Geschichte der Stadt Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Salzburger Gründerheilige und Landespatron [[Rupert von Worms]], der einer vornehmen fränkischen Adelssippe entstammte, war gegen Ende des [[7. Jahrhundert]] Bischof von Worms. Der Gegensatz zu den neuen Machthabern, den karolingischen Hausmeiern, veranlasste ihn, einer Einladung des [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzogs]] [[Theodo]] zu folgen. Nach einem Aufenthalt in [[Regensburg]] und einer vergeblichen Missionsreise an die Awarengrenze erhielt er um das Jahr [[696]] von Herzog Theodo die Reste der alten Römerstadt ''Iuvavum'' übertragen. Dort residierte im Bereich des Festungsbergs in der [[Salzpurch]] der Herzogssohn und Mitregent [[Theudebert|Theodbert]], und im Bereich der [[Altstadt]] hatten sich bayerische Siedler niedergelassen.
Der Salzburger Gründerheilige und Landespatron [[Rupert von Worms]], der einer vornehmen fränkischen Adelssippe entstammte, war gegen Ende des [[7. Jahrhundert]] Bischof von Worms. Der Gegensatz zu den neuen Machthabern, den karolingischen Hausmeiern, veranlasste ihn, einer Einladung des [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzogs]] [[Theodo]] zu folgen. Nach einem Aufenthalt in [[Regensburg]] und einer vergeblichen Missionsreise an die Awarengrenze erhielt er um das Jahr [[696]] von Herzog Theodo die Reste der alten Römerstadt ''Iuvavum'' übertragen. Dort residierte im Bereich des Festungsbergs in der [[Salzpurch]] der Herzogssohn und Mitregent [[Theudebert|Theodbert]], und im Bereich der [[Altstadt]] hatten sich bayerische Siedler niedergelassen.


Rupert gründete mit Hilfe der romanischen Restbevölkerung das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]], wobei er an ältere, noch lebendige kultische Traditionen anknüpfen konnte. Für die Mönche errichtete er eine stattliche Kirche, die wohl an der Stelle des heutigen Doms stand. Im Auftrag Theodos weihte er [[713]]/[[715|15]] das [[Benediktinenstift Nonnberg|adelige Damenstift]] auf dem [[Nonnberg]], das der Herzog als „Hauskloster“ seiner Familie errichtet und reich ausgestattet hatte. Als erste [[Äbtissin vom Nonnberg|Äbtissin]] setzte Rupert seine Verwandte [[Erintrudis]] ein, die er aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg geholt hatte.
Rupert gründete mit Hilfe der romanischen Restbevölkerung das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]], wobei er an ältere, noch lebendige kultische Traditionen anknüpfen konnte. Für die Mönche errichtete er eine stattliche Kirche, die wohl an der Stelle des heutigen Doms stand. Im Auftrag Theodos weihte er [[713]]/[[715|15]] das [[Benediktinenstift Nonnberg|adelige Damenstift]] auf dem [[Nonnberg]], das der Herzog als „Hauskloster“ seiner Familie errichtet und reich ausgestattet hatte. Als erste [[Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Äbtissin]] setzte Rupert seine Verwandte [[Erintrudis]] ein, die er aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg geholt hatte.


[[739]] wurde Salzburg Sitz eines Bischofs, [[798]] [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] und zur Metropole der Kirchenprovinz Bayern.  
[[739]] wurde Salzburg Sitz eines Bischofs, [[798]] [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] und zur Metropole der Kirchenprovinz Bayern.  
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Die Keimzelle der befand sich im Bereich des heutigen [[Waagplatz]]es, wo sich eine [[Pfalz]] und die [[Bischofsburg in Salzburg|Bischofsburg]] befanden.
Die Keimzelle der befand sich im Bereich des heutigen [[Waagplatz]]es, wo sich eine [[Pfalz]] und die [[Bischofsburg in Salzburg|Bischofsburg]] befanden.


Kaiser Otto III. verlieh [[996]] Erzbischof [[Hartwig]] das Recht, in Salzburg einen täglichen öffentlichen [[Salzburger Märkte|Markt]] abzuhalten, davon einen Zoll einzuheben und Silbermünzen nach Regensburger Gewicht, die "[[Salzburger Pfennige]]", in der [[Salzburger Münze]] zu prägen. Damit wurde die Entwicklung Salzburgs zur Stadt eingeleitet. Am Beginn des [[12. Jahrhundert]]s waren mit einem [[Stadtrichter]], mit [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürgern]] und einer [[Bürgerzeche]] sowie mit massiven [[Stadtmauern der Stadt Salzburg|Stadtmauern]] die wichtigsten Kennzeichen einer [[mittelalter]]lichen Stadt gegeben. Salzburg war die mit Abstand älteste Stadt auf dem Boden des heutigen Österreich.
Kaiser Otto III. verlieh [[996]] Erzbischof [[Hartwig]] das Recht, in Salzburg einen täglichen öffentlichen [[Salzburger Märkte|Markt]] abzuhalten, davon einen Zoll einzuheben und Silbermünzen nach Regensburger Gewicht, die "[[Salzburger Pfennige]]", in der [[Salzburger Münze]] zu prägen. Damit wurde die Entwicklung Salzburgs zur Stadt eingeleitet. Am Beginn des [[12. Jahrhundert]]s waren mit einem [[Stadtrichter]], mit [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürgern]] und einer [[Salzburger Bürgerzeche|Bürgerzeche]] sowie mit massiven [[Stadtmauern der Stadt Salzburg|Stadtmauern]] die wichtigsten Kennzeichen einer [[mittelalter]]lichen Stadt gegeben. Salzburg war die mit Abstand älteste Stadt auf dem Boden des heutigen Österreich.


=== Wann wurde Salzburg zur Stadt erhoben? ===
=== Wann wurde Salzburg zur Stadt erhoben? ===
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Erst nach dem Frieden von [[Venedig]] [[1177]] konnte [[Konrad III. von Wittelsbach]], der erste Kardinal in Salzburg, mit dem Wiederaufbau beginnen.  
Erst nach dem Frieden von [[Venedig]] [[1177]] konnte [[Konrad III. von Wittelsbach]], der erste Kardinal in Salzburg, mit dem Wiederaufbau beginnen.  


Der [[1179]]–[[1198]] errichtete [[Romanik|romanische]] [[Konradinischer Dom]] zählte zu den größten und schönsten Kirchenbauten nördlich der [[Alpen]]. Von einem trotz der Kriegseinwirkungen ungebrochenen künstlerischen Schaffen zeugen Meisterwerke der Goldschmiedekunst wie der "Ministerialenkelch" aus St. Peter und das prachtvolle [[Antiphonar]] als Höhepunkt mittelalterlicher [[Buchmalerei]].
Der [[1179]]–[[1198]] errichtete [[Romanik|romanische]] [[Konradinischer Dom]] zählte zu den größten und schönsten Kirchenbauten nördlich der [[Alpen]]. Von einem trotz der Kriegseinwirkungen ungebrochenen künstlerischen Schaffen zeugen Meisterwerke der Goldschmiedekunst wie der "Ministerialenkelch" aus St. Peter und das prachtvolle [[Antiphonar]] als Höhepunkt mittelalterlicher Buchmalerei.


Auf dem Gebiet der [[Salz]]<nowiki>produktion</nowiki> und des Salzhandels überschnitten sich die Interessen der Salzburger Erzbischöfe und der Bayernherzöge. Der Konkurrenzkampf um die wirtschaftliche und politische Vormachtstellung begann früh und wurde mit aller Härte ausgetragen. Als sich die Bürger von [[Reichenhall]] weigerten, den Salzzehent zu zahlen, lies [[1196]] Erzbischof Adalbert III. die Stadt Reichenhall samt Häusern, Salinen und Kirchen, ausgenommen das Kloster St. Zeno, niederbrennen. Reichenhall wendete sich den Bayern zu und der Kampf ging weiter. [[1200]] und [[1203]] wurde im Gegenzug die Stadt Salzburg gebrandschatzt.  
Auf dem Gebiet der [[Salz]]<nowiki>produktion</nowiki> und des Salzhandels überschnitten sich die Interessen der Salzburger Erzbischöfe und der Bayernherzöge. Der Konkurrenzkampf um die wirtschaftliche und politische Vormachtstellung begann früh und wurde mit aller Härte ausgetragen. Als sich die Bürger von [[Reichenhall]] weigerten, den Salzzehent zu zahlen, lies [[1196]] Erzbischof Adalbert III. die Stadt Reichenhall samt Häusern, Salinen und Kirchen, ausgenommen das Kloster St. Zeno, niederbrennen. Reichenhall wendete sich den Bayern zu und der Kampf ging weiter. [[1200]] und [[1203]] wurde im Gegenzug die Stadt Salzburg gebrandschatzt.  
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Als sich [[1525]] Bauern, Bürger und Bergknappen, beeinflusst von den reformatorischen Ideen Martin Luthers, gegen Kardinal Matthäus Lang erhoben, scheiterte dieser [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Aufstand]] vor den Mauern von [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]].
Als sich [[1525]] Bauern, Bürger und Bergknappen, beeinflusst von den reformatorischen Ideen Martin Luthers, gegen Kardinal Matthäus Lang erhoben, scheiterte dieser [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Aufstand]] vor den Mauern von [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]].


== Nach Wolf Dietrich ==
== Nach Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ==
=== Das Zeitalter Wolf Dietrichs ===
=== Das Zeitalter Wolf Dietrichs von Raitenau ===
Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] ([[1587]]–[[1612]]) ist durch seine romantische Liebesbeziehung zur schönen Bürgertochter [[Salome Alt]], die ihm zahlreiche Kinder gebar, und durch sein tragisches Ende zum populärsten Salzburger Kirchenfürsten geworden.  
Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] ([[1587]]–[[1612]]) ist durch seine romantische Liebesbeziehung zur schönen Bürgertochter [[Salome Alt]], die ihm zahlreiche Kinder gebar, und durch sein tragisches Ende zum populärsten Salzburger Kirchenfürsten geworden.  


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=== Vom Kurfürstentum zum Bundesland - der steinige Weg nach Österreich ===
=== Vom Kurfürstentum zum Bundesland - der steinige Weg nach Österreich ===
:''Hauptartikel: [[Salzburg unter Napoleon]]''
:''Hauptartikel [[Salzburg unter Napoleon]]
:''Hauptartikel: [[Kurfürstentum Salzburg]]''
:''Hauptartikel [[Kurfürstentum Salzburg]]
:''Hauptartikel: [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern| Salzburg (Salzachkreis) als Teil des Königreichs Bayern]]''
:''Hauptartikel [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern| Salzburg (Salzachkreis) als Teil des Königreichs Bayern]]
:''Hauptartikel: [[Salzburg (Salzachkreis) als Teil "Österreichs ob der Enns"]]''
:''Hauptartikel [[Salzburg (Salzachkreis) als Teil "Österreichs ob der Enns"]]
:''Hauptartikel: [[Herzogtum Salzburg]] (Kronland)''
:''Hauptartikel [[Herzogtum Salzburg]] (Kronland)


==== Die Franzosen in Salzburg ====
==== Die Franzosen in Salzburg ====
:''Hauptartikel: [[Salzburg unter Napoleon]]''
:''Hauptartikel [[Salzburg unter Napoleon]]
Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] [[1800]] kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden - die [[Schlacht am Walserfeld]].  
Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] [[1800]] kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden - die [[Schlacht am Walserfeld]].  


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==== Salzburg unter Bayerischer Herrschaft ====
==== Salzburg unter Bayerischer Herrschaft ====
:''Hauptartikel: [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern]]''
:''Hauptartikel [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern]]


Die Machtergreifung durch den bayerischen König Max I. Joseph wurde [[1810]] in Salzburg freudig begrüßt. Kronprinz Ludwig von Bayern, der spätere König [[Ludwig I. von Bayern]], residierte als Generalgouverneur des Inn- und [[Salzachkreis]]es im [[Schloss Mirabell]], wo sein Sohn [[Otto Wittelsbach|Otto]], der spätere König von Griechenland geboren wurde.  
Die Machtergreifung durch den bayerischen König Max I. Joseph wurde [[1810]] in Salzburg freudig begrüßt. Kronprinz Ludwig von Bayern, der spätere König [[Ludwig I. von Bayern]], residierte als Generalgouverneur des Inn- und [[Salzachkreis]]es im [[Schloss Mirabell]], wo sein Sohn [[Otto Wittelsbach|Otto]], der spätere König von Griechenland geboren wurde.  
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=== Der oberösterreichischen Regierung unterstellt - Salzburg verarmt und bedeutungslos ===
=== Der oberösterreichischen Regierung unterstellt - Salzburg verarmt und bedeutungslos ===
:''[[Salzburg (Salzachkreis) als Teil "Österreichs ob der Enns"]]''
:''Hauptartikel [[Salzburg (Salzachkreis) als Teil "Österreichs ob der Enns"]]  


Auf dem Wiener Kongress war [[1816]] der Übergang Salzburgs an Österreich beschlossen worden. Das völlig verschuldete und ausgeblutete Land Salzburg zierte zwar als "Herzogtum" den Titel des österreichischen Kaisers, verlor aber seine Selbständigkeit und wurde als fünfter Kreis der obderennsischen (oberösterreichischen) Landesregierung in [[Linz]] unterstellt. Mit dem Verlust der Residenz wanderten die Hofbediensteten und Beamten ab, die Bevölkerung der Stadt ging von 16&nbsp;000 Bewohnern auf weniger als 12&nbsp;000 zurück. Lustschlösser und Paläste verödeten und [[1818]] legte ein [[Stadtbrand Salzburg (rechtes Salzachufer)|Brand den Stadtteil am rechten Salzachufer]] samt dem Schloss Mirabell in Schutt und Asche. Nach Missernten in den Jahren [[1814]] bis [[1816]] forderte eine große Hungersnot zahlreiche Todesopfer unter der Bevölkerung.
Auf dem Wiener Kongress war [[1816]] der Übergang Salzburgs an Österreich beschlossen worden. Das völlig verschuldete und ausgeblutete Land Salzburg zierte zwar als "Herzogtum" den Titel des österreichischen Kaisers, verlor aber seine Selbständigkeit und wurde als fünfter Kreis der obderennsischen (oberösterreichischen) Landesregierung in [[Linz]] unterstellt. Mit dem Verlust der Residenz wanderten die Hofbediensteten und Beamten ab, die Bevölkerung der Stadt ging von 16&nbsp;000 Bewohnern auf weniger als 12&nbsp;000 zurück. Lustschlösser und Paläste verödeten und [[1818]] legte ein [[Stadtbrand Salzburg (rechtes Salzachufer)|Brand den Stadtteil am rechten Salzachufer]] samt dem Schloss Mirabell in Schutt und Asche. Nach Missernten in den Jahren [[1814]] bis [[1816]] forderte eine große Hungersnot zahlreiche Todesopfer unter der Bevölkerung.
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=== Salzburg kämpft sich zurück ===
=== Salzburg kämpft sich zurück ===
Hauptartikel: [[Herzogtum Salzburg]] (Kronland)
:''Hauptartikel: [[Herzogtum Salzburg]] (Kronland)


Erst die Aktivitäten des aus [[Tirol]] stammenden Advokaten Dr. [[Alois Fischer]], der später Landeschef von [[Oberösterreich]] wurde, und das Revolutionsjahr 1848 führten zu einem Umschwung. Salzburg wurde zu einem [[Kronland Salzburg|Kronland]] der [[Habsburgermonarchie|Monarchie]] und erhielt – verzögert durch die Ära des Neoabsolutismus – [[1860]]/[[1861|61]] eigene Landesbehörden und Landstände.
Erst die Aktivitäten des aus [[Tirol]] stammenden Advokaten Dr. [[Alois Fischer]], der später Landeschef von [[Oberösterreich]] wurde, und das Revolutionsjahr 1848 führten zu einem Umschwung. Salzburg wurde zu einem [[Kronland Salzburg|Kronland]] der [[Habsburgermonarchie|Monarchie]] und erhielt – verzögert durch die Ära des Neoabsolutismus – [[1860]]/[[1861|61]] eigene Landesbehörden und Landstände.
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Die Volksabstimmung am [[10. April]] brachte in Salzburg 157&nbsp;595 Pro-Stimmen, nur 463 Personen wagten gegen den "[[Anschluss]]" an Deutschland zu stimmen.
Die Volksabstimmung am [[10. April]] brachte in Salzburg 157&nbsp;595 Pro-Stimmen, nur 463 Personen wagten gegen den "[[Anschluss]]" an Deutschland zu stimmen.


=== üdische Geschäfte verwüstet ===
=== Jüdische Geschäfte verwüstet ===
Anfangs schienen sich die großen Hoffnungen der Salzburger Bevölkerung auch zu erfüllen. [[Reichsautobahn]], Rüstungsindustrie und [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kraftwerksbau]] sorgten für Vollbeschäftigung. Aber bald zeigten sich auch die negativen Auswirkungen: in der "[[Reichskristallnacht]]" vom [[10. November|10.]] zum [[11. November]] wurden jüdische Geschäfte verwüstet und die Einrichtung der [[Synagoge]] zerstört.  
Anfangs schienen sich die großen Hoffnungen der Salzburger Bevölkerung auch zu erfüllen. [[Reichsautobahn]], Rüstungsindustrie und [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kraftwerksbau]] sorgten für Vollbeschäftigung. Aber bald zeigten sich auch die negativen Auswirkungen: in der "[[Reichskristallnacht]]" vom [[10. November|10.]] zum [[11. November]] wurden jüdische Geschäfte verwüstet und die Einrichtung der [[Synagoge]] zerstört.  


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=== Beständiger Aufschwung beginnt ===
=== Beständiger Aufschwung beginnt ===
[[Datei:Salzburg_Welser_08_Jun_72.jpg|thumb|700px|1972: [[Hans Heinrich Welser]] fotografierte von Bord einer "DC-9" der [[Austrian Airlines]] beim Landeanflug auf den [[Salzburger Flughafen]] die [[Altstadt]] von [[Salzburg]] mit der [[Festung Hohensalzburg]] aus der Luft.]]
[[Datei:Salzburg_Welser_08_Jun_72.jpg|thumb|500px|1972: [[Hans Heinrich Welser]] fotografierte von Bord einer "DC-9" der [[Austrian Airlines]] beim Landeanflug auf den [[Salzburger Flughafen]] die [[Altstadt]] von [[Salzburg]] mit der [[Festung Hohensalzburg]] aus der Luft.]]
Die Jahrzehnte der Zugehörigkeit zur Zweiten Republik bieten seit den von Hunger und Entbehrung gezeichneten ersten Nachkriegsjahren das Bild eines beständigen, ungehemmten Aufschwungs. Als wirtschaftliche und kulturelle Akzente in dieser Entwicklung sind die Gründung der [[Osterfestspiele]], der Bau des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]], die Wiedererrichtung der Universität und die Erhebung des [[Universität Mozarteum|Mozarteums]] zur Hochschule hervorzuheben.  
Die Jahrzehnte der Zugehörigkeit zur Zweiten Republik bieten seit den von Hunger und Entbehrung gezeichneten ersten Nachkriegsjahren das Bild eines beständigen, ungehemmten Aufschwungs. Als wirtschaftliche und kulturelle Akzente in dieser Entwicklung sind die Gründung der [[Osterfestspiele]], der Bau des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]], die Wiedererrichtung der Universität und die Erhebung des [[Universität Mozarteum|Mozarteums]] zur Hochschule hervorzuheben.  


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== Das 21. Jahrhundert ==
== Das 21. Jahrhundert ==
Das Mozart-Jubiläum [[2006]] brachte einen Rekord an Zuschauern und Einnahmen, das Kleine Festspielhaus wurde umgestaltet und als [[Haus für Mozart]] neu eröffnet;  das Salzburger [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]] bezog mit der Ausstellung „Viva Mozart“ seine neue Heimstätte im Gebäude der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] und wurde in ''Salzburg Museum'' umbenannt. [[2014]] entstand das [[DomQuartier Salzburg]], der die Museen in der [[Alte Residenz|Alten Residenz]], im Dom und den [[Langer Gang|Langen Gang]] in der Benediktiner-Erzabtei St. Peter miteinander verbindet.  
Das [[Mozartjahr 2006]] brachte einen Rekord an Zuschauern und Einnahmen, das Kleine Festspielhaus wurde umgestaltet und als [[Haus für Mozart]] neu eröffnet;  das [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]] bezog mit der Ausstellung „Viva Mozart“ seine neue Heimstätte im Gebäude der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] und wurde in ''Salzburg Museum'' umbenannt. [[2014]] entstand das [[DomQuartier Salzburg]], das die Museen in der [[Alte Residenz|Alten Residenz]], im Dom und das [[Museum St. Peter] mit [[Langer Gang|Langem Gang]] in der Benediktiner-Erzabtei St. Peter miteinander verbindet.  


Trotz des starken Anstiegs der Energiekosten gelang es der Salzburger Wirtschaft, die Exporte deutlich zu steigern und erstmals seit vielen Jahren die Zahl der Arbeitslosen zu senken. Salzburg kann sich jedenfalls auch in Zukunft auf seine gesunde Wirtschaft, auf seine große Geschichte und kulturelle Tradition stützen, denen es seine Spitzenposition im Westen Österreichs verdankt.
Trotz des starken Anstiegs der Energiekosten gelang es der Salzburger Wirtschaft, die Exporte deutlich zu steigern und erstmals seit vielen Jahren die Zahl der Arbeitslosen zu senken. Salzburg kann sich jedenfalls auch in Zukunft auf seine gesunde Wirtschaft, auf seine große Geschichte und kulturelle Tradition stützen, denen es seine Spitzenposition im Westen Österreichs verdankt.


== Weblinks: Historische Karten ==
== Weblinks ==
Historisches Kartenmaterial über die Stadt Salzburg im österreichischen Städteatlas (diese Quelle erweist sich allerdings vielfach als wenig verlässlich, siehe dazu [[Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg|Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg - Fehlerhaftigkeit des Österreichischen Städteatlas Salzburg]]):
:: [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/#OV_48_1 Österreichischer Städteatlas/Salzburg]
:: [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/view/salzburg_08.ecw/?zoom=2&lat=-6378&lon=7686.5&layers=B Salzburg vor 1818]
:: [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/view/salzburg_05.ecw/?zoom=1&lat=-5620&lon=7734.5&layers=B Salzburg 1830 - Franziszeischer Kataster mit Legende ]
:: [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/view/salzburg_06.ecw/?zoom=2&lat=-3885&lon=5476.5&layers=B Wachstumsphasenkarte mit Legende, von den Anfängen bis 1830]
:: [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/view/salzburg_02_a.ecw/?zoom=1&lat=-1055&lon=781.5&layers=B Eingemeindungen von 1935 und 1938]
* Moderne Stadtkarte (Salzburg 1995)
* [http://mapire.eu/hu/synchron/surveys/?bbox=1446465.4281692572%2C6068350.571853534%2C1458657.134180743%2C6078249.167016464 Umlandkarte (frühes 19. Jahrhundert)]
* [http://mapire.eu/hu/synchron/surveys/?bbox=1446465.4281692572%2C6068350.571853534%2C1458657.134180743%2C6078249.167016464 Umlandkarte (frühes 19. Jahrhundert)]
* [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/G1152III.jpg  www.ubs.sbg.ac.at; Ware und eigentliche Abbildung der ertzbischoflichen Residenz Statt Saltzburg; Kupferstich von Lucas Schnitzer (Vorlage) und Paulus Fürst (Stecher); Salzburg, um 1669/70; [[Universitätsbibliothek Salzburg]], Grafiksammlung, Sign. G 1152 III]
* [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/G1152III.jpg  www.ubs.sbg.ac.at; Ware und eigentliche Abbildung der ertzbischoflichen Residenz Statt Saltzburg; Kupferstich von Lucas Schnitzer (Vorlage) und Paulus Fürst (Stecher); Salzburg, um 1669/70; [[Universitätsbibliothek Salzburg]], Grafiksammlung, Sign. G 1152 III]
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* [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/#OV_48_1 Österreichischer Städteatlas/Salzburg], diese Quelle erweist sich allerdings vielfach als wenig verlässlich, siehe dazu [[Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg|Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg - Fehlerhaftigkeit des Österreichischen Städteatlas Salzburg]]
* [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/#OV_48_1 Österreichischer Städteatlas/Salzburg], diese Quelle erweist sich allerdings vielfach als wenig verlässlich, siehe dazu [[Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg|Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg - Fehlerhaftigkeit des Österreichischen Städteatlas Salzburg]]


== Einzelnachweise ==
==== Einzelnachweise ====
<references/>
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Geschichte]]
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