Regionalstadtbahn S-Link: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:S-Link Mirabellbahnhof symbolische Darstellung.jpg|thumb|Eine erste symbolische Darstellung zeigt die geplante Haltestelle unter dem Mirabellplatz März 2021.]] | [[Datei:S-Link Mirabellbahnhof symbolische Darstellung.jpg|thumb|Eine erste symbolische Darstellung zeigt die geplante Haltestelle unter dem Mirabellplatz März 2021.]] | ||
'''Regionalstadtbahn S-Link''' war die Bezeichnung der [[RegionalStadtBahn Salzburg–Bayern–Oberösterreich]] Linie "RSB 1", die jedoch nicht gebaut wird. | |||
== Über die S-Link-Linie == | |||
Die Regionalstadtbahn, über die jahrzehntelang diskutiert und dann aufgegeben wurde, hat in der Zwischenzeit einen neuen Namen bekommen. Das Projekt heißt seit März [[2021]] "S-Link". [[2023]] hätte mit dem ersten Bauabschnitt für die Verlängerung der [[Salzburger Lokalbahn]] Richtung Süden bis nach [[Hallein]] begonnen werden sollen. [[2026]] hätten die ersten Züge dann am [[Mirabellplatz]] halten sollen. Aber bis Ende [[2023]] wurde immer noch über Vor- und Nachteile diskutiert und am [[26. November]] 2023 konnte die Bevölkerung der [[Stadt Salzburg]] über den Bau des S-Links abstimmen. Siehe dazu [[Bürgerbefragung zum S-Link in der Stadt Salzburg]]. | |||
[[Datei:Vergleich-der-Auftauchvarianten-des-S-LINK-in-der-Alpenstrasse.jpg|thumb|Vergleich der Auftauchvarianten des S-Links in der [[Alpenstraße (Salzburg)|Alpenstraße]]. Stand April 2024.]] | [[Datei:Vergleich-der-Auftauchvarianten-des-S-LINK-in-der-Alpenstrasse.jpg|thumb|Vergleich der Auftauchvarianten des S-Links in der [[Alpenstraße (Salzburg)|Alpenstraße]]. Stand April 2024.]] | ||
Am [[10. November]] [[2024]] kam es dann zur [[Volksbefragung 2024 über die Mobilitätslösung]] in den Bezirken [[Flachgau]] und [[Tennengau]] sowie in der Stadt Stadt Salzburg. Auf die Frage | |||
<blockquote>''Soll das [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] darauf hinwirken, dass im Interesse der Verkehrsentlastung die Verlängerung der [[Lokalbahn]] bis [[Hallein]] (S-Link) als Teil einer Mobilitätslösung, die auch eine [[Stieglbahn|Stiegl]]-, [[Messebahn|Messe]]- und Flughafenbahn vorsieht, umgesetzt werden?''</blockquote> stimmten für "Ja" 46,8 % und für "Nein" 53,2 % (Details siehe [[Ergebnis der Volksbefragung 2024 über die Mobilitätslösung]]). | |||
Die Projektbetreiber | == Ausgangslage == | ||
Die Projektbetreiber versprachen "über jeden Schritt des Projektes die Öffentlichkeit und die Anrainer aktiv und frühzeitig zu informieren und einzubinden". Das sei auch bei den bisherigen Schritten wie den geologischen Voruntersuchungen, den archäologischen Erkundungen und der Suche nach Kriegsrelikten aus dem [[Zweiten Weltkrieg]] so gehalten worden. Im Frühjahr [[2021]] erhielten die Anrainer entlang der ersten Bauetappe zwischen [[Hauptbahnhof Salzburg|Hauptbahnhof]] und Mirabellplatz ein Informationsschreiben der Projektgesellschaft. Es gehe darum, eine Bestandsaufnahme der Gebäude vorzunehmen, um im Sinne der Anrainer und der Projektgesellschaft deren Zustand zu erfassen und um vorzusorgen, dass es zu keinen Schäden im Rahmen der späteren Bauarbeiten komme. | |||
Die Baugrunduntersuchungen zwischen Hauptbahnhof und Mirabellplatz waren bis Ende April 2021 abgeschlossen. Im März 2021 lag das Hauptaugenmerk der Planungen im Bereich der Unterführung [[Rainerstraße]]. Da wurden verschiedene Varianten untersucht, wobei davon auszugehen sei, dass in diesem Bereich lokale Bauhilfsmaßnahmen notwendig seien, um Setzungen am bestehenden Viadukt zu verhindern. Offen | Die Baugrunduntersuchungen zwischen Hauptbahnhof und Mirabellplatz waren bis Ende April 2021 abgeschlossen. Im März 2021 lag das Hauptaugenmerk der Planungen im Bereich der Unterführung [[Rainerstraße]]. Da wurden verschiedene Varianten untersucht, wobei davon auszugehen sei, dass in diesem Bereich lokale Bauhilfsmaßnahmen notwendig seien, um Setzungen am bestehenden Viadukt zu verhindern. Offen war, wie sich der schwierige Untergrund auf den Bau auswirken wird. Dazu sei eine "Abstimmung mit [[seeton]]<nowiki>erfahrenen</nowiki> Technikern geplant". Dazu solle im Vorfeld ein Testfeld errichtet werden, "um die technischen Parameter im Vorfeld zu definieren und eine sichere Baumethode zu gewährleisten". | ||
Über die weitere Trassenführung durch die [[Altstadt]] nach Süden und über [[Anif]] und [[Grödig]] bis nach Hallein hätte spätestens Mitte [[2022]] endgültige Klarheit herrschen sollen. Sie stand jedoch bis | Über die weitere Trassenführung durch die [[Altstadt]] nach Süden und über [[Anif]] und [[Grödig]] bis nach Hallein hätte spätestens Mitte [[2022]] endgültige Klarheit herrschen sollen. Sie stand jedoch bis Herbst 2024 immer noch nicht fest. Dieses Verkehrsprojekt hätte nach dem Wissensstand von 2021 mindestens eine halbe Milliarde Euro gekostet, im Frühjahr [[2023]] wurden Schätzungen bis zu 2,8 Milliarden Euro kolportiert. | ||
[[Datei:S_Link_Uebersichtslageplan-Auswahlkorridor-Trassenempfehlung_Frühjahr_2024.jpg|thumb|Übersichtslageplan Auswahlkorridor Trassenempfehlung Frühjahr 2024. Bildgröße 31,81 MB.]] | |||
== Was bringt der S-Link wirklich? Streitfragen und Fallbeispiele, Stand Herbst 2023 == | == Was bringt der S-Link wirklich? Streitfragen und Fallbeispiele, Stand Herbst 2023 == | ||
Die einen | Die einen bezeichneten den S-Link als "Milliardengrab", andere sahen ihn als Zukunftsprojekt, das das Verkehrsproblem in Salzburg langfristig lösen soll. Am 26. November 2023 konnte die Bevölkerung der Stadt Salzburg über die teilweise unterirdisch geführte Verlängerung der Lokalbahn bis Hallein abstimmen. In der Stadtpolitik sprach sich nur die [[SPÖ]] gegen den S-Link aus. Experten waren sich uneins, vieles ist noch offen. | ||
==== Nutzen ==== | ==== Nutzen ==== | ||
Die wichtigste Frage | Die wichtigste Frage lautete: Was bringt der S-Link in der Stadt und im Umland - etwa einem Bürger aus [[Hof bei Salzburg]]? Mindestens vier Minuten Zeitersparnis, wenn er ins Salzburger Stadtzentrum pendelt. Das sind 40 Minuten pro Arbeitswoche, wie die S-Link-Projektgesellschaft auf Anfrage errechnet hat (siehe Infos unten). Vier Minuten - das klingt nach wenig, kaum spürbar. "Für die Busfahrten wurde eine optimale Verkehrssituation angenommen", erklärt Sprecher Robert Mosser, "wobei Pendelnde wissen, dass es in der Realität oft anders aussieht." Außerdem sollen dann auch die Busverbindungen im Bundesland - bis zur Linie 270 in den [[Lungau]] - auf den S-Link-Fahrplan abgestimmt werden. Aus [[Oberndorf bei Salzburg]], wohin bereits jetzt die [[Lokalbahn]] fährt, bis in die [[Alpenstraße (Salzburg)|Alpenstraße]] sind es 17 Minuten je Fahrtrichtung und drei Stunden pro Arbeitswoche, die man sich mit dem S-Link sparen würde. Die Zahlen machen deutlich, dass der S-Link ohne Einbindung des Umlandes nicht die volle Wirkung entfalten würde. "Der S-Link durch die Stadt ist die Grundlage für den weiteren Ausbau in die Region", sagt Mosser. | ||
Warum mit der Nord-Süd-Achse nach Hallein begonnen wird, wo es schon eine Bahnverbindung gibt, begründet Verkehrsexperte [[Gunter Mackinger]] folgendermaßen: "Die Bestandsstrecke ist durch Fern- und Güterverkehr bereits überlastet. Statt dort mit weiteren Gleisen zu verdichten, werden mit der S-Link-Trasse neue Gebiete entlang touristischer Highlights und der Universitäten - Alpenstraße, [[Kaiviertel]], [[Nonntal]] - erschlossen." Erweiterungen etwa nach [[Thalgau]]-[[Mondsee (Ort)|Mondsee]] oder nach [[Obertrum am See]] seien eine Bereicherung, aber nur mit dem "Filetstück" durch die Stadt sinnvoll. | Warum mit der Nord-Süd-Achse nach Hallein begonnen wird, wo es schon eine Bahnverbindung gibt, begründet Verkehrsexperte [[Gunter Mackinger]] folgendermaßen: "Die Bestandsstrecke ist durch Fern- und Güterverkehr bereits überlastet. Statt dort mit weiteren Gleisen zu verdichten, werden mit der S-Link-Trasse neue Gebiete entlang touristischer ''Highlights'' und der Universitäten - Alpenstraße, [[Kaiviertel]], [[Nonntal]] - erschlossen." Erweiterungen etwa nach [[Thalgau]]-[[Mondsee (Ort)|Mondsee]] oder nach [[Obertrum am See]] seien eine Bereicherung, aber nur mit dem "Filetstück" durch die Stadt sinnvoll. | ||
Der Grazer Verkehrsexperte Georg Kriebernegg sprach | Der Grazer Verkehrsexperte Georg Kriebernegg sprach bei einer Pressekonferenz der SPÖ von einer geringen Entlastungswirkung durch den S-Link, vor allem in Gegenden, die sich nicht im direkten Einzugsgebiet befänden. Zudem würden die Fahrgäste hauptsächlich vom bestehenden System des öffentlichen Nahverkehrs kommen. Letzteres bestätigt auch die Projektgesellschaft und betont: "Wenn der S-Link da ist, wird er auch genutzt." Man gehe von etwa 40 000 Einzelfahrten pro Tag mit dem S-Link bis Hallein aus. Tatsächlich wurden die Erwartungen bei der S-Bahn in Salzburg -- was Fahrgastzahlen betrifft - um ein Vielfaches übertroffen. | ||
==== Ober- oder unterirdisch? ==== | ==== Ober- oder unterirdisch? ==== | ||
Auf die Frage, ob Salzburg den S-Link braucht, | Auf die Frage, ob Salzburg den S-Link braucht, antwortete Hermann Knoflacher, Zivilingenieur und emeritierter Professor der Technischen Universität (TU) Wien: "Wenn man der Stadt Salzburg schaden will, ja." Er spricht sich wie viele Skeptiker aufgrund der Kosten für eine Alternative an der Oberfläche aus. Die unterirdische Etappe vom Hauptbahnhof bis zur Station [[Akademiestraße]] hätte eine Länge von 3,1 Kilometern und kostete nach Angaben der Projektplaner etwa 807 Millionen Euro. Das wären etwa 260 Millionen Euro pro Kilometer. "Ein Kilometer Straßenbahn kostet etwa 20 Millionen Euro", sagt Knoflacher. "Um 800 Millionen Euro baue ich also 40 Kilometer Straßenbahnlinien. Und das [[Obus]]netz auszubauen kostet nur etwa ein Zehntel davon." Erst ab 1,5 Millionen Einwohnern könne man über eine U-Bahn nachdenken. | ||
Der S-Link ist jedoch keine U-Bahn, wie die Projektgesellschaft stets betont. Eine U-Bahn sei ein in sich geschlossenes Verkehrssystem. "Der S-Link dagegen ist die Verlängerung der Lokalbahn und eine vernetzte Nebenbahn. Im Vergleich zu einer aufwendigen U-Bahn fahren leichtere Fahrzeuge mit weniger als zwei Drittel der Achslast." Der Energieaufwand etwa sei geringer als bei anderen Bahnsystemen. | Der S-Link ist jedoch keine U-Bahn, wie die Projektgesellschaft stets betont. Eine U-Bahn sei ein in sich geschlossenes Verkehrssystem. "Der S-Link dagegen ist die Verlängerung der Lokalbahn und eine vernetzte Nebenbahn. Im Vergleich zu einer aufwendigen U-Bahn fahren leichtere Fahrzeuge mit weniger als zwei Drittel der Achslast." Der Energieaufwand etwa sei geringer als bei anderen Bahnsystemen. | ||
Für Bauingenieur Hans Wehr, der am Bau der S-Bahn in Salzburg beteiligt | Für Bauingenieur Hans Wehr, der am Bau der S-Bahn in Salzburg beteiligt wäre, dreht sich die Diskussion seit Jahrzehnten im Kreis, wie er sagt: "Bereits vor etwa zehn Jahren wurden oberirdische Varianten geprüft. Man ist zu dem Schluss gekommen, dass eine Straßenbahn keine zukunftssichere Lösung ist, weil die Kapazitäten an der Oberfläche nicht ausreichen." In dieselbe Kerbe schlägt Mackinger: "Eine Straßenbahn kann die Region nicht erschließen. Und auch der Bau ist enorm teuer und aufwendig. Leitungen ganzer Straßenzüge, die sich im Boden befinden, müssten verlegt werden." | ||
==== Über den Seeton ==== | ==== Über den Seeton ==== | ||
Der Untergrund in der Stadt Salzburg sei so herausfordernd, die Gefahr von Schäden für denkmalgeschützte Bauten in der Innenstadt groß, heißt es von Skeptikern. Gunter Mackinger entgegnet: "Es gibt keinen Salzburger [[Seeton]], es gibt Seeton und der ist in Salzburg nicht anders als im Rest der Welt." Der unterirdische Lokalbahnhof in Salzburg sei komplett im Seeton errichtet worden, betont Wehr. "Wir befinden uns, was Baumethoden betrifft, aber nicht mehr im [[Mittelalter]]." Und auch die Projektgesellschaft beteuert: "Der Seeton ist eine Herausforderung, aber absolut beherrschbar. Gebäude, die sich im Einflussbereich des Bauvorhabens befinden, werden untersucht, gegebenenfalls müssen Fundamente verstärkt werden." | Der Untergrund in der Stadt Salzburg sei so herausfordernd, die Gefahr von Schäden für [[Denkmalgeschützte Objekte in der Salzburger Altstadt|denkmalgeschützte Bauten in der Innenstadt]] groß, heißt es von Skeptikern. Gunter Mackinger entgegnet: "Es gibt keinen Salzburger [[Seeton]], es gibt Seeton und der ist in Salzburg nicht anders als im Rest der Welt." Der unterirdische [[Lokalbahnhof]] in Salzburg sei komplett im Seeton errichtet worden, betont Wehr. "Wir befinden uns, was Baumethoden betrifft, aber nicht mehr im [[Mittelalter]]." Und auch die Projektgesellschaft beteuert: "Der Seeton ist eine Herausforderung, aber absolut beherrschbar. Gebäude, die sich im Einflussbereich des Bauvorhabens befinden, werden untersucht, gegebenenfalls müssen Fundamente verstärkt werden." | ||
Je nach Trassenführung kostet der S-Link bis Hallein zwischen 1,99 und 2,838 Milliarden Euro. Im Mittel kostet der Kilometer S-Link bis Hallein mit Stationen etwa 116,8 Millionen Euro. Diese Zahlen basieren auf Kostenschätzungen von Ende 2022. Bei vielen Bauprojekten ist derzeit von massiven Preissteigerungen die Rede. SPÖ-[[Vizebürgermeister]] [[Bernhard Auinger]] | ==== Kosten ==== | ||
Je nach Trassenführung kostet der S-Link bis Hallein zwischen 1,99 und 2,838 Milliarden Euro. Im Mittel kostet der Kilometer S-Link bis Hallein mit Stationen etwa 116,8 Millionen Euro. Diese Zahlen basieren auf Kostenschätzungen von Ende 2022. Bei vielen Bauprojekten ist derzeit von massiven Preissteigerungen die Rede. SPÖ-[[Vizebürgermeister]] [[Bernhard Auinger]] warnte davor, dass die Kosten für den S-Link nach oben schnellen. Die Projektgesellschaft beschwichtigt: Die Schätzungen enthielten bereits eine Reserve von bis zu 30 Prozent für steigende Baukosten. Eine neue Kalkulation solle es bis Ende 2024 geben. Man befinde sich wieder in einer stabileren Phase. Tatsächlich stagniert der Baukostenindex nach Zahlen der Statistik Austria seit Herbst 2022. | |||
Zumindest für die Stadt Salzburg dürfte der finanzielle Aufwand nicht so hoch ausfallen. 50 Prozent der Gesamtkosten | Zumindest für die Stadt Salzburg dürfte der finanzielle Aufwand nicht so hoch ausfallen. 50 Prozent der Gesamtkosten übernähme der Bund, sofern der S-Link bis Hallein geführt wird. Bis zur Stadtgrenze teilten sich Stadt und Land die Kosten, über die Anteile wurde noch verhandelt. Hans Wehr: "Auch die S-Bahn in Salzburg kommt auf etwa drei Milliarden Euro. 80 Prozent hat der Bund bezahlt. Da könnten sich auch die Burgenländer aufregen, dass mit Steuergeld Schienen in Salzburg gebaut werden." | ||
==== Bürgerbefragung ==== | ==== Bürgerbefragung 2023 ==== | ||
:'' [[Bürgerbefragung zum S-Link in der Stadt Salzburg]] | :'' [[Bürgerbefragung zum S-Link in der Stadt Salzburg]] | ||
Der Ausgang der Bürgerbefragung in der Stadt Salzburg am [[26. November]] [[2023]] war eine erste Richtschnur, wie das Megaverkehrsprojekt bei den Bürgern ankommt. Politisch bindend | Der Ausgang der Bürgerbefragung in der Stadt Salzburg am [[26. November]] [[2023]] war eine erste Richtschnur, wie das Megaverkehrsprojekt bei den Bürgern ankommt. Politisch bindend war das Ergebnis nicht. Das betonten sowohl [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Harald Preuner]] als auch [[LH-Stv]]. [[Stefan Schnöll]] (beide [[ÖVP]]) mehrfach. Beim [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land]] wurde 2023 eine bundeslandweite Bürgerbefragung für Mitte des Jahres 2024 vorbereitet. Die Befragung der Stadt-Salzburger bezeichnete Schnöll als "unseriös", weil sie zu früh stattfinde ("bevor alle Fakten auf dem Tisch liegen") und die übrigen Gemeinden des Landes ausschließe. Nach dem [[Regionalverband Flachgau-Nord]] hat am Montag auch der [[Regionalverband Salzburg-Stadt und Umgebungsgemeinden]] in einem offenen Brief die Teilnahme der Gemeinden [[Anif]], [[Anthering]], [[Bergheim]], [[Elixhausen]], [[Elsbethen]], [[Eugendorf]], [[Grödig]], [[Großgmain]], [[Hallwang]] und [[Wals-Siezenheim]] gefordert: "Der Bau des S-Link ist keine lokale Maßnahme." | ||
==== Mit und ohne S-Link: | ==== Mit und ohne S-Link: Ein Zeitvergleich aus dem Flachgau in die Stadt Salzburg ==== | ||
; Hof bei Salzburg - Kaiviertel: | ; Hof bei Salzburg - Kaiviertel: | ||
: Ab [[Hof bei Salzburg|Hof]] Ortsmitte mit Buslinie 155 bis Mirabellplatz (25 Min.), Umstieg (4 Min.), Stadtbus 25 bis [[Mozartsteg]] (5 Min.) = Gesamtfahrtzeit 34 Min. (Umstiege: 1). | : Ab [[Hof bei Salzburg|Hof]] Ortsmitte mit Buslinie 155 bis Mirabellplatz (25 Min.), Umstieg (4 Min.), Stadtbus 25 bis [[Mozartsteg]] (5 Min.) = Gesamtfahrtzeit 34 Min. (Umstiege: 1). | ||
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==== 2023: Salzburger Hoteliers befürchten Umsatzrückgang von 110 Millionen Euro ==== | ==== 2023: Salzburger Hoteliers befürchten Umsatzrückgang von 110 Millionen Euro ==== | ||
800 000 Nächtigungen weniger in drei Jahren und ein Personalabbau von mehr als 100 Mitarbeitern in Betrieben in der Stadt Salzburg - das prognostiziert eine Studie 2023, die die [[Wirtschaftskammer]] in Auftrag gegeben hat. Betroffener und Branchensprecher [[Georg Imlauer]] fordert nun "ordentliche Entschädigungen". Als Betroffene gelten hierbei jene Betriebe, die direkt an der geplanten Trasse liegen: 20 Hotelbetriebe und 45 Gastronomiebetriebe. Die Ergebnisse | 800 000 Nächtigungen weniger in drei Jahren und ein Personalabbau von mehr als 100 Mitarbeitern in Betrieben in der Stadt Salzburg - das prognostiziert eine Studie 2023, die die [[Wirtschaftskammer]] in Auftrag gegeben hat. Betroffener und Branchensprecher [[Georg Imlauer]] fordert nun "ordentliche Entschädigungen". Als Betroffene gelten hierbei jene Betriebe, die direkt an der geplanten Trasse liegen: 20 Hotelbetriebe und 45 Gastronomiebetriebe. Die Ergebnisse klangen zunächst ernüchternd: Zwischen 2025 und 2027 sollen den Prognosen zufolge die Hotels Verluste von insgesamt 800nbsp;000 Nächtigungen verzeichnen. Das sind 41,16 Prozent weniger als bei einer prognostizierten Normalerwartung. Das entspricht einem Umsatzverlust von bis zu 110 Millionen Euro (44 Prozent) für alle Betriebe. Georg Imlauer und die Wirtschaftskammer Salzburg legten einen Vorschlag für einen Entschädigungsfonds vor: Bei einem Umsatzausfall von mehr als 30 Prozent soll es eine pauschale Ersatzrate von 30 Prozent des Verlustes geben. | ||
LH-Stv. Stefan Schnöll hatte bei der Diskussion um den S-Link im [[SN-Saal]] nur wenige Tage vor der Bürgerbefragung einen Entschädigungsfonds angekündigt. Aus seinem Büro hieß es dazu: "Es gab bereits erste Gespräche mit dem WK-Präsidenten [[Peter Buchmüller]] und WK-Direktor [[Manfred Pammer]]. Heute fand außerdem ein weiterer Termin mit der Wirtschaftskammer Salzburg statt, um mögliche Unterstützungsmöglichkeiten auszuloten. Bei diesem Termin war auch ein Vertreter der Wirtschaftskammer Wien dabei, welcher den Entschädigungsfonds aus Wien präsentiert hat." Die von der Prodinger Tourismusberatungs GmbH präsentierte Studie selbst wolle man nicht bewerten. "Es gibt keine solide Datengrundlage dazu. Das Land Salzburg nimmt die Sorgen der Betroffenen ernst und wird deshalb weitere Gespräche mit der Wirtschaftskammer führen, um ein entsprechendes Modell zu prüfen."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/s-link-baustelle-salzburger-hoteliers-umsatzrueckgang-millionen-euro-149721310 www.sn.at], 6. Dezember 2023</ref> | |||
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