Mönchsbergviertel: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Mönchsbergviertel vor 1918.jpg|thumb|Blick auf einen kleinen Teil des historischen Mönchsbergviertels vor 1918.]]
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[[Datei:Katze Bastei Festungsberg Salzburg 02.jpg|thumb|Hinter dem Wehrbauwerk Katze einige Wohnbauten des historischen Mönchsbergviertels, davor die [[Katze (Bastei)|Katze]] selbst.]]
[[Datei:Katze Bastei Festungsberg Salzburg 02.jpg|thumb|Hinter dem Wehrbauwerk Katze einige Wohnbauten des historischen Mönchsbergviertels, davor die [[Katze (Bastei)|Katze]] selbst.]]
'''Mönchsbergviertel''' war eine historische Bezeichnung für den südlichen Teil des [[Mönchsberg]]es in der [[Stadt Salzburg]], also südlich der Bürgerwehr). Dieser Teil des Mönchsbergs gehörte innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer gelegen als echtes Stadtviertel stets direkt zur Stadt Salzburg.
Das '''Mönchsbergviertel''' war eine historische Bezeichnung für den südlichen Teil des [[Mönchsberg]]es in der [[Stadt Salzburg]], also südlich der [[Bürgerwehr]].  


== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
Oberhalb des heutigen [[Festspielbezirk]]s befinden sich entlang des [[Dr.-Herbert-Klein-Weg]]es und am westlichen Teil des [[Oskar-Kokoschka-Weg]]es zwischen dem  [[Schartentor]] und dem Beginn des [[Dr.-Ludwig-Prähauser-Weg]]es etwas mehr als 20 Gebäude. Unter ihnen das [[Freyschlössl]] und die [[Schwarz-Villa]]. Im Süden ist das Viertel durch die [[Mönchsbergscharte]] begrenzt, durch die später das sogenannte [[Bürgermeisterloch]] nach [[Nonntal]] und [[Riedenburg]] erbaut wurde. Von der [[Altstadt]] gelangten die Bewohner über die [[Peterswachtpforte]] vom heutigen [[Toscaninihof]] in ihr Viertel. Aber auch alle weiteren Bauten auf dem Berg bis zur Bürgerwehr gehörten in dieses Stadtviertel.
Dieser Teil des Mönchsbergs gehörte, innerhalb der [[mittelalter]]lichen [[Stadtmauern der Stadt Salzburg|Stadtmauer]] gelegen, als echtes Stadtviertel stets direkt zur Stadt Salzburg.
 
Oberhalb des heutigen [[Festspielbezirk]]s befinden sich entlang des [[Dr.-Herbert-Klein-Weg]]es und am westlichen Teil des [[Oskar-Kokoschka-Weg]]es zwischen dem  [[Schartentor]] und dem Beginn des [[Dr.-Ludwig-Prähauser-Weg]]es etwas mehr als 20 Gebäude (u. a. die [[Villa Amanshauser]], das [[Freyschlössl]], die [[Schwarz-Villa]], die [[Wöss-Villa]] sowie nicht mehr bestehend das [[Kapellhausstöckl]]). Im Süden ist das Viertel durch die [[Mönchsbergscharte]] begrenzt, durch die später das sogenannte [[Bürgermeisterloch]] nach [[Nonntal]] und [[Riedenburg]] erbaut wurde. Von der [[Altstadt]] gelangten die Bewohner über die [[Peterswachtpforte]] vom heutigen [[Toscaninihof]] in ihr Viertel. Aber auch alle weiteren Bauten auf dem Berg bis zur Bürgerwehr gehörten in dieses Stadtviertel.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Durch die Entstehung der [[Herrengasse]] im [[12. Jahrhundert]] entstand bald darauf die [[Bierjodlgasse]]. Durch diese Gasse erhielten die [[Bürger der Stadt Salzburg]] endlich einen Zugang auf den Mönchsberg zum Bereich der Mönchsbergscharte. Die Häuser Nr. 3 bis 7 sind urkundlich bereits in der zweite Hälfte des [[14. Jahrhundert]]s bezeugt. Deren Besitzerreihen waren zumindest bis Anfang des [[20. Jahrhundert]]s lückenlos nachgewiesen. Die Häuser Nr. 10 und 11 wurden erstmals [[1521]] erwähnt. Nr. 9, der [[Abtsturm]], der dem [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] gehörte, war [[1365]] erstmals urkundlich erwähnt worden. In dessen Nähe, auf der Höhe und den Abhang bis zum [[Kapitelmaierhof]] hinunter befand sich der [[Weinbau in Salzburg|Weingarten]] des Erzstifts. Durch den Abbau von Steinen für die [[Margarethenkapelle]] wurde er zerstört  
Durch die Entstehung der [[Herrengasse]] im [[12. Jahrhundert]] entstand bald darauf die [[Bierjodlgasse]]. Durch diese Gasse erhielten die [[Bürger der Stadt Salzburg]] endlich einen Zugang auf den Mönchsberg zum Bereich der Mönchsbergscharte. Die Häuser Nr. 3 bis 7 sind urkundlich bereits in der zweite Hälfte des [[14. Jahrhundert]]s bezeugt. Deren Besitzerreihen waren zumindest bis Anfang des [[20. Jahrhundert]]s lückenlos nachgewiesen. Die Häuser Nr. 10 und 11 wurden erstmals [[1521]] erwähnt. Nr. 9, der [[Abtsturm]], der dem [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] gehörte, war [[1365]] erstmals urkundlich erwähnt worden. In dessen Nähe, auf der Höhe und den Abhang bis zum [[Kapitelmaierhof]] hinunter befand sich der [[Weinbau in Salzburg|Weingarten]] des Erzstifts. Durch den Abbau von Steinen für die [[Margarethenkapelle]] wurde er zerstört  


Wie der Abtsturm besaß auch der „[[Roter Turm|rote Turm]]" einen Zwinger. Der "Rote Turm" wurde [[1822]] vom Stift St. Peter, das hier auch eine kleine angebaute [[Meierhof|Meierei]] bessaß, verkauft und 1857–1863 von [[Carl von Frey]] in die heutige Gestalt gebracht.
Wie der Abtsturm besaß auch der „[[Roter Turm|rote Turm]]" einen Zwinger. Der "Rote Turm" wurde [[1822]] vom Stift St. Peter, das hier auch eine kleine angebaute [[Meierhof|Meierei]] besaß, verkauft und 1857–1863 von [[Carl von Frey]] in die heutige Gestalt gebracht.


Es entstanden weitere Wohnhäuser, in denen Handwerker und ihre Gehilfen wohnten.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19290831&query=%22M%c3%b6nchsbergscharte%22&ref=anno-search&seite=10 ANNO], [[Salzburger Wacht]], Ausgabe vom 31. August 1929, Seite 10</ref> Dieses Viertel wurde in fürsterzbischöflicher Zeit in der Regel ''Mönchsbergviertel'' genannt.
Es entstanden weitere Wohnhäuser, in denen Handwerker und ihre Gehilfen wohnten.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19290831&query=%22M%c3%b6nchsbergscharte%22&ref=anno-search&seite=10 ANNO], [[Salzburger Wacht]], Ausgabe vom 31. August 1929, Seite 10</ref> Dieses Viertel wurde in fürsterzbischöflicher Zeit in der Regel ''Mönchsbergviertel'' genannt.


== Quellen ==
== Quellen ==
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19130427&query=%22schartenwall%22+%22stadtmauer%22&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 27. April 1913, Seite 4, Beitrag [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Vortrag Frank: "Altes und Neues vom Mönchsberg"
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19130427&query=%22schartenwall%22+%22stadtmauer%22&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 27. April 1913, Seite 4, Beitrag [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Vortrag Frank: "Altes und Neues vom Mönchsberg"
* [[Adolf Frank|Frank, Adolf]]: ''Der [[Mönchsberg]] und seine Baulichkeiten'', in: [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19300003&zoom=2&seite=00000001 MGSLK 70, 1930, S. 1-44] ([https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_70_0001-0044.pdf www.zobodat.at hier als pdf])  
* [[Adolf Frank|Frank, Adolf]]: ''Der [[Mönchsberg]] und seine Baulichkeiten'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19300003&zoom=2&seite=00000001 MGSLK 70, 1930, S. 1-44] ([https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_70_0001-0044.pdf www.zobodat.at hier als pdf])  


== Einzelnachweis ==
== Einzelnachweis ==