Änderungen

K
Zeile 7: Zeile 7:  
==Beginn der Ausmünzung in Friesach==
 
==Beginn der Ausmünzung in Friesach==
 
Die Münzstätte in Friesach in Kärnten, das damals Teil des Erzbistums war, begann mit der Ausmünzung etwa zur gleichen Zeit oder wenig später als die Münzstätte in Laufen, vermutlich im Jahr [[1125]] unter der Regierung von [[Konrad I.]]. Friesach beherbergte damals das Verwaltungszentrum  der weiträumigen Salzburgischen Besitzungen in Kärnten und lag außerdem nahe [[Zeltschach]], wo ergiebige Silbergruben zur Verfügung standen. Friesach war im Vergleich zur [[Münzstätte Salzburg]] auch wesentlich produktiver. Auch ihr Aktionsradius war größer als jener der Salzburger Münzstätte. Bekannt ist der [[Friesacher Pfennig]], der weit verbreitet war und beispielsweise im [[Lungau]] anstelle des [[Salzburger Pfennig]] zirkulierte.  
 
Die Münzstätte in Friesach in Kärnten, das damals Teil des Erzbistums war, begann mit der Ausmünzung etwa zur gleichen Zeit oder wenig später als die Münzstätte in Laufen, vermutlich im Jahr [[1125]] unter der Regierung von [[Konrad I.]]. Friesach beherbergte damals das Verwaltungszentrum  der weiträumigen Salzburgischen Besitzungen in Kärnten und lag außerdem nahe [[Zeltschach]], wo ergiebige Silbergruben zur Verfügung standen. Friesach war im Vergleich zur [[Münzstätte Salzburg]] auch wesentlich produktiver. Auch ihr Aktionsradius war größer als jener der Salzburger Münzstätte. Bekannt ist der [[Friesacher Pfennig]], der weit verbreitet war und beispielsweise im [[Lungau]] anstelle des [[Salzburger Pfennig]] zirkulierte.  
Die Aktivitäten der Friesacher Münzstätte dauerten bis [[1168]] ungestört an. Im Zuge politischer Veränderungen wurden aber Urkunden gefälscht, von denen sich zwei gegen die Münzstätte Friesach richteten. Das so usurpierte Münzrecht wurde nun von den Gurker Bischöfen ausgeübt, bis Kaiser Heinrich VI. [[1195]] auf Ersuchen des Erzbischofs [[Adalbert]] „die Prägung auf Salzburger Art ausschließlich den Münzstätten des Salzburger Erzbischofs vorbehielt und damit die Friesacher Gepräge gegen unberechtigte Nachahmungen wenigstens theoretisch schützte.(Probszt)  
+
Die Aktivitäten der Friesacher Münzstätte dauerten bis [[1168]] ungestört an. Im Zuge politischer Veränderungen wurden aber Urkunden gefälscht, von denen sich zwei gegen die Münzstätte Friesach richteten. Das so usurpierte Münzrecht wurde nun von den Gurker Bischöfen ausgeübt, bis Kaiser Heinrich VI. [[1195]] auf Ersuchen des Erzbischofs [[Adalbert]] ''die Prägung auf Salzburger Art ausschließlich den Münzstätten des Salzburger Erzbischofs vorbehielt und damit die Friesacher Gepräge gegen unberechtigte Nachahmungen wenigstens theoretisch schützte.'' (Probszt)  
 
[[Münzschatzfunde]] geben auch in Bezug auf die Münzstätte Friesach Einblick in die Verbreitung der Münzen. So liegt der östlichste Punkt ihrer Verbreitung in der Walachei. Um [[1240]], als die Mongolen in Europa einfielen, wurden zahlreiche Münzschätze vergraben und die Friesacher Münzen verschwanden wiederum aus dem Umlauf.  
 
[[Münzschatzfunde]] geben auch in Bezug auf die Münzstätte Friesach Einblick in die Verbreitung der Münzen. So liegt der östlichste Punkt ihrer Verbreitung in der Walachei. Um [[1240]], als die Mongolen in Europa einfielen, wurden zahlreiche Münzschätze vergraben und die Friesacher Münzen verschwanden wiederum aus dem Umlauf.  
Vorbild der Friesacher Gepräge war zuerst die alte und später die reformierte Kölner Mark, die ihrerseits bis zum Jahr [[1287]] in Verwendung stand. Aus Köln früh Eingewanderte stellten auch die ersten der seit [[1144]] genannten Friesacher Münzmeister. Sie hatten ihre Kölner Mark als Münzgewicht und Münzfuß mitgebracht. Die ersten [[Friesacher Pfennig]]e stellen daher nicht zufällig eine grobe Nachbildung der Kölner erzbischöflichen Gepräge dar.  
+
Vorbild der Friesacher Gepräge war zuerst die alte und später die reformierte Kölner Mark, die ihrerseits bis zum Jahr [[1287]] in Verwendung stand. Aus Köln früh Eingewanderte stellten auch die ersten der seit [[1144]] genannten Friesacher Münzmeister. Sie hatten ihre Kölner Mark als Münzgewicht und Münzfuß mitgebracht. Die ersten [[Friesacher Pfennig]]e stellen daher nicht zufällig eine grobe Nachbildung der Kölner erzbischöflichen Gepräge dar.
 +
 
 
==Die Blütezeit der Friesacher Münzstätte==
 
==Die Blütezeit der Friesacher Münzstätte==
 
Sie fiel in die Regierungszeit von [[Eberhard II.]] (1200/46). Besonders erwähnenswert ist ein Stück aus der Vielzahl der eberhardinischen Gepräge, das „auf der Vorderseite den Erzbischof in geistlichem Gewande mit dem Pallium, in jeder Hand ein Schwert an Stelle von Hirtenstab und Buch“ zeigt. (Probszt) Luschin hat dieses auffallende Gepräge als Gedenkpfennig auf die Erwerbung der beiden Grafschaften im [[Pinzgau]] im Jahr [[1228]] erklärt.  
 
Sie fiel in die Regierungszeit von [[Eberhard II.]] (1200/46). Besonders erwähnenswert ist ein Stück aus der Vielzahl der eberhardinischen Gepräge, das „auf der Vorderseite den Erzbischof in geistlichem Gewande mit dem Pallium, in jeder Hand ein Schwert an Stelle von Hirtenstab und Buch“ zeigt. (Probszt) Luschin hat dieses auffallende Gepräge als Gedenkpfennig auf die Erwerbung der beiden Grafschaften im [[Pinzgau]] im Jahr [[1228]] erklärt.  
28.595

Bearbeitungen