die [[Gotik|gotische]] Madonna von [[1480]], die in der [[Barock]]zeit mit einer Hacke stark zugestutzt worden war, um ihr ein Kleid anziehen zu können. Erst [[1934]] wurde der Versuch unternommen, den Urzustand wiederherzustellen. Der Bildhauer [[Jakob Adlhart (Bildhauer)|Jakob Adlhart]] (aus [[Hallein]]) hatte bei dieser Gelegenheit ebenfalls zwei Fußengel geschaffen. | ||
Die Orgel baute [[Johann Josef Mertel]] [[1912]]. | Die Orgel baute [[Johann Josef Mertel]] [[1912]]. | ||
== Die Glocken der Pfarrkirche Krimml == | == Die Glocken der Pfarrkirche Krimml == | ||
Die Glocken stammen | Die Glocken stammen | ||
* aus der [[Glockengießerei Oberascher]] | * aus der [[Glockengießerei Oberascher]] in der [[Stadt Salzburg]] (Gussjahr 1951) | ||
* von Heinrich Reinhart | * von Heinrich Reinhart (Gussjahr [[1615]]) | ||
* | * vom Gießer Alexander Löffler (Gussjahr [[1537]]) | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||