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| − | '''Nonnreit''' ist ein Ortsteil der Stadt [[Tittmoning | + | '''Nonnreit''' ist ein Ortsteil der Stadt [[Tittmoning]] im historischen [[Rupertiwinkel]] in [[Oberbayern]]. |
== Geografie == | == Geografie == | ||
| − | Nonnreit ist heute ein Ortsteil der Stadt Tittmoning. Vor [[1976]] gehörte es zur Gemeinde [[Asten]] und wurde mit dieser nach Tittmoning [[Eingemeindungen|eingemeindet]]. Bis zum Anfang des [[19. Jahrhundert]]s war Nonnreit der nördlichste Ort des [[Fürsterzbistum Salzburg| | + | Nonnreit ist heute ein Ortsteil der Stadt Tittmoning. Vor [[1976]] gehörte es zur Gemeinde [[Asten]] und wurde mit dieser nach Tittmoning [[Eingemeindungen|eingemeindet]]. Bis zum Anfang des [[19. Jahrhundert]]s war Nonnreit der nördlichste Ort des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]]. Seit [[1810]] gehört es zusammen mit dem Rupertiwinkel zu Bayern. Das Dorf liegt 6 Kilometer nördlich des Zentrums von Tittmoning. |
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
| − | Um [[715]] schenkte der [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzog]] [[Theudebert|Theodbert]], der Sohn Herzogs [[Theodo]], Grundbesitz | + | Um [[715]] schenkte der [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzog]] [[Theudebert|Theodbert]], der Sohn Herzogs [[Theodo]], Grundbesitz im unteren [[Salzburggau]] an die [[Salzburger Kirche]]. Nach den Urbaren (Besitzrechtsverzeichnissen) des [[14. Jahrhundert]] war das [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Benediktinerinnenstift Nonnberg]] in der [[Stadt Salzburg]] in der Gegend um Tittmoning besonders reich begütert, wo es in über 40 Orten Besitzungen hatte. Das Dorf Nonnreit zeigt schon durch seinen Namen ("''Rodung der Nonnen''"), dass es im Auftrag von [[Nonnberg]] gegründet wurde. Als sich Salzburg im 14. Jahrhundert vom [[Herzogtum Bayern]] löste, wurde Nonnreit zum nördlichsten gelegenen Ort Salzburgs. Aus dem ursprünglichen [[Bauernhof]] entwickelte sich wegen der verkehrsgünstigen Lage an der Straße von Salzburg nach [[Burghausen]] und Landshut eine Tafernwirtschaft. Fuhrleute konnten dort ihre Rösser einstellen und erhielten Kost und Unterkunft. Zum Anwesen gehörten auch eine Schmiede und eine Wagnerei, die vor allem von den vorbeikommenden Fuhrwerken lebten. Nonnreit bestand bis ins [[20. Jahrhundert]] nur aus dem Wirtshaus samt den Nebengebäuden. |
| − | Das Lokal war offenbar auch als Ausflugsziel beliebt, da Ignaz Joseph von Obernberg in seinen "''Reisen durch das [[Königreich Bayern]]''" aus dem | + | Das Lokal war offenbar auch als Ausflugsziel beliebt, da Ignaz Joseph von Obernberg in seinen "''Reisen durch das [[Königreich Bayern]]''" aus dem Jahr [[1820]] schwärmt: |
| − | Ursprünglich endete hier das Gericht Wald an der Alz, als dessen südliche Grenzpunkte [[1305]] (von Osten nach Westen) die Weiler Steinthal, Hofschalling,Roidham und Purkering urkundlich genannt wurden. Im Jahr [[1317]] war daraus die Nordgrenze des Landes Salzburg geworden. Ein Zeugnis der "Salzburger Zeit" ist der [[barock]]e Grenzstein von [[1721]] am Ufer der [[Salzach]] an der "[[Nonnreiter Enge]]". Er trägt das Wappen des [[Kurfürstentum Bayern|Kurfürstentums Bayern]] und auf der | + | <blockquote>''... ein Lustort der Einwohner von Burghausen, wohin da vorüber eine wohlgebahnte Straße von Tittmoning führt. Der Gasthof hat gegen Aufgang [Osten] einen freundlichen Wiesenplatz, wo wir öfters im Schatten der Obstbäume gelagert, den schönsten Ausblick hinauf über die, gerade herab strömende Salzach, und bis in deren romantisches Gebirgstal genossen.''</blockquote> |
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| + | Nur einige hundert Meter nördlich überquerte die Straße beim Weiler Plattenberg die Grenze zu Bayern. Dort wurde im [[18. Jahrhundert]] ein bayerisches Mauthaus errichtet, das bis heute in umgebautem Zustand erhalten ist. Als das Land Salzburg [[1810]] an Bayern gefallen war, verschwand die Landesgrenze. Heute verläuft dort die Grenze zwischen den Landkreisen [[Landkreis Traunstein|Traunstein]] und [[Altötting]]. | ||
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| + | Ursprünglich endete hier das Gericht Wald an der Alz, als dessen südliche Grenzpunkte [[1305]] (von Osten nach Westen) die Weiler Steinthal, Hofschalling, Roidham und Purkering urkundlich genannt wurden. Im Jahr [[1317]] war daraus die Nordgrenze des Landes Salzburg geworden. Ein Zeugnis der "Salzburger Zeit" ist der [[barock]]e Grenzstein von [[1721]] am Ufer der [[Salzach]] an der "[[Nonnreiter Enge]]". Er trägt das Wappen des [[Kurfürstentum Bayern|Kurfürstentums Bayern]] und auf der gegenüberliegenden Seite das Allianzwappen des Salzburger [[Fürsterzbischof]]s [[Franz Anton Fürst Harrach]]. | ||
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Version vom 5. Januar 2026, 21:13 Uhr
Nonnreit ist ein Ortsteil der Stadt Tittmoning im historischen Rupertiwinkel in Oberbayern.
Geografie
Nonnreit ist heute ein Ortsteil der Stadt Tittmoning. Vor 1976 gehörte es zur Gemeinde Asten und wurde mit dieser nach Tittmoning eingemeindet. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts war Nonnreit der nördlichste Ort des Fürsterzbistums Salzburg. Seit 1810 gehört es zusammen mit dem Rupertiwinkel zu Bayern. Das Dorf liegt 6 Kilometer nördlich des Zentrums von Tittmoning.
Geschichte
Um 715 schenkte der Bayernherzog Theodbert, der Sohn Herzogs Theodo, Grundbesitz im unteren Salzburggau an die Salzburger Kirche. Nach den Urbaren (Besitzrechtsverzeichnissen) des 14. Jahrhundert war das Benediktinerinnenstift Nonnberg in der Stadt Salzburg in der Gegend um Tittmoning besonders reich begütert, wo es in über 40 Orten Besitzungen hatte. Das Dorf Nonnreit zeigt schon durch seinen Namen ("Rodung der Nonnen"), dass es im Auftrag von Nonnberg gegründet wurde. Als sich Salzburg im 14. Jahrhundert vom Herzogtum Bayern löste, wurde Nonnreit zum nördlichsten gelegenen Ort Salzburgs. Aus dem ursprünglichen Bauernhof entwickelte sich wegen der verkehrsgünstigen Lage an der Straße von Salzburg nach Burghausen und Landshut eine Tafernwirtschaft. Fuhrleute konnten dort ihre Rösser einstellen und erhielten Kost und Unterkunft. Zum Anwesen gehörten auch eine Schmiede und eine Wagnerei, die vor allem von den vorbeikommenden Fuhrwerken lebten. Nonnreit bestand bis ins 20. Jahrhundert nur aus dem Wirtshaus samt den Nebengebäuden.
Das Lokal war offenbar auch als Ausflugsziel beliebt, da Ignaz Joseph von Obernberg in seinen "Reisen durch das Königreich Bayern" aus dem Jahr 1820 schwärmt:
... ein Lustort der Einwohner von Burghausen, wohin da vorüber eine wohlgebahnte Straße von Tittmoning führt. Der Gasthof hat gegen Aufgang [Osten] einen freundlichen Wiesenplatz, wo wir öfters im Schatten der Obstbäume gelagert, den schönsten Ausblick hinauf über die, gerade herab strömende Salzach, und bis in deren romantisches Gebirgstal genossen.
Nur einige hundert Meter nördlich überquerte die Straße beim Weiler Plattenberg die Grenze zu Bayern. Dort wurde im 18. Jahrhundert ein bayerisches Mauthaus errichtet, das bis heute in umgebautem Zustand erhalten ist. Als das Land Salzburg 1810 an Bayern gefallen war, verschwand die Landesgrenze. Heute verläuft dort die Grenze zwischen den Landkreisen Traunstein und Altötting.
Ursprünglich endete hier das Gericht Wald an der Alz, als dessen südliche Grenzpunkte 1305 (von Osten nach Westen) die Weiler Steinthal, Hofschalling, Roidham und Purkering urkundlich genannt wurden. Im Jahr 1317 war daraus die Nordgrenze des Landes Salzburg geworden. Ein Zeugnis der "Salzburger Zeit" ist der barocke Grenzstein von 1721 am Ufer der Salzach an der "Nonnreiter Enge". Er trägt das Wappen des Kurfürstentums Bayern und auf der gegenüberliegenden Seite das Allianzwappen des Salzburger Fürsterzbischofs Franz Anton Fürst Harrach.
Literatur
- EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein: Heimat mit Geschichte und Zukunft, 2004
- Helga Reindel-Schedl: Laufen an der Salzach. Die alt-salzburgischen Pfleggerichte Laufen, Staufeneck, Teisendorf, Tittmoning und Waging, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Heft 55
- Rainer Wilflinger: Grenzverlauf und Grenzsituation zwischen dem Erzstift Salzburg und Bayern im Bereich des nördlichen Rupertiwinkels, in: Das Salzfass, Historischer Verein Rupertiwinkel, 2002/Heft 2
Weblinks
- Lage auf www.openstreetmap.org
- mapire.eu/de "Nunnreit" - Franziszeische Landesaufnahme 1807/1808 (mapire.eu)