Kobler-Spängler-Briefe von 1870: Unterschied zwischen den Versionen
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==== Brief vom 13. November 1870 von der Mutter Antonia Spängler an ihren Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ==== | ==== Brief vom 13. November 1870 von der Mutter Antonia Spängler an ihren Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ==== | ||
Brief von [Nr. 37] Antonia Spängler an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler:<br /> | Brief von [Nr. 37] Antonia Spängler an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler:<br /> | ||
''Salzburg 13. 11. 70: Mein innigst geliebter Franz! Schon wider vergingen einige Tage bevor ich dazu komm dir zu schreiben, ich weiß es selbst nicht wie es kömmt, aber bey Otto war alles der Reihe nach krank, da war ich viel Oben, und diese Zeit wo ich zu Hauße bin, habe ich für uns wider einiges zu thun was sich nicht aufschieben läßt. Otto ist dermalen noch immer unwohl an Halsweh. Konnte daher gar nicht nach Wien gehen. Wir freuten uns schon das du hättest mit Otto zusammen kommen können, und er mir sagen könte, wie er dich außsehen findet, ich bin immer so sehr erfreut wen dich Leute gut außsehen finden. ich bin außer einen starken Strauhe [die Strauchen, Katarrh, Schnupfen], welche ich bey deren Kindern erwischt habe ganz wohl. Die Lini war auch schon unwohl, da mußte unsere Kathi sehr viel oben sein, und so vergeht die Zeit so schnel. Diese Tage war ich mit den [[ | ''Salzburg 13. 11. 70: Mein innigst geliebter Franz! Schon wider vergingen einige Tage bevor ich dazu komm dir zu schreiben, ich weiß es selbst nicht wie es kömmt, aber bey Otto war alles der Reihe nach krank, da war ich viel Oben, und diese Zeit wo ich zu Hauße bin, habe ich für uns wider einiges zu thun was sich nicht aufschieben läßt. Otto ist dermalen noch immer unwohl an Halsweh. Konnte daher gar nicht nach Wien gehen. Wir freuten uns schon das du hättest mit Otto zusammen kommen können, und er mir sagen könte, wie er dich außsehen findet, ich bin immer so sehr erfreut wen dich Leute gut außsehen finden. ich bin außer einen starken Strauhe [die Strauchen, Katarrh, Schnupfen], welche ich bey deren Kindern erwischt habe ganz wohl. Die Lini war auch schon unwohl, da mußte unsere Kathi sehr viel oben sein, und so vergeht die Zeit so schnel. Diese Tage war ich mit den [[Zeller]] bey Eschenloon, die Mädchen waren bey Plachetka auf Besuch, somit war sie allein, und lud mich ein, es war ganz angenehm. Die Sattler wäre auch geladen geweßen wen sie nicht hätte von Swim[?]verein auß, hätte mit der Leiche den Branntspektor [?] Schmit gehen. Die Tage allen Heil eX waren sehr traurig und öde, die Lürzer hat immer noch Husten, und darf nur wenig außgehen, daher sie auch oft sehr Melancholisch ist. Ich konnte wenig auf die gottesacker gehen weil ich eben damals gar sehr die Strauhe hatte. Die Witterung war grenzenloos schlecht. | ||
''Max war auch sehr leidend an Zahnwehen und Cartahr. Die Sachen gabuinden [?] wurde heute zum 2ten mahl verkündet mit den Consipianten Huber bey Gestimme [?]. Wen sie nicht neue Zulagen von Hauß bekommt, so darf sie schauen darauß zu kommen den es ist keine Kleinigkeit was man braucht um zu leben. Es wird dir ganz angenehm sein das Ludwich Sauter in Wien ist, den er ist ein ganz netter Mann lebt das Kind von Emil guttenberg? Die Lürzer hat ihre Pension noch nicht erledigt bekommen, hoft es eben alle Tage. Die Pepi will nun wieder vormund um die Prebende [Präbende, Pfründe] bitten. Vielleicht erreicht sie dieselben würdest du vielleicht gelegenheit haben zum Minister Taffe mit dem Bittgesuch zu gehen und zu bitten weil er um die ganze Sache recht gut weiß. Die Lürzer wird dir selbst schreiben. / auf den 17 en lasse ich für den Paten eine heil Meße lesen ich denke um Pathe auch für die Eltern lasse ich dieser Tage eine H Meße lesen. Dieser Tage habe ich die Duregger Familie Nachmittag geladen und am nächsten Dienstag die Zeller mit ihre Leute. für Carl Spängler lag kein Conte in meinem Brief bey. Ich heitze schon seit Mitte Oktober ich mache schon wieder Frühstück in meinem Ofen, Jause und Nachtsupe, es thut mir so wohl ein warmes Zimer. Lebe recht wohl mein lieber Franz: sehen wir uns auf Weihnachten? Es küßt und segnet dich im geiste deine treue Mutter Spängler / alle Bekante grüßen dich recht herzlich, der kleine Otto spricht oft von dir.'' | ''Max war auch sehr leidend an Zahnwehen und Cartahr. Die Sachen gabuinden [?] wurde heute zum 2ten mahl verkündet mit den Consipianten Huber bey Gestimme [?]. Wen sie nicht neue Zulagen von Hauß bekommt, so darf sie schauen darauß zu kommen den es ist keine Kleinigkeit was man braucht um zu leben. Es wird dir ganz angenehm sein das Ludwich Sauter in Wien ist, den er ist ein ganz netter Mann lebt das Kind von Emil guttenberg? Die Lürzer hat ihre Pension noch nicht erledigt bekommen, hoft es eben alle Tage. Die Pepi will nun wieder vormund um die Prebende [Präbende, Pfründe] bitten. Vielleicht erreicht sie dieselben würdest du vielleicht gelegenheit haben zum Minister Taffe mit dem Bittgesuch zu gehen und zu bitten weil er um die ganze Sache recht gut weiß. Die Lürzer wird dir selbst schreiben. / auf den 17 en lasse ich für den Paten eine heil Meße lesen ich denke um Pathe auch für die Eltern lasse ich dieser Tage eine H Meße lesen. Dieser Tage habe ich die Duregger Familie Nachmittag geladen und am nächsten Dienstag die Zeller mit ihre Leute. für Carl Spängler lag kein Conte in meinem Brief bey. Ich heitze schon seit Mitte Oktober ich mache schon wieder Frühstück in meinem Ofen, Jause und Nachtsupe, es thut mir so wohl ein warmes Zimer. Lebe recht wohl mein lieber Franz: sehen wir uns auf Weihnachten? Es küßt und segnet dich im geiste deine treue Mutter Spängler / alle Bekante grüßen dich recht herzlich, der kleine Otto spricht oft von dir.'' | ||