Ortsnamen im Land Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Name 'Maxglan' leitet sich vom heiligen Maximilian (römischer Märtyrer) ab, dessen Gebeine nahe des [[Glanbach]]s bestattet wurden. Der ursprüngliche Name "Maximilian an der Glan" wurde im Lauf der Jahre zu "Maxlan" oder "Maxlon" verkürzt. Als älteste Erwähnung ''villa quae dicitur Glana'' [[1222]] ist eine "hu(e)be in Glan" erwähnt. [[1714]] wird urkundlich "S. Maximiliani Gotts Hauß zu Glann" genannt, [[1759]] "Gottshauß S. Maximiliani an der Glann". [[1779]] nannte der von [Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] angelegte Steuerkataster die Steuergemeinde "Maxglann". Im [[19. Jahrhundert]] wird endgültig der Name Maxglan festgeschrieben. St. Maximilian ist auch der Kirchenpatron der hiesigen [[Stadtpfarre Maxglan|Pfarre]]. Am [[1. Juli]] [[1935]] wurde die Gemeinde [[Maxglan (Gemeinde)|Maxglan]] nach Salzburg eingemeindet. | Der Name 'Maxglan' leitet sich vom heiligen Maximilian (römischer Märtyrer) ab, dessen Gebeine nahe des [[Glanbach]]s bestattet wurden. Der ursprüngliche Name "Maximilian an der Glan" wurde im Lauf der Jahre zu "Maxlan" oder "Maxlon" verkürzt. Als älteste Erwähnung ''villa quae dicitur Glana'' [[1222]] ist eine "hu(e)be in Glan" erwähnt. [[1714]] wird urkundlich "[[Stadtpfarrkirche St. Maximilian|S. Maximiliani Gotts Hauß zu Glann]]" genannt, [[1759]] "Gottshauß S. Maximiliani an der Glann". [[1779]] nannte der von [[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] angelegte Steuerkataster die Steuergemeinde "Maxglann". Im [[19. Jahrhundert]] wird endgültig der Name Maxglan festgeschrieben. St. Maximilian ist auch der Kirchenpatron der hiesigen [[Stadtpfarre Maxglan|Pfarre]]. Am [[1. Juli]] [[1935]] wurde die Gemeinde [[Maxglan (Gemeinde)|Maxglan]] nach Salzburg eingemeindet. | ||
==== Burgfried ==== | ==== Burgfried ==== | ||
: ''Hauptartikel [[Burgfried (Maxglan)|Burgfried]] | : ''Hauptartikel [[Burgfried (Maxglan)|Burgfried]] | ||
Möglicherweise ein alter, aber schon im [[Mittelalter]] aufgelassener Siedlungskern Maxglans. Mit "Burgfried" bezeichnete man im frühen Mittelalter den erhöhten rechtlichen Schutz befestigter Plätze, später auch allgemein das unmittelbare Stadtgebiet. Die Annahme eines stärker befestigten Ortskerns von Maxglan direkt im Überschwemmungsgebiet des Glanbachs ist allerdings wenig glaubhaft. Denkbar ist aber ein Pallisadenwall im frühen Mittelalter im Raum des heutigen Kirchenviertels. | Möglicherweise ein alter, aber schon im [[Mittelalter]] aufgelassener Siedlungskern Maxglans. Mit "Burgfried" bezeichnete man im frühen Mittelalter den erhöhten rechtlichen Schutz befestigter Plätze, später auch allgemein das unmittelbare Stadtgebiet. Die Annahme eines stärker befestigten Ortskerns von Maxglan direkt im Überschwemmungsgebiet des Glanbachs ist allerdings wenig glaubhaft. Denkbar ist aber ein Pallisadenwall im frühen [[Mittelalter]] im Raum des heutigen Kirchenviertels. | ||
==== Glanhofen ==== | ==== Glanhofen ==== | ||
von "Hof/Höfe an der Glan": Der Flussname [[Glanbach]], ''rivolus Glane'', ist schon um [[700]] urkundlich belegt. Nach [[Franz Hörburger|Hörburger]] kommt er aus dem [[Kelten|keltischen]] "glan", wo er "rein", "lauter", "schön" bedeutet. | von "Hof/Höfe an der Glan": Der Flussname [[Glanbach|Glan]], ''rivolus Glane'', ist schon um [[700]] urkundlich belegt. Nach [[Franz Hörburger|Hörburger]] kommt er aus dem [[Kelten|keltischen]] "glan", wo er "rein", "lauter", "schön" bedeutet. | ||
=== Maxglan West === | === Maxglan West === | ||
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: ''Hauptartikel [[Morzg]] | : ''Hauptartikel [[Morzg]] | ||
Der Name Morzg kommt aus dem lateinischen ''marciaco'' und bedeutet "Siedlung des Marcius". Der Ort wurde erstmals [[790]] urkundlich erwähnt, als der [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzog]] [[Theodebert]] der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] "Marciago" schenkt. Am [[1. Jänner]] [[1939]] wurde die [[Morzg (Gemeinde)|Morzg]] nach Salzburg eingemeindet. | Der Name Morzg kommt aus dem lateinischen ''marciaco'' und bedeutet "Siedlung des Marcius". Der Ort wurde erstmals [[790]] urkundlich erwähnt, als der [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzog]] [[Theodebert]] der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] "Marciago" schenkt. Am [[1. Jänner]] [[1939]] wurde die Gemeinde [[Morzg (Gemeinde)|Morzg]] nach Salzburg eingemeindet. | ||
==== Kleingmain ==== | ==== Kleingmain ==== | ||
: ''Hauptartikel [[Kleingmain]] | : ''Hauptartikel [[Kleingmain]] | ||
Gmain in [[Großgmain]] hat sich in seiner ursprünglichen Form ''Mona'' (urkundlich [[9. Jahrhundert]]) bisher allen Deutungsversuchen widersetzt. Die lautliche Weiterentwicklung legt eine volksetymologische Umdeutung nahe, so dass der Name heute wohl in seiner dialektalen Form | Gmain in [[Großgmain]] hat sich in seiner ursprünglichen Form ''Mona'' (urkundlich [[9. Jahrhundert]]) bisher allen Deutungsversuchen widersetzt. Die lautliche Weiterentwicklung legt eine volksetymologische Umdeutung nahe, so dass der Name heute wohl in seiner dialektalen Form "gmoa" als Gemeinde zu interpretieren ist. | ||
In Kleingmain ist allerdings eine Deutung weit weniger schwierig: Unter Gmain sind hier jene Weideflächen zu verstehen, die den privilegierten Gemeindebürgern der Stadt zustanden. | In Kleingmain ist allerdings eine Deutung weit weniger schwierig: Unter Gmain sind hier jene Weideflächen zu verstehen, die den privilegierten Gemeindebürgern der Stadt zustanden. | ||
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: ''Hauptartikel [[Mülln]] | : ''Hauptartikel [[Mülln]] | ||
Mülln hat mit den Mühlen zu tun ( | Mülln hat mit den Mühlen zu tun (''ad molendina''), die hier mit dem Überwasser des Moores zwischen dem [[Untersbergstock]] und der Stadt Salzburg und später durch einen [[Müllner Arm|Arm]] des [[Almkanal]]s betrieben wurden und der Gegend schon im frühen Mittelalter, sicher aber seit dem [[12. Jahrhundert]] diesen Namen gaben. | ||
==== Aiglhof ==== | ==== Aiglhof ==== | ||
: ''Hauptartikel [[Aiglhof]] | : ''Hauptartikel [[Aiglhof]] | ||
Aiglhof wurde nach dem Adelssitz Lindhof = Aiglhof benannt, den einst das Geschlecht derer von Lind und danach der Aigl besaß und das seit [[1604]] dem [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] gehört. "Aigl" könnte dieselbe Herkunft haben wie "Aigen" (s. o.) | Aiglhof wurde nach dem Adelssitz Lindhof = Aiglhof benannt, den einst das Geschlecht derer von Lind und danach der [[Aigl]] besaß und das seit [[1604]] dem [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] gehört. "Aigl" könnte dieselbe Herkunft haben wie "Aigen" (s. o.) | ||
=== Neustadt === | === Neustadt === | ||
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: ''Hauptartikel [[Nonnberg]] | : ''Hauptartikel [[Nonnberg]] | ||
Die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] ist das älteste, seit seiner Gründung zwischen [[713]] und [[715]] ununterbrochen bestehende Frauenkloster nördlich der [[Alpen]]. Als Gründer wird der heilige [[Rupert von Worms|Rupert]] bezeichnet, der das Kloster seiner Nichte [[Erintrudis]] (auch Er'''e'''ntrudis) als erster [[Äbtissinnen vom Nonnberg|Äbtissin]] überantwortete. | |||
=== Parsch === | === Parsch === | ||
: ''Hauptartikel [[Parsch]] | : ''Hauptartikel [[Parsch]] | ||
In Urkunden von [[1122]] " | In Urkunden von [[1122]] "Porras" und "Porss" genannt, ist etymologisch umstritten. Einige leiten es vom lateinischen ''pars'' = der Teil her. Die Herkunft vom "parzigen" = verkrüppelten Buschwerk der einst hier gelegenen Landschaft am [[Gersbach]] mit seinem Gehölzsaum ist wenig wahrscheinlich. Eine Herkunft aus vorrömischer, also [[Kelten|keltischer]] Zeit kann nicht ausgeschlossen werden. | ||
=== Riedenburg === | === Riedenburg === | ||
: ''Hauptartikel [[Riedenburg]] | : ''Hauptartikel [[Riedenburg]] | ||
Riedenburg war der ursprüngliche Name des [[Rainberg]]-Felsens (''a rupe que Ritinburc appellatur'', [[1139]]), "der inmitten von moorigen Wiesen" (= Riedgraswiesen) aufragte. Die Riedenburger Sümpfe (" | Riedenburg war der ursprüngliche Name des [[Rainberg]]-Felsens (''a rupe que Ritinburc appellatur'', [[1139]]), "der inmitten von moorigen Wiesen" (= Riedgraswiesen) aufragte. Die Riedenburger Sümpfe ("Die Pferde sanken dort bis zum Bauch ein und verloren im Morast die Hufeisen") wurden erst ab dem [[16. Jahrhundert]] sehr langsam trocken gelegt. Das Gebiet wurde in der Folge nur sehr dünn mit wenigen Gehöften (bäuerlich) besiedelt, die Verbauung der Riedenburg erfolgte wesentlich nach 1880. | ||
=== Schallmoos === | === Schallmoos === | ||
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=== Salzburg Süd === | === Salzburg Süd === | ||
: ''Hauptartikel [[Salzburg Süd]] | : ''Hauptartikel [[Salzburg Süd]] | ||
=== Alpensiedlung === | === Alpensiedlung === | ||
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: ''Hauptartikel [[Adnet]] | : ''Hauptartikel [[Adnet]] | ||
Der Name 'Adnet' (mit seinem Erstbeleg in den [[Breves Notitiae]] | Der Name 'Adnet' (mit seinem Erstbeleg in den [[Breves Notitiae]] ''Atanate'') kann zumindest dem Suffix nach hohes Alter bescheinigt werden. So findet sich das keltische -ate-Suffix beispielsweise in "''Arelate''" in Caesars ''Bellum Gallicum''. Die Bedeutung des [[Kelten|keltischen]] Namens ist 'Siedlung am Sumpf'. | ||
=== Anif === | === Anif === | ||
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: ''Hauptartikel [[Anthering]] | : ''Hauptartikel [[Anthering]] | ||
Urkundlich [[788]] erwähnt | Urkundlich [[788]] erwähnt als ''ad Antheringas'' ist eine Bildung aus der altdeutschen –ing-Ortsnamenfamilie (vgl. [[Itzling]]) und bedeutet Heim, Hof, Siedlung der Sippe Antheri. | ||
=== Bergheim === | === Bergheim === | ||
: ''Hauptartikel [[ | : ''Hauptartikel [[Bergheim]] | ||
Urkundlich [[927]] erwähnt | Urkundlich [[927]] erwähnt als "Percheim", ist ein Kompositum aus Berg und Heim. Im älteren Deutsch und in den Ortsnamen hatte Berg eine weitere Bedeutung und bezeichnete generell eine höhere Lage (hier die Hochlage der Kirche). Der zweite Bestandteil -heim bedeutete ursprünglich ‘Heim, Haus’, in Ortsnamen aber auch – über die Semantik ‘Häuserkollektiv’ – ‘Dorf’. Bergheim bedeutet also wörtlich "Siedlung in erhöhter Lage". | ||
=== Plain === | === Plain === | ||
: ''Hauptartikel [[Maria Plain]] | : ''Hauptartikel [[Maria Plain]] | ||
Wahrscheinlich ist nur für die Bedeutung ‘Ebene, Fläche’ romanische Herkunft bzw. romanischer Einfluss anzunehmen. Es gibt im | Wahrscheinlich ist nur für die Bedeutung ‘Ebene, Fläche’ romanische Herkunft bzw. romanischer Einfluss anzunehmen. Es gibt im Alpenslawischen und Slowenischen zwei 'plan-', und zwar 'plan- I' gemeinslawischer Herkunft mit der Bedeutung unfruchtbar, wild, auch in Zusammenhang mit dem Hoch- und Bergland, und 'plan- II' als Entlehnung aus dem roman. in der Bedeutung eben, flach, letzteres ist in mittelhochdeutscher Zeit auch ins Deutsche gelangt, z. B. mittelhochdeutsch plânîe im Bergnamen Planai in [[Schladming]] in den [[Niederen Tauern]] in der [[Steiermark]]. | ||
Hier wurde [[1652]] eine [[Ursprungskapelle|Gnadenkapelle]] "auf dem Plaindl", einem Austragshaus des Gutes Kemating, erbaut. Bei Plain, auch Pliden, handelt es sich nach [[Franz Hörburger|Hörburger]] um eine Bildung zum Personennamenstamm Blid- (vgl. Plidolf 888/907). [[1671]] bis [[1674]] ließ Erzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] auf dem Gut die große [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain|Wallfahrtskirche]] errichten, die [[1810]] an das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] fiel und [[1952]] von Papst Pius XII zur ''Basilica minor'' erhoben wurde. | Hier wurde [[1652]] eine [[Ursprungskapelle|Gnadenkapelle]] "auf dem Plaindl", einem Austragshaus des Gutes Kemating, erbaut. Bei Plain, auch Pliden, handelt es sich nach [[Franz Hörburger|Hörburger]] um eine Bildung zum Personennamenstamm Blid- (vgl. Plidolf 888/907). [[1671]] bis [[1674]] ließ Erzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] auf dem Gut die große [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain|Wallfahrtskirche]] errichten, die [[1810]] an das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] fiel und [[1952]] von Papst Pius XII zur ''Basilica minor'' erhoben wurde. | ||
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: ''Hauptartikel [[Eichet]] | : ''Hauptartikel [[Eichet]] | ||
[[Flurname]]n nach dem hier urspünglich wachsenden Eichenwald, einer typischer Pflanzengesellschaft am Rande von Mooren. Früher hieß der Raum am Ostrand des Leopoldskroner Mooses "Morzger Eichet" wo am Rande nach 1950 die Eichetsiedlung erbaut wurde, bzw. Grödiger Eichet. Der Grödiger Eichetwald setzt sich in der Stadt Salzburg nahtlos im Morzger Eichetwald fort. Im Gegensatz dazu steht bzw. stand der "Kleßheimer Eichet", bzw. "Walser Eichet" | [[Flurname]]n nach dem hier urspünglich wachsenden Eichenwald, einer typischer Pflanzengesellschaft am Rande von Mooren. Früher hieß der Raum am Ostrand des Leopoldskroner Mooses "Morzger Eichet" wo am Rande nach 1950 die Eichetsiedlung erbaut wurde, bzw. Grödiger Eichet. Der [[Grödiger Eichetwald]] setzt sich in der Stadt Salzburg nahtlos im [[Morzger Eichetwald]] fort. Im Gegensatz dazu steht bzw. stand der "Kleßheimer Eichet", bzw. "Walser Eichet" am Westrand desselben Moores. | ||
=== Elsbethen === | === Elsbethen === | ||
: ''Hauptartikel [[Elsbethen]] | : ''Hauptartikel [[Elsbethen]] | ||
Bei Elsbethen (urkundlich [[1417]] erwähnt | Bei Elsbethen (urkundlich [[1417]] erwähnt als "zu St. Elspethen") handelt es sich um einen [[Patrozinium]]snamen, d. h. der Ort ist nach seiner Kirchenpatronin, der hl. Elisabeth, benannt. | ||
=== Glasenbach === | === Glasenbach === | ||
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: ''Hauptartikel [[Gois (Wals-Siezenheim)|Gois]] | : ''Hauptartikel [[Gois (Wals-Siezenheim)|Gois]] | ||
Die Namen 'Gols' und 'Gois' kommen vom lateinischen collis = Hügel. | Die Namen 'Gols' und 'Gois' kommen vom lateinischen ''collis'' = Hügel. | ||
=== Grödig === | === Grödig === | ||
: ''Hauptartikel [[Grödig]] | : ''Hauptartikel [[Grödig]] | ||
Grödig erweist sich als romanisch, der urkundliche Erstbeleg ''Crethica'' ([[8. Jahrhundert]]) erinnert an ein alpenromanisches Wort (friaulisch | Grödig erweist sich als romanisch, der urkundliche Erstbeleg ''Crethica'' ([[8. Jahrhundert]]) erinnert an ein alpenromanisches Wort (friaulisch ''cret'') mit der Bedeutung 'Fels, Felsspalte eines Berges', eine Benennung, die den [[Untersbergstock]] im Auge hatte; diese Ansicht stützt sich auf die Bedeutung von vlat. crepitare 'platzen, rissig werden' und seine rückläufige Ableitung *''crepita'' > cretta - Riss, Spalte. Andere, auch [[Kelten|keltische]] Deutungen sind weniger stringent. | ||
=== Guggenthal === | === Guggenthal === | ||
: ''Hauptartikel [[Guggenthal]] | : ''Hauptartikel [[Guggenthal]] | ||
Guggenthal ist als | Guggenthal ist als "Gukkental" schon [[1400]] urkundlich bezeugt und wahrscheinlich nach einer hier vorkommenden Pflanze benannt: Heugucke = [[Herbstzeitlose]], Arschgucke = Küchenschelle, mundartlich Guggen = Frühlingsenzian. | ||
=== Hallwang === | === Hallwang === | ||
: ''Hauptartikel [[Hallwang]] | : ''Hauptartikel [[Hallwang]] | ||
Hallwang ist urkundlich als Haldinwanc ([[10. Jahrhundert]]) belegt. Das Bestimmungswort Hall- kommt von ahd. halda, mhd. halde | Hallwang ist urkundlich als "Haldinwanc" ([[10. Jahrhundert]]) belegt. Das Bestimmungswort Hall- kommt von ahd. halda, mhd. halde 'Abhang', das Grundwort ist ahd., mhd. wang 'Wiese, Grünland'; die Bedeutung des Kompositums ist somit 'Wiese am Hang'. Die mundartliche Aussprache hoiming ist durch Assimilationsvorgänge und Abschwächung entstanden: hald(e)nwang > halmwang > halmang > halming (Anklang an -ing-Ortsnamen). | ||
=== Himmelreich === | === Himmelreich === | ||
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: ''Hauptartikel [[Loig]] | : ''Hauptartikel [[Loig]] | ||
Loig stammt angeblich von ad. "leug" = warmes Bad, nach anderen Überlieferungen von einer | Loig stammt angeblich von ad. "leug" = warmes Bad, nach anderen Überlieferungen von einer Distanzbezeichnung die die Wegstrecke zum Hauptort Juvavum bezeichnet. | ||
=== Muntigl === | === Muntigl === | ||
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: ''Hauptartikel [[Siezenheim]] | : ''Hauptartikel [[Siezenheim]] | ||
Urkundlich [[927]] erwähnt als Suozinheim, umgelautet Syetzenheim, [[1214]], ist eine Bildung zum Personennamen *Suozo und bedeutet ‘Heim = Siedlung des Suozo’ (zu den Ortsnamen auf -heim vgl. Taxham). | Urkundlich [[927]] erwähnt als "Suozinheim", umgelautet "Syetzenheim", [[1214]], ist eine Bildung zum Personennamen *Suozo und bedeutet ‘Heim = Siedlung des Suozo’ (zu den Ortsnamen auf -heim vgl. Taxham). | ||
=== Thalgau === | === Thalgau === | ||
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: ''Hauptartikel [[Vigaun]] | : ''Hauptartikel [[Vigaun]] | ||
Vigaun rührt von einem romanischen ''vicóne'' = Großdorf her (von lateinisch ''vicus'' = Dorf). Die für das Germanische untypische Endbetonung ''Vigáun'' ist zumeist ein Indiz für romanischen Ursprung. Man darf darüber hinaus annehmen, dass die Erstnennung in der [[Notitia Arnonis]], | Vigaun rührt von einem romanischen ''vicóne'' = Großdorf her (von lateinisch ''vicus'' = Dorf). Die für das Germanische untypische Endbetonung ''Vigáun'' ist zumeist ein Indiz für romanischen Ursprung. Man darf darüber hinaus annehmen, dass die Erstnennung in der [[Notitia Arnonis]], ''ad Fugina''s, eine Verschreibung für Figunas darstellt, was weitere urkundliche Schreibungen (vgl. in den [[Breves Notitiae]]: "''ad Vigûn''") bzw. das heutige Resultat Vigaun nahe legen. | ||
=== Wals === | === Wals === | ||