Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
K
typo, Linkfix
Zeile 15: Zeile 15:  
Während seiner Regierungszeit wurde [[1595]] der Umbau der [[Alte Residenz|Residenz]] und [[1606]] der Bau von [[Schloss Altenau]], von seinem Nachfolger in [[Schloss Mirabell]] umbenannt, in Angriff genommen. Das Schloss war der Sommersitz für seine ihn stets begleitende und von der Bevölkerung hoch geschätzte Lebensgefährtin [[Salome Alt]], die ihm 15 Kinder gebar. Salome Alt bezog 1606 Gebäude in der [[Dietrichsruh]], von wo aus sie einen direkten Zugang zu den Fürstenzimmern in der Residenz hatte.  
 
Während seiner Regierungszeit wurde [[1595]] der Umbau der [[Alte Residenz|Residenz]] und [[1606]] der Bau von [[Schloss Altenau]], von seinem Nachfolger in [[Schloss Mirabell]] umbenannt, in Angriff genommen. Das Schloss war der Sommersitz für seine ihn stets begleitende und von der Bevölkerung hoch geschätzte Lebensgefährtin [[Salome Alt]], die ihm 15 Kinder gebar. Salome Alt bezog 1606 Gebäude in der [[Dietrichsruh]], von wo aus sie einen direkten Zugang zu den Fürstenzimmern in der Residenz hatte.  
   −
1597 ließ er die [[Gabrielskapelle]] als eigene Grabstätte nach seinem Tod errichten. ([[1598]]) hatte Wolf Dietrich kurzzeitig die Absichtdie von ihm prächtig ausgestattete ''Marienkapelle'' im [[Konradinischer Dom]]<ref>Vgl. [[Adolf Ritter von Steinhauser|Steinhauser]], a. a. O. S. 376 f.</ref> als eigene Grabstätte zu wählen. Bemerkenswert ist die Nachricht von einer möglichen weiteren Grabstätte. Ein nicht näher bekannter gleichzeitiger Chronist schreibt: ''"Den 19. April 1610 hat Wolf Dietrich angefangen zu pauen ein Capellen und darinnen sein Begrebnus, diweil das Grab bey St. Sebastian in der Capelin, die im Friedhof ist, wässerig ist." ''<ref>[https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_50_0157-0230.pdf Franz Martin], ''"Erzbischof Wolf Dietrichs Letzte Lebensjahre 1612-1617"'', Seite 220]</ref>
+
[[1597]] ließ er die [[Gabrielskapelle]] als eigene Grabstätte nach seinem Tod errichten. [[1598]] hatte Wolf Dietrich kurzzeitig die Absicht, die von ihm prächtig ausgestattete ''Marienkapelle'' im [[Konradinischer Dom]]<ref>Vgl. [[Adolf Ritter von Steinhauser|Steinhauser]], a. a. O. S. 376 f.</ref> als eigene Grabstätte zu wählen. Bemerkenswert ist die Nachricht von einer möglichen weiteren Grabstätte. Ein nicht näher bekannter gleichzeitiger Chronist schreibt: "''Den 19. April 1610 hat Wolf Dietrich angefangen zu pauen ein Capellen und darinnen sein Begrebnus, diweil das Grab bey St. Sebastian in der Capelin, die im Friedhof ist, wässerig ist.''"<ref>[https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_50_0157-0230.pdf Franz Martin], ''"Erzbischof Wolf Dietrichs Letzte Lebensjahre 1612-1617"'', Seite 220]</ref>
   −
Nach dem Dombrand legte er [[1611]] den Grundstein für einen neuen Dombau nach Plänen des berühmtesten italienischen Architekten der damaligen Zeit, [[Vincenzo Scamozzi]]. Wolf Dietrich wollte eine große Kirche ähnlich dem Petersdom in Salzburg errichten und ließ dazu Teile des [[Domkloster]]s (heute [[Kapitelplatz]]) abreißen und den [[Domfriedhof]] (heute [[Residenzplatz]]) in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechten Altstadt]] (heute [[Sebastiansfriedhof]]) neu anlegen. Der Dom hätte eine Länge von 139 m gehabt und den Kapitel- und Residenzplatz mit dem Langhaus ausgefüllt. Seine Gefangennahme verhinderte den Dombau. Sein Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems begann dann mit den Domneubau, jedoch kleiner (101 m, 90° gedreht) und nach völlig neuen Plänen von [[Santino Solari]].  
+
Nach dem Dombrand legte er [[1611]] den Grundstein für einen neuen Dombau nach Plänen des berühmtesten italienischen Architekten der damaligen Zeit, [[Vincenzo Scamozzi]]. Wolf Dietrich wollte eine große Kirche ähnlich dem Petersdom in Salzburg errichten und ließ dazu Teile des [[Domkloster]]s (heute [[Kapitelplatz]]) abreißen und den [[Domfriedhof]] (heute [[Residenzplatz]]) abreißen. 1595 hatte er bereits in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechten Altstadt]] den  [[Sebastiansfriedhof]]) als Ersatz neu anlegen lassen. Der Dom hätte eine Länge von 139 m gehabt und den Kapitel- und Residenzplatz mit dem Langhaus ausgefüllt. Seine Gefangennahme verhinderte den Dombau. Sein Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems begann dann mit den Domneubau, jedoch kleiner (101 m, 90° gedreht) und nach völlig neuen Plänen von [[Santino Solari]].  
    
Im Jahr [[1599]] verlegte Wolf Dietrich die [[Richtstätten in der Stadt Salzburg|Hinrichtungsstätte]] der Stadt Salzburg von [[Schallmoos]] in den Süden der Stadt. Seither erinnern die [[Drei Kreuze in Schallmoos‎‎|drei Kreuze in Schallmoos]] an den Ort des letzten Gebetes der Delinquenten vor ihrer Hinrichtung.‎‎
 
Im Jahr [[1599]] verlegte Wolf Dietrich die [[Richtstätten in der Stadt Salzburg|Hinrichtungsstätte]] der Stadt Salzburg von [[Schallmoos]] in den Süden der Stadt. Seither erinnern die [[Drei Kreuze in Schallmoos‎‎|drei Kreuze in Schallmoos]] an den Ort des letzten Gebetes der Delinquenten vor ihrer Hinrichtung.‎‎
Zeile 27: Zeile 27:  
Jüngere Forschungen (2009) hatten aber ergeben, dass er nicht mehr oder weniger Geld für Repräsentationen ausgab, als andere Fürsten der 89 geistlich-weltlichen Fürstentümer seinerzeit. Auch seine Umbaupläne für die Stadt Salzburg, der Abriss (mittelalterlicher) Häuser im Stadtkern (für den Domneubau) fielen nicht aus der Rolle im Vergleich zu den Vorgangsweisen anderen Fürst(erz)bischöfe von damals<ref>Quelle Beitrag [[Salzburg heute]] am 21. Februar 2009</ref>
 
Jüngere Forschungen (2009) hatten aber ergeben, dass er nicht mehr oder weniger Geld für Repräsentationen ausgab, als andere Fürsten der 89 geistlich-weltlichen Fürstentümer seinerzeit. Auch seine Umbaupläne für die Stadt Salzburg, der Abriss (mittelalterlicher) Häuser im Stadtkern (für den Domneubau) fielen nicht aus der Rolle im Vergleich zu den Vorgangsweisen anderen Fürst(erz)bischöfe von damals<ref>Quelle Beitrag [[Salzburg heute]] am 21. Februar 2009</ref>
   −
Sein unnachgiebiges Auftretens vwerursachte viele Konflikte, zuletzt führte der [[Salzbergbau]] und der Salzhandel zu einer bewaffneten Auseinandersetzung mit [[Herzogtum Bayern|Bayern]] ([[Salzkrieg 1611]]). Trotz eines wohl ausgebildeten Heeres verließ den Fürsterzbischof - das aber einem bayrischen Heer nicht nicht standhalten konnte, in letzten Minute der Mut und er floh nach [[Kärnten]]. Bereits auf Kärntner Boden wurde er von den bayerischen Truppen jedoch gefangen genommen und resignierte am [[7. März]] [[1612]].  
+
Sein unnachgiebiges Auftretens verursachte viele Konflikte, zuletzt führte der [[Salzbergbau]] und der Salzhandel zu einer bewaffneten Auseinandersetzung mit [[Herzogtum Bayern|Bayern]] ([[Salzkrieg 1611]]). Trotz eines wohl ausgebildeten Heeres verließ den Fürsterzbischof - das aber einem bayrischen Heer nicht nicht standhalten konnte, in letzten Minute der Mut und er floh nach [[Kärnten]]. Bereits auf Kärntner Boden wurde er von den bayerischen Truppen jedoch gefangen genommen und resignierte am [[7. März]] [[1612]].  
    
Nach seiner Gefangennahme war zunächst unklar, ob Wolf Dietirhc in die Hand Maximilians oder des [[Domkapitel]]s gefallen war. Eine Gesandtschaft wurde nach Rom geschickt. Einer der Teilnehmer war der spätere Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]]. Diese Kommission sollte die Frage der Schuldhaftigkeit Wolf Dietrichs klären. Daraufhin sandte Papst Paul V. den Spanier Antonio Diaz als außerordentlichen Nuntius nach Salzburg, der am [[14. Februar]] [[1612]] in Salzburg ankam und am [[23. Februar]] Wolf Dietrich offiziell zum Gefangenen des Papstes erklärte.  Schon im Sommer 1612 kam es zur Haftverschärfung, da befürchtet wurde, er könnte Kontakt zu protestantischen Fürsten oder anderen einflussreichen Fürsten aufnehmen. Ab nun durften seine drei Diener und die zwei in begleitenden [[Franziskaner]] die Festungsräume nicht mehr verlassen. Von Juli bis September fand dann ein Prozess statt, in dem ihm der Bruch des Cölibates vorgeworfen wurde. Schließlich wurde er seinem Nachfolger [[Markus Sittikus von Hohenems]] übergeben, der ihn bis zu seinem Tod in [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] gefangen hielt.  
 
Nach seiner Gefangennahme war zunächst unklar, ob Wolf Dietirhc in die Hand Maximilians oder des [[Domkapitel]]s gefallen war. Eine Gesandtschaft wurde nach Rom geschickt. Einer der Teilnehmer war der spätere Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]]. Diese Kommission sollte die Frage der Schuldhaftigkeit Wolf Dietrichs klären. Daraufhin sandte Papst Paul V. den Spanier Antonio Diaz als außerordentlichen Nuntius nach Salzburg, der am [[14. Februar]] [[1612]] in Salzburg ankam und am [[23. Februar]] Wolf Dietrich offiziell zum Gefangenen des Papstes erklärte.  Schon im Sommer 1612 kam es zur Haftverschärfung, da befürchtet wurde, er könnte Kontakt zu protestantischen Fürsten oder anderen einflussreichen Fürsten aufnehmen. Ab nun durften seine drei Diener und die zwei in begleitenden [[Franziskaner]] die Festungsräume nicht mehr verlassen. Von Juli bis September fand dann ein Prozess statt, in dem ihm der Bruch des Cölibates vorgeworfen wurde. Schließlich wurde er seinem Nachfolger [[Markus Sittikus von Hohenems]] übergeben, der ihn bis zu seinem Tod in [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] gefangen hielt.  
   −
Die völlige Isolierung und die Haftbedingungen schlugen sich auf Dauer auf das Gemüt und die Gesundheit Wolf Dietrichs. Nachdem Gerüchte über seine schlechte Behandlung aufkamen, ließ Markus Sittikus im Sommer [[1614]] die Aussagen der auf der Festung stationierten Soldaten protokollieren. Diese gaben alle an, dass Wolf Dietrich in seiner Haft ein angeblich angenehmes und seiner Stellung entsprechendes Leben führen kann. Er hätte ausreichend zu essen und zu trinken, sein Gesundheitszustand sei zufriedenstellend. Sein Bruder Hans Werner von Raitenau hatte im Dezember 1614 nochmals bei der Kurie interveniert. Kardinal Scipio Borghese wies mit Schreiben vom [[17. Jänner]] [[1616]] den Salzburger Erzbischof an, dass Wolf Dietrich in der Haft alle Bequemlichkeiten genießen solle und Besuch empfangen dürfe sowie in den Genuss einer Pension kommen könne. Aber ein neuerliches Gutachten wies Wolf Dietrich immer noch als einen gefährlichen Unsicherheitsfaktor aus und überdies trete er die Ehre des Heiligen Stuhls mit Füßen. Daher blieb die Initiativee seines Bruders erfolglos.  
+
Die völlige Isolierung und die Haftbedingungen schlugen sich auf Dauer auf das Gemüt und die Gesundheit Wolf Dietrichs. Nachdem Gerüchte über seine schlechte Behandlung aufkamen, ließ Markus Sittikus im Sommer [[1614]] die Aussagen der auf der Festung stationierten Soldaten protokollieren. Diese gaben alle an, dass Wolf Dietrich in seiner Haft ein angeblich angenehmes und seiner Stellung entsprechendes Leben führen kann. Er hätte ausreichend zu essen und zu trinken, sein Gesundheitszustand sei zufriedenstellend. Sein Bruder Hans Werner von Raitenau hatte im Dezember 1614 nochmals bei der Kurie interveniert. Kardinal Scipio Borghese wies mit Schreiben vom [[17. Jänner]] [[1616]] den Salzburger Erzbischof an, dass Wolf Dietrich in der Haft alle Bequemlichkeiten genießen solle und Besuch empfangen dürfe sowie in den Genuss einer Pension kommen könne. Aber ein neuerliches Gutachten wies Wolf Dietrich immer noch als einen gefährlichen Unsicherheitsfaktor aus und überdies trete er die Ehre des Heiligen Stuhls mit Füßen. Daher blieb die Initiative seines Bruders erfolglos.  
    
Die immer verzweifelt werdende Lage des Gefangenen führte zu einem Befreiungsversuch, an dem die Familie Raitenau aber unbeteiligt gewesen sein dürfte. Soldaten wollten Wolf Dietrich befreien und zu seiner Familie bringen. Das Komplott wurde durch Zufall entdeckt und der Soldat Jakob Schnitzlechner hingerichtet.  Den Brüdern Raitenauer Brüdern gelang es dann eine Besuchsgenehmigung zu erhalten, Wolf Dietrich beruhigte sich, resignierte innerlich. Sein Beichtvater Gospelsrieder berichtete [[1617]], dass Wolf Dietrich seine Gefangenschaft zunehmend als Strafe Gottes annahm. Aussagen seiner Barbiere Johannes Strauß und Adam Stainer war zu entnehmen, dass Wolf Dietrich in seinen letzten Lebensjahren die Schuld alleine bei sich sah. Nicht das Erzstift oder Salome Alt wären seine Ziele gewesen, sondern seine Kinder, die er gerne bei sich gehabt hätte.  
 
Die immer verzweifelt werdende Lage des Gefangenen führte zu einem Befreiungsversuch, an dem die Familie Raitenau aber unbeteiligt gewesen sein dürfte. Soldaten wollten Wolf Dietrich befreien und zu seiner Familie bringen. Das Komplott wurde durch Zufall entdeckt und der Soldat Jakob Schnitzlechner hingerichtet.  Den Brüdern Raitenauer Brüdern gelang es dann eine Besuchsgenehmigung zu erhalten, Wolf Dietrich beruhigte sich, resignierte innerlich. Sein Beichtvater Gospelsrieder berichtete [[1617]], dass Wolf Dietrich seine Gefangenschaft zunehmend als Strafe Gottes annahm. Aussagen seiner Barbiere Johannes Strauß und Adam Stainer war zu entnehmen, dass Wolf Dietrich in seinen letzten Lebensjahren die Schuld alleine bei sich sah. Nicht das Erzstift oder Salome Alt wären seine Ziele gewesen, sondern seine Kinder, die er gerne bei sich gehabt hätte.  
Zeile 39: Zeile 39:  
Wolf Dietrich hatte sich zu Lebzeiten schon sein eigenes Mausoleum, die [[Gabrielskapelle]] in dem von ihm [[1595]]–[[1600]] errichteten Sebastiansfriedhof gebaut. Er hatte bereits um 1600 Verfügungen für ein äußerst bescheidenes Begräbnis getroffen. Aber sein Nachfolger missachtete diese Wünsche und es kam zu einem prunkvollen Begräbnis.  
 
Wolf Dietrich hatte sich zu Lebzeiten schon sein eigenes Mausoleum, die [[Gabrielskapelle]] in dem von ihm [[1595]]–[[1600]] errichteten Sebastiansfriedhof gebaut. Er hatte bereits um 1600 Verfügungen für ein äußerst bescheidenes Begräbnis getroffen. Aber sein Nachfolger missachtete diese Wünsche und es kam zu einem prunkvollen Begräbnis.  
 
[[Datei:Inschrift beim Sebastiansfriedhof.jpg|thumb|Erinnerungstafel an Wolf Dietrich beim Eingang zum Sebastiansfriedhof]]
 
[[Datei:Inschrift beim Sebastiansfriedhof.jpg|thumb|Erinnerungstafel an Wolf Dietrich beim Eingang zum Sebastiansfriedhof]]
   
==Seine Bauwerke (Auszug)==
 
==Seine Bauwerke (Auszug)==
 
Während seiner Regierungszeit gab es etwa 70 Bauvorhaben, darunter waren
 
Während seiner Regierungszeit gab es etwa 70 Bauvorhaben, darunter waren

Navigationsmenü