Die Tier- und Pflanzenwelt des Kapuzinerberges: Unterschied zwischen den Versionen
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== Einleitung == | |||
Biologische Besonderheiten des Berges sind verschiedene Tiere des Waldes und auch seltene dealpine Pflanzen. Diese Besonderheiten verdienten besondere Beachtung. Eingeschränkt wird die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt durch die immer weiter zunehmende Verwaldung des Berges und die dadurch geringere biologische Diversität. Auch das früher zahlreiche Alt und Totholz auf dem Kapuzinerberg beeinträchtigt die früher noch höhere Artenvielfalt. | Biologische Besonderheiten des Berges sind verschiedene Tiere des Waldes und auch seltene dealpine Pflanzen. Diese Besonderheiten verdienten besondere Beachtung. Eingeschränkt wird die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt durch die immer weiter zunehmende Verwaldung des Berges und die dadurch geringere biologische Diversität. Auch das früher zahlreiche Alt und Totholz auf dem Kapuzinerberg beeinträchtigt die früher noch höhere Artenvielfalt. | ||
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==Der Kolkrabe== | ==Der Kolkrabe== | ||
Eine echte Besonderheit des Felsen ist der Kolkrabe, ein typischer Bewohner der Alpen ist. Die Raben sind durch ihre eindrucksvolle Größe und ihren keilförmigen Schwanz leicht von Krähen zu unterscheiden. Wer Geduld hat, kann die typischen Rufe der Tiere „Krok krok“ dort nicht überhören, und kann manchmal auch den Tieren auch ihren kunstvollen, mitunter | Eine echte Besonderheit des Felsen ist der Kolkrabe, ein typischer Bewohner der [[Alpen]] ist. Die Raben sind durch ihre eindrucksvolle Größe und ihren keilförmigen Schwanz leicht von Krähen zu unterscheiden. Wer Geduld hat, kann die typischen Rufe der Tiere „Krok krok“ dort nicht überhören, und kann manchmal auch den Tieren auch ihren kunstvollen, mitunter übermütigen Flugspielen zusehen. | ||
Aus Mythen und Legenden ist der Rabe als neugieriges und kluges aber auch als unheimliches Tier bekannt. Die Rabentiere konnten in der Vorstellungswelt der klassischen Antike Unglück und Tod vorhersehen. Die beiden Raben Hugin und Munin waren ständige Begleiter von Wotan-Odin, dem germanischen Gott der Kriegskunst, Weisheit und der Seherschaft. Täglich flogen die Tiere weit umher, um Odin alle Neuigkeiten der Welt gewissenhaft mitzuteilen. Mit der Christianisierung wurden die Tiere vielfach zu unheiligen Tieren und zu Vasallen von Hexen und Dämonen. Raben waren einst auf Schlachtfeldern und an Hinrichtungsstätten nicht unbekannt, da sie bekanntlich auch Aas essen. So galten die schwarzen Raben in vielen Landstrichen im Volksglauben als Totenvögel und symbolisierten vielerorts aber auch die ruhelosen Seelen unheilvoll Verstorbener. | Aus Mythen und Legenden ist der Rabe als neugieriges und kluges aber auch als unheimliches Tier bekannt. Die Rabentiere konnten in der Vorstellungswelt der klassischen Antike Unglück und Tod vorhersehen. Die beiden Raben Hugin und Munin waren ständige Begleiter von Wotan-Odin, dem germanischen Gott der Kriegskunst, Weisheit und der Seherschaft. Täglich flogen die Tiere weit umher, um Odin alle Neuigkeiten der Welt gewissenhaft mitzuteilen. Mit der Christianisierung wurden die Tiere vielfach zu unheiligen Tieren und zu Vasallen von Hexen und Dämonen. Raben waren einst auf Schlachtfeldern und an Hinrichtungsstätten nicht unbekannt, da sie bekanntlich auch Aas essen. So galten die schwarzen Raben in vielen Landstrichen im Volksglauben als Totenvögel und symbolisierten vielerorts aber auch die ruhelosen Seelen unheilvoll Verstorbener. | ||
Die einstige Hinrichtungsstelle vor dem Linzertor (bis 1599) und der heutige Kolkraben-Brutplatz liegen aber nur zufällig in nächster Nähe. | |||
Die einstige Hinrichtungsstelle vor dem [[Linzertor]] (bis [[1599]]) und der heutige Kolkraben-Brutplatz liegen aber nur zufällig in nächster Nähe. | |||
==Der Uhu== | ==Der Uhu== | ||
Seit über 20 Jahren lebt hier wieder die weltweit größte Eule, der Uhu auf dem Berg und brütet hier auch immer wieder. Mit seiner Flügelspannweite von 1,7 m und seinen Federohren ist er unverwechselbar. Seine Nahrung ist sehr vielschichtig. Er jagt Stadttauben, die in der Innenstadt zahlreich zu finden sind, aber auch Krähen, Mäuse, Igel und viele andere kleinere Tiere. | Seit über 20 Jahren lebt hier wieder die weltweit größte Eule, der Uhu auf dem Berg und brütet hier auch immer wieder. Mit seiner Flügelspannweite von 1,7 m und seinen Federohren ist er unverwechselbar. Seine Nahrung ist sehr vielschichtig. Er jagt Stadttauben, die in der Innenstadt zahlreich zu finden sind, aber auch Krähen, Mäuse, Igel und viele andere kleinere Tiere. | ||
== | == Weitere Vögel des Berges == | ||
Der Kapuzinerberg ist die Heimat von Schwarzpechten, Dohlen, Hohltauben, Bunt- und Grünspechten, Waldkäuzen sowie verschiedenster [[Singvögel]]n. | Der Kapuzinerberg ist die Heimat von Schwarzpechten, Dohlen, Hohltauben, Bunt- und Grünspechten, Waldkäuzen sowie verschiedenster [[Singvögel]]n. | ||
== | == Die 1952 geschaffene Gämsenkolonie == | ||
Auf dem Berg gibt es 1952 eine künstlich angelegte Population im Sinn eines "Freilandtiergartens" von etwa zehn [[Gämse]]n.<ref>[http://www.oekologen-ingenieure.at/pdf/kapuzinerberg_wild.pdf www.oekologen-ingenieure.at/Wald und Wild am Kapuzinerberg]</ref> Die Rehe wurden dort nach 1990 dagegen sämtlich abgeschossen. [[1948]] war ein Gamsbock vom nahen [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] über den [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] hierher gewandert, | Auf dem Berg gibt es [[1952]] eine künstlich angelegte Population im Sinn eines "Freilandtiergartens" von etwa zehn [[Gämse]]n.<ref>[http://www.oekologen-ingenieure.at/pdf/kapuzinerberg_wild.pdf www.oekologen-ingenieure.at/Wald und Wild am Kapuzinerberg]</ref> Die Rehe wurden dort nach [[1990]] dagegen sämtlich abgeschossen. [[1948]] war ein Gamsbock vom nahen [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] über den [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] hierher gewandert, 1952 wurde dann eine zahme Gamsgeiß aus der Steiermark hier ausgesetzt. Die Gämsen werden von einem Stadtjäger regelmäßig mit Heu, im Herbst auch mit Obst versorgt, sie sind so nur bedingt reine Wildtiere. Im Winter gibt es zusätzlich eine Getreidemischung zur Fütterung. Gelegentlich waren die Tiere auch "zu gut" betreut und dadurch deutlich übergewichtig. | ||
Zur Blutauffrischung der kleinen, isolierten Population wurde Dienstagnachmittag, [[22. März]] [[2022]], eine weibliche Gams aus einem provisorischen Gehege am Berg in die Freiheit entlassen. Recht kurzfristig, weil sie es in der beengenden Umzäunung nach wenigen Tagen schon nicht mehr ausgehalten hatte. Das Tier stammt aus dem Zoo Karlsruhe. Die Gams wurde mit einem Sender ausgestattet. Der ermöglicht herauszufinden, wo sich das Tier wie lange aufhält, also ein Bewegungsprofil samt wissenschaftlichen Analysen dazu zu erstellen. Seit Juni [[2021]] hatte Miriam Wiesner, Tierärztin des [[Zoo Salzburg|Zoos Salzburg]], die junge Gams schon in ihrer Obhut, sie für die Auswilderung vorbereitet und nun zur Verfügung gestellt. Wiesner war es auch, die die Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut eingefädelt hat: „Unsere Gams ist nun ein Jahr und zehn Monate alt und wiegt 21 Kilo. Letzten Donnerstag haben wir sie aus ihrem Gehege im Zoo Salzburg auf den Berg bringen können. Das war gar nicht so einfach, weil die Tiere sehr schlau sind und den Tierarzt erkennen. Ich konnte sie aber schließlich aus zehn Metern Entfernung mit dem Blasrohr betäuben, gegen Parasiten behandeln und zum Auswilderungsgehege liefern lassen.“ | Zur Blutauffrischung der kleinen, isolierten Population wurde Dienstagnachmittag, [[22. März]] [[2022]], eine weibliche Gams aus einem provisorischen Gehege am Berg in die Freiheit entlassen. Recht kurzfristig, weil sie es in der beengenden Umzäunung nach wenigen Tagen schon nicht mehr ausgehalten hatte. Das Tier stammt aus dem Zoo Karlsruhe. Die Gams wurde mit einem Sender ausgestattet. Der ermöglicht herauszufinden, wo sich das Tier wie lange aufhält, also ein Bewegungsprofil samt wissenschaftlichen Analysen dazu zu erstellen. Seit Juni [[2021]] hatte Miriam Wiesner, Tierärztin des [[Zoo Salzburg|Zoos Salzburg]], die junge Gams schon in ihrer Obhut, sie für die Auswilderung vorbereitet und nun zur Verfügung gestellt. Wiesner war es auch, die die Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut eingefädelt hat: „Unsere Gams ist nun ein Jahr und zehn Monate alt und wiegt 21 Kilo. Letzten Donnerstag haben wir sie aus ihrem Gehege im Zoo Salzburg auf den Berg bringen können. Das war gar nicht so einfach, weil die Tiere sehr schlau sind und den Tierarzt erkennen. Ich konnte sie aber schließlich aus zehn Metern Entfernung mit dem Blasrohr betäuben, gegen Parasiten behandeln und zum Auswilderungsgehege liefern lassen.“ | ||
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== Amphibien und Reptilien == | == Amphibien und Reptilien == | ||
Eine große Besonderheit ist das Vorkommen des [[Feuersalamander]]s mitten in der Altstadt. Rund um die [[Kapuzinerteiche]] kommen | Eine große Besonderheit ist das Vorkommen des [[Feuersalamander]]s mitten in der Altstadt. Rund um die [[Kapuzinerteiche]] kommen [[Bergmolch]]e vor. Auch findet man Erdkröten und Grasfrösche auf dem Kapuzinerberg. Ein besseres Freischneiden des Ufers vor allem südlich der Teiche und damit eine bessere Belichtung der Teiche wären für die stark gefährdeten Amphibien ebenfalls vorteilhaft. | ||
==Die dealpinen Pflanzen== | ==Die dealpinen Pflanzen== | ||
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<references/> | <references/> | ||
{{SORTIERUNG: Kapuzinerberg, | {{SORTIERUNG: Kapuzinerberg, Tier- und Pflanzenwelt }} | ||
[[Kategorie:Stadt Salzburg]] | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] | ||
[[Kategorie:Stadtberg]] | [[Kategorie:Stadtberg]] | ||
[[Kategorie:Kapuzinerberg| | [[Kategorie:Kapuzinerberg|Tier- und Pflanzenwelt ]] | ||
[[Kategorie:Wissenschaft]] | [[Kategorie:Wissenschaft]] | ||
[[Kategorie:Naturwissenschaft]] | [[Kategorie:Naturwissenschaft]] | ||