Kobler-Spängler-Briefe von 1850 bis 1859: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref> | Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref> | ||
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1850/1851 Briefe [grün verschnürt, doch nicht alles übertragen] von Nr. 38 [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881), verheiratet seit 1846 mit [Nr. 39]] Amalia Kobler-Castelli ([[Zäzilia Amalia Kobler]], * 1821; † 1848 gestorben kurz nach der Geburt der Tochter [Nr. 19] Fanni Schlegel, [[Franziska Schlegel]]), an [Nr. 79] Fanny Kobler ([[Franziska Kobler]], * 1796; † 1886). | 1850/1851 Briefe [grün verschnürt, doch nicht alles übertragen] von Nr. 38 [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881), verheiratet seit 1846 mit [Nr. 39]] Amalia Kobler-Castelli ([[Zäzilia Amalia Kobler]], * 1821; † 1848 gestorben kurz nach der Geburt der Tochter [Nr. 19] Fanni Schlegel, [[Franziska Schlegel]]), an [Nr. 79] Fanny Kobler ([[Franziska Kobler]], * 1796; † 1886). | ||
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==== Brief ohne Datum von Richard Schlegel an Fanny Kobler ==== | == 1851 == | ||
==== Brief ohne Datum [1851] von Richard Schlegel an Fanny Kobler ==== | |||
Brief von [[Richard Franz Schlegel]] aus Wien an [[Franziska Kobler]]; Brief "Sonntag" [ohne Datum, "weil ich keinen Kalender habe"; im Frühjahr 1851 wieder in Wien]:<br /> | Brief von [[Richard Franz Schlegel]] aus Wien an [[Franziska Kobler]]; Brief "Sonntag" [ohne Datum, "weil ich keinen Kalender habe"; im Frühjahr 1851 wieder in Wien]:<br /> | ||
''Liebe theuere Schwiegermutter! So lange ich nicht wieder bei Dir und meinem lieben Engel bin, so lange heißt mein Leben kein Leben […] Es ist Sonntag, der zweyte schöne Tag, so lange ich hier bin […] Um meine Angelegenheiten hier ganz in Ordnung zu bringen und ohne Sorgen nach einigen Wochen zu Euch zurückkehren zu können, muß ich Dich nochmals plagen. Ich brauche nehmlich ein [unterstrichen:] Mittellosigkeitszeugniß, worin mit wenigen Worten vom'' [unterstrichen:] ''Domherr Wolf bestätigt wird, daß ich kein Vermögen besitze, und nur von meinem […] kleinen Gehalt [als Arzt] lebe. […] Ich erspare mir darauf 30 fr CMz, die ich als Schulgeld zahlen müßte." … Er läuft mit einem alten Hut herum, "es gibt keinen einzigen solchen Hut mehr in Wien, aber ich denke mir, daß mich hier Niemand kennt, und so geht es an." … Außer für ein Paar Stiefel hat er kein Geld für neue Kleider; das Doktorat kostet ihm so viel, dass vom Ersparten nichts übrig bleibt. … "In 4 Wochen hoffe ich doch bey Euch zu seyn. […] Die Theres u alle Bekannte grüße ich herzlich. Lebe wohl […] ich küsse Dir die Hand und bleibe Dein dankbarer Sohn Richard'' | ''Liebe theuere Schwiegermutter! So lange ich nicht wieder bei Dir und meinem lieben Engel bin, so lange heißt mein Leben kein Leben […] Es ist Sonntag, der zweyte schöne Tag, so lange ich hier bin […] Um meine Angelegenheiten hier ganz in Ordnung zu bringen und ohne Sorgen nach einigen Wochen zu Euch zurückkehren zu können, muß ich Dich nochmals plagen. Ich brauche nehmlich ein [unterstrichen:] Mittellosigkeitszeugniß, worin mit wenigen Worten vom'' [unterstrichen:] ''Domherr Wolf bestätigt wird, daß ich kein Vermögen besitze, und nur von meinem […] kleinen Gehalt [als Arzt] lebe. […] Ich erspare mir darauf 30 fr CMz, die ich als Schulgeld zahlen müßte." … Er läuft mit einem alten Hut herum, "es gibt keinen einzigen solchen Hut mehr in Wien, aber ich denke mir, daß mich hier Niemand kennt, und so geht es an." … Außer für ein Paar Stiefel hat er kein Geld für neue Kleider; das Doktorat kostet ihm so viel, dass vom Ersparten nichts übrig bleibt. … "In 4 Wochen hoffe ich doch bey Euch zu seyn. […] Die Theres u alle Bekannte grüße ich herzlich. Lebe wohl […] ich küsse Dir die Hand und bleibe Dein dankbarer Sohn Richard'' | ||