Die Tier- und Pflanzenwelt des Kapuzinerberges: Unterschied zwischen den Versionen

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== Tierwelt ==
== Tierwelt ==
=== Der Kolkrabe===
=== Der Kolkrabe===
Eine echte Besonderheit des Felsen ist der Kolkrabe, ein typischer Bewohner der [[Alpen]] ist. Die Raben sind durch ihre eindrucksvolle Größe und ihren keilförmigen Schwanz leicht von Krähen zu unterscheiden. Wer Geduld hat, kann die typischen Rufe der Tiere "Krok krok“ dort nicht überhören, und kann manchmal auch den Tieren auch ihren kunstvollen, mitunter übermütigen Flugspielen zusehen.  
Eine echte Besonderheit des Felsen ist der Kolkrabe, ein typischer Bewohner der [[Alpen]] ist. Die Raben sind durch ihre eindrucksvolle Größe und ihren keilförmigen Schwanz leicht von Krähen zu unterscheiden. Wer Geduld hat, kann die typischen Rufe der Tiere "Krok krok" dort nicht überhören, und kann manchmal auch den Tieren auch ihren kunstvollen, mitunter übermütigen Flugspielen zusehen.  


Aus Mythen und Legenden ist der Rabe als neugieriges und kluges aber auch als unheimliches Tier bekannt. Die Rabentiere konnten in der Vorstellungswelt der klassischen Antike Unglück und Tod vorhersehen. Die beiden Raben Hugin und Munin waren ständige Begleiter von Wotan-Odin, dem germanischen Gott der Kriegskunst, Weisheit und der Seherschaft. Täglich flogen die Tiere weit umher, um Odin alle Neuigkeiten der Welt gewissenhaft mitzuteilen. Mit der Christianisierung wurden die Tiere vielfach zu unheiligen Tieren und zu Vasallen von Hexen und Dämonen. Raben waren einst auf Schlachtfeldern und an Hinrichtungsstätten nicht unbekannt, da sie bekanntlich auch Aas essen. So galten die schwarzen Raben in vielen Landstrichen im Volksglauben als Totenvögel und symbolisierten vielerorts aber auch die ruhelosen Seelen unheilvoll Verstorbener.
Aus Mythen und Legenden ist der Rabe als neugieriges und kluges aber auch als unheimliches Tier bekannt. Die Rabentiere konnten in der Vorstellungswelt der klassischen Antike Unglück und Tod vorhersehen. Die beiden Raben Hugin und Munin waren ständige Begleiter von Wotan-Odin, dem germanischen Gott der Kriegskunst, Weisheit und der Seherschaft. Täglich flogen die Tiere weit umher, um Odin alle Neuigkeiten der Welt gewissenhaft mitzuteilen. Mit der Christianisierung wurden die Tiere vielfach zu unheiligen Tieren und zu Vasallen von Hexen und Dämonen. Raben waren einst auf Schlachtfeldern und an Hinrichtungsstätten nicht unbekannt, da sie bekanntlich auch Aas essen. So galten die schwarzen Raben in vielen Landstrichen im Volksglauben als Totenvögel und symbolisierten vielerorts aber auch die ruhelosen Seelen unheilvoll Verstorbener.
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Auf dem Berg gibt es [[1952]] eine künstlich angelegte Population im Sinn eines "Freilandtiergartens" von etwa zehn [[Gämse]]n.<ref>[http://www.oekologen-ingenieure.at/pdf/kapuzinerberg_wild.pdf www.oekologen-ingenieure.at/Wald und Wild am Kapuzinerberg]</ref> Die Rehe wurden dort nach [[1990]] dagegen sämtlich abgeschossen. [[1948]] war ein Gamsbock vom nahen [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] über den [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] hierher gewandert, 1952 wurde dann eine zahme Gamsgeiß aus der Steiermark hier ausgesetzt. Die Gämsen werden von einem Stadtjäger regelmäßig mit Heu, im Herbst auch mit Obst versorgt, sie sind so nur bedingt reine Wildtiere. Im Winter gibt es zusätzlich eine Getreidemischung zur Fütterung. Gelegentlich waren die Tiere auch "zu gut" betreut und dadurch deutlich übergewichtig.  
Auf dem Berg gibt es [[1952]] eine künstlich angelegte Population im Sinn eines "Freilandtiergartens" von etwa zehn [[Gämse]]n.<ref>[http://www.oekologen-ingenieure.at/pdf/kapuzinerberg_wild.pdf www.oekologen-ingenieure.at/Wald und Wild am Kapuzinerberg]</ref> Die Rehe wurden dort nach [[1990]] dagegen sämtlich abgeschossen. [[1948]] war ein Gamsbock vom nahen [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] über den [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] hierher gewandert, 1952 wurde dann eine zahme Gamsgeiß aus der Steiermark hier ausgesetzt. Die Gämsen werden von einem Stadtjäger regelmäßig mit Heu, im Herbst auch mit Obst versorgt, sie sind so nur bedingt reine Wildtiere. Im Winter gibt es zusätzlich eine Getreidemischung zur Fütterung. Gelegentlich waren die Tiere auch "zu gut" betreut und dadurch deutlich übergewichtig.  


Zur Blutauffrischung der kleinen, isolierten Population wurde Dienstagnachmittag, [[22. März]] [[2022]], eine weibliche Gams aus einem provisorischen Gehege am Berg in die Freiheit entlassen. Recht kurzfristig, weil sie es in der beengenden Umzäunung nach wenigen Tagen schon nicht mehr ausgehalten hatte. Das Tier stammt aus dem Zoo Karlsruhe. Die Gams wurde mit einem Sender ausgestattet. Der ermöglicht herauszufinden, wo sich das Tier wie lange aufhält, also ein Bewegungsprofil samt wissenschaftlichen Analysen dazu zu erstellen. Seit Juni [[2021]] hatte Miriam Wiesner, Tierärztin des [[Zoo Salzburg|Zoos Salzburg]], die junge Gams schon in ihrer Obhut, sie für die Auswilderung vorbereitet und nun zur Verfügung gestellt. Wiesner war es auch, die die Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut eingefädelt hat: "Unsere Gams ist nun ein Jahr und zehn Monate alt und wiegt 21 Kilo. Letzten Donnerstag haben wir sie aus ihrem Gehege im Zoo Salzburg auf den Berg bringen können. Das war gar nicht so einfach, weil die Tiere sehr schlau sind und den Tierarzt erkennen. Ich konnte sie aber schließlich aus zehn Metern Entfernung mit dem Blasrohr betäuben, gegen Parasiten behandeln und zum Auswilderungsgehege liefern lassen.
Zur Blutauffrischung der kleinen, isolierten Population wurde Dienstagnachmittag, [[22. März]] [[2022]], eine weibliche Gams aus einem provisorischen Gehege am Berg in die Freiheit entlassen. Recht kurzfristig, weil sie es in der beengenden Umzäunung nach wenigen Tagen schon nicht mehr ausgehalten hatte. Das Tier stammt aus dem Zoo Karlsruhe. Die Gams wurde mit einem Sender ausgestattet. Der ermöglicht herauszufinden, wo sich das Tier wie lange aufhält, also ein Bewegungsprofil samt wissenschaftlichen Analysen dazu zu erstellen. Seit Juni [[2021]] hatte Miriam Wiesner, Tierärztin des [[Zoo Salzburg|Zoos Salzburg]], die junge Gams schon in ihrer Obhut, sie für die Auswilderung vorbereitet und nun zur Verfügung gestellt. Wiesner war es auch, die die Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut eingefädelt hat: "Unsere Gams ist nun ein Jahr und zehn Monate alt und wiegt 21 Kilo. Letzten Donnerstag haben wir sie aus ihrem Gehege im Zoo Salzburg auf den Berg bringen können. Das war gar nicht so einfach, weil die Tiere sehr schlau sind und den Tierarzt erkennen. Ich konnte sie aber schließlich aus zehn Metern Entfernung mit dem Blasrohr betäuben, gegen Parasiten behandeln und zum Auswilderungsgehege liefern lassen."


Wiesner freut sich, dass die Gams Solar-Ohrmarken erhalten hat. "Sie ist aktuell die einzige Gämse, die derart hochmodern ausgestattet ist.Weitere Vorteile der Ohrmarken: Diese seien klein, leicht und das recht aktive Tier könne damit nirgends hängen bleiben.
Wiesner freut sich, dass die Gams Solar-Ohrmarken erhalten hat. "Sie ist aktuell die einzige Gämse, die derart hochmodern ausgestattet ist." Weitere Vorteile der Ohrmarken: Diese seien klein, leicht und das recht aktive Tier könne damit nirgends hängen bleiben.


"Gämsen sind mit ca. drei Jahren geschlechtsreif. Das heißt, sie ist jetzt kurz davor. Vielleicht geht es sich mit der Brunft im November schon aus. Dann könnten wir im Mai kommenden Jahres schon ein Gamskitz erwarten“, so die Fachfrau. Das Tier könne im Übrigen bis zu 20 Jahre alt werden. Im Zoo hätten jedenfalls schon optimale Bedingungen für seine Eingewöhnung geherrscht.
"Gämsen sind mit ca. drei Jahren geschlechtsreif. Das heißt, sie ist jetzt kurz davor. Vielleicht geht es sich mit der Brunft im November schon aus. Dann könnten wir im Mai kommenden Jahres schon ein Gamskitz erwarten", so die Fachfrau. Das Tier könne im Übrigen bis zu 20 Jahre alt werden. Im Zoo hätten jedenfalls schon optimale Bedingungen für seine Eingewöhnung geherrscht.


Gehegt und gepflegt werden die Gämsen freilich mit ganz viel Liebe und Sorgfalt auf dem Kapuzinerberg. Josef Brawisch, Gerhard Wörndl und Christian Neureiter vom [[Magistrat der Stadt Salzburg|Magistrat]] betreuen als Stadtjäger und –förster die Kolonie, die klarerweise nicht bejagt wird. Gemeinsam mit dem Land und dem Zoo werde die Stadt Salzburg weiterhin dafür Sorge tragen, dass ein gesunder Gamswildbestand auf dem Stadtberg beheimatet ist. Auf dem Gaisberg dagegen findet innerhalb der Stadtgrenzen eine Betreuung der Gämsen seitens der Stadt kaum statt, dort kann das Gamswild auch bejagt werden.
Gehegt und gepflegt werden die Gämsen freilich mit ganz viel Liebe und Sorgfalt auf dem Kapuzinerberg. Josef Brawisch, Gerhard Wörndl und Christian Neureiter vom [[Magistrat der Stadt Salzburg|Magistrat]] betreuen als Stadtjäger und –förster die Kolonie, die klarerweise nicht bejagt wird. Gemeinsam mit dem Land und dem Zoo werde die Stadt Salzburg weiterhin dafür Sorge tragen, dass ein gesunder Gamswildbestand auf dem Stadtberg beheimatet ist. Auf dem Gaisberg dagegen findet innerhalb der Stadtgrenzen eine Betreuung der Gämsen seitens der Stadt kaum statt, dort kann das Gamswild auch bejagt werden.