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Aus den vielen erhaltenen Papieren – Franz Spängler scheint in dieser Hinsicht ein penibler "Sammler" gewesen zu sein – interessieren hier besonders drei Tagebücher aus den frühen Jahren in Salzburg. Sie berichten (um nur einen Eindruck zu vermitteln) 1860 u. a. vom [[Neujahr]]sfest "in angenehmer Gesellschaft bei den Plachetka mit Punsch", wiederum vom "Punsch mit Ernst Lürzer", von der Aufhebung der "Landesregierung von Salzburg... nur mehr ein Landeshauptmann (sei) zugleich Bezirksvorsteher... Aber warum?, nach welchem Prinzip? Die Zeit wird es lehren..." Endlich seien die Fesseln der Festung gesprengt "Gottlob! ...Entwicklung in Salzburg (ist) möglich." Fasching wird häufig mit "Gutenberg" [Guttenberg] gefeiert. Man tanzt und "Papa Duregger" ([[Alois Johann Duregger]]) teilt seine "Pläne hinsichtlich seiner 2 Mädchen" mit: "Keiner der Herren, wie sie im Saale sind, [wird) eines seiner Mädchen bekommen" [Otto Spängler heiratete dennoch Louise Duregger!]. Am 19. Juli 1865 ist "Kaiserball verherrlicht durch die Anwesenheit des Kaisers, des Königs v. Preußen, Großherzogs von Hessen, Erzh[erzogs]... nebst Ministern, Generalen, u. Hofchargen..." Am 29. Juni stirbt Fanny Plachetka... Am 14. September ist "Gaisbergparthie mit Weinwurm u Leopoldine Spängler".
 
Aus den vielen erhaltenen Papieren – Franz Spängler scheint in dieser Hinsicht ein penibler "Sammler" gewesen zu sein – interessieren hier besonders drei Tagebücher aus den frühen Jahren in Salzburg. Sie berichten (um nur einen Eindruck zu vermitteln) 1860 u. a. vom [[Neujahr]]sfest "in angenehmer Gesellschaft bei den Plachetka mit Punsch", wiederum vom "Punsch mit Ernst Lürzer", von der Aufhebung der "Landesregierung von Salzburg... nur mehr ein Landeshauptmann (sei) zugleich Bezirksvorsteher... Aber warum?, nach welchem Prinzip? Die Zeit wird es lehren..." Endlich seien die Fesseln der Festung gesprengt "Gottlob! ...Entwicklung in Salzburg (ist) möglich." Fasching wird häufig mit "Gutenberg" [Guttenberg] gefeiert. Man tanzt und "Papa Duregger" ([[Alois Johann Duregger]]) teilt seine "Pläne hinsichtlich seiner 2 Mädchen" mit: "Keiner der Herren, wie sie im Saale sind, [wird) eines seiner Mädchen bekommen" [Otto Spängler heiratete dennoch Louise Duregger!]. Am 19. Juli 1865 ist "Kaiserball verherrlicht durch die Anwesenheit des Kaisers, des Königs v. Preußen, Großherzogs von Hessen, Erzh[erzogs]... nebst Ministern, Generalen, u. Hofchargen..." Am 29. Juni stirbt Fanny Plachetka... Am 14. September ist "Gaisbergparthie mit Weinwurm u Leopoldine Spängler".
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Franz Spängler sammelte offenbar auch Partezettel und Sterbebildchen, die ihm zugeschickt wurden, u. a. für Eduard Spängler (* 839; † 1883), ein entfernter Cousin, für Friedrich [[Zeller]] (* 1838; † 1862) und Carl von Lanser (* 1805; † 1869), für Andreas Sauter (* 1802; † 1872) und Josefine Sauter, geborene Lürzer von Zehendthal (* 1800; † 1872), für [[Heinrich Ritter von Mertens]] (* 1810; † 1872); Camilla Mertens, die Tochter des Bürgermeisters, war eine Freundin seiner Frau Fanni, geborene Schlegel). Dazu kommen u.a. die Familien Angermayer, Bauernfeind [Paurnfeind], Gattermayer, Harrer, Kaserer, Lorinser, Schlögelhofer usw. Hier tauchen die Namen aus der Salzburger Gesellschaft auf, die ihm (und seiner Mutter, seiner späteren Frau und deren Großmutter) offenbar wichtig sind.
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Franz Spängler sammelte offenbar auch Partezettel und Sterbebildchen, die ihm zugeschickt wurden, u. a. für Eduard Spängler (* 839; † 1883), ein entfernter Cousin, für Friedrich [[Zeller (Familie)|Zeller]] (* 1838; † 1862) und Carl von Lanser (* 1805; † 1869), für Andreas Sauter (* 1802; † 1872) und Josefine Sauter, geborene Lürzer von Zehendthal (* 1800; † 1872), für [[Heinrich Ritter von Mertens]] (* 1810; † 1872); Camilla Mertens, die Tochter des Bürgermeisters, war eine Freundin seiner Frau Fanni, geborene Schlegel). Dazu kommen u.a. die Familien Angermayer, Bauernfeind [Paurnfeind], Gattermayer, Harrer, Kaserer, Lorinser, Schlögelhofer usw. Hier tauchen die Namen aus der Salzburger Gesellschaft auf, die ihm (und seiner Mutter, seiner späteren Frau und deren Großmutter) offenbar wichtig sind.
    
Besondere Beachtung verdient wieder der Briefwechsel. Briefe von und an seine Frau, z. B. wenn diese mit den Kindern in Salzburg war, sind nummeriert und fast "aktenmäßig" mit Vermerk über Beantwortung u. ä. versehen. Die Briefe der Großmutter Fanny Kobler wurden gebündelt und aufgehoben. "Durchgeordnet" war das alles nicht bzw. auf Briefmarken u. ä. eher ausgeschlachtet worden. Aber diese Briefe, oft mit beigelegten Akten und Notizen, geben Einblicke in Alltag und Leben jener Zeit (z. B. oben zu den Ferien in Salzburg). Aus Graz schrieb Franz Spängler 1859 und 1860 dem Bruder Otto vielfach auf Französisch; Schulkenntnisse wurden angewandt. Er lebte 1859 als Student von einem Monatsgeld von 42 Gulden; das Zimmer kostete 6 Gulden, sein Essen 8 Gulden, ein Spazierstock 1,5 Gulden. Die Mutter wurde brieflich gesietzt und angeschrieben mit "An die wohlgeborne gnädige Frau Antonia Spaengler geborene v. Lürzer zu Salzburg".
 
Besondere Beachtung verdient wieder der Briefwechsel. Briefe von und an seine Frau, z. B. wenn diese mit den Kindern in Salzburg war, sind nummeriert und fast "aktenmäßig" mit Vermerk über Beantwortung u. ä. versehen. Die Briefe der Großmutter Fanny Kobler wurden gebündelt und aufgehoben. "Durchgeordnet" war das alles nicht bzw. auf Briefmarken u. ä. eher ausgeschlachtet worden. Aber diese Briefe, oft mit beigelegten Akten und Notizen, geben Einblicke in Alltag und Leben jener Zeit (z. B. oben zu den Ferien in Salzburg). Aus Graz schrieb Franz Spängler 1859 und 1860 dem Bruder Otto vielfach auf Französisch; Schulkenntnisse wurden angewandt. Er lebte 1859 als Student von einem Monatsgeld von 42 Gulden; das Zimmer kostete 6 Gulden, sein Essen 8 Gulden, ein Spazierstock 1,5 Gulden. Die Mutter wurde brieflich gesietzt und angeschrieben mit "An die wohlgeborne gnädige Frau Antonia Spaengler geborene v. Lürzer zu Salzburg".