| | ''Grein am 7. März 1880. Liebe gute Fanni. Nim zu Deinem Nahmensfeste meine und meines Mannes besten herzlichsten Glückwünsche freundlich auf; möge Gottes Segen auf Dir und allen Deinen Lieben ruhen, und ihr Alle mitsamen stets gesund froh und glücklich sein! Meine aufrichtig innige Liebe und Freundschaft für Dich heißt mich täglich für Dein und der lieben Deinen Wohl beten, den es ist zu meinem eigenen Zufriedenheit durchaus nothwendig, daß ich Dich meinen Liebling glücklich weis!'' [Absatz] ''Deiner herzig lieben guten Franzi<ref>Franziska Spängler, die älteste Tochter von [[Franz Xaver Gregor Spängler]], geboren 1877</ref> sende ich einen innig warmen Kuß mit den besten Glück und Segens Wünschen, wie oft denke ich mit unsagbarer Liebe an dieses liebliche Kind, wie glücklich machte es mich wenn ich sie in meinen Armen hielt, und sie mich liebkoste und mit ihren herrlichen blauen Augen so freundlich ansah, dieß bleibt meine schönste angenehmste Erinnerung. Und was macht Deine kleine Toni?<ref>Antonia Spängler, die Schwester von Franzi, geboren 1879</ref> jetzt wird sie auch schon bald 1 Jahr alt nicht wahr? gewiß ist sie auch ein liebes gutes Kind, daß Dir viel Freude macht, wie gerne möchte ich sie auch einmahl sehen, lieb habe ich sie auch so und sende ihr viele Bußerl.'' ./. [Zeichen zum Seitenwechsel und Absatz] | | ''Grein am 7. März 1880. Liebe gute Fanni. Nim zu Deinem Nahmensfeste meine und meines Mannes besten herzlichsten Glückwünsche freundlich auf; möge Gottes Segen auf Dir und allen Deinen Lieben ruhen, und ihr Alle mitsamen stets gesund froh und glücklich sein! Meine aufrichtig innige Liebe und Freundschaft für Dich heißt mich täglich für Dein und der lieben Deinen Wohl beten, den es ist zu meinem eigenen Zufriedenheit durchaus nothwendig, daß ich Dich meinen Liebling glücklich weis!'' [Absatz] ''Deiner herzig lieben guten Franzi<ref>Franziska Spängler, die älteste Tochter von [[Franz Xaver Gregor Spängler]], geboren 1877</ref> sende ich einen innig warmen Kuß mit den besten Glück und Segens Wünschen, wie oft denke ich mit unsagbarer Liebe an dieses liebliche Kind, wie glücklich machte es mich wenn ich sie in meinen Armen hielt, und sie mich liebkoste und mit ihren herrlichen blauen Augen so freundlich ansah, dieß bleibt meine schönste angenehmste Erinnerung. Und was macht Deine kleine Toni?<ref>Antonia Spängler, die Schwester von Franzi, geboren 1879</ref> jetzt wird sie auch schon bald 1 Jahr alt nicht wahr? gewiß ist sie auch ein liebes gutes Kind, daß Dir viel Freude macht, wie gerne möchte ich sie auch einmahl sehen, lieb habe ich sie auch so und sende ihr viele Bußerl.'' ./. [Zeichen zum Seitenwechsel und Absatz] |
| − | ''Von der Großmutter ([[Fanny Kobler]]) erhielt ich zu meiner größten Beruhigung einen Brief daß sie sich wieder ganz wohl befindet, Gott Lob und Dank daß sie auch diese schwere Krankheit wieder glücklich überstanden. Sie schrieb mir auch, daß es Dir samt Hr. Gemahl und den lieben Kindern ganz gut geht und das Ihr Eure Versetzung von Wien erwartet<ref>[[Franz Xaver Gregor Spängler]] war ab November 1874 am Landesgericht in Wien, bevor er im November 1880 Bezirksrichter in Pottenstein, Niederösterreich, wurde.</ref> was mich sehr überraschte; Großmutter drückte auch ihr Bedauern aus, daß sie dich vielleicht deßhalb heuer nicht zu sehen bekömmt; aber ich denke Du wirst es schon möglich machen können, und Dir und Deinen lieben Mädis eine Sommerfrische gönnen, und der Großmutter die Freude des Wiedersehens! Die Theres wird im Juli wieder nach Gastein gehen und da ist es der Großmutter Wunsch das ich während der Zeit zu ihr auf Besuch komme, was ich auch schon zugesagt habe, den bis dahin hoffe ich doch etwas gesünder zu werden, den diesen Winter ging es mir wirklich schlecht, diese fort währende Kränkeln machte mich schon ganz verzagt, besonders meine kranken Augen; jetzt geht es mir wohl etwas beßer, aber meinen Katahrr kann ich gar nicht los werden, ich bin schon viele Wochen nicht mehr ausgegangen der Hr. Doktor sagt bei schlechten Wetter und besonders'' ./. [Zeichen zum Seitenwechsel] ''wenn der Wind geht soll ich nicht ausgehn, wegen den Augen, du kannst dir denken liebe Fanni wie traurig mich das oft macht – Nun mit Gottes Hilfe und wenn die beßere Jahreszeit kommt wird es ja doch wieder gut werden! Ob wir dieses Jahr noch in Grein zu verbleiben haben, ist noch unbestimmt, wenn mein Mann nicht einen beßern Post bekommt, so wäre es mir wohl lieber wenn wir hier bleiben könnten, den ich fürchte das Wandern weil es immer so viel Geld kostet und auch sonst viele Unannehmlichkeiten im Gefolge hat. – Mein Mann ist Gottlob doch immer so ziemlich gesund, worüber ich sehr froh bin, er läßt dir achtungsvoll die Hand küßen und beyde empfehlen wir uns deinen guten Gemahl'' [Rest der Seite abgeschnitten, kaum erkennbar:] ''vielmals […] grüße ich herzlichst''<ref>Betti Katzinger starb am 9. August 1881 in Grein, Oberösterreich.</ref> | + | ''Von der Großmutter [ [[Fanny Kobler]], Anm.] erhielt ich zu meiner größten Beruhigung einen Brief daß sie sich wieder ganz wohl befindet, Gott Lob und Dank daß sie auch diese schwere Krankheit wieder glücklich überstanden. Sie schrieb mir auch, daß es Dir samt Hr. Gemahl und den lieben Kindern ganz gut geht und das Ihr Eure Versetzung von Wien erwartet<ref>[[Franz Xaver Gregor Spängler]] war ab November 1874 am Landesgericht in Wien, bevor er im November 1880 Bezirksrichter in Pottenstein, Niederösterreich, wurde.</ref> was mich sehr überraschte; Großmutter drückte auch ihr Bedauern aus, daß sie dich vielleicht deßhalb heuer nicht zu sehen bekömmt; aber ich denke Du wirst es schon möglich machen können, und Dir und Deinen lieben Mädis eine Sommerfrische gönnen, und der Großmutter die Freude des Wiedersehens! Die Theres wird im Juli wieder nach Gastein gehen und da ist es der Großmutter Wunsch das ich während der Zeit zu ihr auf Besuch komme, was ich auch schon zugesagt habe, den bis dahin hoffe ich doch etwas gesünder zu werden, den diesen Winter ging es mir wirklich schlecht, diese fort währende Kränkeln machte mich schon ganz verzagt, besonders meine kranken Augen; jetzt geht es mir wohl etwas beßer, aber meinen Katahrr kann ich gar nicht los werden, ich bin schon viele Wochen nicht mehr ausgegangen der Hr. Doktor sagt bei schlechten Wetter und besonders'' ./. [Zeichen zum Seitenwechsel] ''wenn der Wind geht soll ich nicht ausgehn, wegen den Augen, du kannst dir denken liebe Fanni wie traurig mich das oft macht – Nun mit Gottes Hilfe und wenn die beßere Jahreszeit kommt wird es ja doch wieder gut werden! Ob wir dieses Jahr noch in Grein zu verbleiben haben, ist noch unbestimmt, wenn mein Mann nicht einen beßern Post bekommt, so wäre es mir wohl lieber wenn wir hier bleiben könnten, den ich fürchte das Wandern weil es immer so viel Geld kostet und auch sonst viele Unannehmlichkeiten im Gefolge hat. – Mein Mann ist Gottlob doch immer so ziemlich gesund, worüber ich sehr froh bin, er läßt dir achtungsvoll die Hand küßen und beyde empfehlen wir uns deinen guten Gemahl'' [Rest der Seite abgeschnitten, kaum erkennbar:] ''vielmals […] grüße ich herzlichst''<ref>Betti Katzinger starb am 9. August 1881 in Grein, Oberösterreich.</ref> |