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| | Mit einer Urkunde vom [[15. Juni]] [[1146]] vom Salzburger Erzbischof Konrad I. wurde Raitenhaslach mit dem Privileg des Besitzes von Land, Vermögen und Rechten ausgestattet. Es folgten weitere päpstliche Privilegien. Unter den Salzburger Erzbischöfen erlebte das Kloster bis Mitte des [[13. Jahrhundert]]s eine Blütezeit. Obwohl die Wittelsbacher sich mehr und mehr die weltliche Macht sicherten, blieb die geistliche Hoheit - etwa die Weihe der Äbte - lange beim Salzburger Erzbischof. | | Mit einer Urkunde vom [[15. Juni]] [[1146]] vom Salzburger Erzbischof Konrad I. wurde Raitenhaslach mit dem Privileg des Besitzes von Land, Vermögen und Rechten ausgestattet. Es folgten weitere päpstliche Privilegien. Unter den Salzburger Erzbischöfen erlebte das Kloster bis Mitte des [[13. Jahrhundert]]s eine Blütezeit. Obwohl die Wittelsbacher sich mehr und mehr die weltliche Macht sicherten, blieb die geistliche Hoheit - etwa die Weihe der Äbte - lange beim Salzburger Erzbischof. |
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| − | [[1244]] erhielt das Kloster durch eine Schenkung [[Eberhard II. von Regensberg|Eberhard II.]] eine [[Hube]] bei der "Kirchen in der Khrumbe“ – die erste Erwähnung der [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Krimml)|Pfarrkirche]] von [[Krimml]] im [[Oberpinzgau]]. | + | [[1244]] erhielt das Kloster durch eine Schenkung [[Eberhard II. von Regensberg|Eberhard II.]] eine [[Hube]] bei der "Kirchen in der Khrumbe" – die erste Erwähnung der [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Krimml)|Pfarrkirche]] von [[Krimml]] im [[Oberpinzgau]]. |
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| | [[1267]] weihte [[Heinrich von Lützelburg]] den Altar in der Kapelle der Heiligen Simon und Judas Thaddäus. | | [[1267]] weihte [[Heinrich von Lützelburg]] den Altar in der Kapelle der Heiligen Simon und Judas Thaddäus. |
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| | Als im April [[1782]] Papst Pius VI. auf seiner Rückreise von [[Wien]] nach Rom spontan einer Einladung von Kurfürst Karl Theodor nach München folgte, herrschte im Zisterzienserkloster Raitenhaslach große Aufregung: Würde der Papst das Kloster womöglich als Nachtlager nutzen? Bis auf die Innbrücke in [[Braunau am Inn]] wurde Papst Pius VI. offiziell vom österreichischen Grafen Philipp von Cobenzl begleitet. Dann nahm ihn dann eine kurbayerische Deputation in Empfang. Sein Weg streifte das damals berühmte Kloster im nur sieben Kilometer entfernten Marktl, wo die Pferde gewechselt wurden. Am [[25. April]] 1782 traf Pius im altehrwürdigen Wallfahrtsort [[Altötting]] ein, um von dort über Ramsau nach München weiter zu reisen. | | Als im April [[1782]] Papst Pius VI. auf seiner Rückreise von [[Wien]] nach Rom spontan einer Einladung von Kurfürst Karl Theodor nach München folgte, herrschte im Zisterzienserkloster Raitenhaslach große Aufregung: Würde der Papst das Kloster womöglich als Nachtlager nutzen? Bis auf die Innbrücke in [[Braunau am Inn]] wurde Papst Pius VI. offiziell vom österreichischen Grafen Philipp von Cobenzl begleitet. Dann nahm ihn dann eine kurbayerische Deputation in Empfang. Sein Weg streifte das damals berühmte Kloster im nur sieben Kilometer entfernten Marktl, wo die Pferde gewechselt wurden. Am [[25. April]] 1782 traf Pius im altehrwürdigen Wallfahrtsort [[Altötting]] ein, um von dort über Ramsau nach München weiter zu reisen. |
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| − | Das Kloster Raitenhaslach, etwa in der Mitte der Route gelegen, schien also die ideale Übernachtungsstätte für den Heiligen Vater zu sein. Abt Theobald Weissenbach, ein Bierwirtssohn aus Wemding, wollte den Papst nicht nur entsprechend bewirten, sondern ließ das mit religiösen Motiven bereits prunkvoll ausgemalte Gästezimmer auf Hochglanz bringen und versah die linke Zimmerecke mit einem verzierten Schrank – in der Form identisch dem großen geschwungenen Kaminofen in der rechten Zimmerecke – um den [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#L|Leibstuhl]] dezent zu kaschieren. Der barocke Prunksaal ("Steinerner Saal“) wurde feierlich geschmückt, ebenso die große Klosterkirche. An den Küchenmeister erging der Auftrag, sowohl eine üppige Mahlzeit mit mehreren Gängen als auch eine bescheidene Brotzeit (ganz in der Tradition des Ordens, also fleischlos) vorzubereiten. Dazu ein frisches Bier aus der klostereigenen Brauerei oder ein [[Wein]] (Muskateller oder grüner Veltliner) aus den Lesegärten des Klosters in Weinzierl bei Krems ([[NÖ]]). | + | Das Kloster Raitenhaslach, etwa in der Mitte der Route gelegen, schien also die ideale Übernachtungsstätte für den Heiligen Vater zu sein. Abt Theobald Weissenbach, ein Bierwirtssohn aus Wemding, wollte den Papst nicht nur entsprechend bewirten, sondern ließ das mit religiösen Motiven bereits prunkvoll ausgemalte Gästezimmer auf Hochglanz bringen und versah die linke Zimmerecke mit einem verzierten Schrank – in der Form identisch dem großen geschwungenen Kaminofen in der rechten Zimmerecke – um den [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#L|Leibstuhl]] dezent zu kaschieren. Der barocke Prunksaal ("Steinerner Saal") wurde feierlich geschmückt, ebenso die große Klosterkirche. An den Küchenmeister erging der Auftrag, sowohl eine üppige Mahlzeit mit mehreren Gängen als auch eine bescheidene Brotzeit (ganz in der Tradition des Ordens, also fleischlos) vorzubereiten. Dazu ein frisches Bier aus der klostereigenen Brauerei oder ein [[Wein]] (Muskateller oder grüner Veltliner) aus den Lesegärten des Klosters in Weinzierl bei Krems ([[NÖ]]). |
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| | Ob der Heilige Vater nun tatsächlich im Kloster übernachtet und, falls ja, was er dort gegessen hat – das ist nicht belegt. Wohl aber weiß man, dass alles für den Fall bereitet war. Und dass es in Strömen regnete an jenem Apriltag anno 1782. | | Ob der Heilige Vater nun tatsächlich im Kloster übernachtet und, falls ja, was er dort gegessen hat – das ist nicht belegt. Wohl aber weiß man, dass alles für den Fall bereitet war. Und dass es in Strömen regnete an jenem Apriltag anno 1782. |