Aperschnalzen: Unterschied zwischen den Versionen

Aperschnalzen ist ein alter Salzburger Brauch. Seine Ursprünge sind nicht wirklich geklärt. Durch den Wettkampfgedanken hat das Aperschnalzen in den letzten fünfzig Jahren einen Aufschwung erlebt.
 
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Von Johann Punz, Trainer der Schnalzerpass Siezenheim III
Von Johann Punz, Trainer der Schnalzerpass Siezenheim III
31.3.2007'''
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'''Die Wurzeln liegen im Dunklen'''
'''Die Wurzeln liegen im Dunklen'''
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Die älteste schriftliche Erwähnung des „Apachschnalzens“ geht auf das Jahr 1796 zurück. Allerdings wird hier von einem Schnalzen „der Hirten“ im Lungau berichtet, das „den ganzen Sommer durch auf den Alpen“ dauerte und im Spätherbst mit dem Almabtrieb endete. Also zeitlich genau das Gegenteil vom Aperschnalzen im bayrischen Rupertiwinkel sowie im angrenzenden Salzburg, das im Winter ausgeübt wird und auf die Zeit vom Stefanitag bis Faschingsdienstag begrenzt ist. Umso „dramatischer“ wird uns das Aperschnalzen der Hirten auf den Almen geschildert: Es sei „mit der äußersten Anstrengung der Leibeskräfte“ verbunden gewesen, wobei die Ausübenden „nicht selten darunter Schaden“ gelitten hätten.
Die älteste schriftliche Erwähnung des „Apachschnalzens“ geht auf das Jahr 1796 zurück. Allerdings wird hier von einem Schnalzen „der Hirten“ im Lungau berichtet, das „den ganzen Sommer durch auf den Alpen“ dauerte und im Spätherbst mit dem Almabtrieb endete. Also zeitlich genau das Gegenteil vom Aperschnalzen im bayrischen Rupertiwinkel sowie im angrenzenden Salzburg, das im Winter ausgeübt wird und auf die Zeit vom Stefanitag bis Faschingsdienstag begrenzt ist. Umso „dramatischer“ wird uns das Aperschnalzen der Hirten auf den Almen geschildert: Es sei „mit der äußersten Anstrengung der Leibeskräfte“ verbunden gewesen, wobei die Ausübenden „nicht selten darunter Schaden“ gelitten hätten.
(Quelle: Lorenz Hübner, Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürtenthums Salzburg, Salzburg 1796, Band 2, Seiten 536 und 537)
(Quelle: Lorenz Hübner, Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürtenthums Salzburg, Salzburg 1796, Band 2, Seiten 536 und 537)


'''Aperschnalzen im bayrischen Rupertiwinkel und in Salzburg'''
'''Aperschnalzen im bayrischen Rupertiwinkel und in Salzburg'''
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Die älteste schriftliche Erwähnung des Aperschnalzens im Rupertigau geht auf das Jahr 1810 zurück und stammt aus dem Pfleg-, Stadt- und Landgericht Laufen. Hier ist bereits die Rede, dass „an Fastnachtstägen“ von „den Jungen auf dem Lande in regelmäßigen Takte ein Geknalle mit langen Peitschen“ gemacht werde. Ebenfalls aus Laufen wird 1829 berichtet, dass eine Gerichts-Verordnung versucht, die durch das Schnalzen verursachte Lärmbelästigung in den Griff zu bekommen. Es wurde ein Schnalzverbot in Ortschaften, an Straßen sowie nach dem Gebetsläuten und während der Gottesdienste erlassen, für Übertretungen wurde unter anderem „Arrest“ angedroht.
Die älteste schriftliche Erwähnung des Aperschnalzens im Rupertigau geht auf das Jahr 1810 zurück und stammt aus dem Pfleg-, Stadt- und Landgericht Laufen. Hier ist bereits die Rede, dass „an Fastnachtstägen“ von „den Jungen auf dem Lande in regelmäßigen Takte ein Geknalle mit langen Peitschen“ gemacht werde. Ebenfalls aus Laufen wird 1829 berichtet, dass eine Gerichts-Verordnung versucht, die durch das Schnalzen verursachte Lärmbelästigung in den Griff zu bekommen. Es wurde ein Schnalzverbot in Ortschaften, an Straßen sowie nach dem Gebetsläuten und während der Gottesdienste erlassen, für Übertretungen wurde unter anderem „Arrest“ angedroht.
(Zitiert aus Hans Roth, Das Aperschnalzen, Sänger- und Musikantenzeitung 1/89, Seite 20)
(Zitiert aus Hans Roth, Das Aperschnalzen, Sänger- und Musikantenzeitung 1/89, Seite 20)


'''Knatternde Takte'''
'''Knatternde Takte'''