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| − | [[File:Krackowizer Ferdinand Archivar 1891.jpg|thumb|Krackowizer Ferdinand Archivar 1891]]Dr. '''Ferdinand Krackowizer''' (* [[27. Mai]] [[1844]] in Wels, [[OÖ]].; † [[20. Oktober]] [[1933]] in [[Linz]], OÖ.) war der erste oberösterreichische Landesarchivdirektor und Urgroßonkel des "Motorradprofessors" [[Helmut Krackowizer]]. | + | [[File:Krackowizer Ferdinand Archivar 1891.jpg|thumb|Krackowizer Ferdinand Archivar 1891]]Dr. '''Ferdinand Krackowizer''' (* [[27. Mai]] [[1844]] in Wels, [[OÖ]].; † [[20. Oktober]] [[1933]] in [[Linz]], OÖ) war der erste oberösterreichische Landesarchivdirektor und Urgroßonkel des "Motorradprofessors" [[Helmut Krackowizer]]. |
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| | ==Leben== | | ==Leben== |
| − | Er kam in Wels als Sohn eines Magistratssekretärs und späteren Landesgerichtsrates zur Welt. [[1850]] bis [[1854]] besuchte er die Kreishauptschule in Steyr, da damals sein Vater als Assessor zum eben errichteten Landesgericht (später Kreisgericht) gekommen war. Danach bis [[1862]] war er am [[Benediktinerstift Kremsmünster|Stiftsgymnasium]] in [[Kremsmünster]], OÖ.. Von 1862 bis [[1865]] studierte er Jus an der Universität in Wien und das folgende Jahr in Innsbruck. Am [[26. März]] [[1868]] erlangte er dort das Doktordiplom. Schon zwei Jahre vorher, [[1866]], trat er in der [[Stadt Salzburg]] in die Kanzlei des bekannten Rechtsanwaltes Dr. [[August Prinzinger der Ältere]] ein und kam zu Beginn 1868 in die dortige Finanzprokuratur als Konzeptspraktikant. Nach wenigen Monaten übersiedelte er nach Linz in gleicher Eigenschaft, wo er bereits am [[18. Juni]] gleichen Jahres beim Lande Oberösterreich Aufnahme fand. Da ihm aber die Tätigkeit im Konzeptsdienst nicht zusagt, schied er [[1875]] aus ihm aus und erhielt die Stelle eines Landesarchivars und Registrators. | + | Er kam in Wels als Sohn eines Magistratssekretärs und späteren Landesgerichtsrates zur Welt. [[1850]] bis [[1854]] besuchte er die Kreishauptschule in Steyr, da damals sein Vater als Assessor zum eben errichteten Landesgericht (später Kreisgericht) gekommen war. Danach bis [[1862]] war er am [[Benediktinerstift Kremsmünster|Stiftsgymnasium]] in [[Kremsmünster]], OÖ. Von 1862 bis [[1865]] studierte er Jus an der Universität in Wien und das folgende Jahr in Innsbruck. Am [[26. März]] [[1868]] erlangte er dort das Doktordiplom. Schon zwei Jahre vorher, [[1866]], trat er in der [[Stadt Salzburg]] in die Kanzlei des bekannten Rechtsanwaltes Dr. [[August Prinzinger der Ältere]] ein und kam zu Beginn 1868 in die dortige Finanzprokuratur als Konzeptspraktikant. Nach wenigen Monaten übersiedelte er nach Linz in gleicher Eigenschaft, wo er bereits am [[18. Juni]] gleichen Jahres beim Lande Oberösterreich Aufnahme fand. Da ihm aber die Tätigkeit im Konzeptsdienst nicht zusagt, schied er [[1875]] aus ihm aus und erhielt die Stelle eines Landesarchivars und Registrators. |
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| | [[1870]] heiratete er Emma [[Würtenberger]], eine Fabrikantenstocher aus Salzburg und Großnichte des Tiroler Freiheitshelden [[Josef Speckbacher]]. Aus der Ehe zwei Töchter hervor. Tochter Johanna (* [[8. März]] [[1871]] in Linz; † um 1959 ebenda) war mit Obermagistratsrat Tallavania (* [[5. Mai]] [[1869]] in [[Linz]]; † [[2. Februar]] [[1934]] ebenda), verheiratet.<ref>[http://www.desbrosses.at/sippe/fam3882.htm www.desbrosses.at], Stammbaum der Krackowizer</ref> | | [[1870]] heiratete er Emma [[Würtenberger]], eine Fabrikantenstocher aus Salzburg und Großnichte des Tiroler Freiheitshelden [[Josef Speckbacher]]. Aus der Ehe zwei Töchter hervor. Tochter Johanna (* [[8. März]] [[1871]] in Linz; † um 1959 ebenda) war mit Obermagistratsrat Tallavania (* [[5. Mai]] [[1869]] in [[Linz]]; † [[2. Februar]] [[1934]] ebenda), verheiratet.<ref>[http://www.desbrosses.at/sippe/fam3882.htm www.desbrosses.at], Stammbaum der Krackowizer</ref> |
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| | Neben seinem Berufe und der Pflege der Geschichte seines Heimatlandes verfasste Krackowizer über seine Erinnerungen an Kremsmünster und an die Hochschule eine Reihe von Schriften, in denen seine Frohnatur zum hellen Ausdruck kommt; sie und andere Veröffentlichungen haben ihm als Humoristen einen Ruf verschafft, zumal seine ehedem viel gelesene "Naturgeschichte des österreichischen Studenten" im bekannten Verlage Reclam zu Leipzig erschien (1890). Sein handschriftliches Gedenkbuch "Aus meinem Leben und aus meiner Zeit" (1912/13) umfasst ebenfalls bloß die Jahre der Jugend bis 1870. | | Neben seinem Berufe und der Pflege der Geschichte seines Heimatlandes verfasste Krackowizer über seine Erinnerungen an Kremsmünster und an die Hochschule eine Reihe von Schriften, in denen seine Frohnatur zum hellen Ausdruck kommt; sie und andere Veröffentlichungen haben ihm als Humoristen einen Ruf verschafft, zumal seine ehedem viel gelesene "Naturgeschichte des österreichischen Studenten" im bekannten Verlage Reclam zu Leipzig erschien (1890). Sein handschriftliches Gedenkbuch "Aus meinem Leben und aus meiner Zeit" (1912/13) umfasst ebenfalls bloß die Jahre der Jugend bis 1870. |
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| − | [[1893]] begann in Österreich die staatliche Archivorganisation auf wissenschaftlicher Grundlage. Der OÖ. Landesausschuss beschloss die Archive der Städte, Märkte und Kommunen des Landes verzeichnen zu lassen. Diese schwierige Aufgabe übernahm Krackowizer, der im Sommer [[1895]] jene Gemeinden aufsuchte, welche den Besitz von Archivalien gemeldet hatten. Am [[1. September]] [[1896]] eröffnete das oberösterreichische Landesarchiv, dessen Leiter Ferdinand Krackowizer wurde. | + | [[1893]] begann in Österreich die staatliche Archivorganisation auf wissenschaftlicher Grundlage. Der OÖ Landesausschuss beschloss die Archive der Städte, Märkte und Kommunen des Landes verzeichnen zu lassen. Diese schwierige Aufgabe übernahm Krackowizer, der im Sommer [[1895]] jene Gemeinden aufsuchte, welche den Besitz von Archivalien gemeldet hatten. Am [[1. September]] [[1896]] eröffnete das oberösterreichische Landesarchiv, dessen Leiter Ferdinand Krackowizer wurde. |
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| | Am [[1. August]] [[1903]] trat er in den Ruhestand und erhielt [[1921]] anlässlich des 25jährigen Bestandes des Landesarchivs den Titel eines Landesarchivdirektors. Bei seinem Scheiden aus dem Amte gab er auf eigene Kosten eine Broschüre "Das oberösterreichische. Landesarchiv zu Linz" heraus, welche über dessen Zweck, Tätigkeit und Inhalt kurz berichtet. Während Krackowizer zu seinen Lebzeiten hauptsächlich als Humorist bekannt war, wird er im Gedächtnis der Nachwelt vorwiegend als Sammler weiterleben. Sein größtes Werk ist sein "Biografisches Lexikon des Landes Österreich ob der Enns" (Gelehrte, Schriftsteller und Künstler Oberösterreichs seit 1800), 1931 erschienen. | | Am [[1. August]] [[1903]] trat er in den Ruhestand und erhielt [[1921]] anlässlich des 25jährigen Bestandes des Landesarchivs den Titel eines Landesarchivdirektors. Bei seinem Scheiden aus dem Amte gab er auf eigene Kosten eine Broschüre "Das oberösterreichische. Landesarchiv zu Linz" heraus, welche über dessen Zweck, Tätigkeit und Inhalt kurz berichtet. Während Krackowizer zu seinen Lebzeiten hauptsächlich als Humorist bekannt war, wird er im Gedächtnis der Nachwelt vorwiegend als Sammler weiterleben. Sein größtes Werk ist sein "Biografisches Lexikon des Landes Österreich ob der Enns" (Gelehrte, Schriftsteller und Künstler Oberösterreichs seit 1800), 1931 erschienen. |