Kobler-Spängler-Briefe von 1870: Unterschied zwischen den Versionen

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''Salzburg den 2.10.70. Mein innigst geliebter theuerster Franz! Was wirst du dir denken das ich heute noch nicht geschrieben habe, und dir nicht einmal gedankt für die so hübsche Jop[p]e welche mir so gute Dienste leistet, ich habe sie heute in die Kirche zum erstenmahl angezogen sie steht zu jedem Kleid. Ich danke dir also recht herzlich dafür. Otto [der andere Sohn] und Louise sind glücklich hier angekommen, und grüßen dich recht herzlich. Wie gut hat es Otto das er dich nun öfter sehen kann. Die starken Stiefel werde ich dir im November [be]vor er hinunter geht schücken, so darf [braucht] man niemand fremden plagen. Otto sagte mir du siehst recht gut auß was mich sehr freut. Otto hat also die Stelle nicht angenohmen; mir ist es ganz recht, weil er zu wenig Sicherheit [für] sich gesehen, ich meine er soll jetzt so bald wie möglich die Advokaten Prüfung machen dan kann er wenigstens Advokat werden, wen wie man sagt alle Strücke reissen. Hier lassen dich eine menge Leute recht herzlich grüßen.''
''Salzburg den 2.10.70. Mein innigst geliebter theuerster Franz! Was wirst du dir denken das ich heute noch nicht geschrieben habe, und dir nicht einmal gedankt für die so hübsche Jop[p]e welche mir so gute Dienste leistet, ich habe sie heute in die Kirche zum erstenmahl angezogen sie steht zu jedem Kleid. Ich danke dir also recht herzlich dafür. Otto [der andere Sohn] und Louise sind glücklich hier angekommen, und grüßen dich recht herzlich. Wie gut hat es Otto das er dich nun öfter sehen kann. Die starken Stiefel werde ich dir im November [be]vor er hinunter geht schücken, so darf [braucht] man niemand fremden plagen. Otto sagte mir du siehst recht gut auß was mich sehr freut. Otto hat also die Stelle nicht angenohmen; mir ist es ganz recht, weil er zu wenig Sicherheit [für] sich gesehen, ich meine er soll jetzt so bald wie möglich die Advokaten Prüfung machen dan kann er wenigstens Advokat werden, wen wie man sagt alle Strücke reissen. Hier lassen dich eine menge Leute recht herzlich grüßen.''


''Die Zeller ist mit Emma und Pfaundler Loni nach Ischl und geXXXden auf einige Tage. Die Stipitz ist wie ich höre in der Hoffnung. Die Ida von den Schlögelhofer ist verlobt mit den jungen Erlach. Die Betti Langer ist noch in Linz, die Frau läßt dich recht herzlich grüßen. Der kleine Otto [Otto Spänglers Sohn] spricht recht viel von dir, und die kleine Paula [Tochter] sagt auch ihn wen man sie fragt wer das ist auf dem Bild der Papa und dan frage ich ist dies Onkl Franz, dan sagt sie ja; die Kinder sind zimlich oft bey mein freunden, diese Tage seit sie zurück sind war ich so viel Oben weil es so viel zu thun gab sie hatten eben große Wasch, da gab es für die Mägde zu bügeln und ich war viel bey denen Kindern besonde[r]s bey den kleinen Max, welcher nun auch schon auf gelagt wird, und recht frezig ist. Diesen Tage war ich gar in Bertolsgrund [?], aber nicht in See mit den Fräulein Rosa Gunauer [?] welche die Frau v Danegger [Duregger?] die Fräulein Rosalie Henf und mich eingeladen hat, es war ein wunderschöner Tag, die Gegend, und die vielen Landha[ä]user wunderschön, wird haben uns sehr gut unterhalten, und gut gelebt. Die Leopoldin Spängler ist gestern mit Herman nach Kremsmünster gereißt, wo sie heute Nacht zurück kommen wird es ist ihr wohl etwas schwer angekommen, es war einmal beschloßen, und konte nicht mehr geändert werden, er ging ganz gerne. Ich bin doch sehr begierig ob Leopold Lürzer würklich seine Heußmine heurathet, es wär doch zu dum, aber die Schwester Therese fürchtet es, den er thut sehr lieb mit ihr, mir thäte es für den jungen Leopold leid weil dieser dan um sein Erbtheil kömmt, und zuletzt noch für die Stiefmutter sorgen müßte. Lebe recht wohl mein lieber Franz noch einmal recht vielen herzlichen Dank für die so hübsche Jacke. Sey recht innigst gegrüßt und geküßt von deiner dich herzlich liebenden Mutter Spängler – Otto Lovinser und die Kinder grüßen dich herzlich. Heute ist die Kepsa [Kobsa] mit den Kindern bey Sauter.''  
''Die Zeller ist mit Emma und Pfaundler Loni nach Ischl und geXXXden auf einige Tage. Die Stipitz ist wie ich höre in der Hoffnung. Die Ida von den Schlögelhofer ist verlobt mit den jungen Erlach. Die Betti Langer ist noch in Linz, die Frau läßt dich recht herzlich grüßen. Der kleine Otto'' [Otto Spänglers Sohn] ''spricht recht viel von dir, und die kleine Paula'' [Tochter] ''sagt auch ihn wen man sie fragt wer das ist auf dem Bild der Papa und dan frage ich ist dies Onkl Franz, dan sagt sie ja; die Kinder sind zimlich oft bey mein freunden, diese Tage seit sie zurück sind war ich so viel Oben weil es so viel zu thun gab sie hatten eben große Wasch, da gab es für die Mägde zu bügeln und ich war viel bey denen Kindern besonde[r]s bey den kleinen Max, welcher nun auch schon auf gelagt wird, und recht frezig ist. Diesen Tage war ich gar in Bertolsgrund [?], aber nicht in See mit den Fräulein Rosa Gunauer [?] welche die Frau v Danegger'' [Duregger?] ''die Fräulein Rosalie Henf und mich eingeladen hat, es war ein wunderschöner Tag, die Gegend, und die vielen Landha[ä]user wunderschön, wird haben uns sehr gut unterhalten, und gut gelebt. Die Leopoldin Spängler ist gestern mit Herman nach Kremsmünster gereißt, wo sie heute Nacht zurück kommen wird es ist ihr wohl etwas schwer angekommen, es war einmal beschloßen, und konte nicht mehr geändert werden, er ging ganz gerne. Ich bin doch sehr begierig ob Leopold Lürzer würklich seine Heußmine heurathet, es wär doch zu dum, aber die Schwester Therese fürchtet es, den er thut sehr lieb mit ihr, mir thäte es für den jungen Leopold leid weil dieser dan um sein Erbtheil kömmt, und zuletzt noch für die Stiefmutter sorgen müßte. Lebe recht wohl mein lieber Franz noch einmal recht vielen herzlichen Dank für die so hübsche Jacke. Sey recht innigst gegrüßt und geküßt von deiner dich herzlich liebenden Mutter Spängler – Otto Lovinser und die Kinder grüßen dich herzlich. Heute ist die Kepsa'' [Kobsa] ''mit den Kindern bey Sauter.''  


„Betti Langer/Linz“: Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verh. mit Bertha Langer [später Wien]. - „Rosalie Henf“: Frl. Rosalie Henf wird z.B. in einem Brief von Fanni Schlegel an Franz Spängler vom 6. Dezember 1871 genannt und in „Verteilte Andenken“ an die Mutter Spängler am 10. April 1882 bedacht. - Die Rechtschreibung der Mutter Spängler ist zumeist unkonventionell und eher an Mündlichkeit orientiert. Sie schreibt durchgehend deutsche Schrift, außer bei ihrem eigenen Namen „Spángler“ und einigen anderen, die lateinische Buchstaben bekommen. - „Kobsa / #Sauter“: Marie Steiner, geb. Kobsa, Ehefrau von Friedrich Steiner (* 1849; † 1901, Prag); offenbar gute Bekannte [und über Lürzer Verwandte], vgl. „gesammelte Todesanzeigen“ von u. a. Philomena Bamberger, geb. Sauter, Wien (* 1836; † 1897), aus Innsbruck. - Anna Payr, geb. [[Sauter]] († 1908) [u. a. Bruder: Eduard von Sauter, k.k. Vizepräsident] in Lans/Innsbruck. - Karl Payr, Univ.-Prof. Innsbruck (* 1835; † 1907) [Ehefrau: Anna Payr, geb. Sauter]. - Eduard Sauter Edler von Riedenegg, k.k. Vizepräsident [Finanzverwaltung] (* 1839; † 1910), Innsbruck. - Friedrich Steiner (* 1849; † 1901), Prag [Schwester: Tochter Payr]. - Vgl. Andreas Sauter (* 1802; † 1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine [[Lürzer von Zehendthal]] [Josephine v. Lürzer] (* 1800; † 1872) [Partezettel 1872].
„Betti Langer/Linz“: Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verh. mit Bertha Langer [später Wien]. - „Rosalie Henf“: Frl. Rosalie Henf wird z.B. in einem Brief von Fanni Schlegel an Franz Spängler vom 6. Dezember 1871 genannt und in „Verteilte Andenken“ an die Mutter Spängler am 10. April 1882 bedacht. - Die Rechtschreibung der Mutter Spängler ist zumeist unkonventionell und eher an Mündlichkeit orientiert. Sie schreibt durchgehend deutsche Schrift, außer bei ihrem eigenen Namen „Spángler“ und einigen anderen, die lateinische Buchstaben bekommen. - „Kobsa / #Sauter“: Marie Steiner, geb. Kobsa, Ehefrau von Friedrich Steiner (* 1849; † 1901, Prag); offenbar gute Bekannte [und über Lürzer Verwandte], vgl. „gesammelte Todesanzeigen“ von u. a. Philomena Bamberger, geb. Sauter, Wien (* 1836; † 1897), aus Innsbruck. - Anna Payr, geb. [[Sauter]] († 1908) [u. a. Bruder: Eduard von Sauter, k.k. Vizepräsident] in Lans/Innsbruck. - Karl Payr, Univ.-Prof. Innsbruck (* 1835; † 1907) [Ehefrau: Anna Payr, geb. Sauter]. - Eduard Sauter Edler von Riedenegg, k.k. Vizepräsident [Finanzverwaltung] (* 1839; † 1910), Innsbruck. - Friedrich Steiner (* 1849; † 1901), Prag [Schwester: Tochter Payr]. - Vgl. Andreas Sauter (* 1802; † 1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine [[Lürzer von Zehendthal]] [Josephine v. Lürzer] (* 1800; † 1872) [Partezettel 1872].