Kobler-Spängler-Briefe von 1870: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 236: | Zeile 236: | ||
''Auch bey uns war der November größtentheils schön, mit 1 Dezember hat der Winter fest, begonnen, die Schlitten fahren schon über und über, wen auch noch nicht so viel Schne ist, das der Weg gut gut ist, aber es muß gefahren sein. Wie ist es den mit deinem hieher kommen? auf Weihnachten das es mich unendlich freut wen du komen kannst weißt du, wen es aber durchauß nicht sein kann, so muß ich mich halt auch fügen. Die Lürzer hat nichts in den Händen wegen ihrer Pension, währentdem die Wahlhüselstätter die Pension schon im Vorigen Monnath schon erhalten hat. Ich glaube schon es liegt schon lange hier, aber der Wamhe [?] ist gar so beq[u]em, vieleicht bekömmt sie es dieser Tage. Die Lürzer läßt dich recht schön bitten zu thun was möglich ist wegen der Pepi. Ich hoffe lieber Franz du machst es mir zu wissen durch Otto ob du kömmst, da Otto ohnedies vieleicht 10- bis 12 Tage in Wien ist wird er schon öfter an Louise schreiben du kannst auch du mir vieleicht einmal ein Zettel einschließen Was glaubst du lieber Franz? köntest du vieleicht nicht zu denen vielen Komissionen welche du zu machen hast, Handstützerln brau[ch]en? ich würde sie dir von rother und Schwarzer Wolle strücken. Bey Sautter in Inspruck geht es den geregelten gang beßer gottlob. Lebe recht wohl mein lieber guter Franz ich bethe schon fleißig für dich vergiß auch du der Mutter nicht im gebeth. Es küßt und segnet dich im Geiste deine treue Mutter die Spängler / Von allen Bekanten recht viele herzliche grüße. Otto und Paula schreiben oft an dich, bald mit Kreide bald mit Bleistift.'' | ''Auch bey uns war der November größtentheils schön, mit 1 Dezember hat der Winter fest, begonnen, die Schlitten fahren schon über und über, wen auch noch nicht so viel Schne ist, das der Weg gut gut ist, aber es muß gefahren sein. Wie ist es den mit deinem hieher kommen? auf Weihnachten das es mich unendlich freut wen du komen kannst weißt du, wen es aber durchauß nicht sein kann, so muß ich mich halt auch fügen. Die Lürzer hat nichts in den Händen wegen ihrer Pension, währentdem die Wahlhüselstätter die Pension schon im Vorigen Monnath schon erhalten hat. Ich glaube schon es liegt schon lange hier, aber der Wamhe [?] ist gar so beq[u]em, vieleicht bekömmt sie es dieser Tage. Die Lürzer läßt dich recht schön bitten zu thun was möglich ist wegen der Pepi. Ich hoffe lieber Franz du machst es mir zu wissen durch Otto ob du kömmst, da Otto ohnedies vieleicht 10- bis 12 Tage in Wien ist wird er schon öfter an Louise schreiben du kannst auch du mir vieleicht einmal ein Zettel einschließen Was glaubst du lieber Franz? köntest du vieleicht nicht zu denen vielen Komissionen welche du zu machen hast, Handstützerln brau[ch]en? ich würde sie dir von rother und Schwarzer Wolle strücken. Bey Sautter in Inspruck geht es den geregelten gang beßer gottlob. Lebe recht wohl mein lieber guter Franz ich bethe schon fleißig für dich vergiß auch du der Mutter nicht im gebeth. Es küßt und segnet dich im Geiste deine treue Mutter die Spängler / Von allen Bekanten recht viele herzliche grüße. Otto und Paula schreiben oft an dich, bald mit Kreide bald mit Bleistift.'' | ||
"ein Mädchen": die Verlobung mit Fanni Schlegel war am 8. September 1871 in Salzburg. - "Schlitten fahren": Vom Schlittenfahren ist in den Briefen des öfteren die Rede. Der Schlitten diente nicht nur einfach dem Transport im Winter (so z.B. auch im Brief vom 4. Dezember 1871 und in den frühen Briefen vom z.B. 22. Januar 1843 und vom 28. Dezember 1844), sondern auch der Geselligkeit. So ist in den Briefen vom 23. Januar 1847 und vom 12. Februar 1848 vom "Bockschlitten" die Rede, im ersteren Brief mit einer Fahrt in fröhlicher Gesellschaft. Vielleicht stammt die fast Handteller große Kokarde (mit Schleier ca. 10 cm Durchmesser; siehe Fotos) von einem derartigen Vergnügen, falls ich [ | "ein Mädchen": die Verlobung mit Fanni Schlegel war am 8. September 1871 in Salzburg. - "Schlitten fahren": Vom Schlittenfahren ist in den Briefen des öfteren die Rede. Der Schlitten diente nicht nur einfach dem Transport im Winter (so z.B. auch im Brief vom 4. Dezember 1871 und in den frühen Briefen vom z.B. 22. Januar 1843 und vom 28. Dezember 1844), sondern auch der Geselligkeit. So ist in den Briefen vom 23. Januar 1847 und vom 12. Februar 1848 vom "Bockschlitten" die Rede, im ersteren Brief mit einer Fahrt in fröhlicher Gesellschaft. Vielleicht stammt die fast Handteller große Kokarde (mit Schleier ca. 10 cm Durchmesser; siehe Fotos) von einem derartigen Vergnügen, falls ich, [[Otto Holzapfel]], die Inschrift richtig interpretiere: "Erinnerung an die qualvolle Fahrt am 2. Februar im Jahre des Heil‘s 1869." Das Abzeichen zum Anstecken lag bei den Briefen, es fehlt aber [bisher] der Bezug zu einem bestimmten Brief. | ||
<gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> | ||