Friedensreich Hundertwasser: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(ergänzt)
Zeile 5: Zeile 5:
 
[[1988]] quartierte sich der Maler einen Sommer lang im [[Gasthaus Steinlechner|Steinlechner]] in Salzburg-[[Parsch]] ein und startete von hier aus seine Aktion gegen die "Europäisierung" der österreichischen Nummerntafeln. Damals war die Planung der Umgestaltung von schwarzen auf weiße Nummerntafeln angelaufen. Hundertwasser argumentierte damit, dass die schwarze Grundfarbe die Identität Österreichs sei und bleiben müsse.  
 
[[1988]] quartierte sich der Maler einen Sommer lang im [[Gasthaus Steinlechner|Steinlechner]] in Salzburg-[[Parsch]] ein und startete von hier aus seine Aktion gegen die "Europäisierung" der österreichischen Nummerntafeln. Damals war die Planung der Umgestaltung von schwarzen auf weiße Nummerntafeln angelaufen. Hundertwasser argumentierte damit, dass die schwarze Grundfarbe die Identität Österreichs sei und bleiben müsse.  
  
Für das [[Rupertinum (Gebäude)|Rupertinum]] in der [[Altstadt]] von Salzburg schuf er in den Jahren [[1980]] bis [[1987]] den "Zungenbart" (Keramikflächen) der Außenfenster. [[2003]] wurde der [[Österreich-Brunnen]] in der Gartenanlage des [[Grandhotel Zell am See]] errichtet.  
+
Für das [[Rupertinum (Gebäude)|Rupertinum]] in der [[Altstadt]] von Salzburg schuf er in den Jahren [[1982]] bis [[1987]] den "Zungenbart" (Keramikflächen) der Außenfenster.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=diriIgK89BDF%2FZZ%2BBSLm8tfd7wDGTbeAyOT0i7ZIibQgUfcuoPMxZ5qhvMsj4F1jqoO3WRdkuBIexNJbgnf86q0AZpMlyvboTgX8ykWh3UQ1jgFiWAscAPvNm%2FbBmrkl&id1=19811124_09&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#slide9 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", Ausgabe vom 24. November 1981, Seite 9</ref> Der Vorschlag war vom Salzburger Architekten [[Gerhard Garstenauer]] gekommen. Im Vorfeld kam es zu Diskussionen. Mitglieder der [[Altstadtkommission|Salzburger Altstadtkommission]] äußerten sich skeptisch und ließen ein maßstabsgetreues Modell an der Hauswand des Rupertinums anbringen.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=R5I2uIgtOLF1LXtrZzqHssEgzcrgYzsGibfLQ1GfuIPEbcDH5%2FeNTtCj9Qe9rJyRqxjhdLWxVM66%2Bca91atitM5vzUWtyzGI2zivsv5EeUBL8v80TlJFnyraJnRtxmTN&id1=19811215_05&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#slide5 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 15. Dezember 1981, Seite 5</ref> Auf einer Pressekonferenz am [[5. Februar]] [[1982]] stellten der Leiter der Graphischen Sammlungen Rupertinum, [[Otto Breicha]], und der Architekt des Hauses, Gerhard Garstenauer, in der [[Galerie Welz]] erstmals die Entwürfe für Fassadengestatltung, wie sie Hundertwasser ersonnen hatte, vor. Diese Entwürfe waren dann einige Wochen lang in den Auslagen der Galerie zu sehen. In Medien war schon die Rede von einem "Hundertwasser-Disneyland". Bei der Pressekonferenz wies Breicha darauf hin, dass Hundertwasser bisher unentgeltlich gearbeitet und sogar auf das vereinbarte "symbolische Honorar" von 10.000 [[Schilling]] verzichtet hatte. [[Ernst Ziegeleder]], der Präsident des [[Salzburger Stadtverein]]s, berief sich als einer der Gegner des Projekts vor allem auf das [[Altstadterhaltungsgesetz]]. Er wandte sich gegen die "Entfremdung" dieses Gebäudes im Ensemble der Altstadt. Die ganze "Kalamität" sei nur durch die missglückte Färbelung entstanden. Ziegeleder musste aber auch zugeben, dass bei der Anbringung von Hundertwassers "Bärten" die Fassade durchaus erhalten bleibt. Dennoch müsse man auch "Beispielsfolgen" im Blick haben.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=zlF%2Fjk21HVaPp5Q80QFVOcwHIoe3HB9UThUJIeXapbZdS8oSI4zCF02akaqU1CzABkrDAJ3eAwq1SUICObTc09zOR8mviSp0bMVu8najFiXkRD3PlkE0xtmGKrvWBb6q&id1=19820206_05&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#sn-archiv-5 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 6. Februar 1982, Seite 5</ref>
 +
 
 +
Am [[5. Juli]] 1982 war [[Landeshauptmann]] [[Wilfried Haslauer senior]] zu einem Gespräch mit Hundertwasser in Wien. In diesem Gespräch hatte Hundertwasser vorgeschlagen, zunächst die Hofseite des Rupertinums probeweise nach seinen detailliert ausgearbeiteten Plänen zu gestalten. Sollte es dann gewichtige Gründe für die Ablehnung geben, könnten die Spiegelfliesen ohne Schaden für das Gebäude wieder abgenommen werden. Als Probezeitraum nannte Hundertwasser fünf Jahre. Landeshauptmann Haslauer wollte dann im Herbst zu einem Gespräch zwischen Hundertwasser und dem Kunsthistoriker Prof. [[Hans Sedlmayer]], der zu den prononcierten Gegnern der Lösung für das Rupertinum gehört, einladen. Haslauer stellte Hundertwasser einen allfälligen Trost in Aussicht: Der Künstler könnte eventuell an der Gestaltung des Neubaus für die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg mitwirken, die zu jener Zeit in Freisaal errichtet wurde.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=0CQ1PMWt%2F5ECnrmuAkbUl6FxG4boDOnpoJqJ65EkIePwFEvlUcSSxiRf5HpjrF5l6MOt98ZR%2F9J6tkfi1CNU1BR%2BSgBja6Gl663Rsecsk3NH%2BAtolYOMIis8lsHSjEuw&id1=19820709_09&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#sn-archiv-9 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 9. Juli 1982, Seite 9</ref>
 +
 
 +
[[2003]] wurde der [[Österreich-Brunnen]] in der Gartenanlage des [[Grandhotel Zell am See]] errichtet.  
 
{{mehr}}
 
{{mehr}}
 
==Quelle==
 
==Quelle==
 
* [[SALZBURGWIKI]]-Beitrag [[Gasthaus Steinlechner]]
 
* [[SALZBURGWIKI]]-Beitrag [[Gasthaus Steinlechner]]
 +
 +
== Einzelnachweise ==
 +
<references/>
  
 
{{SORTIERUNG:Hundertwasser, Friedensreich}}
 
{{SORTIERUNG:Hundertwasser, Friedensreich}}

Version vom 2. März 2025, 17:28 Uhr

Von links: Ernst Fuchs, Arik Brauer, Friedensreich Hundertwasser, 1975 by Gert Chesi.

Friedensreich Hundertwasser, mit bürgerlichem Namen Friedrich Stowasser (* 15. Dezember 1928 in Wien; † 19. Februar 2000 an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Queen Elizabeth 2" bei Neuseeland), war ein österreichischer Künstler.

Salzburg-Bezug

1988 quartierte sich der Maler einen Sommer lang im Steinlechner in Salzburg-Parsch ein und startete von hier aus seine Aktion gegen die "Europäisierung" der österreichischen Nummerntafeln. Damals war die Planung der Umgestaltung von schwarzen auf weiße Nummerntafeln angelaufen. Hundertwasser argumentierte damit, dass die schwarze Grundfarbe die Identität Österreichs sei und bleiben müsse.

Für das Rupertinum in der Altstadt von Salzburg schuf er in den Jahren 1982 bis 1987 den "Zungenbart" (Keramikflächen) der Außenfenster.[1] Der Vorschlag war vom Salzburger Architekten Gerhard Garstenauer gekommen. Im Vorfeld kam es zu Diskussionen. Mitglieder der Salzburger Altstadtkommission äußerten sich skeptisch und ließen ein maßstabsgetreues Modell an der Hauswand des Rupertinums anbringen.[2] Auf einer Pressekonferenz am 5. Februar 1982 stellten der Leiter der Graphischen Sammlungen Rupertinum, Otto Breicha, und der Architekt des Hauses, Gerhard Garstenauer, in der Galerie Welz erstmals die Entwürfe für Fassadengestatltung, wie sie Hundertwasser ersonnen hatte, vor. Diese Entwürfe waren dann einige Wochen lang in den Auslagen der Galerie zu sehen. In Medien war schon die Rede von einem "Hundertwasser-Disneyland". Bei der Pressekonferenz wies Breicha darauf hin, dass Hundertwasser bisher unentgeltlich gearbeitet und sogar auf das vereinbarte "symbolische Honorar" von 10.000 Schilling verzichtet hatte. Ernst Ziegeleder, der Präsident des Salzburger Stadtvereins, berief sich als einer der Gegner des Projekts vor allem auf das Altstadterhaltungsgesetz. Er wandte sich gegen die "Entfremdung" dieses Gebäudes im Ensemble der Altstadt. Die ganze "Kalamität" sei nur durch die missglückte Färbelung entstanden. Ziegeleder musste aber auch zugeben, dass bei der Anbringung von Hundertwassers "Bärten" die Fassade durchaus erhalten bleibt. Dennoch müsse man auch "Beispielsfolgen" im Blick haben.[3]

Am 5. Juli 1982 war Landeshauptmann Wilfried Haslauer senior zu einem Gespräch mit Hundertwasser in Wien. In diesem Gespräch hatte Hundertwasser vorgeschlagen, zunächst die Hofseite des Rupertinums probeweise nach seinen detailliert ausgearbeiteten Plänen zu gestalten. Sollte es dann gewichtige Gründe für die Ablehnung geben, könnten die Spiegelfliesen ohne Schaden für das Gebäude wieder abgenommen werden. Als Probezeitraum nannte Hundertwasser fünf Jahre. Landeshauptmann Haslauer wollte dann im Herbst zu einem Gespräch zwischen Hundertwasser und dem Kunsthistoriker Prof. Hans Sedlmayer, der zu den prononcierten Gegnern der Lösung für das Rupertinum gehört, einladen. Haslauer stellte Hundertwasser einen allfälligen Trost in Aussicht: Der Künstler könnte eventuell an der Gestaltung des Neubaus für die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg mitwirken, die zu jener Zeit in Freisaal errichtet wurde.[4]

2003 wurde der Österreich-Brunnen in der Gartenanlage des Grandhotel Zell am See errichtet.

Weiterführend

Für Informationen zum Thema Friedensreich Hundertwasser, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.

Quelle

Einzelnachweise

  1. www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 24. November 1981, Seite 9
  2. www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 15. Dezember 1981, Seite 5
  3. www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 6. Februar 1982, Seite 5
  4. www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 9. Juli 1982, Seite 9