Filialkirche zum hl. Georg in Kirchberg: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Kirchberg.jpg|thumb|Filialkirche Kirchberg in Eugendorf]]
[[Datei:Kirchberg.jpg|thumb|Filialkirche Kirchberg in Eugendorf]]
Die '''Filialkirche zum hl. Georg''' in [[Kirchberg (Eugendorf)|Kirchberg]] gehört zu den kostbarsten Kirchenbauten im ganzen [[Flachgau]]. Sie zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Eugendorf|denkmalgeschützten Objekten]] in Eugendorf.
[[Datei:Kirchenberg, Kirche St. Georg 034.jpg|thumb|Filialkirche zum hl. Georg in Kirchberg, Innenaufnahme]]
[[Datei:Kirchenberg, Kirche St. Georg 034.jpg|thumb|Filialkirche zum hl. Georg in Kirchberg, Innenaufnahme]]
[[Datei:Kirchentüre in St. Georg in Kichberg.JPG|thumb|Kirchentüre der Filialkirche zum hl. Georg in Kirchberg]]
Die '''Filialkirche zum hl. Georg''' in [[Kirchberg (Eugendorf)|Kirchberg]] gehört zu den kostbarsten Kirchenbauten im ganzen [[Flachgau]]. Sie zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Eugendorf|denkmalgeschützten Objekten]] in Eugendorf.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Einst befand sich an dieser Stelle ein [[Kelten|keltisches]] Heiligtum, wovon noch heute ein Grabsteinrelief zeugt, das in der Kirchenaußenwand eingemauert zu sehen ist. Der [[Seekirchen|Seekirchner]] Pfarrer Ulrich verbesserte und erweiterte um [[1390]] die im Kern noch [[romanik|romanische]] Kapelle. Die [[Herren von Unzing]] besaßen hier eine Fliehburg mit [[Romanik|romanischer]] Jakobus-Kapelle. Nach deren Abbruch wurde der Wohnturm der Burg um 1500 zu einer einfachen, einschiffigen Kirche mit einem gotischen Altarraum ausgebaut und ein hölzerner Dachreiter (Turm) mit Zwiebeldach aufgesetzt. Der Turm stammt aus [[1698]]–[[1699]] – in diesen Jahren wurde auch das Langhaus mit einer neuen flachen Decke versehen. Die Apsis ist von einem Zweiparallelrippengewölbe geprägt. [[1707]] schuf der berühmte [[Mondsee (Ort)|Mondseer]] [[Barock]]<nowiki>bildhauer</nowiki> [[Meinrad Guggenbichler]] den Hochaltar mit dem heiligen Georg in der Mittelnische, begleitet von den Heiligen Sigismund und Florian. Dann entwickelte sie sich zu einer Wallfahrtskirche. Noch heute sieht man im Inneren der Kirche [[Votivtafel]]n. Nach dem Brand von [[1917]] wurde statt des Zwiebelturmes wieder eine, nun neugotische Turmspitze aufgesetzt.
Einst befand sich an dieser Stelle ein [[Kelten|keltisches]] Heiligtum, wovon noch heute ein Grabsteinrelief zeugt, das in der Kirchenaußenwand eingemauert zu sehen ist. Der [[Seekirchen|Seekirchner]] Pfarrer Ulrich verbesserte und erweiterte um [[1390]] die im Kern noch [[romanik|romanische]] Kapelle. Die [[Herren von Unzing]] besaßen hier eine Fliehburg mit [[Romanik|romanischer]] Jakobus-Kapelle. Nach deren Abbruch wurde der Wohnturm der Burg um 1500 zu einer einfachen, einschiffigen Kirche mit einem gotischen Altarraum ausgebaut und ein hölzerner Dachreiter (Turm) mit Zwiebeldach aufgesetzt. Der Turm stammt aus [[1698]]–[[1699]] – in diesen Jahren wurde auch das Langhaus mit einer neuen flachen Decke versehen. Die Apsis ist von einem Zweiparallelrippengewölbe geprägt. [[1707]] schuf der berühmte [[Mondsee (Ort)|Mondseer]] [[Barock]]<nowiki>bildhauer</nowiki> [[Meinrad Guggenbichler]] den Hochaltar mit dem heiligen Georg in der Mittelnische, begleitet von den Heiligen Sigismund und Florian. Dann entwickelte sie sich zu einer Wallfahrtskirche. Noch heute sieht man im Inneren der Kirche [[Votivtafel]]n. Nach dem Brand von [[1917]] wurde statt des Zwiebelturmes wieder eine, nun neugotische Turmspitze aufgesetzt.
[[Datei:Grabstätte von Max und Gudrun Reischl in Kirchenberg in Eugendorf.jpg|thumb|Grabstätte von Max und Gudrun Reisch.]]


Das Altarbild des Malers [[Franz Moser (Maler)|Franz Moser]]  ([[1845]]) zeigt den hl. Jakobus den Älteren vor der Madonna mit Kind.  Die Kanzel mit hölzerner Brüstung wurde auf einem gemauerten, niedrigen Unterbau errichtet. Ein gotisches Kreuz, ein Kreuzweg mit 15 Stationen und die Bänke auf der Empore gehören neben den Resten eines Freskogemäldes zu den weiteren Besonderheiten der Filialkirche.
Das Altarbild des Malers [[Franz Moser (Maler)|Franz Moser]]  ([[1845]]) zeigt den hl. Jakobus den Älteren vor der Madonna mit Kind.  Die Kanzel mit hölzerner Brüstung wurde auf einem gemauerten, niedrigen Unterbau errichtet. Ein gotisches Kreuz, ein Kreuzweg mit 15 Stationen und die Bänke auf der Empore gehören neben den Resten eines Freskogemäldes zu den weiteren Besonderheiten der Filialkirche.
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1980 wurde die Kirche gründlich renoviert.
1980 wurde die Kirche gründlich renoviert.


== Sonstiges ==
== Familiengruft Reischl ==
Unmittelbar neben der Kirche befindet sich die Familiengruft des Unternehmers Kommerzialrat Max Reischl, der neben der Kirche wohnte und wo auch die Max-Reischl-Privatstiftung ihren Sitz hat.
 
Unmittelbar neben der Kirche befindet sich die Familiengruft des Unternehmers Kommerzialrat [[Max Reischl]], der neben der Kirche wohnte und wo auch die Max-Reischl-Privatstiftung ihren Sitz hat.


Bei Anlegen der Gruft im Sommer [[1984]] kam es zu einem Protest. Gegen das Privatgrab neben dem Georgskirchlein sprachen sich [[Pfarrer von Eugendorf|Pfarrer]] [[Josef Resch (Priester)|Josef Resch]] und der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats aus. Seit Beginn der Christenheit sei es Gesetz, dass alle Menschen in einer gemeinsamen Begräbnisstätte ihre letzte Ruhe fänden. Damit solle die Einheit und Gleichheit aller Menschen vor ihrem Schöpfer sichtbar gemacht werden. Nur Stifter und Angehörige des Priesterstandes sowie der Hochadel würden auch außerhalb dieser Stätten in Kirchen begraben hieß es in einem Schreiben.  
Bei Anlegen der Gruft im Sommer [[1984]] kam es zu einem Protest. Gegen das Privatgrab neben dem Georgskirchlein sprachen sich [[Pfarrer von Eugendorf|Pfarrer]] [[Josef Resch (Priester)|Josef Resch]] und der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats aus. Seit Beginn der Christenheit sei es Gesetz, dass alle Menschen in einer gemeinsamen Begräbnisstätte ihre letzte Ruhe fänden. Damit solle die Einheit und Gleichheit aller Menschen vor ihrem Schöpfer sichtbar gemacht werden. Nur Stifter und Angehörige des Priesterstandes sowie der Hochadel würden auch außerhalb dieser Stätten in Kirchen begraben hieß es in einem Schreiben.