| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| − | Dr. '''Josef Aigner''' (* 1840/41 in [[St. Michael im Lungau]]; † [[4. Oktober]] [[1915]]<ref name="MGSLK">[[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe|Todesanzeige]] in den [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19160006&zoom=2&seite=00000257 56, 1916, 257]</ref>) war ein hochrangiger Salzburger Richter sowie [[Ehrenbürger]] von von [[St. Michael im Lungau]] und [[Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfelden]]. | + | Dr. '''Josef Aigner''' (* 1840/41 in [[St. Michael im Lungau]]; † [[4. Oktober]] [[1915]]<ref name="MGSLK">[[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe|Todesanzeige]] in den [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19160006&zoom=2&seite=00000257 56, 1916, 257]</ref>) war ein hochrangiger Salzburger Richter sowie [[Ehrenbürger]] von [[St. Michael im Lungau]] und [[Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfelden]]. |
| | | | |
| | == Leben == | | == Leben == |
| Zeile 9: |
Zeile 9: |
| | | | |
| | <blockquote> | | <blockquote> |
| − | ''Senatspräsident Dr. Josef Aigner †. Gestern starb nach langem Leiden k. k. Senatspräsident i. R. Dr. Josef Aigner, im Altr von 74 Jahren verschieden. Der Verblichene war ein Sohn unseres Landes und hing mit Inniger Liebe an seiner Heimat. In St. Michael im Lungau als Sohn bäuerlicher Eltern geboren, wandte er sich nach Absolvierung des Gymnasiums den juridischen Studien zu und wendete sich nach den glücklich abgelegten Staatsprüfungen und Erlangung des Doktorgrades dem Richterstande zu. In diesem mochte er die ganze Stufenleiter bis hinauf zum Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes durch und erwarb sich durch sein fachtüchtiges Können und sein konziliantes Vorgehen nicht nur die volle Anerkennung seiner Vorgesetzten, sondern auch die Wertschätzung der Laienkreise. Dr. Josef Aigner war ein Menschenfreund im vollsten Sinne des Wortes. Das bewies er nicht nur durch seine rastlose Fürsorge für die Salzburger Studenten in [[Wien]], deren Unterstützungsverein unter seiner Führung einen großen Aufschwung nahm und hunderten von Themisjüngern ihre Studien erleichtern und vollenden half, das zeigte er auch bei uns in Salzburg, wo er vor seinem Uebertritt in den Ruhestand noch den Sträflings-Fürsorge-Verein ins Leben rief, der seither ein segensreiches Wirken entfaltet. Auch für Musik interessierte er sich lebhaft. Durch lange Jahre gehörte er dem leitenden Ausschüsse der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] an und beteiligte sich in diesem an allen Vorarbeiten für den Bau des [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarthauses]] bis zu besten Vollendung. Mit wahrem Feuereifer betätigte er sich an der Durchführung der letzten großen [[Salzburger Mozartfest|Musikfeste]] und deren Veranstaltungen. Sein geselliges Wesen, fein sonniger Humor erwarben ihm viele Freunde und machten ihn zu einem gerne gesehenen Gesellschafter. | + | ''Senatspräsident Dr. Josef Aigner †. Gestern ist nach langem Leiden k. k. Senatspräsident i. R. Dr. Josef Aigner, im Alter von 74 Jahren verschieden. Der Verblichene war ein Sohn unseres Landes und hing mit inniger Liebe an seiner Heimat. In St. Michael im Lungau als Sohn bäuerlicher Eltern geboren, wandte er sich nach Absolvierung des Gymnasiums den juridischen Studien zu und wendete sich nach den glücklich abgelegten Staatsprüfungen und Erlangung des Doktorgrades dem Richterstande zu. In diesem machte er die ganze Stufenleiter bis hinauf zum Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes durch und erwarb sich durch sein fachtüchtiges Können und sein konziliantes Vorgehen nicht nur die volle Anerkennung seiner Vorgesetzten, sondern auch die Wertschätzung der Laienkreise. Dr. Josef Aigner war ein Menschenfreund im vollsten Sinne des Wortes. Das bewies er nicht nur durch seine rastlose Fürsorge für die Salzburger Studenten in [[Wien]], deren Unterstützungsverein unter seiner Führung einen großen Aufschwung nahm und hunderten von Themisjüngern ihre Studien erleichtern und vollenden half, das zeigte er auch bei uns in Salzburg, wo er vor seinem Uebertritt in den Ruhestand noch den Sträflings-Fürsorge-Verein ins Leben rief, der seither ein segensreiches Wirken entfaltet. Auch für Musik interessierte er sich lebhaft. Durch lange Jahre gehörte er dem leitenden Ausschüsse der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] an und beteiligte sich in diesem an allen Vorarbeiten für den Bau des [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarthauses]] bis zu dessen Vollendung. Mit wahrem Feuereifer betätigte er sich an der Durchführung der letzten großen [[Salzburger Mozartfest|Musikfeste]] und deren Veranstaltungen. Sein geselliges Wesen, sein sonniger Humor erwarben ihm viele Freunde und machten ihn zu einem gerne gesehenen Gesellschafter. Als sich im Vorjahre bei ihm das Leiden geltend machte, das nun seinen Tod herbeigeführt hat, schied er schweren Herzens aus dem ihm so lieb gewordenen Mozarteum, das ihn mit Bedauern scheiden sah und ihm ein dauerndes und ehrenvolles Andenken bewahren wird. |
| | | | |
| − | ''Als sich im Vorjahre bei ihm das Leiden geltend machte, das nun seinen Tod herbeigeführt hat, schied er schweren Herzens aus dem ihm so lieb gewordenen Mozarteum, das ihn mit Bedauern scheiden sah und ihm ein dauerndes und ehrenvolles Andenken bewahren wird. Ein so edel denkender Mensch wie Dr. Josef Aigner mußte auch ein mustergültiger Familienvater sein. Ein liebevoller Gatte und Vater war er den Seinen Alles. Die Sorge um deren Wohl erfüllte ihn bis zu seinem Lebensende. Umso schmerzlicher trifft Gattin und Töchter sein Hinscheiden. Auch im [[Lungau]], seiner engeren Heimat, wird sich Tod aufrichtige Trauer auslösen, verlieren die Lungauer in ihm doch einen warmen Freund, der bei jeder Gelegenheit für die Interessen des Gaues eintrat. Dr. Josef Aigner war Ritter des Franz Josef-Ordens, Ehrenbürger von St. Michael und Saalfelden und bekleidete auch sonst noch eine Reihe von Ehrenstellen. Mit ihm haben wir einen der Besten unseres Landes verloren. Die Beerdigung erfolgt, Mittwoch nachmittags 4 Uhr von der [[Alte Aussegnungshalle auf dem Salzburger Kommunalfriedhof|Leichenhalle]] aus auf dem [[Kommunalfriedhof Salzburg|städt. Friedhofe]]. Ein Sonderzug der [[Salzburger Lokalbahn|elektrischen Lokalbahn]] verkehrt ab [[Salzburger Hauptbahnhof|Bahnhof]] 2,58, ab [[Bazargebäude (der Bazar)|Bazar]] 3,07, zurück Friedhof 4,49. | + | ''Ein so edel denkender Mensch wie Dr. Josef Aigner mußte auch ein mustergültiger Familienvater sein. Ein liebevoller Gatte und Vater war er den Seinen Alles. Die Sorge um deren Wohl erfüllte ihn bis zu seinem Lebensende. Umso schmerzlicher trifft Gattin und Töchter sein Hinscheiden. Auch im [[Lungau]], seiner engeren Heimat, wird sein Tod aufrichtige Trauer auslösen, verlieren die Lungauer in ihm doch einen warmen Freund, der bei jeder Gelegenheit für die Interessen des Gaues eintrat. Dr. Josef Aigner war Ritter des Franz Josef-Ordens, Ehrenbürger von St. Michael und Saalfelden und bekleidete auch sonst noch eine Reihe von Ehrenstellen. Mit ihm haben wir einen der Besten unseres Landes verloren. |
| | + | |
| | + | ''Die Beerdigung erfolgt Mittwoch nachmittags 4 Uhr von der [[Alte Aussegnungshalle auf dem Salzburger Kommunalfriedhof|Leichenhalle]] aus auf dem [[Kommunalfriedhof Salzburg|städt. Friedhofe]]. Ein Sonderzug der [[Salzburger Lokalbahn|elektrischen Lokalbahn]] verkehrt ab [[Salzburger Hauptbahnhof|Bahnhof]] 2,58, ab [[Bazargebäude (der Bazar)|Bazar]] 3,07, zurück Friedhof 4,49. |
| | </blockquote> | | </blockquote> |
| | | | |